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Stadtplanung

 

Stadtentwicklung

 

 

 

Raumordnung

 

Raumordnungsplan von 1994:

Alle fünf Jahre werden Änderungen am Raumordnungsplan vollzogen. Schon Ende 1993 stand er kurz vor der Fortschreibung: Ein Autohof südlich des Bahnhofes Bischofsheim/ Rum­penheim wurde vom Umlandverband aus landschaftsökologischen und ästhetischen Gründen abgelehnt; auch sollen laut Vertrag diese städtischen Flächen als Aufforstungsfläche für den „Monte Scherbelino“ zur Verfügung stehen. Abgelehnt wurde außerdem, das Gelände zwischen Bischofsheimer Straße und Albert-Einstein-Schule in der Gemarkung Hochstadt als Wohnbaufläche im Raumordnungsplan darzustellen, weil das Gebiet zu einer „ausgeprägten Grünverbindung“ zwischen Bischofsheimer Hang, Distelberg und Main­aue gehört. Das Gebiet ist wichtig für die Lufthygiene - als Frischluftabflußbahn Richtung Dörnigheim und der östlichen Frankfurter Stadtteile - und nimmt auch landschaftsökologische Funktionen wahr.

Die Aufnahme einer zusätzlichen Wohnbaufläche nördlich der Bischofsheimer Straße in Hochstadt, also von der Querspange kommend linker Hand, wurde vom Umlandverband nicht akzeptiert. Der UFV begründet dies damit, daß die Fläche bereits einmal als gemischte Baufläche ausgewiesen war, dann auf Antrag des Maintaler Parlaments aus ökologischen Gründen wieder aus dem Flächennutzungsplan gestrichen wurde.

Genehmigt wurde eine geplante Ausweisung einer Wohnbau- und in Teilbereichen gemischten Baufläche zwischen Kennedystraße und Kesselstädter Straße in Dörnigheim. Wo heute noch Äcker liegen, nämlich zwischen Kennedystraße und Kesselstädter Weg  soll nach Änderung des Raumordnungsplanes dann Wohnbaufläche und gemischte Baufläche dargestellt sein. Geringen ökologischen Wert bescheinigt der Umlandverband diesem Gebiet, das voll landwirtschaftlich genutzt wird.

Auch die geplante Umwandlung der gewerblichen Bauflächen zwischen Eichenheege und Bahnlinie in gemischte Bauflächen stieß auf Zustimmung, weil „hier in erheblichem Umfang Wohnnutzung vorgesehen ist“. Weiter wurde die Ergänzung der Wohnbebauung zwischen Vogelsbergstraße und neuer Südumgehung in Hochstadt akzeptiert, nicht ohne auf potentielle Immissionskonflikte hinzuweisen.

Im Flächennutzungsplan ist die Wohnbaufläche zwischen Ledergasse und Bischofsheimer Straße in Bischofsheim längst ausgewiesen, im Raumordnungsplan wird das jetzt nachgeholt. In voller Größe soll das Gebiet dargestellt werden und dafür die Bereiche „Biotop- und Artenschutz“ sowie „regionaler Grünzug“ zurückgenommen werden.  Die ausgewiesenen Bauflächen östlich des Dörnigheimer Weges in Bischofsheim sollen zur Grünfläche umgewidmet werden.

Mit der Ausweisung der Wohnbaufläche am „Felsenkeller“ in Hochstadt zieht der regionale Raumordnungsplan der bereits im Flächennutzungsplan dargestellten Realität nach.

Und aus der gewerblichen Baufläche östlich der Konrad-Höhl-Straße soll im Raumordnungsplan eine Industrie- und Gewerbefläche werden - unter Einbeziehung der bereits genehmigten Gewerbeflächenerweiterung.

Die Ausweisung von Bauflächen westlich der Bebauung Kreuzbergstraße, Hahnenkammstraße bis zur Hanauer Landstraße wird nur unter der Bedingung erfolgen, daß die im Flächen­nutzungsplan ausgewiesene Fläche am östlichen Ortsrand Wachenbuchens südlich der Bleichstraße gestrichen wird. Der Umlandverband argumentiert hier, daß es sich bei Wachenbuchen um einen ländlich geprägten Stadtteil handelt, in dem nur der aus dem Ort selbst erwachsende Eigenbedarf an Bauflächen gefriedigt sein soll; weiter aber solle der Stadtteil nicht wachsen.

 

Ermittlung des maximalen Wohnsiedlungsflächenbedarfs:                                   

In Maintal ist im Jahre 2000 die Haushaltsgröße 2, 1 Personen pro Wohneinheit. Daraus ergibt sich ein Bedarf von 2.565 Wohneinheiten (darunter  2.141 flächenwirksame Wohneinheiten. Die Dichte beträgt 45 Wohneinheitenpro Hektar (wie im Vordertaunus und in Hanau), der Siedlungsflächenbedarf beträgt 48 Hektar (Staatssanzeiger 1995, Nr. 26, Seite 1914).

 

Regionaler Flächennutzungsplan 2010 bis 2020:                                                               

Der erste Flächennutzungsplan für die Rhein-Main-Region soll weniger Wohn- und Gewerbefläche enthalten als zunächst vorgesehen. In seinem überarbeiteten Entwurf reagierte der Planungsverband Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main damit vor allem auf die Kritik der Städte Hanau, Frankfurt und Offenbach. Insgesamt wurde im Entwurf die Fläche für die ausgewiesenen Wohngebiete um 800 auf 2.500 Hektar reduziert. Bei der Gewerbefläche wurde der Bedarf um 400 auf 2.400 Hektar zusammengestrichen (28.03.2008).

Einer Zersiedelung des Rhein-Main-Gebietes soll Einhalt geboten werden, und bei neuen Bauprojekten eine kommunenübergreifende Abstimmung erfolgen. So sind die neuen Bedarfsflächen bis zum Jahr 2020 für Wohngebiete in Maintal auf 24 Hektar, für Gewerbegebiete auf 37 Hektar begrenzt. Verkehrspolitische Priorität genießen bei den Planern die bereits feststehenden Verkehrsprojekte Nordmainische S-Bahn sowie der Lückenschluß der Autobahn 66 („Riederwaldtunnel“). Aufgeführt sind beispielsweise auch so genannte städtebauliche „Arrondierungen“ - sprich: die Erschließung zusätzlicher Wohnflächen - für den südöstlichen Ortsrand von Hochstadt sowie südwestlich von Wachenbuchen.

Die größeren Zukunftsprojekte der nächsten Jahre betreffen den Stadtteil und die Gemarkung Bischofsheim. Neben der Friedhofserweiterung ist als Neuplanung „eine größere Parkanlage“ über elf Hektar „in Verbindung zum geplanten Gewerbegebiet am Regionalpark“ vorgesehen. Das Gewerbegebiet West in Bischofsheim, südlich der Autobahn, soll nach Osten erweitert und nach Westen um das ehemalige Gelände der Stadtgärtnerei Frankfurt ergänzt werden. Zudem wird die Verlegung der Eisenbahnstation Maintal-West in Richtung Osten erwähnt, die mit dem Bau der Nordmainischen S-Bahn wirksam wird. Für die neue Trasse von Frankfurt über Maintal und Hanau ins Kinzigtal wird ein viergleisiger Ausbau nötig sein. Für den überörtlichen Fahrradverkehr soll zudem der Übergang von der Straße „Am Kreuzstein“ zur „Berger Straße“ erleichtert werden.

 

 

 

 

 

 

Bevölkerungsentwicklung

 

Tabelle:

Jahr

Kreis

Maintal

Geburten

Senioren

2005

 

37.811

310

6.713

2006

 

37.657

 

7.173

2007

410.355

37.390

295

7.657

2008

 

37.327

 

 

2009

406.976

37.372 (?)

 

 

2010

 

 

260 (Prognose)

 

2031

389.020

32.600

 

10.000

 

 

Maintal wollte gern eine 40.000 Einwohner-Stadt sein. Als man die Zweitwohnsitze hinzurechnete (wie das angeblich üblich ist), wurde schon der 40.000 Einwohner gefeiert (ein neugeborenes Mädchen aus Hochstadt). Aber in Wirklichkeit ging die Einwohnerzahl immer mehr zurück. Man darf diese Zahlen nicht zu isoliert betrachten und jeden kleinen Aufschwung gleich als Erfolg ansehen. Erst ein längerer Zeitraum zeigt die Tendenz.

 

Laut Stadtrat Schächer belief sich im Jahre 2005 der Bedarf an neuen Wohnungen in Maintal nach einer aktuellen Studie auf rund 140 im Jahr, um die jetzige Einwohnerzahl zumindest zu halten. Bürgermeister Rohrbach sagte dazu: „Stillstand ist Rückstand“. Durch den Rückgang der Einwohnerzahlen seien die Steuereinnahmen der Stadt stark gefallen. „Deutlich wird das vor allem bei der Einkommensteuer. So haben wir in den Jahren von 1991 bis 1993 noch 8,45 Promille des gesamten Steueraufkommens in Hessen erhalten, von 2006 bis 2008 werden es nur noch 7,1 Promille sein, also rund ein Siebtel weniger. Und wo kein Geld ist, wird es irgendwann extrem schwierig, zu investieren und neue Ideen zu verwirklichen. Aber gerade Investitionen und Ideen brauchen wir in Maintal jetzt dringend“, erklärt der Maintaler Rathauschef.

Auch die Einnahmen bei der Gewerbesteuer seien in den letzten Jahren signifikant gesunken.

Der Gemeindeanteil der Einkommensteuer wird nach der so genannten Schlüsselzahl ermittelt: einem Faktor, der sich hauptsächlich nach der Anzahl der steuerpflichtigen Einwohner und deren Einkommen richtet. Gibt es weniger Einwohner und zu wenige Unternehmen, die neue Arbeitsplätze schaffen, kann sich das wie in Maintal durch Einbußen auswirken. Und: gibt es weniger Arbeitsplätze, fallen auch die Einnahmen bei der Gewerbesteuer.

Es sei festzustellen, daß im Gegensatz zum gesunden und teilweise rasanten Wachstum der Städte und Gemeinden im Umland - wie Hanau, Offenbach und Frankfurt, wo der „Bau-Boom“ an der Hanauer Landstraße noch einmal für einen großen Schub gesorgt hat - diese positive Entwicklung zur Zeit an Maintal vorbei gehe. „Hier müssen wir alle an einem Strang ziehen und handeln. Mit dem Konzept zur Stadtentwicklung werden entscheidende Schritte eingeleitet, die auf einer breiten Basis die Ansiedlung sowohl von Unternehmen als auch von neuen Bürgern in Maintal fördern und damit die Zukunft der Stadt auf festen Grund stellen“, so Rohrbach abschließend. Er vergißt dabei aber: Neue Einwohner und neue Gewerbebetriebe bringen auch neue Kosten mit sich.

Dem Bevölkerungsschwund will der Bürgermeister entgegenwirken durch die Ausweisung neuer Baugebiete. Wenn eine Firma weniger Aufträge hat, entläßt sie Arbeitskräfte und sucht kleinere Produktionsstätten. In Maintal ist es umgekehrt: Da fehlen die Menschen, also müßte man den Wohnraum verringern. damit er nicht unnötige Kosten verursacht. So macht man es im Osten, wo man Plattenbauten abreißt. Die Entwicklung dort zeigt uns, was auch bei uns noch kommen wird. Bisher ist die Entwicklung durch den Zuzug ins Ballungsgebiet noch abgemildert worden, aber sie wird sich nicht aufhalten lassen. Die Schulen und Kindergärten, die Krankenhausbetten und Verwaltungsmitarbeiter sind ja inzwischen auch schon verringert worden. Aber beim Wohnraum plant der Bürgermeister eine Ausweitung, obwohl es doch schon nicht nur bei den Gewerbegebieten, sondern auch beim Wohnraum einen beträchtlichen Leerstand gibt. Wo sollen denn die neuen Bürger herkommen? Vor über zehn Jahren, als Herr Rohrbach noch nicht Bürgermeister war, war der Bau-Ausschuß noch der Meinung, Maintal sei jetzt groß genug und man sollte nur noch Baulücken schließen. Aber, jetzt wird auf einmal Panik gemacht: Wir werden immer weniger! Wäre das wirklich so schlimm? Es gibt sowieso zu viele Menschen auf der Erde - auch in Deutschland - , die nur die Natur verbrauchen und nicht mehr im Einklang mit ihr leben. Die Natur verträgt an sich nur so viel Menschen, wie von nachwachsenden Rohstoffen leben können. Der Stadtentwicklungsplan des Bürgermeisters verschärft aber nur die Fehler der Vergangenheit (Leserbrief von Peter Heckert)

 

Der Zwischenbericht der Enquetekommission des Hessischen Landtages vom 5. Juli 2005 (erwartete Fertigstellung: 31. Dezember 2006) besagt eindeutig, , daß wir zukünftig mehr „Schaukelstühle als Schaukelpferde“ benötigen. Bleibt somit die Frage nach einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung bei sinkender Anzahl von Erwerbstätigen. Kann diese tatsächlich darin bestehen, Wohnbaugebiete für junge Familien auszuweisen, die möglicherweise überhaupt nicht gebraucht werden? Ist doch anzunehmen, daß die Geburtenrate dadurch nicht wesentlich beeinflußt werden kann (Leserbrief von  Hans-Peter Kruckenberg).

 

Am 30. Juni 2005 besitzen 6.651 Einwohner die deutsche und 522 eine ausländische Staatsangehörigkeit. Über 79 Jahre alt sind 1.491 Maintalerinnen und Maintaler. Der viel zitierte, sogenannte „demographische Wandel“ wird sich auch in Maintal in den kommenden Jahren fortsetzen. Im Juli 2007 wurde eine Studie über Bevölkerungsentwicklung und Altersstruktur im Main-Kinzig-Kreis vorgestellt. Daraus geht hervor: Maintal schrumpft - nicht die Fläche, sondern die Zahl der Einwohner. Aber keine Panik. mit diesem Phänomen steht Maintal nicht alleine da. Im gesamten Kreisgebiet ist mit einem Bevölkerungsrückgang zu rechnen, heißt es in der Studie. Konnte der Main-Kinzig-Kreis in den Jahren 1999 bis 2002 noch so genannte Wanderungsgewinne in Höhe von rund 2.000 Personen verzeichnen, so mußte er im vergangenem Jahr einen Rückgang der Bewohner um 1.115 hinnehmen.

Während die Anzahl der Bewohner bis 65 Jahre kontinuierlich sinkt, wird die Anzahl der Einwohne rüber 65 Jahre steigen. Die Zahl lag in Maintal im Jahr 2006 bei rund 7.000. Für das Jahr 2031 rechnen die Forscher mit knapp Maintalern, die 65 und älter sind. Zum Vergleich: Im Jahre 2006 lebten um die 6.300 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre in den vier Stadtteilen Maintals. Die Prognose geht von 4.400 für das Jahr 2031 aus. Übrigens, nicht alle Kommunen des Main-Kinzig-Kreises kommen in der Studie schlecht weg: Erlensee und Nieder­dorfelden könnten sogar mit einem Bevölkerungsgewinn rechnen, die anderen 27 Städte und Gemeinden allerdings nicht.

 

Von Januar bis Juni 2005 wurden nur 157 Neugeborene verzeichnet, im gleichen Zeitraum 2006 waren es 167 Kinder und 2007 waren es 148 Mädchen und Jungen. Gemessen an der Einwohnerzahl von aktuell knapp unter 38.000 Personen kommen zur Zeit etwa 7,6 Geburten auf 1000 Maintalerinnen und Maintaler. Spitzenreiter sind - dabei nach wie vor die Eltern im größten Stadtteil Dörnigheim, die es im Jahr 2007 bis inklusive Juni auf 65 Geburten gebracht haben. Bischofsheim folgt mit 52, Wachenbuchen mit 16 Geburten und Schlußlicht ist Hochstadt mit lediglich 15 Kindern [Man darf nicht zu kurze Zeiträume betrachten und einen kleinen Aufschwung als Erfolg feiern]

Im Jahr 2008 ist die Einwohnerzahl wieder gesunken - allerdings längst nicht so stark wie in den Jahren zuvor. „Gegenüber dem Stichtag am 30. Juni 2007 lebten Ende Dezember 63 Personen weniger in unserer Stadt“, so der Rathauschef. Betrachte man Haupt- und Nebenwohnsitz, ist der Rückgang im Jahre 2008 sogar noch geringer, nämlich um 29 Personen von 39.359 auf insgesamt 39.330. Im Jahre 2007 sind über 79 Jahre alt 1.661 Maintaler gegenüber 1491 vor eineinhalb Jahren.

 

Herr Rohrbach sieht in der Verringerung des Rückgangs im Jahre 2008 schon „eine sehr erfreuliche Entwicklung“ und schließt daraus, Maintal gewinne als Wohn- und Lebensort offensichtlich zunehmend an Beliebtheit. Besonders gefragt sei als Wohnort der Stadtteil Hochstadt. Hier zeigt die Statistik entgegen der allgemeinen Entwicklung ein Plus von 31 Neuanmeldungen, im Hauptwohnsitz sind 17 neue Bürger hinzugekommen.

Die Gemeinde Romrod ist der Meinung: Wenn auf dem Land die jungen Familien fehlen, muß man sie aus der Großstadt abwerben. Sie gibt unter anderem ein Baukindergeld von einmalig 1500 Euro pro Kind.

 

Die Einwohnerzahl im Main-Kinzig-Kreis ist im ersten Halbjahr 2009 noch einmal um 480 auf 406.976 Personen zurückgegangen.„Das liegt vor allem an der weiter sinkenden Geburtenrate.  Gegen den Trend sind in Maintal Zuwächse zu verzeichnen. Laut der Zahlen vom 30. Juni 2009 liegt der Main-Kinzig-Kreis mit einer Bevölkerungsentwicklung von - 0,12 Prozent knapp unter dem hessischen Landesdurchschnitt von 0,09 Prozent.

Erfreulich ist für den Landrat weiterhin der leichte Zustrom in das Kreisgebiet. Unter dem Strich ist eine positives Ergebnis von 103 Personen zu verzeichnen. Dennoch fällt die Gesamtbilanz negativ aus, denn den 2066 Sterbefällen im Kreis stehen nur 1463 Geburten gegenüber. Maintal hatte einen Zuwachs von + 0,12 Prozent zu verzeichnen [Die Zahlen für den Kreis sind aber aussagekräftiger als die für die Stadt].

 

Baugebiete:

 

Baulandbewirtschaftung:

Im Jahr 1993 wollte die CDU Maintal dem Problem der Wohnungsnot durch die Bereitstellung von Bauland begegnen. Bauland dürfe nicht durch Spekulationen unerschwinglich werden. Die CDU schlug vor, daß die Gemeinde Grundstücke aufkauft, wenn diese als Bauland ausgewiesen werden sollen. Man könne die Besitzer zwar dann nicht mit Preisen, wie sie für Ackerland üblich sind, abspeisen. Der gezahlte Betrag müsse aber weit unter dem liegen, was für Bauland gezahlt werde. Danach soll die Gemeinde das Land erschließen. Das bedeutet, die Grundstücke erhalten Straßen- und Kanalanschluß, Wasser- und Energieversorgung und alles andere erforderliche. Danach könne die Gemeinde die Grundstücke verkaufen, wobei die ursprünglichen Eigentümer zumindest mit einer bestimmten Quadratmeterzahl bevorzugt zu bedenken seien.

In erster Linie stehen die Grundstücke Maintalern zur Verfügung, die aber weder Grund- noch Hausbesitz haben dürfen. Auch dies ist genau festgelegt, sowie die Rangfolge nach einem Punktesystem. Festgelegt ist auch der Zeitraum, bis wann das Grundstück bebaut sein und wie es genutzt werden muß. Eine nachträgliche Spekulation mit dem fertigen Objekt soll auf jeden Fall verhindert werden. Und bei einem Verstoß gegen die Pflichten, die ein Grundstückskäufer übernimmt, kann die Stadt das Grundstück zurückverlangen - zum gleichen Preis, wie sie es verkauft hat.

Aktuellen Bezug lieferte das Gebiet „Am Frauenstück“ in Bischofsheim. Man hielt einen Quadratmeterpreis von 120 Mark, den die Stadt den Eigentümern gezahlt hätte, für angemessen. Mit allen Erschließungskosten, Zinsen und anderem hätte die Stadt für 22.000 Quadratmeter rund 6,3 Millionen Mark „hinblättern“ müssen. Wenn sie dann das parzellierte Land (12.000 Quadratmeter) für einen Quadratmeterpreis von 525 Mark verkauft hätte, wären die 6,3 Millionen abgedeckt gewesen.

Zum Vergleich hat Robanus auch die Kosten für die Umlegung „Am Frauenstück“ errechnet. Danach bleibe die Stadt jetzt auf 1,4 Millionen Mark sitzen, die sie nicht von den neuen Eigentümern einfordern kann [Das sind die Kosten für den Bau eines Abwasserkanals, den man unnötig lang machen mußte, weil man keine Pläne über die früher verlegten Kanäle fand].

Bürgermeisterkandidat Peter Czerwonka sagte dazu: „Das ist Bauland-Lotto!“

Die Punktetabelle teilt sich folgendermaßen auf: In der Stadt geborene Bewerber und solche, die seit mindestens fünf Jahren hier wohnen, erhalten zwei Punkte. Für das erste Kind erhalten Familien drei, für jedes weitere zwei Punkte. Ehepaare, bei denen ein Partner noch keine 40 Jahre alt ist, bekommen einen weiteren Punkt. Jeweils einen Punkt gibt es für jedes volle Kalenderjahr Wartezeit nach der Antragstellung.

Nach Ansicht der FM- Parlamentarier ein System, das dem Gemauschel Tür und Tor öffnet. Jeder Abgeordnete kenne bauinteressierte Bürger, Manipulationen seien vorgezeichnet. Gerade bei Punktgleichheit fürchtet Czerwonka, daß diejenigen den Zuschlag bekommen, die die „richtigen“ Abgeordneten kennen.

Czerwonka weiter: „Im knallharten Wettbewerb um Industrieansiedlungen wird überall das Angebot gemacht, die Kommune werde den Managern bei der Suche nach guten Wohnungen behilflich sein. Wie kommt dann ein Geschäftsmann an einen Bauplatz, wenn er sich nach diesem System bewirbt - aber noch nicht einmal in Maintal wohnt, weil er ja erst hierher kommen will?“ Mit den Stimmen von SPD und CDU, gegen die subtile Interessenverbindung FM, Grüne und Dr. Karl-Heinz Schreiber, ist das „Maintaler Bauland-Lotto“ nun in Kraft.

 

Baugebiete für junge Familien:  

Neue Baugebiete für junge Familien     wollte Bürgermeister Rohrbach im Jahr 2004 schaffen.

Drei neue Baugebiete sollen dem Wunsch in den kommenden Jahren Rechnung tragen: Dörnigheim-Ost (Honeywell/Wal-Mart), Hochstadt-Ost und Wachenbuchen-West [Aus allen ist nichts geworden!]. Im  Gebiet zwischen Vogelsbergstraße und Feuerwehr  sollten rund 60 bis 70 Wohneinheiten entstehen.

In gleicher Größenordnung soll auch unterhalb des „schwarzen Lochs“ in Wachenbuchen ein neues Wohnbaugebiet entstehen. Reizvoll, so Rohrbach, wäre hier zusätzlich der Bau einer Ballsporthalle. Dagegen hält er den Bau eines neuen Bürgerhauses für wenig realistisch [Im Jahre 2008 brachte er den Plan eines gemeinsamen Bürgerhauses für Hochstadt und Wachenbuchen noch einmal vor].

 „Grundsätzlich brauchen wir in Maintal viele junge Familien, um die Infrastruktur zu finanzieren“, so Rohrbach. In diesem Kontext sei der Umzug der Europäischen Zentralbank in den Frankfurter Osten eine Chance auch für Maintal, die nicht verschlafen werden dürfe!“

 

Wohngebiet oder Arbeitsplätze:

Bei einer „Zukunftswerkstatt im Jahr 2005 hat man sich auf die Ziele leichtes Wachstum und bezahlbares Wohneigentum geeinigt. Sie entsprechen auch dem bislang von allen Fraktionen getragenen Leitbild für die Entwicklung der Stadt Maintal. Im geltenden Flächennutzungsplan stehen noch 48 Hektar Fläche für Wohn- und Mischbebauung zur Verfügung. Doch allein das so genannte Erweiterungsgebiet der Firma Höhl umfaßt 29 Hektar (?), hinzu kommen noch weitere 20 - 40 Hektar oberhalb des Firmengeländes, die der Kreis gern als Wohnbaufläche ausgewiesen hätte.

Im Juli 2003 beschloß die Stadtverordnetenversammlung, das Gewerbegebiet „Maintal Mitte“ zwischen Bahnhofstraße und Eichenheege im Einvernehmen mit den vorhandenen Betrieben nach und nach in ein Mischgebiet umzuwandeln.

Als Anfang 2005 die Firma Messebau Ambrosius einen Bauantrag für zwei neue Lagerhallen auf dem Dörnigheimer Gelände stellen wollte, wurde ihr dies zunächst verweigert Die Gewerbefläche, die die Firma in Reserve hielt, sollte in öffentliches Grün umgewandelt werden, das heißt sie verliert sozusagen 100 Prozent an Wert, was wiederum eine Verschlechterung der Kreditwürdigkeit der Firma zur Folge hätte. Auch die Umwandlung von Gewerbegebiet in reines Wohngebiet nähme dem Betrieb jegliche Zukunft, da  man dann Erweiterungen nicht mehr durchführen könnte. Die beiden Hallen durften aber gebaut werden.

Im Mai 2007 wurde von der Europäischen Union eine neue Ära in der europäischen Städtebaukultur eingeläutet mit der „Charta von Leipzig“. Darin heißt es: „Als besonders nachhaltig hat sich ….das Konzept der Mischung von Wohnen, Arbeiten, Bildung, Versorgung und Freizeitgestaltung in den Stadtquartieren erwiesen!“

„Stadtpolitik bedeutet, alle Herausforderungen der Zukunft abzuarbeiten, es geht eben nicht nur um Architektur oder Denkmalschutz“, betont die Leipziger Europaparlamentarierin Gisela Kallenbach (Grüne). So müsse auch der Flächenverbrauch eingedämmt werden, der Verkehr umweltfreundlicher organisiert und mehr Energiespar-Projekte aufgelegt werden. Erst allmählich wachse das Bewußtsein seitens der Politik. In der Praxis werde jedoch immer noch zu engstirnig geplant, etwa der Bau einer Autobahn, nur, weil er eben gefördert werde.

Bei einer „Zukunftswerkstatt“ im März 2005 gab es auch kritische Stimmen, die sich gegen „Wohnbebauung um jeden Preis“ aussprachen. Es gelte, verschiedene Bedürfnisse miteinander abzuwägen. Bei einer massiven Erweiterung „in die Fläche“ bestehe die Gefahr der Über­alterung und Verödung der jetzigen Ortskerne.

 

Neue Prioritätenliste:

Im September 2006 legte der Magistrat eine neue Prioritätenliste vor, wonach die Projekte Hochstadt-Ost, Rathaus Bischofsheim sowie die Sportanlage „Grüne Mitte“ am dringlichsten sind und bald möglichst in Angriff genommen werden sollen. Die Kosten sollten - bis auf den Bau der Sportstätte, die über die Wohnbebauung an der Eichenheege finanziert werden soll - von Investoren beziehungsweise so genannten „Vorhabenträger“ übernommen werden. Personell könne die Verwaltung diese Aufgaben „schultern“, da die Investoren die Hauptlast der Arbeiten übernehmen würden.

In der Stadtverordnetenversammlung stimmte dann eine große Mehrheit für den Änderungsantrag der Kooperation aus SPD, Grünen und FDP zur Vorlage des Magistrats. Danach sollten bis zum Ende der Legislaturperiode 2011 vorrangig sieben Gebiete in Maintal beplant und entwickelt werden. Die nun verabschiedete Prioritätenliste sieht folgende sieben Punkte vor:

  Bischofsheim-Mitte und Rathaus. Hier soll nach Hoffnung der Kooperation die Frage des Konzeptes noch in diesem Jahr entschieden sein.

  Hochstadt-Ost und Höhl. Die Kooperation möchte dabei auch das städtische Grundstück zwischen Schubertschule und Minimal mit einbeziehen.

  Sportanlage Maintal/Grüne Mitte. Maintalbad und das Mittelpunkt-Sportcenter wollen SPD, Grüne und FDP mit in das „erste Maintäler Sportzentrum“ einbeziehen.

  Gewerbegebiet Bischofsheim-West/Gutenbergstraße (Gebiet der ehemaligen Frankfurter Stadtgärtnerei). Der Durchstich zum „Roten Graben“ soll dabei für die Verkehrsanbindung forciert werden. Die Stadt Frankfurt ist aber an einer Grünflächenentwicklung interessiert, der mögliche Investor, den die Stadt Maintal an der Hand hat, hingegen an einer gewerblichen Nutzung. Die Planungen wurden bereits vergeben.

  Dörnigheim-Ost. Einbeziehung von Kreis und Hanau bei Weiterentwicklung. Im Bereich des Gebietes an der Kesselstädter Straße wurden 2009 noch zwei Verkehrsvarianten geprüft.

  Gewerbegebiet Bischofsheim-Ost/Bruno-Dressler-Straße. Weiterentwicklung mit Voranstellung einer verkehrstechnischen Planung. Ein Planungsbüro ist beauftragt worden, dessen Entwürfe noch im ersten Quartal 2009 vorliegen sollen. Unter anderem sollen die Park-and-Ride-Anlage erweitert und der Schulstandort der Kälte-Klima-Fachschule erhalten und entwickelt werden.

  Maintal-Mitte. Die betroffenen Eigentümer müssen hier bis spätestens 31. März 2007 ausführlich über die Rahmenplanung informiert werden. Im Jahr 2009 ist beabsichtigt, ein Konzept für die innere Verkehrserschließung der geplanten Wohnbauflächen südlich der Bahnlinie zu erstellen, „damit die Flächen für eine künftige Erschließung der Baugebiete freigehalten werden können“.

 

Ziele der Stadtentwicklung (Leserbrief)

Das Wort „Stadtentwicklung“ wird immer noch so verstanden, als ginge es um die Ausweisung neuer Wohngebiete und Gewerbeflächen. Dabei ist die Bevölkerungszahl im Main-Kin­zig-Kreis seit 2005 rückläufig. Nun kann man natürlich sagen: „Das betrifft die Dörfer im Vogelsberg und Spessart!“ Aber diese Entwicklung zeigt nur, wie es in Zukunft überall sein wird. Auch  die Einwohnerzahl von Maintal schrumpft bereits.

Deshalb ist man dann auf die Idee gekommen, anderen Gemeinden die Einwohner abzujagen. Die eigene Gemeinde soll attraktiv gemacht werden, damit die Leute dorthin ziehen und nicht zum Beispiel nach Niederdorfelden oder Bruchköbel.

Doch dadurch wird das Problem nur verschoben. Außerdem ist zu fragen, ob es nicht unmoralisch ist, anderen Gemeinden die Einwohner abjagen zu wollen und deren Probleme zu verstärken.

Die Entvölkerung im Osten zeichnet vor, was einmal weite Landstriche betreffen wird.  Wir müssen in Zukunft damit rechnen, daß es wieder wie im Mittelalter Wüstungen gibt und daß in den weiterbestehenden Orten ganze Straßenzüge unbewohnt bleiben und verfallen. Bei uns im Ballungsraum wird das alles etwas gemildert sein. Aber die Entwicklung geht zurück und nicht nach oben. Das ist aber nicht negativ, denn ökologisch gesehen leben viel zu viele Menschen auf der Erde, die immer noch mehr Natur verbrauchen.

Mit der Ausweisung immer neu Wohngebiete wird das nachvollzogen, was beim Einzelhandel längst passiert ist: Einkaufszentren auf der grünen Wiese mit großen Parkplätzen, aber Niedergang der kleinen Einzelhandelsgeschäfte in den Ortszentren und damit eine schlechtere Versorgung der nicht-motorisierten Einwohner. Neue Baugebiete in den Grünzügen führen unweigerlich zum Leerstand bei den Altbauten. Das darf man nicht vergessen, wenn man auf höhere Steuern oder Schlüsselzuweisungen hofft.

Dem Bevölkerungsschwund kann man nicht entgegenwirken durch die Ausweisung neuer Baugebiete. In der Wirtschaft ist es so: Wenn eine Firma weniger Aufträge hat, entläßt sie Arbeitskräfte und sucht kleinere Produktionsstätten. In Maintal ist es umgekehrt: Da fehlen die Menschen, also müßte man den Wohnraum verringern, damit er nicht unnötige Kosten verursacht. So macht man es im Osten, wo man Plattenbauten abreißt.

Bei den Schulen und Kindergärten, den Krankenhausbetten und Verwaltungsmitarbeitern hat man schon verringert. Aber beim Wohnraum plant man immer noch eine Ausweitung, obwohl es doch schon nicht nur bei den Gewerbegebieten, sondern auch beim Wohnraum einen beträchtlichen Leerstand gibt. In Maintal kann man ausreichend Wohnungen kaufen und mieten,  es gibt sogar Baugrundstücke zu kaufen. Knapp ist nur das Angebot an ganzen Häusern zum Mieten.

Aber für das neue Baugelände in Hochstadt-Ost gibt es bis 2008 nur drei Interessenten. Man kann nur froh sein, daß nicht die Stadt die „Entwicklung“ dieses Gebiets in die Hand genommen hat, sondern die Vermarktung jetzt das Problem eines Investors ist. Die berühmten EZB-Banker wohnen längst im Taunus. Und die „jungen Familien“ suchen nicht Geschoßwohnungen ohne Spielplatz. Das Bouwfondsgelände an der Bahnhofstraße sollte zunächst nur für Maintaler Familien freigehalten werden, aber es ließ sich nur mit Mühe einigermaßen mit Auswärtigen füllen. Jetzt stehen dort verschiedene Häuser leer.

Unter Stadtentwicklung  sollte man lieber verstehen solche Projekte wie „Beiderseits des Kreuzsteins“ und „Westend Dörnigheim“. Man sollte die bestehenden Wohngebiete entwickeln, die Infrastruktur und die Qualität der Wohnungen. Wir brauchen Kindergärten und Jugendhäuser, Verkehrsberuhigung und Erhalt der Natur.

Hier ist so viel zu tun, daß man auf die Schaffung neuer Wohngebiete verzichten kann. Neue Wohngebiete führen entweder zu Investitionsruinen, weil die Preise zu hoch sind, oder zum Zerfall der gewachsenen Wohngebiete. Kann das eine vernünftige und vorausschauende Stadtentwicklung wollen? (Peter Heckert).

 

Bei einer Veranstaltung am 28.  August 2008 in der Maintalhalle sagte Herr Sachtleber dazu: Bis zum Jahre 2035 wird es noch Zuzug ins Rhein-Main-Gebiet geben, aus Norddeutschland, aus dem Osten und aus den Mittelgebirgen. Deshalb müssen wir noch bauen! Ob die Leute aber ausgerechnet nach Maintal ziehen, ist fraglich, wo hier doch die Arbeitsplätze abnehmen, so daß auch kein Wanderungsgewinn durch die Personen entsteht, die das Pendeln vermeiden wollen.  Auch die Erhöhung des Wohnflächenbedarfs pro Person wird nachlassen, weil Mieten und  Baupreise sehr hoch sind und die Leute weniger verdienen.

 

 

Neue Ziele der Bauleitplanung:

Erst mit dem Erster Stadtrat Ralf Sachtleber kam eine Wandlung. Ende 2009 stellte man fest, daß 12,1 Hektar Fläche für Wohnbebauung zur Verfügung stehen. Die Entwicklung der Siedlungserweiterungsfläche am östlichen Ortsausgang von Dörnigheim wurde deshalb vorerst zurückgestellt wegen der gesunkenen Nachfrage nach Immobilien. Man wollte sich darauf konzentrieren, vorhandene Bauflächen auszuschöpfen, bevor landschaftliche Freiräume beansprucht werden müßten. Dort kann man von der bereits vorhandenen Infrastruktur profitieren. Insbesondere in Dörnigheim ist der Bedarf an Wohnbauflächen mittelfristig an mehreren Standorten durch die Umnutzung brachliegender, vornehmlich gewerblich genutzter Gebiete gedeckt.

Beispiele für Gewerbeflächen, auf denen Wohnbebauung realisiert werden soll, sind das Gelände der ehemaligen Firma Pardes in der Moselstraße (zwei Mehrfamilienhäuser und 20 Reihenhäuser), jenes der ehemaligen Gärtnerei Lapp in der Robert-Koch-Straße, die Areale der Firma Rink in der Neckarstraße und Eichenheege, das Gelände der Firmen Intubau und Ambrosius, ebenfalls in der Eichenheege, sowie das Breidensteingelände an der Philipp-Reis-Straße (Im vorderen Bereich sollen ein geschlossener Gebäudekomplex mit Büros und rückwärtig Wohnhäuser entstehen). Hinzu käme mit dem Umzug des FC Germania in die „Grüne Mitte“ das Sportgelände an der Eichenheege. Aber die Nutzung all der anderen Flächen macht das Sportgelände an der Eichenheege überflüssig.

In der Robert-Koch-Straße sowie in der Eichendorffstraße werden die Objekte nur schleppend vermarktet. Diese verhaltene Resonanz veranlaßte die Stadt, eine flächenschonende und bedarfsgerechte Siedlungsentwicklung zu betreiben. Zwischen 400 und 450 Wohneinheiten sollen auf den genannten Flächen entstehen. Für Dörnigheim wäre für die kommenden Jahre der Bedarf befriedigt.

In Bischofsheim hingegen wäre Wohnbebauung allenfalls noch in der Spessartstraße möglich, wegen der auf Einschränkungen durch das umgebende Landschaftsschutz- und Waldgebiet sowie durch die Autobahn. In Hochstadt ist Wohnbebauung noch auf der Weidenkaute oberhalb der Firma Höhl möglich. In Wachenbuchen - abgesehen von dem Bereich Dorfelder Straße/Mühltorring, für den bereits ein städtebaulicher Vertrag geschlossen wurde - am südlichen Ortsausgang in Richtung Hochstadt. „Doch dafür besteht kein Bedarf", verweist Ralf Sachtleber darauf, so daß die Entwicklung dieser Flächen zu Zwecken der Wohnbebauung vorläufig ruht.

Die Entscheidung der Stadtverordneten, diese Areale durch eine Umnutzung für die Wohnbebauung frei zu geben und Gewerbebetriebe statt dessen in den Gewerbegebieten anzusiedeln, ist durchaus sinnvoll. Für die wenigsten Gewerbebetriebe sind die eng umschlossenen Areale in Ortslage attraktiv. Sie müssen in punkto Lärmbelastung mit Rücksicht auf die Anwohner bestimmte Auflagen erfüllen, haben keine Möglichkeiten, zu expandieren und werden logistisch oftmals mit engen Zufahrten konfrontiert. In Gewerbegebieten profitieren Unternehmen nicht nur von einer entsprechend ausgebauten Infrastruktur, sondern ebenfalls von der Nähe zu anderen Betrieben und damit von potentiellen Synergieeffekten. Solche Vorteile wissen oft auch Kunden zu schätzen.

Andererseits gilt auch wieder: Man muß nur am Samstag die Immobilienseiten im Tagesanzeiger aufschlagen, um festzustellen, daß zur Zeit zahlreiche Maintaler ihre Eigentumswohnungen und Häuser loswerden möchten. Der Markt an Wohnraum ist übersättigt. Aber nicht nur Häuser. die schon einige Jahre stehen, können nur schwer an neue Besitzer vermittelt werden. Neubauten sind in der momentan vorherrschenden Wirtschaftskrise auch in Maintal kaum an die Frau oder den Mann zu bringen. Erinnert sei nur an die Probleme auf dem Areal der ehemaligen Wilhelm-Busch-Schule an der Eichendorffstraße in Dörnigheim. Dort warten einige Wohnhäuser schon seit fast zwei Jahren auf ihre Besitzer.

 

Ein Paradebeispiel für Eigenheime, die neue Bewohner nötig haben, ist das Hochstädter Klingseegebiet. Dort haben sich leider einige Paare auseinander gelebt und müssen ihr gemeinsam erworbenes Haus nun veräußern. Nur finden viele von ihnen zum Teil schont seit mehr als einem halben Jahr keinen Abnehmer. Derweil entstehen auf dem ehemaligen Höhl-Areal zahlreiche neue Wohnhäuser. Der Bedarf ist also in Maintal mehr als gedeckt und so viele Neubürger zieht es eben auch nicht aus Frankfurt, Offenbach oder Hanau in unsere Stadt. Da sollten wir uns nichts vormachen.

Es gibt bei den Wohnhäusern schon genügend Leerstände. Jetzt noch zahlreiche neue Gebiete für zusätzlichen Wohnraum auszuweisen, erscheint als der falsche Weg. Darüber hinaus sieht man anhand der Probleme der Firma Hess in Bischofsheim, wie problematisch es derzeit ist, neue Wohnbebauung zu vermarkten und Käufer zu finden. Auch auf dem ehemaligen Metten­heimer-Gelände an der Philipp-ReisStraße müht sich ein Investor schon seit neun Monaten, Interessenten für neue Eigenheime zu gewinnen. Erst wenn er eine ausreichende Zahl an Käufern gefunden hat, wird er mit dem Bau der Häuser beginnen. Momentan rottet jedoch die Fabrikhalle weiter vor sich hin.

Wenn die Verkehrsanbindungen nach Frankfurt durch die nordmainische S-Bahn und den Lückenschluß der A 66 mittels Riederwaldtunnel endlich deutlich verbessert sein werden, kann vielleicht mit einem Boom an Neubürgern in den Main-Kinzig-Kreis gerechnet werden. Bis dahin ist zu befürchten, daß es keinen Ansturm von vor allem jungen Familien nach Maintal geben wird. Entsprechend sollten die Stadtverordneten sehr vorsichtig damit sein, nun auch noch ehemalige Gewerbeflächen für Wohnbebauung umzuwidmen. Natürlich sollte man Lärm und vielleicht auch Dreck verursachende Firmen in einem Wohngebiet vermeiden. Aber man kann dort auch Geschäfte und Läden ansiedeln, die von den Menschen in den benachbarten Wohnhäusern direkt genutzt werden können.

 

Kommentar: Wie bei uns Stadtplanung erfolgt:

1. Gewerbeflächen werden frei und lassen sich nur als Wohngebietsfläche verwerten, damit kein Industriebrache entsteht (Thephax, Kling, Höhl, Pardes, Gärtnerei Lapp, alte Buschschule)

2. Investoren fahren durch das Rhein-Main-Gebiet und suchen sich attraktive Flächen aus (Dörnigheim-Ost zugegeben, Eichenheege nicht zugegeben)

3. Einheimische „Investoren“ kaufen am Ortsrand einige Äcker und erreichen es, daß praktisch nur diese in Bauland umgewandelt werden (Wachenbuchen-Nord)

4. Für „soziale Zwecke“ werden Grünflächen verbraucht (Altenheim in Bischofsheim und Hochstadt, Friedhof Hochstadt, Sport- und Freizeitgelände, beinahe auch Golfplatz).

 

 

 

 

 

 

Einzelne Projekte:

 

Jeder Stadtrat, der für das Bauen zuständig war, hatte so seine Lieblingsprojekte, mit denen er sich verwirklichen und sich ein Denkmal setzen wollte. Karl-Heinz Schreiber hat im Jahre 1994 gegen erheblichen Widerstand die Bebauung des Herrenhofgeländes in Dörnigheim durchgesetzt. Jetzt steht auf dem ehemaligen Schulhof ein wenig schöner Neubau, ohne Verbindung zur übrigen Bebauung. Da aber jetzt die Polizeistation verlagert werden soll, ergeben sich hier neue Möglichkeiten, die Straßenfront durch Wohnbauten zu schließen. In der Anlage in der Rhönstraße wollte er auch unbedingt bauen. Als bei einer Probebohrung aber das Wasser aus der Erde schoß, mußte das fallengelassen werden.

In dieser Zeit wurden aber erst einmal die Baulücken aufgefüllt, ehe große neue Baugebiete ausgewiesen werden sollten. Von 1992 bis 1995/96 sollten 140 neue Sozialwohnungen gebaut werden, wahrscheinlich noch mindestens 20 Wohnungen mehr. Immerhin 233 Familien und Alleinstehende warteten 1994  auf eine Sozialwohnung in Maintal. Für die in Dörnigheim entstehenden 134 Sozialwohnungen hat allerdings die Stadt Frankfurt allein das Belegungsrecht.           

Bemerkenswert war, daß sozialschwache Mieter nicht in sozialen Ghettos untergebracht werden, sondern daß die neuen Sozialwohnungen in guter Lage und guter Wohnqualität entstehen. Damit werde gleichzeitig der Gestaltung des Stadtbildes Rechnung getragen. Es hat sich auch bewährt, Sozialwohnungen in Objekten privater Bauherren unterzubringen.

Dafür wurde sogar zugestanden: Wenn ein Bauherr vom gültigen Bebauungsplan abweichen will, dann wird dies nicht  grundsätzlich zurückgewiesen. Vielmehr verhandelt die Stadt mit dem Investor. Kommen beide zu  einer Einigung, sprich zu einer Bebauung, die vom Bebauungsplan abweicht, erhält die Stadt das Belegungsrecht für eine bestimmte Anzahl von Wohnungen zu Konditionen des sozialen Wohnungsbaues. „Wo das Anliegen unkeusch ist, da läuft nichts“, wehrt der Stadtrat gleich irgendwelche Begehrlichkeiten ab. Durchgeführt wurde das sehr kraß bei den Häusern der Firma Thurau in der Wachenbucher Straße, die von jeder Bestimmung des Bebauungsplans eine Ausnahme erhielt.

Für Herrn Gerd Robanus blieb nur ein Wohnblock am Hasenpfad. Herr Erik Schächer wiederum ließ mit großen Kosten das Baugebiet am Kesselstädter Weg planen, das jetzt fallengelassen wurde, weil zumindest zunächst kein Bedarf besteht. Herr Ralf Sachtleber verfolgt im Gefolge des Bürgermeisters den Plan einer Sport- und Freizeitanlage nördlich des Schwimmbads, das hoffentlich aus Gründen des Naturschutzes, des Hochwasserschutzes und der Finanzierung scheitert.

Ein besonderes Objekt war die Wohnanlage in der Altkönigstraße mit 23 Eigentumswohnungen, wo junge Familien, Alleinerziehende, Senioren, Familien mit behinderten Angehörigen und auch solche, die eine Sozialwohnung frei machten, ein neues Zuhause fanden und auch selber beim Bau mit anpacken konnten und eine eigene Kinderkrippe schufen.           

Fehlgeschlagen sind die Versuche, ökologische Standards (Dachbegrünung, Fassadenbegrünung, Zisternen) durchzusetzen. Wenn die Bauherren nicht von sich aus das wollten, unterblieben alle schönen Festlegungen der Bebauungspläne.

 

Neubaugebiet an der Bahnhofstraße (sogenanntes „Klinggelände“)

Das Furnierwerk Kling war nach dem Krieg auf dem Gelände eines Fußballplatzes entstanden, für den man den Wald abgeholzt hatte. Die Firma verlegt dann aber ihre Produktionsstätte in ihr Zweigwerk in den USA, weil dort bessere Absatzmöglichkeiten waren. An sich hätte das Gelände jetzt wieder renaturiert werden müssen. Da aber niemand die Kosten tragen konnte und man eine Industriebrache vermeiden wollte, wurde eine Wohnbebauung beschlossen.

Das Dörnigheimer Stadtteil-Forum lehnte diesen Plan ab. Dieses wollte, daß dieses Gelände einer gemischten Bebauung (mit Kleingewerbe) vorbehalten bleiben sollte. Es stellte die Frage, ob die Stadt Maintal Arbeitsplätze in Maintal schaffen will oder nur Schlafraum, nachdem im östlichen Bereich der Stadt Frankfurt in den vergangenen Jahren viele Arbeitsplätze gerade im industriellen Bereich weggefallen sind. Es würde ein isoliertes Wohngebiet entstehen - begrenzt durch Bundesbahn im Süden, Autobahn im Norden, sowie bestehenden Gewerbeflächen im Westen und Osten. Eine Verbindung zu den übrigen Wohnflächen ist so gut wie nicht vorhanden. Also eine isolierte Schlafstadt ohne wesentliche Verzahnung zu den übrigen Stadtteilen.

Selbst wenn gewisse Versorgungseinrichtungen mit geschaffen werden (wie Kindergarten mit entsprechenden Folgekosten für die Stadt Maintal, Geschäften für den täglichen Bedarf) ist die Gesamtversorgung damit nicht abgedeckt.

Es ist davon auszugehen, daß die Versorgung überwiegend über die Autobahn in den Großmärkten im Gewerbegebiet Ost und im Hessen-Center erfolgt. Offen müßte auch über die Querung des Bundesbahnlinie gesprochen werden.  Ein zum Zeitpunkt des Baues der Unterführung in der Bahnhofstraße vom Gewerbeverein geforderter Ausbau für den innerstädtischen Verkehr wurde damals von den zuständigen Stadtverordneten abgelehnt. Sie hätte aber nun für etwaige Bewohner die bessere Anbindung gebracht.

Als das Baugebiet dann im Entstehen war, wurde deutlich, wie eng das Gelände bebaut wurde. Die Firma Bouwfonds sagt heute offen, daß sie so wie bei ihrem ersten Projekt dieser Art nicht mehr bauen werden, in Hochstadt-Ost werde man anders bauen. Die Stadt hatte ja nur die Grenzen der Bebauung festgelegt, im übrigen aber der Firma freie Hand gelassen.

Diese nahm ein sehr enge Bebauung vor und stellte dann fest, daß kein Platz mehr für die Stellplätze war. Deshalb wurden die  Bäume an der Bahnhofstraße abgeholzt..

Bei der Bürgerversammlung im Bürgerhaus Hochstadt versicherte Herr Sachtleber noch, daß alle Bäume an der Bahnhofstraße erhalten blieben. Beim „Tag der offenen Tür“ im Rathaus konnte man von einem Mitarbeiter des Gartenamtes hören, nur die markierten Bäume würden erhalten. Das sind gerade einmal sieben Bäume im nördlichen Bereich. Später zitiert der Tagesanzeiger Herrn Sachtleber, es solle nur eine Eiche gefällt werden.

In dem fraglichen Bereich nach der Straße zu standen 50 Bäume, davon 18 Eichen. Wenn der größte Teil von ihnen wegfällt, ist dem ganzen Gebiet natürlich der Charakter einer Waldsiedlung genommen. Man spricht vom  „Wohnen am Teich“, aber an der Straße sieht es so aus wie im gegenüberliegenden Gewerbegebiet. Was nutzt eine Baumschutzsatzung, wenn der Normalbürger seitenweise Anträge ausfüllen muß, wenn er nur einen alten Baum fällen (und ersetzen) will, aber die Stadt oder die Naturschutzbehörde sich über alles hinwegsetzen können, weil ein großer Investor noch mehr Profit machen will? Welche Ausgleichsmaßnahmen wurden vorgenommen?

Ende 2000 reichte Bouwfonds einen Fallantrag ein. Stadtrat Robanus erklärte dazu, im Rahmen der Baugenehmigung hätten sich von der Grob- zur Feinplanung nicht unübliche „Abweichungen“ ergeben. (einige Bäume stehen dort, wo Häuser geplant sind). Die Stadtverordnetenversammlung hatte zwar beschlossen, daß alle Bäume auf dem Klinggelände erhalten werden sollten. Aber in einer späteren Stadtverordnetenversammlung sagte Herr Teicher, das alles sei ja nicht so schlimm, die Firma würde doch 109 neue Bäume auf ihrem Gelände pflanzen (Bouwfonds listete nur 76 Bäume auf, darunter 16 Speierling).

Aber an der Bahnhofstraße wurden 40 Bäume gefällt, Ende 2005 standen hier noch zehn alte Bäume und sechs neue Bäume, im Wohngebiet standen 30 neue Bäume (es wurden also mehr gefällt als neu gepflanzt). Nach Auskunft von Frau Karich war dann die Anpflanzung weiterer Bäume nicht durchzusetzen, weil die Bäume zum größten Teil auf den Privatgrundstücken hätten gepflanzt werden sollen. So wurden nur etwa 35 Bäume auf öffentlichem Grund gepflanzt.

Im April 2002 sah die FDP dann noch akute Verkehrsprobleme, weil der Verein „Siedler am Klingsee“ vor allem eine Gefährdung der im Klinggelände wohnenden Kinder und auch Erwachsenen durch den Verkehr auf der nördlichen Bahnhofstraße sah und neue Fußgängerüberwege wollte. Ein weiteres Problem stellten jene Kraftfahrer dar, die die Straße durch das Wohngebiet (richtiger am Wohngebiet vorbei) als Abkürzung nützten.

Zur Reduzierung des Fahrzeugaufkommens schlug die FDP vor, am Schwimm­bad die Rechts­abbiegerspur in Richtung Klinggelände mit einer Ampel zu versehen, die parallel mit jener für die Geradeausspur geschaltet ist. An der Kreuzung nördlich des Klinggeländes könnten ebenfalls unterschiedliche Schaltzeiten für gerade aus fahrende und nach rechts abbiegende Fahrzeuge realisiert werden. Weiter sollte ein Parkdeck auf der Südseite des Bahnhofs gebaut werden, das über eine neue Zufahrt aus Richtung Querspange verfüge, um es auch für aus dem südlich der Bahnlinie gelegenen Gebiet gut erreichbar zu machen

 

Altenpflege-Einrichtung in Hochstadt

Es war schon einmal ein Platz für das Hochstädter „Kleeblatt“ vorgesehen, nämlich das Gelände des alten Pfarrhofs, das durch den Neubau des Feuerwehrgerätehauses frei wurde . Wenn allerdings das Rote Kreuz entgegen früheren Aussagen erklärt, die dortige Fläche sei zu klein, dann muß man das akzeptieren; doch der mangelnde Platz mag auch damit zusammenhängen, daß man nicht die gesamte Fläche bis zur Hauptstraße zur Verfügung stellen wollte.

Bei Senioreneinrichtungen ist von einer Grundstücksfläche von 50 Quadratmeter pro Heimplatz auszugehen. Die für Hochstadt zu errichtende Einrichtung soll 30 bis 36 Plätze umfassen. Damit ist eine Grundfläche von etwa 1.500 bis 2.000 Quadratmeter notwendig. Dies war letztlich der Grund auch dafür, daß das ehemalige Feuerwehrgerätehaus Hochstadt als Standort nicht in Frage kam.

Man wundert sich nur, daß im Falle Hochstadt andere Maßstäbe angelegt werden als in Bischofsheim. Die dortige Zentrale hat genau die Randlage, die man für Hochstadt ablehnt. Zum Bürgerhaus ist es in Bischofsheim in der Luftlinie genau so weit wie vom Ostrand Hochstadts zum Hochstädter Bürgerhaus. Man darf nicht einfach behaupten, die Entfernungen seien zu weit, sondern man muß wirklich einmal nachmessen auf dem Stadtplan.

Das Gleiche gilt für den Flächenbedarf.  Bei 100 Plätzen müßte das Grundstück ja 5.000 Quadratmeter groß sein. Da wundert man sich doch, daß es dort jetzt an Parkplätzen mangelt, wo doch die Stadt bei den privaten Bauherren dreißig Prozent der Fläche abgeschöpft hat. Das Grundstück ist sehr dicht bebaut und entspricht nicht dem Standard „pro Platz 50 Quadratmeter“. Warum hat man nicht in Bischofsheim den Standort am Bürgerhaus durchgesetzt und statt dessen einen großen Teil des Grünbereichs bebaut? Jetzt soll sogar noch ein Grundstück für Parkplätze geopfert werden. In Hochstadt soll wieder der Grünbereich daran glauben, obwohl es Alternativen auch am Rande des Grünbereichs gibt.

 

Nur weil die Stadt ein kleines Grundstück in der Nähe des Trafohäuschens erwerben konnte, kam die CDU auf den Gedanken, hier das Hochstädter Altenheim zu errichten, unter Zukauf weiterer Grundstücke. Die Stadtverordnetenversammlung hat dem Magistrat den Auftrag erteilt, einen Standort für das Altenheim in Hochstadt zu prüfen.

Nun ist der Standort hinter der Ringmauer zweifellos gut geeignet. Es sollen ja kleinere Einheiten errichtet werden, die möglichst ortsnah angesiedelt werden, um den älteren Menschen eine Teilhabe am örtlichen Gemeinschaftsleben zu ermöglichen. Der Standort hinter der Ringmauer hat einerseits relativ geringe Entfernungen zum Ortsmittelpunkt und zu den wichtigsten Einrichtungen, aber andererseits schließt sich der schützenswerte Grünbereich unmittelbar an.

Bisher war es übereinstimmende Meinung in Hochstadt, daß das Gelände nördlich der Ringmauer in Hochstadt  nicht bebaut werden soll, um den altertümlichen Gesamteindruck der fast vollständig erhaltenen Anlage nicht zu stören. Hochstadt ist weit und breit der einzige Ort, wo noch die alte Abfolge Ortskern-Ringmauer-Gemüsegärten-Streu­obstwiesen erhalten ist. Ein modernes Gebäude  wie das Altenheim in Bischofsheim würde den ganzen Charakter des nördlichen Ortsrands von Hochstadt verändern. Der in Aussicht genommene Standort befindet sich ausgerechnet dort, wo der interessanteste Teil der Ringmauer ist, mit dem Narrenhaus und dem hohen runden Turm. Herrn Reichert bedrängt man immer wieder, die wenig schönen Anbauten hinter dem Haus Hauptstraße 38 zu entfernen, damit die Sicht auf die Ringmauer frei wird (nachher hat man ihm dort Garagen genehmigt!). Beim Neubau der Trafostation hat man auf die altertümliche Umgebung Rücksicht genommen. Aber auf der anderen Seite soll jetzt durch die Stadt der ganze Bereich verunstaltet werden.

Aus denkmalspflegerischen Gründen ist eine Bebauung ausgeschlossen, auch wenn sie nicht für private Zwecke, sondern für eine sozialen Zwecke erfolgen soll. Man muß sich darüber im Klaren sein, daß so ein Gebäude nur der Anfang wäre und dort ein Wohngebiet ähnlich wie in Bischofsheim rund um das Altenpflegezentrum entstünde.

Das Grundstück reicht ja nicht aus. Man würde dort hinzukaufen oder enteignen müssen. Der gesamte Eindruck der Ringmauer vom „Narrenhaus“ bis zu dem einzigen hohen runden Turm wäre gestört.  Gegen den Standort sprechen verschiedene Gründe:

 

1. Denkmalschutz:

Das Grundstück liegt unmittelbar an der denkmalgeschützten Ringmauer, und zwar ausgerechnet an dem sensibelsten und interessantesten Teil dieser Ringmauer mit dem einzigen viereckigen und einzigen hohen Turm an dieser Ringmauer. Dieser Bereich ist weit und breit das einzige Beispiel dafür, wie früher die Dörfer aussahen: abgeschlossen durch eine Ringmauer und umgeben von Krautgärten und Streuobstwiesen.

Aus denkmalspflegerischen Gründen ist eine Bebauung ausgeschlossen, auch wenn sie nicht für private Zwecke, sondern für einen sozialen Zweck erfolgen soll. Ein modernes Gebäude wie in Bischofsheim würde den ganzen Charakter des nördlichen Ortsrands von Hochstadt verändern. Auch wenn man architektonisch eine angepaßte Lösung anstrebt, wäre das Ergebnis auf alle Fälle störend im Vergleich zum jetzigen Zustand.

Herrn Reichert bedrängt man immer wieder, die wenig schönen Anbauten hinter dem Haus Hauptstraße 38 zu entfernen, damit die Sicht auf die Ringmauer frei wird. Beim Neubau der Trafostation hat man auf die altertümliche Umgebung Rücksicht genommen. Aber auf der anderen Seite soll jetzt durch die Stadt der ganze Bereich verunstaltet werden.

Man muß sich darüber im Klaren sein, daß so ein Gebäude nur der Anfang wäre und dort ein größeres Wohngebiet ähnlich wie in Bischofsheim rund um das Altenpflegezentrum entstünde. Es entstünde ein ganzes Baugebiet östlich der Straße „An der Weidbach“ und nördlich der Ringmauer. Wenn man erst einmal die Höhe der Ritterstraße erreicht hat, kann man auch bis zur Schützenstraße bauen usw.

Moderne Gebäude  wie in Bischofsheim würden den ganzen Charakter des nördlichen Ortsrands von Hochstadt verändern. Der gesamte Eindruck der Ringmauer vom „Narrenhaus“ bis zu dem einzigen hohen runden Turm wäre gestört.

Hier muß man sich entscheiden, ob man ein einzigartiges Ensemble zerstört und damit die Anziehungskraft der Stadt vermindert oder ob man den Bewohnern einer Alteneinrichtung etwas längere Wege zumuten will.

 

2. Naturschutz:

Wie in Bischofsheim soll in Hochstadt wieder der Grünbereich daran glauben, obwohl es Alternativen auch am Rande des Grünbereichs gibt. Der Grünbereich mit seinen Erholungsmöglichkeiten ist ein Standortvorteil Maintals und erhöht die Anziehungskraft der Stadt. Der Hochstädter Ortskern und das nördlich sich anschließende Streuobstwiesengebiet ist ein Pluspunkt für ganz Maintal, den man nicht ohne Not zerstören sollte, zumal es Alternativen am Rande des Grünbereichs gibt.

Der Kreis hat den Vorschlag gemacht, einen Teil des Geländes, das für das Krankenhaus vorgesehen war, für ein Seniorenheim zu verwenden. Der Kreis denkt dabei natürlich an seine eigene Streuobst­wiese, die ihm die Stadt Maintal abkaufen soll. Doch die Streuobstwiesen sind genauso schüt­­zenswert wie die Ringmauer.

 

3. Größe:

Der Standort wurde auch nur deshalb in Erwägung gezogen, weil die Stadt Maintal dort in den Besitz eines Grundstücks gekommen ist. Dieses ist jedoch viel zu klein. Bei Senioreneinrichtungen geht man von einer Grundstücksfläche von 50 qm pro Heimplatz aus. Die für Hochstadt zu errichtende Einrichtung soll 30 bis 36 Plätze umfassen. Damit ist eine Grundfläche von ca. 1.500 bis 2.000 qm notwendig (in Bischofsheim allerdings scheint dieser Standard nicht erreicht zu sein). Man würde dort hinzukaufen oder enteignen müssen (eine Enteignung dürfte aber schwierig sein, solange die Stadt alternative Flächen hat).

 

Andere mögliche Standorte:

  1. Nördlich der Schubert-Schule, am östlichen Rand, könnte man von dem Schulgelände etwas abtrennen
  2. Östlich der Schubert-Schule ist freies Feld, das dem Kreis gehört, der es gern verkaufen möchte.
  3. Südlich der Fritz-Schubert-Schule hat die Stadt ein etwa 2.000 Quadratmeter großes Grundstück. Es ist etwa 100 Meter lang und 20 Meter breit und liegt oberhalb der Mitte der noch freien Fläche. Platz für Parkplätze an der Konrad-Höhl-Straße wäre ausreichend gegeben. Dort hat die Stadt kürzlich eine etwa gleiche große Fläche verkauft. Wenn dort ein Internat errichtet werden soll, dann wird auch ein Altenheim möglich sein. Das Grundstück liegt noch innerhalb der jetzigen Bebauungsgrenze, am Schnittpunkt befestigter Spazierwege und nicht allzuweit vom Zentrum. Die Lage ist ruhig (Es werden zwar Lärmbelästigungen von der Firma Höhl her behauptet, aber es wurde nie gemessen).
  4. Südlich der Wachenbucher Straße im Anschluß an die jetzige Bebauung bis zur Umgehungsstraße ist sowieso ein Baugebiet vorgesehen. Eine Senioreneinrichtung könnte am Ende der jetzigen Bebauung der Schwarzwaldstraße entstehen. Dort wäre sie weit genug von der Südumgehung entfernt. Spaziermöglichkeiten bestünden nach Norden (nur fehlt am Minimalmarkt nach wie vor der Gehsteig) und nach Süden über die Schwarzwaldstraße und den Fußweg unter der Südumgehung hindurch.
  5. In der Straße „An der Bleiche“ östlich der Kleingärten ist noch ein freies Grundstück. Wenn dort die Anlage neuer Gärten möglich war, müßte das doch auch für eine Alteneinrichtung möglich sein.
  6. Südlich der Kindertagesstätte Ahornweg ist eine große Fläche, zum Teil nicht genutzt. Daß sie sich in Privathand befindet, ist grundsätzlich kein Hinderungsgrund, denn auch hinter der Ringmauer müßte von Privatleuten gekauft werden.
  7. An der Kreuzung Klosterhofstraße/Fahrgasse ist in südwestlicher Richtung noch ein Grundstück unbebaut. Der Eigentümer ist bereit zum Verkauf. Der Bauauschuß der Stadtverordnetenversammlung hat zwar vor einigen Jahren eine Bebauung südlich der Fahrgasse abgelehnt. Aber solche Beschlüsse kann man doch ändern bzw. für einen sozialen Zweck eine Ausnahme machen.
  8. Am westlichen Ortsrand könnte an der Nordseite der Bischofsheimer Straße gebaut werden, vielleicht nicht direkt an der Straße, sondern etwas weiter nördlich, vielleicht mit einem Zugang von der Straße „Am Distelberg“ her.

9.    Manche Standorte sind zwar etwas vom Ortskern entfernt, aber nicht weiter  als in Bischofsheim (und der dortige Standort wird ja als ideal angesehen). Von dort aus kann man auf befestigten Wege schöne Spaziergänge unternehmen. Eine Bushaltestelle und ein Einkaufszentrum sind vorhanden. Die Lage ist ruhig.

 

Zumindest sollte man einen Standort am östlichen Rand Hochstadts ernsthaft in Erwägung ziehen. Dort ist man zwar etwas vom Ortskern entfernt, aber nicht weiter als in Bischofsheim (und der dortige Standort wird ja als ideal angesehen). Von dort aus kann man auf befestigten Wegen schöne Spaziergänge unternehmen. Eine Bushaltestelle und ein Einkaufszentrum sind vorhanden.

Der Magistrat hat ja wohl auch den Standort an der Schwarzwaldstraße dem Deutschen Roten Kreuz als weiteren Standort vorgeschlagen. Er hat nur den Nachteil, daß das Grundstück sich in Privatbesitz befindet. Es wäre sinnvoll, wenn die Stadt eine ihr gehörende Fläche etwas weiter nördlich (Nr. 3) endlich einer sinnvollen Nutzung zuführen würde.

 

Man fordert, daß die wichtigen Einrichtungen wie Einkaufsmöglichkeiten, Kirchen, Evangelisches Gemeindezentrum, Gaststätten, Bürgerhaus, Post, Ärzte, Banken usw. leicht erreichbar sind. Andererseits soll sich der Grünbereich möglichst unmittelbar anschließen. Im Falle Bischofsheim aber hat man keinen Anstoß genommen an den ziemlich großen Entfernungen zu wichtigen Einrichtungen. Die dortige Zentrale hat genau die Randlage wie sie in Hochstadt gegeben wäre. Zum Bürgerhaus ist es in Bischofsheim in der Luftlinie genau so weit wie vom Ostrand Hochstadts zum Hochstädter Bürgerhaus. Man darf nicht einfach behaupten, die Entfernungen seien zu weit, sondern man muß wirklich einmal nachmessen auf dem Stadtplan.

Was den Bischofsheimern zugemutet wurde, das könnte man doch auch den Hochstädtern zumuten.

Eine Einkaufsmöglichkeit wird es in Hochstadt in Zukunft nur noch am östlichen Ortsrand geben, da der HL-Markt ja bekanntlich ausläuft. Deshalb ist ein Standort am östlichen Rand Hochstadts sehr gut, weil Einkaufsmöglichkeiten und Bushaltestelle in diesem Fall wichtiger sind als Entfernung zu Kirche und Ev. Gemeindehaus. Übrigens kann man Veranstaltungen wie Seniorenkreis auch im Heim selber durchführen, und der Arzt kommt ja sowieso ins Haus.

Es ist immer eine Frage, ob man etwas will oder nicht. Wenn man etwas will, dann rechnet man zum Beispiel die Lärmbelästigung herunter, wie es beim Bouwfondsgelände geschah. Wenn man aber etwas nicht will, dann stellt man immer neue Forderungen auf, bis man eine hat, die nicht zu erfüllen ist. Im Falle Altenheim in Hochstadt soll es die zu große Entfernung sein.

Außerdem wäre zu prüfen, ob man nicht ganz auf einen Standort in Hochstadt verzichtet und nur in Wachenbuchen ein „Kleeblatt“ baut, weil es dort mehr Möglichkeiten gibt (Wachenbuchen muß nicht immer zu kurz kommen).

Man wird keinen idealen Standort finden, von dem aus  a l l e  Einrichtungen auf kurzen Wegen zu erreichen sind. Alle Randlagen in Hochstadt sind aber nicht mehr als 500 Meter von den genannten Einrichtungen entfernt. Wer nicht mehr viel gehen kann, kommt sowie so nicht über die nähere Umgebung des Hauses hinaus. Wer aber gehfähig ist, bewältigt auch eine etwas längere Strecke, ob sie nun 300 oder 500 Meter lang ist.

Die Interessen der künftigen Bewohner stehen hier gegen Umweltschutz, Denkmalschutz und Erholungsmöglichkeiten für alle Bürger. Man muß sich entscheiden, ob man das einzigartige Ensemble an der Ringmauer zerstört und damit die Anziehungskraft der Stadt vermindert oder ob man den Bewohnern einer Alteneinrichtung etwas längere Wege zumutet.

In Hochstadt befürworten sicherlich einige Einwohner diesen Standort, weil ihnen Denkmalpflege und Naturschutz gleichgültig sind. Auch die Bewohner der anderen Stadtteile und sicherlich mancher Stadtverordnete von dort werden noch nicht die einzigartige Bedeutung des nördlichen Randes von Hochstadt erkannt haben. Aber es gibt auch andere, die Widerstand bis hin zur Bürgerinitiative planen, weil dieses Gebiet den gleichen Stellenwert hat wie die bekannte „Weidekaute“.

Der Grünbereich mit seinen Erholungsmöglichkeiten ist ein Standortvorteil Maintals und erhöht die Anziehungskraft der Stadt, man sollte ihn nicht unnötig schmälern. Der Hochstädter Ortskern und das nördlich sich anschließende Streuobstwiesengebiet ist ein Pluspunkt für ganz Maintal, den man nicht ohne Not zerstören sollte, zumal es Alternativen auch am Rande des Grünbereichs gibt. [Dem Vernehmen nach ist das Grundstück an der Ringmauer von der Stadt wieder verkauft worden].

 

 

 

 

 

 

Supermärkte in Bischofsheim:

Aus heutiger Sicht muß man sich fragen, wo die Bischofsheimer eigentlich früher ihre Lebensmittel und die Waren des tägliche Bedarfs eingekauft haben, denn bis zum Jahre 2000 gab es dort außer einem HL keinen Supermarkt. Seit 2001 wurde auf dem Gelände am Dörnigheimer Weg, auf dem einst der Bauhof stand, ein Lidl-Supermarkt geplant. Dazu mußte der bestehende Bebau­ungsplan aufgehoben werden.

Die ausschließliche Errichtung eines Lebensmittelmarktes entsprach nicht der Festsetzung „Mischgebiet“, denn Mischgebiete sollen je zur Hälfte der Errichtung von Wohnungen und Gewerbebetrieben dienen. Im August stimmte das Parlament der Aufhebung des Bebauungsplanes zu.

Im Dezember 2001 eröffnete auf 600 Quadratmeter Fläche eine Plus-Filiale in der Spessartstraße 5. Angeboten wurden Obst und Gemüse, Fleisch, Gebrauchsgüter, Elektroartikel und Textilwaren und Markenartikel. Etwas später kam der Aldi-Markt in der Schillerstraße dazu (Zufahrt von der Hochstädter Straße). Die Kunden wurden dadurch wohnungsnah versorgt, aber die Einzelhandelsgeschäfte im Ortskern hatten es damit natürlich schwer.

 

Baugebiet Kesselstädter Straße

Seit 2002 plante Stadtrat Schächer den „großen Wurf“ (wie der Tagesanzeiger damals titelte)

auf dem zehn Hektar großen, dreieckigen Gebiet östlich der Ortslage von Dörnigheim zwischen verlängerter Kennedystraße und Kesselstädter Straße bestand angeblich ein „Planungsdruck“. Der bestand darin, daß ein Investor damit auf die Stadt zugekommen ist, wie Herr Schächer im November 2005 mitteilte.

Dabei ist die Fläche landwirtschaftlich genutzt, es gibt dort Streuobstwiesen und Gärten, auch ein Stück Wald. Es ist nicht so, daß hier unbedingt etwas geschehen müsse. Eher geht es darum, daß ein Stadtrat sich ein Denkmal setzen will oder Parteien Aktivität zeigen wollen, die noch vor einigen Jahren den Standpunkt vertraten, Maintal sei groß genug und solle nicht mehr wesentlich wachsen. Auch die Verbesserung des Lärmschutzes wird erst jetzt zum Problem gemacht, denn bisher hat jeder den Lärm hingenommen und in der Kennedystraße in der jetzigen Ortslage läßt sich ja auch nichts ändern.

„Das Gesicht des Ortseingangs im Dörnigheimer Osten wird deutlich geliftet“ war das Stichwort. Es sollte „hochwertiges Wohnen“ ermöglicht werden, damit die Stadt etwas mehr Grundsteuer erhält und einen höheren Betrag von der anteiligen Einkommenssteuer. Von den Kosten, die die bauliche Erschließung eines solchen Gebiets macht, ist vorsichtshalber nicht die Rede. Außerdem muß man sich überlegen, ob man Angestellte der Europäischen Zentralbank nach Maintal locken will oder ob man nicht lieber bezahlbaren Wohnraum schafft, für den wirklicher Bedarf vorhanden ist. In der Ideenwerkstatt im Oktober und November 2005 wurden dann drei Entwürfe von Planungsbüros vorgelegt und zwei weitere Möglichkeiten zur Diskussion gestellt.

Von den Vertretern der Stadt wurde der Neubau einer Straße mitten durch das neue Baugebiet unter Wegfall der begrenzenden Landstraßen favorisiert. Dadurch würde der südliche Teil des neuen Baugebiets der vorhandenen Bebauung an der Wingertstraße angeschlossen. Der nördliche Teil würde dann die Waldsiedlung fortsetzen, ohne allerdings eine Verbindung zu dieser zu haben (außer an den Rändern). Diese neue Straße müßte entweder durch Lärmschutzwälle abgeschirmt werden, die aber nicht unterbrochen werden dürften, so daß sie entweder durch Treppen oder durch Brücken überwunden werden müßten. Möglich wäre auch eine Gestaltung als Wohn- und Geschäftsstraße. Eine Einkaufsstraße widerspricht aber allen bisherigen Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung, daß der Einzelhandel im Ortskern geschützt werden soll. Außerdem besteht kein Bedarf an Läden, Arztpraxen, Büroraum und erst recht nicht an Gewerbeflächen.

 

Die Arbeitsgruppen waren aber eindeutig der Meinung, die Durchgangsstraße könne nur im Norden liegen auf der jetzigen Landstraße nach Hanau: Acht Stimmen fielen auf das Modell „Erhalt der Kennedystraße“, sechs auf das Modell „Mitteltrasse“. Die verlängerte Kennedystraße müßte sowieso als Trasse erhalten bleiben, weil dort nördlich eine starke Wasserleitung und südlich eine starke Gasleitung liegt. Die Kesselstädter Straße sollte also aufgegeben werden, ein Grüngürtel um das ganze Gebiet gelegt werden und die Waldsiedlung mit einer Lärmschutzwand vor dem zusätzlichen Verkehr bewahrt werden.

Nach Meinung der Verkehrsplaner reicht die verlängerte Kennedystraße aus, um den Verkehr aus der Kennedystraße und der Berliner Straße aufzunehmen unter Verzicht auf die Kesselstädter Straße. Ein Teil des Verkehrs würde dann direkt zur Autobahn weiter geleitet, so daß die Funktion der alten Umgehungsstraße für Hanau voll erhalten bliebe.

Der andere Verkehr könnte südlich in die Honeywellstraße abgeleitet werden. Dort besteht schon eine Rechtsabbiegerspur. In der Honeywellstraße gibt es auch schon zwei halbe Linksabbiegerspuren. Es wäre aber zu prüfen, ob auf diesem kurzen Straßenstück ein Ausbau auf vier Spuren möglich ist (mit zwei vollständigen Linksabbiegerspuren).

Der Verkehr in Richtung Kesselstadt kann dann in die Otto-Hahn-Straße abgeleitet werden. Diese ist breit genug, wenn sie nicht durch Autos zugeparkt wird. Die Kesselstädter Straße könnte dann wieder erreicht werden über die Carl-Zeiss-Straße (mit abbiegender Vorfahrt, denn von Westen her kommt dann ja nicht mehr so viel Verkehr) oder sogar über die Straße „Auf der Burg“. Dieser Vorschlag hat den bestechenden Vorteil, daß bestehende Straßen verwendet werden können und nicht wertvolles Bauland verlorengeht. Inzwischen ist der Marie-Curie-Ring ausgebaut und über Robert-Bosch-Straße und Carl-Zeiss-Straße als Vorfahrtstraße zum Kesselstädter Weg beschildert. Es fehlt nur die Möglichkeit, von der Carl-Zeiss-Straße in Richtung Kesselstadt abbiegen zu können. Wo liegt da noch ein Problem?

Trotz des eindeutigen Abstimmungsergebnisses wurde von der Verwaltung so getan, als seien zwei gleichberechtigte Varianten vorgeschlagen worden, die nun näher geprüft werden sollen. Es ging in öffentlichen Äußerungen immer nur um die „Mitteltrasse“. Es wurden Gutachten für die „zwei favorisierten Varianten“ in Auftrag geben. Sie sollen Auskunft über die zu erwartenden Verkehrsströme und deren Auswirkungen auf die umliegende Wohnbebauung und die Gewerbeansiedlungen geben, die Machbarkeit der technischen und werkehrlichen Infrastruktur soll geprüft werden. Die zwei Planungsbüros sollen natürlich so planen, wie die Verwaltung es will, also eine neue Straße mitten durch das neue Wohngebiet. Man fragt sich natürlich: Weshalb soll man sich als Bürger einen ganzen Samstag ins Rathaus setzen, wenn es nachher doch anders gemacht wird. Man wird doch nur mißbraucht, weil dann nachher gesagt wird: „Wir haben ja die Bürger einbezogen!“

Diskutieren sollte man noch die Finanzierung einer solchen Ideenwerkstatt: Da wurde also ein Büro mit der Gesprächsführung beauftragt, drei Pläne wurden in Auftrag gegeben, die sich hinterher doch nicht so sehr unterschieden und in der Werkstatt durch einen anderen Entwurf ersetzt wurden. Wozu eine Videopräsentation, wo doch die Plakate das Gleiche aussagen? Die sieben Stunden am 5. November hätten durchaus für die Diskussion gereicht, alles andere soll nur das Honorar für die Planungsbüros rechtfertigen. Die Stadt hat doch selber Stadtplaner und Verkehrsplaner, es gibt eine Fachdienstleiterin und weitere Mitarbeiter. Warum machen die nicht Entwürfe, warum können die nicht das Gespräch leiten und eine Dokumentation erstellen? (Das Protokoll wurde  nicht -  wie versprochen - den Teilnehmern zugestellt). Es hätte genügt, die 20 Leute zusammenzurufen, die hätten das Ergebnis auch zustande gebracht, ganz ohne externe Beratung. Man könnte auch überlegen, ob die Stadt nur die Getränke bereit stellt und die Teilnehmer und Zuhörer sich selber verpflegen. Muß denn immer alles gleich so viel kosten? (Mittags war ein Catering-Service bestellt, der nicht nur die 20 Teilnehmer versorgte, sondern auch die rund 20 Zuschauer).

 

Das Argument von Herrn Schächer war wieder: „Wir müssen neue Bürger anlocken”. Er war der Meinung: Angesichts der demographischen Entwicklung wird auch Dörnigheim immer älter. Die gutverdienenden Einkommensteuerzahler werden immer weniger. Wir müssen neue Bürger anlocken und dafür benötigen wir mehr Wohnfläche. Und die liegt idealer Weise im Innenbereich (!) Dörnigheims.

Der Markt an der Wingertstraße soll auf ein Grundstück am Rande des Dreieck-Wäldchens verlegt werden, unterhalb davon soll Platz für nicht störendes Gewerbe sein. Auf dem Honey­wellgelände könnte ich mir noch ein bis zwei Discounter vorstellen, um das Wohngebiet Einzelhandel und Handwerker-Service und ansonsten nicht störendes Gewerbe .

Wir rechnen mit einem Einwohnerzuwachs von 400 bis 500 Menschen. Das bedeutet mehr Kaufkraft, von der alle in Dörnigheim profitieren. Im Frankfurter Osten, speziell entlang der Hanauer Landstraße, entstehen immer mehr hochwertige Arbeitsplätze. Für die dort Arbeitenden ist Maintal ein traumhafter Standort zum Wohnen. Der Ostbahnhof ist mit der Bahn in acht Minuten zu erreichen, die Lage am Main ist schön, die Altstadt bietet sich als Erlebnisraum an.

Der Stadt Maintal entstehen keine Kosten. Das Vorhaben wird außerhalb des Haushalts abgewickelt. Doch die Planungshoheit liegt bei der Stadt. Wir werden die Rahmenbedingungen vorgeben und auch den Preis, für den das Land eingekauft und verkauft wird. Geplant sind 100 bis 150 Grundstücke, circa 400 Quadratmeter groß, auf denen Einzel- und Doppelhäuser gebaut werden. Es wird aber keine Villenkolonie geben. Zusammen mit dem dann freien Wal-Mart-Areal im Westen würde ein sechs bis acht Hektar großes Wohngebiet entstehen, das von einem Misch-Gürtel aus Wohnen und Gewerbe umschlossen wird.

Diese ganze Bauwut war eine Abkehr von der früheren Linie. Etwa 1995 war der Bau-Ausschuß der Stadtverordnetenversammlung noch der Meinung, Maintal habe jetzt die Grenzen seines räumlichen Wachstums erreicht. Es sollten nur noch Baulücken geschlossen werden wie das „Schwarze Loch“ in Wachenbuchen. Aber eine Bebauung zum Beispiel nördlich der Bischofsheimer Straße oder südlich der westlichen Fahrgasse oder zwischen Hochstadt und Bischofsheim wurde abgelehnt. Inzwischen wurde ein kleines Baugebiet am Frauenstück und ein sehr großes für die Firma Bouwfonds (sog. Klinggelände) bebaut. Eine Wohnbebauung östlich der Konrad-Höhl-Straße ist inzwischen auf den Weg gebracht. Da muß nicht auch noch ein so riesiges Gebiet wie an der Kesselstädter Straße in Angriff genommen werden. Der Plan wurde aber erst 2009 aufgegeben mit der Begründung, es seien genug Baugebiete da.

 

Sportanlage in der „Grünen Mitte“:

Die neue Sportanlage in der „Grünen Mitte“ soll zentraler Anlaufpunkt für Sport und Freizeit werden und nach der Fertigstellung den Sportplatz an der Eichenheege ersetzen. Die dort freigewordene Fläche will die Stadt in Bauplätze umwandeln, die Einnahmen sollen den Bau der modernen Sportanlage in der „Grünen Mitte“ ermöglichen. „Wir sehen eine große Notwendigkeit, jetzt zu handeln und Maintal sowohl für Investitionen von Firmen und Unternehmern als auch als Wohnort für Familien und junge Menschen aufzuwerten“, so Bürgermeister Erhard Rohrbach, der nun auf die breite Zustimmung der Maintaler hofft.

 

Bischofsheimer Rathaus:                                    

Das Rathaus der Stadt Maintal wurde auf Vorschlag von Bürgermeister Rohrbach nach Hochstadt verlegt. Das Bischofsheimer Verwaltungsgebäude wollte er für 3 Millionen Euro verkaufen. Da sich kein Käufer fand, der diesen Preis bezahlen wollte, kam nur ein Abriß in Frage: Zunächst das ehemalige Postgebäude, dann der Anbau mit dem Sitzungssaal und schließlich auch das Hauptgebäude. Für die Bischofsheimer war das der „Verlust der Ortsmitte“. Aber eher ging es darum, daß das Rathaus für sie der Inbegriff ihres Wunsches war, einmal eine eigene Stadt zu werden.

Es gab dann den PEN-Entwurf, viel zu hypermodern für Bischofsheim: Ein L-förmiges Gebäude, nach der Straße zu offen für den Markt, und hinten nach der Zwingerstraße zu Wohn­blocks.

Es gab eine Arbeitsgemeinschaft, die aus Bischofsheimer Bürgern und parlamentarischen Vertretern bestand, und die sich fast ein Jahr mit der Entscheidungsfindung zur baulichen Entwicklung des Rathausgeländes befaßte. Die Entscheidung über die zukünftige Bebauung ist dann angeblich auf Grundlage der Empfehlung dieser Arbeitsgemeinschaft getroffen worden. „Die Arbeitsgemeinschaft hat sich nach sorgfältiger Prüfung aller Entwürfe von Investoren, die im Rahmen einer Ausschreibung eingegangen sind, für die nun favorisierte Lösung entschieden,“ hieß es von seiten der Stadt.

Unter Realisierungsgesichtspunkten ist eine adäquate Lösung gewählt worden. Mit diesen Worten hat schon Herr Schächer andere Vorschläge verworfen.

Dazu kam dann noch, daß im Jahre 2006 nach heftigen Debatten in der Stadtverordnetenversammlung mit einer Stimme Mehrheit das Projekt der Firma Wohnbau Hess GmbH aus Bad Vilbel beschlossen: Trennung zwischen öffentlichen und privaten Teil. „Insbesondere die Arkaden, die Marktplatzgestaltung mit möglichem Brunnen und der Torbau mit markantem Uhrtürmchen geben dem Ortsmittelpunkt von Bischofsheim ein stilvolles und gemütliches Ambiente“. In einem Gebäude sollen Stadtladen, Läden, Büros. ein Cafe oder ähnliches unterkommen. Der hintere Teil soll als reiner Wohnraum fungieren, „bei den besonders auf generationsübergreifendes und altengerechtes Wohnen Wert gelegt wird“. Betreutes Wohnen in „Kooperation mit einem entsprechenden Dienstleister und kommunalen Verbänden“ ist angestrebt. Der Beginn der Bauarbeiten war für Mitte 2007 geplant.

Kaum war der Beschluß gefaßt, wollte Hess nachverhandeln und für die Bebauung des Ge­ländes statt drei Jahre nun fünf Jahre haben. Das wäre aber eine wesentliche Änderung des Vertrags und nun mußte erst der Europäische Gerichtshof entscheiden, ob in solchen Fällen eine Neuausschreibung erfolgen muß.

Zuvor gilt es aber abzuwarten, ob die Änderung des Gesetzes gegen die Wettbewerbsbeschränkungen auch vom Bundesrat gebilligt wird. Wenn die Änderung durchgeht, wäre für die Bebauung der Bischofsheimer Ortsmitte eine europaweite und damit erneute Ausschreibung nicht notwendig. Wenn das Parlament dann Hess unter der Prämisse einer fünfjährigen Frist erneut den Zuschlag erteilen wurde, könnte die Bad Vilbeler Firma mit der Bebauung eigentlich beginnen. Die Frage ist momentan nur, ob diese das auf Grundlage der herrschenden Wirtschaftskrise auch tun wird.

Dazu kam im Jahr 2009 noch der Plan, auf diesem Gelände ein Gemeindehaus für die evangelische Kirchengemeinde zu bauen, im Tausch gegen das kirchliche Grundstück am Bürgerhaus. Diese Änderung des Bebauungsplans war offenbar ohne Probleme möglich,. Aber weitere Vorschläge, die den Bebauungsplan nur präzisiert hätten, wurden abgelehnt. So zum Beispiel der Vorschlag, an der Straßenfront eine (fast geschlossene Bebauung herzustellen (wie sonst in der Straße auch) und durch Arkadenbögen einen Zugang zum dahinterliegenden Marktplatz zu schaffen. Dieser wäre mehr länglich, aber rundherum von Gebäuden umgeben, wie das bei einem Marktplatz üblich ist. Auf der Straße könnte man eine Art Verkehrskreisel anlegen, der auch nach der Kirche zu umfahren werden kann. In die Mitte dieses Kreisels könnte als echter Hingucker der alte

 

Bahnübergang Eichenheege:

In den 80iger Jahren wurde der Bahnübergang in der Bahnhofstraße geschlossen und nur eine Fußgängerunterquerung mit Zugang zu den Bahnsteigen gebaut. Dadurch wurde der Bahnübergang an der Eichenheege mehr benutzt. Weil aber schon in den 90iger Jahren die S-Bahn nach Frankfurt ausgebaut werden sollte, mußte eine neue Querung gefunden werden.

Der erste Plan sah einen Autoübergang mit langen Rampen und noch längeren behindertengerechten Rampen für Fußgänger und Radfahrer vor. Ein Bürgerbegehren erreichte nicht die erforderliche Wahlbeteiligung

Als man von einer S-Bahn ab dem Jahr 2015 sprach, wurde der Plan eines Autoübergangs wieder fallengelassen und es sollte nur noch eine Fußgängerunterführung dorthin. Aber die Rampen wären weiterhin lang gewesen und man hätte auch 5 Millionen Euro aufwenden müssen (bei einem Autoübergang wären es 10 Millionen gewesen).

Außerdem sollte jetzt eine Verkehrszählung eine Unterführung oder Brücke für den Autoverkehr nicht notwendig machen.  Außerdem wollte man wieder vermeiden, daß zusätzlicher Verkehr durch das Klingseegebiet fährt (an diesem Gebiet vorbei). Der Autoverkehr wird dann auf andere Wege ausweichen, also über die Querspange und dann in die Berliner Straße und die Kennnedystraße.

Am besten wäre sicherlich eine Autounterführung in der Bahnhofstraße. Das Argument, die Rampen würden dort unzulässig steil, kann nur vorgeschoben sein angesichts ähnlicher Unterführungen in Obertshausen oder Butzbach.

 

Ringmauer in Hochstadt:

Im August 2008 wurde in der Stadtverordnetenversammlung festgestellt: Mit Ausnahme des Obertores ist die Ringmauer in einem schlechten, teilweise sogar in einem katastrophalen baulichen Zustand. Eine schrittweise Sanierung ist somit dringend erforderlich. Die Ringmauer ist eine der wenigen so umfassend erhaltenen Stadtbefestigungen im unteren Maingebiet. Alle erhaltenen Teile der historischen Stadtbefestigung sind aufgrund ihrer herausragenden geschichtlichen, wissenschaftlichen und städtebaulichen Bedeutung als Kulturdenkmal gemäß Denkmalschutzgesetz unter Schutz gestellt. Der gesamte historische Ortskern innerhalb der Stadtbefestigung ist ebenfalls aufgrund seiner herausragenden Bedeutung als Gesamtanlage geschützt.

Neben dem bedeutenden geschichtlichen Wert der Ringmauer, die insbesondere von Norden her gesehen aufgrund ihrer nahezu ursprünglichen Vollständigkeit das Orts- und Landschaftsbild prägt, ist ihre Funktion zur Stärkung der lokalen und regionalen Identität von Bedeutung. Darüber hinaus trägt sie dazu bei, daß Maintal sich im vielfältigen Kultur- und Freizeitangebot der Region Rhein-Main behaupten kann.

Um dieses bauliche Kulturerbe für die Zukunft zu erhalten, ist es unumgänglich, in den nächsten Jahren Instandsetzungs- und Sanierungsarbeiten durchzuführen. Zu diesem Zweck wurde ein Gutachten über die historischen Ringmauer in Maintal mit der Zielsetzung der Zustandserfassung und Schadensanalyse sowie der Festlegung geeigneter Maßnahmen inklusive Kostenkalkulation in Auftrag gegeben.

Im Ergebnis ist von einem Gesamtvolumen für eine Sanierung unter denkmalschutzrechtlichen Gesichtspunkten in Höhe von etwa 170.000 € brutto auszugehen. Als besonders dringlich ist die Sanierung der Mauerabschnitte „Ringmauer am Kirchberg einschließlich Turm“ am östlichen Ende der Gesamtanlage sowie „Ringmauer am Narrenhaus einschließlich Turm“ am westlichen Ende anzusehen. Die Sanierung des Abschnittes am Kirchberg ist mit 48.000 € brutto kalkuliert, die des Abschnittes am Narrenhaus mit 54.000 € brutto, jeweils einschließlich Verputzen des Mauerwerks.

Um die Kostenlast dieser Maßnahmen auf mehrere Jahre zu verteilen, besteht die Möglichkeit, das Verputzen des Mauerwerks auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Damit reduzieren sich die Kosten am Kirchberg auf etwa 29.000 Euro und am Narrenhaus auf etwa 32.600 Euro. Der Abschnitt am Kirchberg erfordert jedoch kurzfristiges Eingreifen, da hier die Schäden in der Mauerkrone am gravierendsten sind und ein Verfall der Mauer zu befürchten ist.

 

Das Landesamt für Denkmalpflege hat im Zuge der Denkmalkartierung für den Main-Kinzig-Kreis die Stadt auf den desolaten Zustand der Ringmauer hingewiesen. Aufgrund der Schutzstellung werden die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen mit der Landesbehörde abzustimmen sein. Für die Maßnahmen werden auch Zuwendungen des Kreises und des Landes gemäß Denkmalförderrichtlinien beantragt werden.

Anmerkung: Die Mauer an der Nordseite des Obertors sieht nicht so schlecht aus. Schlimmer ist es mit dem Turm an der Südseite (der sich aber in Privatbesitz befindet). Auch das Narrenhaus sollte mit einem Turmhelm gesichert werden. Dazu ist keine aufwendige Schadensanalyse notwendig, das sieht jeder selber vor Ort

 

Bebauungsplan „Beiderseits der Konrad-Höhl-Straße

Im Jahre 1963 baute die Firma Höhl ihre Produktionsanlagen ins freie Feld östlich von Hochstadt. Etwa gleichzeitig siedelte auch der Bauer Schmidt aus. Danach wuchs aber die Wohnbebauung immer mehr nach Osten. Der westliche Rand war als „Masurenstraße“ schon in den 60iger Jahren bebaut worden. Um 1990 wurden noch zwei Häuser am Bücherweg gebaut (ein Doppelhaus). Damit begannen die Probleme, obwohl doch die Bauherren vorher wußten, wohin sie bauten. Jetzt wollten sie in ihrer Nähe keine Landwirtschaft mehr und auch keine Industrie haben.

Die Firma Höhl wollte die Fläche westlich der Konrad-Höhl-Straße für eine Erweiterung haben und hatte auch schon das südliche Grundstück erworben; vom Bau eines Parkplatzes war die Rede. Auch die Stadt wollte dort ein Feuerwehrgerätehaus für Hochstadt und Wachenbuchen errichten, die Fläche zwischen der Firma Höhl und der Ortslage sollte vollständig zur Gemeindebedarfsfläche erklärt werden und zum Beispiel eine Übungsfläche für die Maintaler Feuerwehren (!) den Privatleuten weggenommen werden.

Zunächst wurde 1990 eine Veränderungssperre erlassen und 1992 noch einmal verlängert. Aber das Planungsbüro hatte angeblich versagt, weil es sich geweigert hatte, direkt im Anschluß an das vorhandene Wohngebiet ein Gewerbegebiet einzuplanen und weil es nördlich eine Streuobstwiese als Ausgleichsfläche wollte. Die Verwaltung nahm nun die Sache selbst in die Hand.

Anfang Dezember 1992 plante man die Errichtung einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber und verlegte auch schon Versorgungsleitungen. Allerdings sollten nur Behelfsbauten entstehen, die nach fünf Jahren wieder abgerissen werden! Aber an sich bestand der Plan, die Feuerwehr dort unterzubringen, das Grundstück sei groß genug. Dieser Plan wurde erst nach dem November 1995 fallengelassen.

Zuletzt wollte man im Mischgebiet noch ein Altersheim. Ob aber überhaupt in Hochstadt ein Altersheim nötig ist, wird noch zu prüfen sein, wenn im Kreis ein Überhang von Altenpflegeplätzen vorhanden ist. Man sollte aber einen Platz für ein mögliches Altenheim im Auge behalten sollte, zum Beispiel käme die städtische Fläche an der Südostecke des Bebauungsgebiets in Frage.

Im Jahre 1992 plante die Firma Höhl - nach Übernahme der Geschäftsführung durch Frau Johanna Höhl - die Ausweitung ihrer Gewerbefläche: Die Apfelweinherstellung sollte ausgeweitet und durch neue Produkte erweitert werden. Man nahm ganz allgemein an, die Nachfrage nach Apfelsaft und Apfelwein werde steigen. So jedenfalls war die offizielle Begründung. An die Abfüllung von Tafelwasser aus der Fernleitung aus dem Vogelsberg war gedacht.

Deshalb wollte man der Kelterei einige Erweiterungsflächen planungsrechtlich sichern. Die Es würde zudem die Möglichkeit eröffnet, besonders stark emittierende Betriebsteile mittel- bis langfristig auf die neu ausgewiesenen und von der Wohnbebauung abgewandten Gewerbeflächen zu verlagern. Für den Anlieferverkehr der Firma Höhl plante man einen direkten Anschluß an die Südumgehung.

 

Die Firma schien in ihrem Bestand gefährdet, wenn sie keine Ausdehnungsmöglichkeiten hat. Deshalb hat ihr die Stadt eine große Fläche als Erweiterungsgebiet verkauft, die einmal für Wohnungen für Bedienstete des Krankenhauses auf der Weidekaute vorgesehen war. Daß der Kauf nur auf Kredit erfolgte und keine Einnahmen erbrachte, wurde erst Jahre später deutlich.

 Deshalb wurde die Firma natürlich nach 15 Jahren von den Zinsen aufgefressen.

Im Jahre 1993 kam dann der Supermarkt ins Gespräch. Obwohl eine Veränderungssperre bestand und der Bebauungsplan in Arbeit wurde, wurde der Markt als Maßnahme im Außenbereich genehmigt. Ein einziger Lebensmittelladen in Hochstadt sei einfach zuwenig für die Nahversorgung der Bevölkerung (!). In Wirklichkeit wurden der Einzelhandel im Ortskern und vor allem der gut bestückte Laden an der Ecke der Wachenbucher Straße / Görlitzer Straße kaputtgemacht.

Und der HL-Laden Ecke Hauptstraße/Ringstraße, der mindestens noch zehn Jahre bestehenbleiben sollte, wurde pünktlich geschlossen. Hier wurde durch die städtische Planung die Konkurrenz ausgeschlossen. Angeblich wurden Ausgleichsmaßnahmen für den neuen Markt (heute REWE) auf anderen Grundstücken geleistet, aber die standen auf dem  Papier (nur Nachweis zweier schon vorhandener Streuobstwiesen). Auch war zunächst noch ein Wohn­block auf der westlichen Streuobstwiese geplant, wurde aber dann von der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt. Aber Ausgleichsmaßnahmen müßten dort nicht vorgenommen werden, hieß es.

Als  ein anderer Eigentümer eine entsprechende Genehmigung zur Errichtung eines Gebäudes für eine religiöse Sondergemeinschaft haben wollte, lehnte man das mit Hinweis auf den nicht vorhandenen Bebauungsplan ab. Erst im Juni 1996 schrieb man, daß er auch einen Antrag stellen könnte, aber da waren auch andere Interessenten schon abgesprungen, weil es kein Planungsrecht gab.

Im weiteren  Verlauf  wurden zwischen den Gebieten M 1 und M 2 große Unterschiede gemacht: In M 1 sollte zur Straße hin ein Grünstreifen angelegt werden und außerdem noch fünf (!) Meter freigelassen werden, in M 2 dagegen sind nur 3,40 Meter vom Gebäude zur Bord­steinkante. Die Grundflächenzahl betrug  in M 2 laut Plan 0,6, in M 1 jedoch nur 0,5. Für M 1 ist ein Be­pflanzungsschema vorgegeben, für M 2 jedoch nicht. In M 2 ist Einzelhandel zugelassen, in M 1 jedoch ausgeschlossen. Diese Unterschiede wurden auf die Einsprüche hin beseitigt. Es blieb aber bei der Auflage, in M 1 die Ausgleichsmaßnahmen auf dem Baugrundstück vorzunehmen, während bei M 2 die angeblichen Ausgleichsmaßnahmen auf anderen Grundstücken erfolgt sein sollen.

 

Die Fläche westlich der Konrad-Höhl-Straße wurde nur der Firma Höhl zuliebe als Mischgebiet ausgewiesen. Damals hieß es, ein Gewerbetrieb neben einem reinen Wohngebiet sei rechtlich nicht zulässig. Diese Fläche zwischen dem bestehenden Gewerbebetrieb Höhl, der bestehenden Wohnbebauung am östlichen Ortsrand Hochstadts und der vorhandenen Schule im Norden sollte aber eine Pufferfunktionen wahrnehmen und wurde somit als Mischgebiet festgesetzt, wobei besonders empfindliche Nutzungen wie das Wohnen in diesem Bereich ausgeschlossen wurden.  Als zusätzlicher Schutz zwischen den Nutzungen sollte eine etwa 30 Meter breite Grünfläche, die entsprechend dicht mit Bäumen und Sträuchern bepflanzt ist, ausgewiesen (beim damals städtischen Grundstück sollte er allerdings nur zehn Meter breit sein).

Die Mitarbeiter des Bauamts wollten hier eine ökologische Musteranlage schaffen, modernes Gewerbegebiet im Grünen. Die Gebäudehöhe sollte oben (M 1) zunächst nur fünf Meter betragen (unten in M 2 aber bis 11,5 Meter). Die Verwaltung mußte mit Bedauern zugeben, daß nach Beschluß der Stadtverordnetenversammlung die Errichtung von Wohnungen in Gewerbegebieten für Eigentümer und Aufsichtspersonal erlaubt sein soll.

 

Die Ausgleichsmaßnahmen sollten zunächst auf dem an die Stadt abgegebenen Gelände vorgenommen werden, aber Neupflanzung und zehn Jahre Pflege sollten von  den Eigentümern in einer Summe abgegolten werden. Im Bebauungsplanentwurf von 1996 heißt es: „Das in westlicher Richtung angrenzende Wohn­gebiet wird gegen das geplante Mischgebiet 1 durch einen 25 Meter breiten Baumstreifen abgeschirmt, der sich gemäß Bepflanzungsschema B 4 vorwiegend aus einheimischen Strauch- und Laubbaumarten zusammensetzt. In südlicher Richtung (!) schließt sich zwischen Wohnbebauung und Mischgebiet eine weitere ebenso breite Schutzpflanzung aus heimischen Strauch- und Laubbaumarten an.“

Immer wieder wurde behauptet, Lärm und Abgase entstünden nur im nördlichen Bereich.

Von der Feuerwehr und dem Supermarkt gingen aber angeblich keine störenden Lärm- und Geruchsbelästigungen aus! Erst  als man das neue Wohngebiet südlich und östlich von Höhl plante, war die Firma Höhl, die bis vor kurzem noch als unheimlicher Lärmverursacher galt, auf einmal ein „nicht-störendes Gewerbe“. Aber es wurde niemals etwas gemessen, es gab nur ein Gutachten, das auf Berechnungen beruhte (Wozu muß der TÜV München nach Hochstadt kommen, wenn doch nur geschätzt wird?).

Gegenüber den Naturschutzverbänden wurde gesagt: Hier wird eine ruhige Wohnlage mit unmittelbarem Anschluß an Freiflächen geschaffen. In einem Gutachten aber wird gesagt, selbst auf der Fläche westlich der Konrad-Höhl-Straße sei wegen der Lärmentwicklung in der Wachenbucher Straße ein Altenheim nicht möglich.

Nicht einbezogen wurde der Grünstreifen im westlichen Bereich des Gebiets. Es dürfte einzigartig in Maintal sein, daß man mitten in einemWohngebiet einen so breiten Grünstreifen neu anlegt. Wenn schon, dann wäre so ein Grünstreifen zur Firma Höhl hin sinnvoller (so wie östlich der Firma auch). Es erfolgt auch keine Umwandlung des Mischgebiets in allgemeines Wohngebiet (oder Misch­gebiet mit Wohnen). Laut Baugesetzbuch ist es das Wesen des Mischgebiets, daß dort Wohnen erlaubt ist. Es war auch vor gar nicht zu langer Zeit auch in Form einer Asylbewerberunterkunft vorgesehen.

In dem Mischgebiet wird ja keine gemischte Nutzung erlaubt, sondern eine einseitig gewerbliche. Deren störende Emissionen sind nicht geringer und auch nicht höher als die des Gewerbegebiets. Eine Pufferfunktion wäre nur gegeben, wenn auch Wohnen erlaubt würde, wie es dem Wesen des Mischgebiets entspricht.

Nach Aussage des früheren Stadtrats Herrn Schächer (allerdings  gemünzt auf das Höhlgelän­de) paßt Gewerbe auch nicht an den Ostrand Hochstadts, und es gibt einen Überhang an Gewerbeflächen in Maintal. Aber offenbar will  man in dieser Frage das Verschwinden der Firma Höhl abwarten.

 

Braubachcenter:

Wieder hatten sich Investoren eine Fläche im Grünbereich ausgesucht, auf die man ein Nahversorgungszentrum stellen könnte. Die Stadt sprang auch gleich darauf an und verkaufte die Fläche an einen Investor, der nur deshalb das bessere Angebot gemacht hatte, weil er den Weg entlang der Bahngleise nicht mit kaufte, sondern großzügig der Stadt überließ, die nun diese Straße unterhalten muß (Der Bieter Edeka wollte eine viel größere Fläche kaufen und gab nur deshalb das höhere Gebot ab).

Man wollte vor allem die Nahversorgungssituation mit Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs in Dörnigheim sichern, um ein gleichwertiges Versorgungsniveau für alle Wohn­standorte zu erzielen (nur zwei Einzelhandelsbetriebe, die zu Fuß zu erreichen sind).

Für den Bereich Apotheke/ Reform­haus/Sanitätshaus gibt es angeblich eine Unterversorgung in Dörnigheim. Doch dort gibt es vier Apotheken (die nächste in der Bahnhofstraße) und auch ein Reformhaus (in der Kennedystraße). Es besteht angeblich keine Existenzgefährdung für den Rewe-Markt in Hochstadt und die Discounter in Bischofsheim. Aber Hochstadt beginnt schon 200 Meter von dem neuen Center und die Leute im Bouwfondsgebiet werden dort einkaufen.

Das Gelände wurde zunächst rund einen Meter aufgefüllt und die vorhandenen Sträucher und Bäume einschließlich derjenigen an der Nordseite der Braubach teilweise beseitigt. Im Zuge der Baumaßnahme würden dafür entsprechend neue Bäume gepflanzt. Das Bachbett der Braubach bekomme eine neue, breitere Aue, in der das Gewässer sich seinen natürlichen Verlauf suchen könne.

Erst nachträglich stellte man fest, daß nun die Parkplätze auf der Schotterfläche am  Bahn­hof wegfallen, die täglich von den Pendlern nach Frankfurt in hohem Maße frequentiert werden. Bürgermeister Rohrbach teilte jedoch mit, daß die Stadt nach alternativen Auto- Abstellplätzen suche. Zunächst fielen ihm aber nur  Parkplätze entlang der Max-Planck-Straße ein. Durch Verhandlungen mit der Bahn hofft man, weitere Stellplätze auf der Südseite sicher stellen zu können. Außerdem hat man erst einmal den Bolzplatz beseitigt und erst dann überlegt, wo man eventuell einen neuen Standort finden könnte. Ein ganz kleiner Bolzplatz bleibe ja erhalten, die Halfpipe soll anderswo im Wohngebiet hingestellt werden, aber wo, das weiß man auch nicht.

Das Einkaufscenter soll auch der Aufwertung  der Bereiche um die beiden Maintaler Bahnhöfe dienen. Im Zuge der Nordmainischen S-Bahn, die  im Jahr 2016 kommen wird, sollen die Bahnhöfe modernisiert werden.

 

Opelkreisel

Im Zuge des völlig unnötigen, aber millionenschweren Umbaus der Kennedystraße wurde auch der Opelkreisel neu gebaut. Aber auch hier hat man erst nachträglich festgestellt, daß der Radweg in der Berliner Straße an der Zeppelinstraße endet und das Stück bis zur Kennedystraße für Radfahrer sehr gefährlich ist.

Der Vorschlag, den seit Jahrzehnten nicht gebrauchten Fußweg an der Ostseite für die Verbreiterung der Straße zu nutzen, um Platz zu haben für eine Radweg an der Westseite, wurde mit dem Argument verworfen, dieser Gehweg werde jetzt in Nutzung genommen. Nach Fertigstellung der Anlage sah man dann, daß dort eine Ampelanlage eingebaut wurde, um den Fußgängerverkehr in das geplante Wohngebiet an der Kesselstädter Straße zu erleichtern. Jetzt erwägt man, die Linksabbiegespur aus der Berliner Straße einzusparen und auch die Rechtsabbiegerspur einzuziehen und ansonsten den Radweg nur auf die Fahrbahn aufzumalen - jetzt, nachdem alles fertiggestellt ist. Am Opel-Eck ist damit nichts „neu“ geworden, nachdem bisher schon alles doch gut funktioniert hat; aber ein Millionenbetrag wurde ausgegeben,  nur für ein paar Meter Radweg ist dann kein Geld da.

 

Wachenbuchen-Nord:

Wachenbuchen wächst - allerdings nur begrenzt. Das haben sowohl der Planungsverband als auch das Regierungspräsidium Darmstadt im September 2009 entschieden. Anlaß war eine Anfrage des Magistrats gewesen, die Grundstücke zwischen dem östlichen Ende der im Flächennutzungsplan (FNP) ausgewiesenen Flächen und der verlängerten Bachstraße in Bauland umzuwandeln. Damit wäre gleichzeitig ein Lückenschluß mit dem Baugebiet „Wachenbuchen Nord“ zwischen Mühltorring und Kleiner Hainstraße erfolgt, für das der Bebauungsplan bereits in Kraft getreten ist.

Wie Erster Stadtrat Ralf Sachtleber gegenüber dem Tagesanzeiger mitteilte, seien alle Möglichkeiten ausgeschöpft worden, um dem Anliegen der Grundstückseigentümer, die eine entsprechende Anfrage formuliert hatten, gerecht zu werden. Doch der Planungsverband lehnte das Anliegen ab. Schließlich hatte die Stadt selbst vor 15 Jahren einen Änderungsantrag beim

Planungsverband gestellt, um die Wohnungsbauflächen im Nordwesten des Stadtteils zu reduzieren und in Flächen für die Landwirtschaft und in Grünflächen umzuwidmen. Im Gegenzug wurden im südöstlichen Bereich Wachenbuchens neue Wohnbauflächen dargestellt. „Der Stadt Maintal stehen außerdem in allen Stadtteilen ausreichend geplante Wohnflächen zur Verfügung“, begründet der Planungsverband seine Entscheidung.

Auch ein erneuter Versuch des Magistrats, den Stadtverordnetenbeschluß umzusetzen, mit dem Argument, es handele sich lediglich „um eine geringfügige Erweiterung des Baugebietes, die aus städtebaulichen und erschließungsökonomischen Gründen zu befürworten“ sei, fand kein Gehör. Der Planungsverband verwies statt dessen auf den „notwendigen Erhalt von vorhandenen Nutzungsmosaiken von Gärten, extensiven Grünflächen und Gehölzstrukturen, da diese den Übergang von bestehender Bebauung zur freien Landschaft und damit den klassischen Ortsrand bilden“.

Aus städtebaulicher Sicht kann Ralf Sachtleber die Entscheidung nachvollziehen. „Wenn die Notwendigkeit nicht besteht, sollte der Ortsrand auch nicht zugebaut werden“, so der Erste Stadtrat. Und diese Notwendigkeit ist offenkundig nicht gegeben. Denn auch für die „Siedlungserweiterungsfläche“ im Südosten Wachenbuchens - gemeint ist die landwirtschaftlich genutzte Fläche am Ortsausgang in Richtung Hochstadt, angrenzend an das  Wohngebiet „Schwarzes Loch“ - ist derzeit keine Wohnbebauung geplant. „Der Bedarf ist einfach nicht vorhanden“, so Sachtleber. Damit ist nach drei gescheiterten Anfragen endgültig beschlossen: Die Gärten und Streuobstwiesen am nördlichen Ortsrand von Wachenbuchen bleiben erhalten. Realisiert wird einzig die Bebauung „Wachenbuchen Nord“.

 

Ein Leserbrief am 10. Juli 2009 führte aus: „Seltsame Widersprüche bei der Bauleitplanung“: Wenn man den Artikel sorgfältig liest wundert man sich doch, weshalb am „Schwarzen Loch“ keine Wohnbebauung geplant wird, weil kein Bedarf vorhanden ist, aber in Wachenbuchen-Nord an der Durchgangsstraße nach Niederdorfelden, da ist offenbar Bedarf vorhanden. Aber dort auch nur für ein gewisses Grundstück und nicht mehr westlich der Bachstraße. Dort sollen die Gärten und Streuobstwiesen erhalten bleiben und ein unverstellter Blick auf den alten Ortskern möglich sein. Dabei ist in Wachenbuchen der Übergang von der bestehenden Bebauung (alte Ringmauer) zur freien Landschaft und damit der klassische Ortsrand längst zerstört, zum Teil erst in den vergangenen Jahren.

Es paßt aber gut, daß der Planungsverband jetzt auch gegen eine Ausweitung der  Wohnbaufläche Wachenbuchen-Nord ist. Vor 15 Jahren wollte auch die Stadt Maintal das nicht. Jetzt wollte der Magistrat es doch auf einer Teilfläche und hat auch die Zustimmung des Planungsverbands erhalten. Der Magistrat wollte aber nicht eine Vergrößerung des Gebiets, zum Nachteil der dortigen Grundstücksbesitzer. Einen entsprechenden Antrag der Stadtver­ordten­versammlung kann er nun unter Hinweis auf den Planungsverbandverbandes, daß in allen Stadtteilen ausreichend geplante Wohnflächen zur Verfügung stehen.

Bei einer Veranstaltung in  Dörnigheim sagte Erster Stadtrat Ralf  Sachtleber vor gar nicht langer Zeit, laut einem Gutachten werden alle Stadtteile noch weiter wachsen, es sei der Bedarf vorhanden. Herr Rohrbach aber hat jetzt  ein anderes Gutachten zitiert, wonach die Einwohnerzahl von Maintal in den kommenden Jahren um 5.000 Einwohner sinken werde. Er zieht aber daraus den falschen Schluß, daß man immer neue Wohngebiete zu Lasten der Ortskerne ausweisen müsse und attraktive Freizeitanlagen schaffen müsse, damit die viel zitierten „jungen Familien“ aus anderen Gemeinden abgeworben werden und nach Maintal kommen.

 

Weidekaute:

Geschichte: Anfang der siebziger Jahre plante man den Bau eines neuen Kreiskrankenhauses auf der Weidekaute nördlich von Hochstadt fast bis hin zum Rand der Hartig. Der damalige Bürgermeister Ziegler setzte sich noch persönlich bei den Eigentümern der Grundstücke ein, daß diese für  40 Mark pro Quadratmeter ihre Grundstücke hergaben. Hauptargument war damals: Es ist doch für einen sozialen Zweck! Einige Eigentümer ließen sich ein Rückkaufsrecht in den Vertrag schreiben, falls das Krankenhaus nicht gebaut würde.

Einer soll auch zur Bedingung gemacht haben, daß er den Wertzuwachs erhält, falls nur Wohnungen gebaut werden (aber umgedreht geht es nicht, daß die früheren Eigentümer wieder ihr Grundstück zurücknehmen müßten).

Neuer Eigentümer wurde die Nassauische Heimstätte, die vom Kreis den Auftrag erhalten hatte, die Grundstücke anzukaufen und das Krankenhaus samt den dazugehörigen Wohnungen für die Beschäftigten zu planen, die bis zur Wachenbucher Straße reichen sollten.  Im März 1974 teilte man noch mit, daß im Herbst 1974 mit dem Bau begonnen werden sollte und im September 1978 sollte das Krankenhaus fertig sein. Laut Krankenbettenbedarfsplan fehlten im Altkreis Hanau 450 Betten.

Weil dieser Plan eines „klassenlosen Krankenhauses“ 1969 auf einem Parteitag der SPD Hessen-Süd geboren wurde und vor allem von dem sozialdemokratischen Landrat Woythal vertreten wurde, regte sich bald Kritik von Seiten der CDU. Man verwies auf die Nähe der erst vor zehn Jahren umgesiedelten Firma Höhl. Schon Ende 1974 sprach der neue CDU-Landrat Rüger von Korrekturen nach Standort und planerischem Inhalt. Auch die SPD führte schon im Mai 19975 das Maintaler Krankenhaus nicht mehr im Bettenbedarfsplan auf. Die Krankenhauskonferenz schließlich reagierte auf den erwarteten Bevölkerungsrückgang in der Region Untermain und hielt den Bau von weiteren „Akut-Betten“ für überflüssig.

Der Kreistag des Main-Kinzig-Kreises forderte im Juni  1975 die Landesregierung auf, unverzüglich die Notwendigkeit eines Neubaus für ein Kreiskrankenhaus zu erklären und die Finanzierung sicherzustellen. Der Sozialminister gestand nur ratenweise ein, daß man in Maintal kein Krankenhaus bauen wolle. Im August erklärte er, daß der Kreis sich entscheiden müsse zwischen dem Kreiskrankenhaus in Maintal und dem Stadtkrankenhaus in Hanau. Der Kreis unterstützte inzwischen auch den Ausbau des „Kreiskrankenhauses“ Hanau und sprach davon, daß  im Raum Hanau zusätzlich 700 Betten nötig seien.

Ende 1975 wurden aber im Krankenhausplan des Landes Hessen noch 250 Betten in Maintal festgeschrieben. Im Juli 1976 schlug der Fraktionsvorsitzende der CDU in Hanau vor, in Hochstadt eine psychiatrische Klinik zu errichten und wandte sich in einem Brief an den Sozialminister, in dem er mitteilte, daß die Krankenhauskonferenz Frankfurt/Offenbach/Maintal die Bettenzahl im Versorgungsgebiet für ausreichend halte.

Ende 1979 sprach man schon von einem „Phantom-Krankenhaus“. Der Kreis hatte 4,8 Millionen Mark für die Planung ausgegeben, von denen das Land 4,2 Millionen übernahm, um den Preis, daß das Land damit ganz aus der Verantwortung herauskam.

Aber keiner wollte im Grunde das Maintaler Krankenhaus begraben, während die Kosten unaufhaltsam stiegen. Schon Anfang 1980 war abzusehen, daß die 20 Hektar in Hochstadt zur „teuersten Wiese in der Bundesrepublik“ werden. Die Nassauische Heimstätte forderte ja schon die Übernahme der Grundstückskosten samt Zinsen, wie vertraglich mit dem Kreis vereinbart. Die Privatfirma hatte also einen wasserdichten Vertrag, während der Kreis es versäumt hatte, mit dem früheren Eigentümer eine Rückgabe beim Scheitern des Projekts zu vereinbaren. Auch die Gemeinde Hochstadt war zu Glück in dem Vertrag von allen Pflichten freigestellt worden, falls das Krankenhaus nicht gebaut würde.

 

Im Februar 1980 teilte der neue Sozialminister Clauss in Hanau mit,  das Krankenhaus werde endgültig nicht gebaut. Die Kreis-FDP schlug deshalb im März 1980 vor, eine Modelleinrichtung für die Integration Behinderter zu schaffen.

Nachdem die Stadt Maintal durch eine Veränderung des Bebauungsplans eine Bebauung des Geländes verhindert hatte, verurteilte das Landgericht Hanau im Dezember 1985 den Kreis zu 13 Millionen Schadensersatz an die Nassauische Heimstätte (Grundstückserwerb 8 Millionen Mark, dazu Zinsen  und Aufwendungen für die Bevorratung des Geländes. In Zukunft jedes Jahr eine Million Zinsen, weil der Kreis das Geld bei der Bank aufgenommen hat).

Seit September 1990 klagte der Kreis gegen die Stadt Maintal. Gleichzeitig wurde bekannt, daß der Kreis Grundstücke an die Kelterei Höhl verkaufen wolle.

Inzwischen wurden weitere Mög­lichkeiten ins Spiel gebracht: ein Tempel für eine Sekte, Gefängnis, Verkauf an die „Neue Heimat Bayern“ oder ein Bundesschulungszentrum für die IG Bau-Steine-Erden. Dieses Schulungszentrum hatte der Bundes­tagsabgeordnete Reuter vorgeschlagen, aber die Firma Höhl hatte angekündigt, sie werde sich mit allen rechtlichen Mitteln dagegen wehren. Andererseits wollte sie für 3,5 Millionen Mark dem Kreis ein Stück abkaufen.

Im Oktober 1991 wurde der neue Flächennutzungsplan des Umlandverbandes ausgelegt. Er sah vor, das Sondergebiet „Hochschul- und Forschungseinrichtungen“ in Fläche für „Landwirtschaft und ökologisch bedeutsames Grünland“ umzuwandeln und die Wohnbaufläche in „Acker, Wiese, Weide, Ödland“ und zwei Hektar gewerbliche Baufläche.

Doch 1993 änderte die Regionale Planungsversammlung Südhessen auf Antrag des Kreises  den Flächennutzungsplan, um eine Bebauung der Weidekaute zu ermöglichen. Rund 20 Hektar sollten für 2.0000 bis 4.0000 Menschen bereitgestellt werden, obwohl Hochstadt keine Zuwachsgemeinde ist. Das Gelände  liegt westlich der verlängerten Konrad-Höhl-Straße und nördlich der Fritz-Schubert-Schule. Deshalb unterließ man auch die Pflege dieses Gebiets, so daß es heute ganz zugewachsen ist. Der Kreis stellte der Stadt aber als Lockmittel 3,6 Hektar als Ausgleichsfläche zur Verfügung, weil nur so die Umwidmung des Höhlgeländes in Gewerbegebiet und damit ein Verkauf möglich war (Diese Flächen sind erst 2008 von der Firma Bouwfonds mit Obstbäumen bepflanzt worden). Weitere vier Hektar  nördlich der Kelterei eignen sich wegen (angeblich) möglicher Emissionen nicht zur Bebauung.

Sofort bildete sich ein „Initiativkreis gegen die Bebauung der Weidekaute“. Im Juli 1993 war sich auch alle Parteien in der Stadtverordnetenversammlung darüber einig, die Bebauung der Weidekaute rundweg abzulehnen: „Der Erhalt der vom Land Hessen bezuschußten Streuobstwiesen ist wichtiger als die Sanierung der Kreiskasse auf Kosten wertvoller Landschaft!“

Die Fraktion der CDU stellte nach einer Mittteilung von Frau Feuerbach nach einer Begehung fest, der Erhalt der Streuobstwiesen  müsse für künftige Generationen gewährleistet sein. Der SPD-Landrat Eyerkaufer solle doch einmal seine Kollegen zu einem Spaziergang durch die Weidenkaute einladen, denn die Streuobstwiesen sind wegen ihrer Pflanzen- und Tierwelt nicht nur für Maintaler erhaltenswert.

Die Stadtverordnetenversammlung wies deshalb den Beschluß der Regionalen Planungs­versammlung zurück, einen 7,7  Hektar großen Teil der Weidenkaute mit einer Wohnsiedlung zu bebauen. Bei der in den siebziger Jahren geplanten Bebauung ging es ja nur um eine soziale Einrichtung (samt den dazu gehörigen Wohnungen), von einer allgemeinen Wohnbebauung ist nie die Rede gewesen.

Dennoch beschloß der Haupt- und Planungsausschuß der Regionalen Planungs­versammlung im Mai 1994 die Ausweisung als Siedlungsfläche, ohne daß die Stadt im Rahmen der Offenlegung beteiligt wurde. Doch im April 1995 erhielt das Gelände durch den regionalen Raum­ordnungsplan der Landesregierung den Status als  „Siedlungsfläche Zuwachs“ aberkannt. Der Bereich im Norden Hochstadts ist damit wieder „regionaler Grünzug“ und „Bereich für die Ausweisung von Naturschutzgebieten“. Im Oktober 2000 schlug die Kreistagsfraktion der SPD vor, die Grundstücke als ökologische Ausgleichsfläche anzubieten, zum Beispiel für die Fraport. Damit war erst wieder einmal Ruhe.

 

Diskussion im Jahr 2009:

Der Kreis kann seine Fehler nicht auf die Stadt Maintal abwälzen mit dem Argument, ihr könntet ja, wenn ihr wolltet. Jeder Privatmann muß es allein ausbaden, wenn er sich mit Grundstücken verspekuliert hat. Bei der öffentlichen Hand aber sind die damals Verantwortlichen nicht mehr greifbar.  Und die heute Regierenden schreiben immer weiter die Zinsen fort, anstatt endlich zuzugeben, daß das Geld verloren ist.

 

Schuld sind allein die  Vertreter des Kreises. Sie haben auch wenig getan, den Schaden gering zu halten. Zum Beispiel hat man auch 1978 auf alle Ansprüche gegenüber dem Land verzichtet, obwohl doch die Krankenhausplanung und damit die Grundstückskäufe vom Land abgesegnet waren. Im Jahre 1989 verkaufte der Kreis rund einen Hektar zum Spottpreis von 87,50 Mark pro Quadratmeter. Im Jahre 192 kaufte die Stadt weitere zwei Hektar zum Preis von 20 Mark pro Quadratmeter und kam somit dem Kreis entgegen. Aber es geht nicht, daß alle paar Jahre wieder ein Stück der Weidekaute abgeschnitten werden soll.

Die neueste Forderung bezieht sich auf eine Fläche von etwa vier Hektar nördlich des Wirtschaftswegs nach Wachenbuchen und östlich der Konrad-Höhl-Straße bis zum Pflanzgarten des Obst- und Gartenbauvereins, also nördlich des Bouwfondsgeländes.

Diese Forderung wurde ausgelöst durch den Wunsch der Stadt Maintal, in Bischofsheim ein Kinder- und Jugendzentrum zu bauen. Dafür hat man in Bischofsheim 13 Standorte geprüft und ist zu dem Schluß gekommen, daß eine Fläche westlich der Turnhalle der Erich-Kästner- Schule (und westlich der jetzigen Buswendeschleife) am besten dafür geeignet ist. Dieses Grundstück gehört dem Kreis. Die Stadt Maintal könnte ja nun das Grundstück von 1.500 Quadratmeter Größe dem Kreis abkaufen, zum Beispiel für einen Preis von 250.0000 Euro. Der Kreis will aber eine höhere Einnahme. Deshalb schlägt er vor, daß das ihm ja gehörende Gelände in Hochstadt als Bauland ausgewiesen wird. Dem steht entgegen, daß bisher der Wirtschaftsweg nach Wachenbuchen als nördliche Grenze einer Bebauung angesehen wurde (außer neuerdings bei der FDP).

Deshalb macht der Kreis der Stadt Maintal noch weitere Angebote: Das Gelände in Bischofsheim wird im Wege der Pacht unentgeltlich zur Verfügung gestellt (samt einigen Flächen für Bushaltestelle und Weg), auf dem Gelände in Hochstadt wird eine Fläche von 4.000 Quadratmeter an der Ecke Konrad-Höhl-Straße/Wirtschaftsweg nach Wachenbuchen für eine Alteneinrichtung freigehalten (auch kostenlos für die Stadt) und vor allem überträgt der Kreis das ganze restliche Gelände für das geplante Krankenhaus an die Stadt Maintal.

Zum Glück hat die Stadt die Planungshoheit über den Bebauungsplan. Sie will nur eine nicht allzu dichte Bebauung zulassen mit eineinhalbgeschossigen Einfamilienhäusern. Es könnten etwa 50 Baugrundstücke entstehen, die dann jeweils eine Größe von 720 Quadratmetern hätten (für die oft beschworenen „jungen Familien“ wohl zu teuer). Bei einer Grundstücksgröße von 400 Quadratmetern wären es allerdings schon 90 Häuser.

Bei einem Preis von 150 Euro pro Quadratmeter (wie ihn die Stadt zuletzt für Grundstücke westlich der Konrad-Höhl-Straße verlangt hat) könnte der Kreis also 5,4 Millionen Euro erzielen. Bei einem Preis von 250 Euro pro Quadratmeter (die bei der Feldrandlage durchaus möglich sind) wären es 9 Millionen Euro. Der Kreis hätte damit seinen Verlust aus dem Projekt Weidekaute von derzeit noch 11 Millionen Euro fast abgedeckt (der Kredit ist allerdings längst bezahlt, der Verlust ist Teil der allgemeinen Schulden des Kreises).

Die Stadt Maintal, die im Gegensatz zum Kreis gute Verträge gemacht hatte, würde damit letztlich doch dem Kreis ermöglichen, seinen Verlust fast auszugleichen. Aber auch die Stadt Maintal hat nur einen geringen Nutzen aus den zur Zeit weitgehend brachliegenden Flächen. Ob die Bebauung in diesem Bereich ein wenig größer oder kleiner wird, macht nicht so viel aus, es werden keine ökologisch besonders wertvollen Flächen vernichtet.

Andererseits kann die Stadt Maintal erreichen, daß endlich der Vorwurf gegenstandslos wird, Maintal sei daran schuld, daß der Kreis nicht von seinen Schulden herunter kommt. Es wird vermieden, daß der Kreis bei jedem Wunsch der Stadt Maintal wieder die Diskussion mit der Weidekaute anfängt.

Die Stadt hat ja auch noch weitere Projekte in Zusammenarbeit mit dem Kreis in der Planung, da wäre ein gutes Verhältnis schon von Vorteil. Und ein Kinder- und Jugendzentrum in Bischofsheim wäre ja auch ein sozialer Zweck, dem die Weidenkaute gewidmet werde sollte. Außerdem wäre ein Standort für die Alteneinrichtung gefunden, die immer noch als notwendig angesehen wird und vom Land auch bezuschußt werden soll.

Vom ehemaligen Baugebiet Weidekaute bliebe als Grünzug erhalten die Fläche zwischen der verlängerten Straße „Am Felsenkeller“, der östlichen Verlängerung des Weges unterhalb der Hartig, der verlängerten Konrad-Höhl-Straße und des teilweise geteerten Weges nördlich der Schule. Mit dazu gehört noch ein kleines Stück südlich des geteerten Weges westlich des Fußweges, der östlich des Schulgeländes verläuft (in diesem Gebiet hat auch Bürgermeister Rohrbach ein Grundstück, aber außerhalb der für das Krankenhaus geplanten Fläche, so daß an der verbreiteten Behauptung nichts dran ist, er habe ein persönliches Interesse an einer Bebauung). Über die Weidekaute könnte allein Maintal verfügen, auch wenn das noch keine Sicherheit für die Natur bietet, wie das die Diskussion um die Fußbalplätze am Südrand der Hochstädter Gemarkung zeigt.

Der Vorschlag ist mit den Spitzen des Kreises besprochen und es wurde Einverständnis erzielt. Beschließen müssen natürlich die jeweiligen Gremien. In Maintal läuft das unter dem Tagesordnungspunkt „Grundsätze zur Zusammenarbeit mit dem Main-Kinzig-Kreis“. Bedenken, die 1993 noch geäußert wurden, wegen der Emissionen der Firma Höhl sei das Gelände nicht zum Bebauen geeignet, zerstreute Stadtrat Sachtleber mit der Aussage: „Höhl darf wegen der jetzt begonnenen Bebauung sowie nicht mehr emittieren!“ (Aber beim Bebauungsplan westlich der Konrad-Höhl-Straße beruft man sich immer noch auf entsprechende Gutachten über Emissionen von Lärm und Geruch).

Eine Frage ist nur, ob man so viele bauwillige und vor allem zahlungskräftige Interessenten finden wird. Aber das ist dann das Problem des Kreises. Auch die SPD hat beschlossen, daß in Maintal noch 2.000 neue Wohnungen angestrebt werden (um einen höheren Anteil an der Einkommensteuer zu erhalten, allerdings ohne die Kosten zu beachten). Dabei sind folgende Baugebiete in Maintal in Arbeit: Am Kesselstädter Weg, ehemalige Gärtnerei Lapp, ehemalige Firma Mettenheimer, Rathausgelände Bischofsheim mit Nachbargrundstück, Hochstadt-Ost (ehemals Höhl), Wachenbuchen-Nord (zwei Gebiete). Dazu  kommen werden noch die Flächen der Firma Pardes und die Eichenheege mit Intu-Bau. Baulücken sind auch noch ausreichend vorhanden. Grundstücke, Häuser  und Wohnungen sind auch heute schon zu kaufen oder zu mieten.

Wenn man Auswärtige anlocken will, dann muß man die Natur in Maintal und besonders nördlich von Hochstadt erhalten und darf auch nicht den kleinen Finger für eine Vernichtung reichen. Hochstadt hat schon viel verloren, man denke nur an die Zersiedlung des Gebiets nördlich der Ringmauer. Eine gute Sache war dabei, daß erstmals im Jahr 2008 ein größeres Stück Streuostwiese neu angepflanzt wurde.

Es ist fast ein Verhängnis für Hochstadt, daß den Planern immer wieder die freien Flächen in der Gemarkung einfallen. Neben dem Kreiskrankenhaus waren eine Mülldeponie im Lohfeld im Gespräch, ebenso eine Eisenbahnlinie zwischen Bischofsheim und Hochstadt hindurch. Eine Regattastrecke war angeblich nur in Maintal möglich, ebenso ein Golfspielfeld. Auch die Autobahn mußte sein. Dazu kommt noch die Umwandlung eines acht Hektar großen Geländes in der südlichen Hochstädter Gemarkung in Fußballplätze, die allerdings hausgemacht ist, ebenso wie der Plan, zwischen Hochstadt und Wachenbuchen ein Bürgerhaus zu bauen.

 

 

Stadtleitbild

Leitbild oder Leidbild?

Wer hat denn nur wieder die Idee gehabt, ein Leitbild für die Stadt Maintal haben zu wollen? Der Wunsch kam wohl kaum von den Stadtverordneten, wie Herr Sachtleber behauptet, sondern die Idee ist wohl eher an sie herangetragen worden und sie haben sie wie so oft abge­nickt. Schon 20.000 Euro wurden für eine Befragung ausgegeben, weiterte 25.000 sollen folgen - vorerst! Mit dem Geld hätte man aber gut und gern das Jugendzentrum in der Waldsiedlung finanzieren können oder die Agendagruppen und ihre Projekte und Vieles andere mehr, das (angeblich) aus finanziellen Gründen abgebaut wird.

Was sollen die täglichen Anzeigen mit Fragen wie „Sollen wir nicht lieber wieder die Straßenbeitragsatzung einführen, weil die Stadt kein Geld hat“ oder „Warum nicht ein Freizeit- und Erlebnispark in der Grünen Mitte wie in Erlensee“? Für den Flugplatz Langendiebach gibt es einen Investor, der so etwas vorhat wie den Freizeitpark Rust. Wer wird denn da jetzt ganz größenwahnsinnig im Rathaus? Zur „Grüne Mitte“ gibt es Pläne der Firma Kind und Rausch, Vorschläge des Umlandverbandes Frankfurt, Ergebnisse eines Workshops mit Bürgern, Biotopkartierungen und Vieles mehr. Aber verfolgt wird nur der Wunsch des Bürgermeisters, dort drei Fußbalplätze zu bauen.

Wer mag da hoffen, daß jetzt die Bürger entscheiden können, wo doch schon das Institut für kooperative Sportstättenentwicklung  die Ergebnisse der Bürgerbefragung verfälscht bzw. ignoriert hat. Frau Funke verwendet tatsächlich das Wort „entscheiden“. Aber nachher heißt es wieder, die Entscheidungen würden am Ende immer die Politiker treffen (noch besser hätte sie gesagt: die hauptamtlichen Mitglieder des Magistrats). Was soll dieser riesige Apparat mit acht Arbeitsgruppen mit bis zu 40 Personen, Koordinierungsgrupe, Steuerungsgruppe und Redaktionsgruppe, die von den meisten Fraktionen nicht einmal von einem Vertreter beschickt werden können.

Daß die Verwaltung angeleitet werden soll, das bürgerschaftliche Engagement zu fördern, ist natürlich sehr erfreulich. Denn bisher landen die erstellten Papiere in den Schubladen, laufen die Agendagruppen mit ihren Vorschlägen an die Wand und es werden gerade Dinge angestoßen, die von den Bürgern nicht gewollt sind (Das gemeinsame Bürgerhaus wurde allerdings wieder fallen gelassen, wohl aus Wahlkampfgründen, denn eingespart wird bei der Renovierung kaum etwas). Mit dem Projekt „Leitbild“ wird wieder nur viel Wind gemacht, aber leiden müssen darunter nur andere wichtige Aufgaben (Leserbrief von Peter Heckert)

 

Auftaktveranstaltung im April 2009:

Vorschläge der Bürger in Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung sollen Maintal für die Zukunft stark machen und Ziele für die kommenden zehn bis 15 Jahre definieren. Mit Professor Dr. Ursula Funke hat sich die Stadt Maintal Unterstützung von einer Expertin in Sachen Stadtleitbild-Entwicklung geholt. Sie wird während der Auftaktveranstaltung vor allem auf die bereits im Dezember durchgeführte Bürgerbefragung eingehen, bevor sich dann im Anschluß die Bürger in Listen für acht verschiedene Arbeitsgruppen eintragen können. Vier dieser Gruppen beschäftigen sich mit jeweils einem der Stadtteile, die anderen vier widmen sich den Themenbereichen „Wirtschaft, Einzelhandel“, „Soziales, Familie, Jugend, Senioren, Gesundheit“, „Wohnen, Stadtgestaltung, Umwelt, Verkehr“ sowie „Kultur, Bildung, Integration, Prävention, Freizeit, Sport“.

Herr Sachtleber: sagte dazu  „Früher wurde die Stadtentwicklung zentral von der Stadtverwaltung vorgegeben, die entschied, was die Bürger wollen. Doch das hat nicht funktioniert. Dann begann die Phase der Bürgerbeteiligung. Es wurde etwas geplant und die Bürger nach ihrer Meinung dazu gefragt. Mit dem Stadtleitbild gehen wir noch einen Schritt weiter. Wir wollen das Engagement der Bürger steigern. Sie sollen hinter ihren Projekten stehen.“

„Die Bürger sollen nicht das Gefühl bekommen, nichts entscheiden zu können. Deshalb wird es auch nicht mehr als einen Vertreter einer Fraktion in einer Arbeitsgemeinschaft geben.“ Zudem sollen die Arbeitsgruppen von einer Koordinierungsgruppe, einer Steuerungsgruppe und einer Redaktionsgruppe unterstützt werden, so Ursula Funke gestern im Gespräch mit dem Tagesanzeiger.

Die Stadtkonzeption, so Funke, könne und wolle die kommunale Politik nicht ersetzen. Sie solle die Stadtverordneten unterstützen und Entscheidungshilfen in Form von Zielen und Maßnahmenvorschlägen zur Verwirklichung der Ziele liefern. Die Entscheidungen würden allerdings am Ende immer die Politiker treffen. Voraussetzung für den Nutzen einer Stadtkonzeption sei die Bereitschaft zum langfristigen Denken, zu Offenheit und zur Bürgerorientierung.

Parallel zum Stadtleitbildprozeß sollen in der Maintaler Verwaltung die Voraussetzungen für eine nachhaltige Förderung des bürgerschaftlichen Engagements geschaffen werden, so das Ansinnen des Magistrates. Damit solle sichergestellt werden, daß auch nach Abschluß des formellen Stadtleitbildprozesses die Bürgerbeteiligung einen hohen Stellenwert in Politik und Verwaltung in Maintal bekäme beziehungsweise behielte.

 

Erste Ergebnisse wurden bei der Auftaktveranstaltung auch vorgestellt: Das herausragend positive Ergebnis dabei ist, daß 91 Prozent der Bürger angaben, gerne in Maintal zu wohnen. Dies sei im Vergleich zu Umfragen in anderen Städten der Bundesrepublik ein ganz hervorragender Wert. Erwartungsgemäß wurde der eigene Stadtteil von den jeweiligen Bewohnern besser einge­schätzt als die anderen Stadtteile. 83 Prozent der Hochstädter und 72 Prozent der befragten Wachenbucher beurteilten ihren Stadtteil mit „sehr gut“ oder „gut“. Etwas kritischer mit dem eigenen Wohnumfeld sind die Dörnigheimer (68 Prozent gaben „sehr gut“ oder „gut“ an), aber vor allem die Bischofsheimer. Von ihnen gaben nur 53 Prozent ihrem Stadtteil eine positive Beurteilung. 31 Prozent finden ihn „mittelmäßig“, neun Prozent „ausreichend“ und gar sieben Prozent „schlecht“. [Natürlich sind die Einwohner mit ihrer Stadt zufrieden, die anderen sind ja weggezogen und ziehen ständig weg].

Deutlich wurde zum Beispiel, daß die Jugendlichen in Maintal mit dem Angebot, das sich an ihre Altersgruppe richtet, mehrheitlich sehr unzufrieden sind. Bekanntlich gibt es in Maintal unter anderem weder ein Kino noch eine Disco. Für die jungen Maintaler existieren insgesamt kaum Freizeitmöglichkeiten und Treffpunkte. „Die Problematik ist uns natürlich bekannt. Deshalb haben wir dem neuen Kinder- und Jugendzentrum neben dem Bischofsheimer Bürgerhaus eine hohe Priorität zugewiesen und die Stadt­verordneten das Projekt auf den Weg gebracht.

Auch in Sachen Kultur- und Freizeitangeboten sehen viele der befragten Maintaler große Defizite in unserer Stadt. Deutlich wurde in der Umfrage ebenso, daß das mit großem Abstand wichtigste Informationsmedium für das lokale Geschehen in Maintal die Tageszeitung ist. Sie wurde von 69 Prozent genannt. Aber so sehr neu ist das alles auch wieder nicht.

Die Befragung machte einmal mehr deutlich, daß die Mehrzahl der Maintaler sich vor allem damit beschäftigt und auf das eingeht, was direkt vor ihrer Haustür und nicht in einem der anderen drei Stadtteile passiert. „Dies bestätigt uns in der Entscheidung, neben vier Arbeitsgruppen mit spezifischen Themenkomplexen auch für jeden Stadtteil eine eigene Arbeitsgruppe einzurichten“, erläuterte Ralf Sachtleber gestern im Gespräch mit dem Tagesanzeiger (gegen den Widerstand von Frau Funke).

Bei den Stärken, die von den Bürgern mit ihrer Stadt assoziiert werden, liegt die zentrale Lage mit 62 Prozent klar in Front. Den Maintalern gefallen darüber hinaus vor allem Natur und Landschaft (49 Prozent), die Einkaufsmöglichkeiten und die historischen Ortskerne sowie das Radwegenetz (jeweils 33 Prozent) an ihrer Stadt. 24 Prozent nannten die sportlichen Angebote und 20 Prozent die Freizeitangebote als Stärken. Mit 19 Prozent spielt das Vereinsleben eine überraschend niedrige Rolle bei den Befragten, obwohl es in Maintal ein vielfältiges Angebot gerade in diesem Bereich gibt. Für die Jüngeren, sprich die 14- bis 29-Jährigen, spielen Nachbarn, Freunde und Familie in Maintal übrigens die wichtigste Rolle.

Bezüglich negativer Assoziationen zu Maintal wurde vor allem bemängelt, daß die Stadtteile nicht wie gewünscht zusammenwachsen und Maintal weitgehend unbekannt ist. Bei den Schwächen steht das fehlende Arbeitsplatzangebot mit 19 Prozent gleichauf an der Spitze mit der Kritik an den mangelhaften Busanbindungen in das Umland. Bezüglich Parkmöglichkeiten sehen im immerhin 18 Prozent der Befragten eine Maintaler Schwäche. Und auch 16 Prozent stoßen sich an den ihrer Meinung nach ungenügenden kulturellen Angeboten. Die Familien mit kleinen Kindern vermissen Freizeitangebote (28 Prozent) und Kinderbetreuungsangebote (24 Prozent).

 

Arbeitsgruppen:                                                                

Ende April 2009 waren acht Arbeitsgruppen gebildet:

Die Arbeitsgruppe (AG) Wirtschaft und Einzelhandel trifft sich am Dienstag, 1. September, und am Donnerstag, 17. September. Leiterin: Wirtschaftsförderin Anke Gemein.

AG Soziales, Familie, Kinder, Jugend, Senioren und Gesundheit. Termine: Donnerstag, 3. September, und Dienstag, 22. September. Leitung: Erich Münz vom Fachdienst Soziale Dienst.

AG Wohnen, Stadtgestaltung, Umwelt, Verkehr Termine: Dienstag. 15. und 29. September. Leiterin: Ruth Karich, Fachdienst Stadtentwicklung und Umwelt.

AG Kultur, Bildung, Integration, Prävention, Freizeit, Sport. Termine: Montag, 7., und Donnerstag, 24. September. Leiter: Herbert Begemann, Fachdienst Kultur, Sport und Freizeit.

Arbeitsgruppe (AG) für den Stadtteil Dörnigheim. Termin: Dienstag, 6. Oktober. Leiterin: Monika Paul}, Projekt Personalentwicklung.

AG für den Stadtteil Bischofsheim. Termin: Donnerstag, 1. Oktober. Leiterin: Renate Gundert-Buch vom Fachdienst Soziale Dienste.

AG für den Stadtteil Hochstadt. Termin: Donnerstag, 29. Oktober. Leiterin: Ursula Diez-König vom Fachdienst Kinder- und Familienförderung.

AG für den Stadtteil Wachenbuchen. Termin: Dienstag, 27. Oktober. Leiter: Frank Krause, Fachbereich Hauptverwaltung.

 

Auf die Worte, daß die Kommunalpolitiker mit den Bürgern gemeinsam die Zukunft Maintals gestalten wollen, müssen nun auch Taten folgen. Gerade so mancher Bürger, der in den Gruppen der Lokalen Agenda mitgewirkt hat, erhielt in den vergangenen Jahren nicht selten den Eindruck, daß die Dinge. die er mit den Mitstreitern in Treffen erarbeitet und postuliert hatte, von den ausführenden Politikern nicht umgesetzt oder sogar ins Gegenteil verkehrt wurden. Die Themen „Grüne Mitte“ und „Mobilfunk lassen da schön grüßen. Die Bürger müssen durch den Stadtleitbild-Prozeß den Eindruck bekommen, daß ihre Meinung wirklich gefragt ist und ernst genommen wird. Und vor allem muß ihnen vermittelt werden, daß ihre Vorschläge umgesetzt werden. Wenn dies der Fall ist, werden sich auch manche Bürger an den Arbeitsgruppen beteiligen, die sich bisher zurückgehalten haben.

 

Herr Sachtleber sagte am 25. April zu dem Vorhaben: Wir wollen in vielen Bereichen den Anschub liefern, um dann - ähnlich wie beim SeniorenOffice - die Ausführung in die Hände der Bürger zu geben. Unser Ansinnen ist es, die Menschen in Maintal in den gesamten Prozeß mit einzubeziehen und keineswegs etwas an den Bürgern vorbei zu beschließen und umzusetzen.

 

Arbeitsgruppe Hochstadt:

Im Maintaler Rathaus diskutierten am Donnerstag rund 30 Personen und formulierten die Vor- und Nachteile ihres Stadtteils, aber ebenso Ziele und Maßnahmen für die zukünftige Gestaltung von Hochstadt. Genannt wurden bekannte Stärken wie der historische Ortskern mit seinem charmanten Flair, das lebendige Vereinsleben und die günstige Lage zwischen den Zentren Frankfurt und Hanau.

Dem standen aber ebenso Schwächen gegenüber: die mangelhaften wohnungsnahen Einkaufsmöglichkeiten, fehlende Spielplätze oder eine große Belastung durch Autobahn- und Fluglärm. Die Teilnehmer konkretisierten die Lärmbelastung zusätzlich mit dem Durchgangsverkehr in der Altstadt, besonders auf der Hauptstraße. Sie bemängelten weiterhin ein fehlendes Jugendzentrum und insgesamt zu wenige Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche.

 

Einmal mehr wurde das Problem der langsamen Internetverbindungen heftig diskutiert. So erhielt der Maßnahmen-Vorschlag: „Druck machen bei der Telekom“ die meisten Stimmen, allerdings mit nur einem Punkt Vorsprung vor der Aktion „Gemeinsame Projekte von Jugendlichen und Senioren fördern, zum Beispiel durch Bau von Nistkästen“. Ebenfalls um nur einen Punkt geringer bewertet wurde die Maßnahme „Durchgangsverkehr aus der Altstadt heraushalten“. Auch der Umgang mit den Streuobstwiesen beschäftigte die Versammlung.

Starkes Interesse fand weiterhin der Vorschlag, ein Marketing-Konzept für die Hochstädter Altstadt auszuarbeiten. Die Schaffung eines Angebots für betreutes Wohnen, das es derzeit nur in anderen Stadtteilen, etwa im Rahmen der „Kleeblätter“, gibt, wurde ebenfalls für erstrebenswert erachtet.

[Seltsam ist, daß die die Arbeit einer Sozialarbeiterin offenbar nicht wahr genommen wird, die von der Kirche angestellt ist und im Gemeindehaus auch Räume hat. Auch wurde der fehlende barrierefreie Zugang zur Kirche bemängelt. Dazu müßte man aber die Kirchhofsmauer vor der westlichen Tür aufreißen. Ob sich dieser Aufwand lohnt, wo kaum ein Rollstuhlfahrer in die Kirche will bzw. bisher immer noch hineingekommen ist].

 

Nächste Phase:                                                                                                   

Ende Oktober 2009 war eine Phase im Stadtleitbildprozeß beendet. Mit der Sitzung der Arbeitsgruppe (AG) für den Stadtteil Hochstadt ging am Donnerstagabend die Phase der AG-Treffen im Rahmen der Entwicklung des Stadtleitbildes für Maintal zu Ende. Über 150 Maintaler nahmen aktiv an den unterschiedlichen Arbeitsgruppen teil.

„Wir haben in keiner anderen Stadt so viele Anregungen bekommen wie in Maintal“, betont Prof. Dr. Ursula Funke, die das Projekt leitet und mit dem Stadtleitbild- Prozeß bereits Erfahrungen in Bonn, Mainz, Koblenz, Dieburg, Mühlheim am Main und weiteren Kommunen sammeln konnte.

Die Tätigkeit der Arbeitsgruppen, die den Ist-Zustand und erstrebenswerte Ziele in den einzelnen Bereichen dokumentierten, ist nun beendet. In den folgenden Prozeßstadien - der Koordinations-, Redaktions- und Steuergruppe sowie den anschließenden Leitprojekten mit Paten - besteht aber weiterhin die Möglichkeit für interessierte Bürger, noch Anregungen vorzubringen und vor allem aktiv teilzunehmen. Beschlossen wird das Stadtleitbild dann von den Stadtverordneten in einer Parlamentssitzung im kommenden Frühjahr.

 

 

 

 

 

Wirtschaftsförderung

 

Gewerbeansiedlung:

Schon 1995 bot die Stadt am Marie-Curie-Ring ein Grundstück von etwa 20.000 Quadratmetern Fläche an und sucht dafür umweltfreundliche, nichtstörende Betriebe. Auch eine Teilung des Grundstückes sei möglich, auf diese Weise könnten mehrere Firmen hier bauen. Wie Bürgermeister Rohrbach erläuterte, gibt es noch einige unbebaute Grundstücke, die aus kleineren Parzellen bestehen und sich in Privatbesitz befinden. Hier wäre es seiner Ansicht nach wünschenswert, wenn die Eigentümer sich zur Bebauung oder zum Verkauf der Grundstücke entschließen könnten. Auf diese Weise würden Baulücken geschlossen und das gesamte Gewerbegebiet abgerundet. Der Bürgermeister empfahl den Grundstückseigentümern und auch den Interessenten für Grundstücke im Gewerbegebiet Ost Kontakt mit der Maintaler Wirtschaftsförderung aufzunehmen. In der Praxis sah das dann aber immer so aus, daß die Stadt erst einmal ihre Grundstücke los werden wollte

Die SPD empfahl dem Bürgermeister, auf Kongresse und Tagungen zu gehen, Messen besuchen, eben präsent sein, um für den Standort Maintal zu werben. Im Jahr 1996 hieß es noch:  

An Bewerbern, die in die Maintaler Gewerbegebiete drängen, mangele es nicht. Aber produzierende und „beschäftigungsintensive“ Firmen, die zudem reichlich Steuergeld in den Stadtsäckel bringen würden, seien nicht dabei.

Aber schon 1997 hieß es: Es gab Zeiten, Ende der achtziger Jahre, da standen Firmen geradezu Schlange, um sich in Main­tal anzusiedeln. In diesen Jahren prosperierte die Stadt, die neuen Gewerbegebiete Ost und Mitte wuchsen im Eiltempo. Auch in Bischofsheim wehte ein Aufbruchswind, wenn man nur an die Bundeskältefachschule denkt.

Die Wirtschaftsförderung mühte sich deshalb nicht nur um ansiedlungswillige Unternehmen, sondern sah auch in der Betreuung und Bestandspflege der ortsansässigen Firmen eine wichtige Aufgabe. Aber auch ansiedlungswillige Firmen, die sich für den Standort Maintal interessieren, sollen bereits bei den ersten Gesprächen den Eindruck gewinnen, daß sie in Maintal gut aufgehoben sind.

Eine Firma der Kälte-Klima-Technik aus Frankfurt-Fechenheim konnte für den Standort Maintal gewonnen werden und siedelt derzeit mit 130 Beschäftigten hierher um. Auf dem ehemaligen Gelände der Firma Klöckner-Desma (Windsor) in Bischofsheim werden vorerst nach Abschluß der laufenden Umbaumaßnahmen 100 Personen beschäftigt sein. Als die Firma Desoutter vor der Entscheidung stand, einen neuen Betriebssitz zu wählen, konnte unter anderem auch durch intensive Bemühungen der Wirtschaftsförderung erreicht werden, daß diese Firma sich nicht anderswo niedergelassen hat, sondern in unmittelbarer Nachbarschaft des bisherigen Standorts ein neues Domizil fand. 70 Arbeitsplätze konnten dadurch für Maintal erhalten werden.

Der Kaufpreis für städtische Grundstücke betrug 1997 bei den letzten Verkäufen 420 Mark pro Quadratmeter zuzüglich etwa 30 Mark für voraussichtliche Erschließungskosten. Auch mit Immobilienfirmen, Maklern, Investoren und Unternehmensberatern arbeitet die Maintaler Wirtschaftsförderung eng zusammen.

Die Stadt hat sogar Ende 1997 einen Arbeitskreis installiert, weil die Ansiedlung möglichst nur innovativer und zukunftsorientierter Betriebe und zudem eine städtebaulich und architektonisch hochwertige Gesamtlösung angestrebt wird. Der Arbeitskreis „Gewerbe in Maintal“ besteht aus lokalen und regionalen Vertreterinnen und Vertretern von Verwaltung, Politik, Gewerbe und Interessenverbänden. Zum ersten Informations- und Arbeitsgespräch im Rathaus Bischofsheim hatte das neue Gremium Planungs- und Umwelt-Expertinnen und -Experten aus Berlin, Wiesbaden, Frankfurt und Fulda zu Gast.

 

Gewerbe am Regionalpark“:

Große Hoffnung setzte man damals auf das 25 Hektar große Gewerbegebiet

in Maintal-Bischofsheim zwischen der Autobahn 66 und der Eisenbahntrasse Frankfurt - Hanau, Maintals „letzte Reserve“. Prominentester Betrieb war die Bundesfachschule für Kälte- und Klimatechnik, und zwar exakt dort, wo beim Bau der nordmainischen S-Bahn der neue Bahnhof Maintal-West entstehen soll.

Trotz der extrem günstigen Lage des Entwicklungsgebietes „Gewerbe am Regionalpark“ gibt es mehrere Probleme, weshalb nicht die ganze Fläche, sondern nur rund 15 Hektar bebaut werden können. Große Teile der Fläche wurden von 1949 bis 1976 „parzellenweise verfüllt“

mit Hausmüll, Trümmerschutt, Bauschutt und Industrieabfällen. Doch aufgrund der Untersuchungen kann man heute präzis beurteilen, wo bebaut werden dürfe und wo nicht. Ein Hindernis ist das sich stellenweise immer noch bildende Gas Methan. Deshalb müssen Gasdrainagen gelegt und Meßstationen installiert werden, jedenfalls noch für zwei/drei Jahre. Problematisch sind die erheblichen Grundwasser- Belastungen, unter anderem mit Schwermetallen. Ein weiterer Negativ-Faktor ist die hohe Lärmbelastung durch Auto- und Eisenbahn. Dagegen sind Schutzinstallationen nötig.

Und schließlich liege - durch aus positiv, aber nutzungshinderlich - mitten im Gebiet ein schützenswertes Biotop, bestehend aus einem See und einem Wäldchen. Mit einem Baubeginn rechnete man nach dem Jahr 2000.

Eine gemischte Bebauung wäre grundsätzlich möglich. Bei einer Mischung zwischen Wohn- und Gewerbeansiedlungen hätte es aber einer besonderen Gründung der Gebäude, außergewöhnlicher Maßnahmen bei der Verlegung der Versorgungsleitungen und dem Aufbringen einer unbelasteten Erdschicht von einem Meter Mächtigkeit bedurft.  Außerdem hätten die Anwohner und Nutzer des Geländes intensiv betreut werden müssen, um ihnen Ängste zu nehmen und sie an einen verantwortungsbewußten Umgang mit dem Gelände heranzuführen. Schließlich können auf der Fläche auch keine Brunnen gebaut werden und die Gartennutzung wäre auch nur eingeschränkt möglich. Das Parlament verzichtete schließlich auf die Wohnbebauung, um Konflikte und Belastungen zu vermeiden und nur die weniger belasteten Flächen zu bebauen.

Erhard Rohrbach und Gerd Robanus machten klar, daß es das Ziel der Stadt sei, in dem neuen Gewerbegebiet in erster Linie Dienstleistungsbetriebe anzusiedeln. Dieser Wirtschaftszweig ist in der 40.000-Einwohnerstadt eher unterrepräsentiert. Die städtebauliche Konzeption für das neue Gewerbegebiet hat dagegen schon begonnen und wird von einem Planungsbüro erarbeitet. Die Stadt Maintal verfügt zwar noch über andere Flächen, die es als Gewerbegebiete auszuweisen gilt. Die im Bischofsheimer Osten ist jedoch mit Abstand jene, welche am ehesten als Innovation in die Zukunft angesehen werden kann.

 

Auf der Internetseite der Stadt wurden Ende 2006 folgende Flächen der Stadt für Gewerbe angegeben:

Dörnigheim:              6 Flächen mit rund 30.000 Quadratmetern

Bischofsheim: 7 Flächen mit rund 10.000 Quadratmetern

Hochstadt;     2 Flächen mit rund 12.000  Quadratmetern,

insgesamt also über 60.000 Quadratmeter (oder 6 Hektar).

Allerdings sind manche Flächen nur klein oder schwer zugänglich wie die Fläche   „Vor der Wieblos“ hinter Käse-Claus östlich der Querspange. Es fehlte aber wieder der Hinweis, daß es auch viele Flächen von Privatleuten gibt. Aber heute wollen die Unternehmer doch meist sehr kompakt bauen und vor allem sollen doch die kleinen Firmen gefördert werden. Außerdem gibt es natürlich auch private Flächen.

Leider hatte damals die Sachbearbeiterin für Wirtschaftsförderung nicht die nötige Sachkenntnis. Sie behauptete, das Gelände zwischen Kältefachschule und verlängertem Dörnigheimer Weg hätte keine Zufahrt (Natürlich müßte auch der Weg nach von Kältefachschule nach Osten ausgebaut werden. Aber es gibt ja auch die extra breit ausgeführte Unterführung unter der Autobahn hindurch). Sie hielt deshalb die Fläche für nicht geeignet für Gewerbe, die aber doch als Gewerbegebiet ausgewiesen ist.

 

Einzelhandelskonzept:

Ende 2008 wurde ein Einzelhandelskonzept für Maintal an die BBE-Unternehmensberatung GmbH aus Köln in Auftrag gegeben. Bei der Präsentation waren nicht einmal 20 Geschäftsinhaber gekommen. Und die Ergebnisse und Vorschläge der Studie wurden von ihnen sehr kritisch diskutiert. Der Vorschlag, daß sich die Geschäftsinhaber gemeinsam in einem Arbeitskreis zusammenschlössen und neue Ideen entwickelten, war einigen Gewerbetreibenden doch zu wenig. Die Studie offenbarte, bei der auch 500 Kunden befragt wurden, wenig Neues. Lebensmittel kaufen die Maintaler fast ausschließlich in der eigenen Stadt. Wenn es allerdings um Elektro-Waren, Kleidung, Sportartikel und andere Dinge, die man nicht dem täglichen Bedarf zurechnet, geht, dann zieht es die Maintaler entweder nach Frankfurt oder nach Hanau, wobei in Bischofsheim das Hessen-Center einen besonders großen Reiz auf die Bürger in diesem Stadtteil ausübt.

Den anwesenden Einzelhändlern fehlte bei der Analyse durch die Kölner BBE allerdings der Hinweis auf das veränderte Kaufverhalten der Kunden, die wesentlich mobiler geworden seien und mit dem Auto eben große Centren bevorzugten und natürlich nach günstigen Angeboten schauten.

 Bei der Aufwertung des Einzelhandels in der Dörnigheimer Kennedystraße oder von Fechenheimer Weg und Schäfergasse in Bischofsheim ist im übrigen auch die Stadt Maintal gefragt. Tatsächlich kann nur gemeinsam dafür gesorgt werden, daß der Einzelhandel in einer Stadt mit 38.000 Einwohnern eine Zukunft hat. Ob es dabei allerdings sehr hilfreich ist, nun das Braubach-Center am Dörnigheimer Bahnhof zu errichten, das weitere Kunden aus der Kennedystraße abzieht, ist schon mehr als fraglich.

 

Ende August 2008 führte Herr Sachtleber bei einer Veranstaltung in Dörnigheim aus, Man wollte dem Wegsterben des Einzelhandels in Maintal, das nicht nur in Bischofsheim, sondern vor allem in Hochstadt und in Teilen von Dörnigheim latent ist, begegnen. „Wir wollen alles dafür tun, damit sich zum Beispiel in den Gewerbegebieten kein Einzelhandel mehr ansiedelt und die Kaufkraft nicht komplett auf die ‚Grüne Wiese‘ gezogen wird. Ziel unserer Stadtplanung in den kommenden Jahren ist es, gerade die Einkaufsstraßen Kennedystraße und Fechenheimer Weg/Schäfergasse aufzuwerten und für die Maintaler Bürger attraktiver zu machen. Dabei wurde schon feste das Braubachcenter geplant.

 

 

 

Maintals Stärken

 

Allgemeines:

Maintal wurde 1974 gegründet aus der Stadt Dörnigheim und den Gemeinden Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen. Nach Hanau ist Maintal mit zirka 38.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Main-Kinzig-Kreises. Die Fläche der Stadt beträgt 32,39 Quadratkilometer. Rund 55 Prozent dieser Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, weitere 17 Prozent der Gesamtfläche sind bewaldet. Wald und Naturschutzflächen machen fast ein Fünftel der gesamten Gemarkung aus.

Maintal liegt im Dreieck zwischen Frankfurt, Hanau und Offenbach, an den verkehrstechnischen Schlagadern des Rhein-Main-Gebietes. Maintal ist Bindeglied zwischen der Großstadt Frankfurt  und dem Main-Kinzig-Kreis, direkt an der Grenze zur Stadt Frankfurt. Man ist stolz darauf, sich als eigenständige Kommune behauptet zu haben, trotz der Nähe zu Frankfurt und Hanau. Maintal gelingt es mehr und mehr, eine eigenständige und nachhaltige Position im Rhein-Main-Gebiet zu behaupten. Dazu gehören nicht nur ein vielfältiges Wohn- und Arbeitsplatzangebot, sondern auch gute Kindertagesstätten und Schulen. Maintal ist unter allen hessischen Städten mit 25.000 bis 50.000 Einwohnern „sehr gut positioniert“.

Der frühere Bürgermeister Walter Unger bezeichnete Maintal als „die größte unbekannte Stadt Deutschlands“. Vielleicht ist es nur Durchgang zwischen Frankfurt und Hanau. Bei der Wetterkarte des Hessischen Rundfunks wird es im Gegensatz zu Mühlheim, Bruchköbel oder Bad Vilbel immer übergangen. In Maintal steht zwar ein Wegweiser nach Bruchköbel, aber in Bruchköbel wird nur auf Hanau-Mittelbuchen hingewiesen. Auch am Hanauer Kreuz ist die Wegweisung nach Maintal verschwunden. Birgit Prinz, die Weltfußballerin aus Dörnigheim, wird meist Frankfurt zugeordnet. Im Internet wird man auf ein Industriegebiet in Schweinfurt geleitet. Und die Briefmarke „Maintal“ meinte den Mainbogen südlich des Spessarts.

Nur in den Staumeldungen kommt Maintal-Bischofsheim noch vor. Ein Begriff ist „Maintal“ erstaunlicherweise in Schweden. Dort gibt es ein Schulbuch, das das Leben in Deutschland am Beispiel einer Familie aus Bischofsheim darstellt.

Die Stadt ist geteilt durch die Bahnlinie und die Autobahn, über die es (in Zukunft) nur zwei Übergänge gibt. Die Stadt verfügt in ihrem Mittelbereich nicht etwa über ein Stadtzentrum, sondern einen vorwiegend landwirtschaftlich genutzten Bereich. Während in anderen Städten, Wohnungen, Geschäfte und Büros die Mitte prägen, wird dies in Maintal mehr und mehr die „Grüne Mitte“„ mit der Verbindung von Bewegung und Natur werden.

. Verwaltungssitz war zunächst Bischofsheim, dann Hochstadt. In den Stadtteilen sind Verwaltungsstellen eingerichtet, um den Bürgern lange Wege zu ersparen.

Die Maintaler Bürger genießen das Leben in einer Stadt, die in idealer Weise den Vorteil der Nähe einer Großstadt mit den Annehmlichkeiten des Wohnens auf dem Lande verbindet. Es liegt zwischen Stadt und Land, verbindet die Vorzüge beider Regionen. So ist es gelungen, den ländlichen Charakter von Hochstadt und Wachenbuchen zu erhalten und um die Infrastruktur einer aufstrebenden Kommune zu bereichern. In Maintal verschmelzen städtische mit natürlichen Strukturen.

Maintal hat einen eigenen Charakter, und jeder Stadtteil hat einen eigenständigen Charakter.

Maintal - das heißt Vielfalt in einer Stadt, die die Lebensqualität von Stadt und Land in sich vereint. Man ist sich bewußt, daß Leben und Kultur zweierlei bedeutet: Besinnung auf die eigene Identität und Offenheit für neue Impulse. Dies macht Maintal zu einer dynamischen Stadt, die sich ihre Eigenständigkeit bewußt und offen für die Zukunft in einer überaus lebendigen Region ist.

Das lebhafte Dörnigheim, das geschäftige Bischofsheim, Hochstadt mit seiner Fachwerkidylle und Wachenbuchen mitten in der Natur - jeder Stadtteil hat seinen ganz eigenen Charakter. Nicht zuletzt deshalb fühlen sich die Menschen hier besonders verbunden mit „ihrer“ Stadt und sind stolz auf die Lebensqualität, die  sich ihnen in Maintal bietet.

Für viele, die zum ersten Mal nach Maintal kommen, sind Lage und Umgebung der Stadt besonders reizvoll. Obwohl Frankfurt, Hanau und die anderen Städte des Rhein-Main-Gebietes „vor der Haustür“ liegen, trifft man vor allem in Hochstadt und Wachenbuchen auf eine ländliche Idylle. Fachwerkhäuser bestimmen das Bild in den historischen Altstädten, hessische Gastlichkeit und aufgeschlossene Menschen trifft man überall. Jeder Stadtteil hat seinen unverwechselbaren Charme, der ihn ganz besonders macht. Viele Kilometer Rad- und Wanderwege erschließen die Landschaft. Maintal hat in vielen Bereichen Vorbildcharakter.

Die vier Stadtteile Dörnigheim, Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen liegen im Grünen, eingebettet in weitläufige Erholungsgebiete.

 

Historisch gewachsene, stimmungsvolle Altstädte und moderne Infrastruktur bilden in Maintal eine einzigartige Kombination. Die Verkehrsanbindung mit Auto oder Bahn in alle Richtungen ist hervorragend, das „Tor zur Welt“ - der Flughafen Frankfurt/Rhein-Main - schnell erreichbar. Trotzdem braucht man zu Fuß oder mit dem Rad nur wenige Minuten in die freie Natur, in die größten Streuobstwiesen Hessens mit blühenden Apfel- und Birnbäumen, den Wald oder die grünen Mainauen. Hier gibt es eineWeute ist die Stadt geteilt duru8ch Heute ist die Stadt geteilt

Hier gibt es eine „historische Kraft“, die Maintal lebens- und liebenswert macht:  „Maintal hat noch immer mit einem Identitäts- und Imageproblem zu kämpfen. Dabei haben wir hier doch eine Menge Standortvorteile und können aus einer historischen Kraft schöpfen“.

 

Maintaler Indentität

Mit dem Maintaler Zusammengehörigkeitsgefühl - mit einem Fremdwort auch „Identität“ genannt - ist das so eine Sache. Schon zur Zeit der alten Germanen stand südwestlich des Anglersees der „Karolingerstein“, an dem drei Gaue zusammenstießen: Dörnigheim gehörte zum Maingau, Bischofsheim zum Niddagau, und Hochstadt und Wachenbuchen zur Wetterau. Die Orte wollten miteinander nichts zu tun haben: Bischofsheim und Hochstadt stritten sich 500 Jahre um die Gemarkung des zur Wüstung gewordenen Ortes Groschlag, ja noch bis ins 20. Jahrhundert gab es erbitterte Kämpfe unter der Dorfjugend.

Die Fastnachtsvereine von Hochstadt und Wachenbuchen ziehen auf den Sitzungen wechselseitig übereinander her (Kommentar eines Hochstädters, als er eine Nordic Walking Gruppe sieht, an der auch Wachenbucher beteiligt sind: „Jetzt wird den Wachenbuchen wenigstens das Laufen beigebracht!“). Dörnigheim und Wachenbuchen haben nichts miteinander zu tun, da liegt der große Wald dazwis­chen.

Vor allem spielt hier eine Rolle die Entstehung der Stadt Maintal im Jahr 1974. Damals wurde überall eine Gebietsreform durchgeführt, durch die größere Gemeinden und Landkreise entstanden. Die Nachbarstädte hätten gerne die Dörfer in ihrem Umkreis geschluckt: Bischofsheim nach Frankfurt, die anderen nach Hanau.  Um den zuvorzukommen schlugen die vier SPD-Bürgermeister in der Stadt Dörnigheim und den Gemeinden Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen die Gründung einer eigenen Stadt vor. Maintal kam also nicht aus freiem Willen zustande, sondern als das kleinere Übel.

Das wirkt bis heute nach über dreißig Jahren nach: Eifersüchtig achten die Bewohner der Ortsteile darüber, daß nicht ein anderer Ortsteil  bevorzugt wird. Vor allen  Dingen Wachenbuchen ist in der Tat das fünfte Rad am Wagen (manche sagen sogar: das siebte Rad): Hochstadt hat eine Umgehungsstraße, Wachenbuchen nicht. Dörnigheim hat einen neu gestalteten Ortskern, Wachenbuchen hat aus Eigeninitiative endlich einen Brunnen vor dem Rathaus. Solche Klagen mögen objektiv unberechtigt sein, aber sie zeigen die Befindlichkeit.

 

Der Name „Maintal“ entspricht auch nicht ganz den Tatsachen: Nur der Stadtteil  Dörnigheim liegt am Main. Und die Stadt liegt auch nicht in einem Tal, sondern am Rand einer Ebene. Aber es ist nun einmal damals so entschieden worden, da bleibt es jetzt die Aufgabe, ein Verhältnis zu dieser Stadt finden. Viele Einwohner fühlen sich aber immer noch ein erster Linie als Dörnigheimer oder Bischofsheimer oder gar als „Siedler am Klingsee“ denn als „Maintaler“. Viele Bürger - vor allem die Alteingesessenen - sind innerlich gegen die Stadt Maintal und sehen sie nur als eine Notlösung an. Sie fühlen sich mehr ihrem Stadtteil verbunden als der gesamten Stadt.

Das gilt, auch wenn in einer Informationsschrift der Stadt behauptet wird:  „Die vier Stadtteile sind näher zusammengewachsen. Es gibt heute so etwas wie ein ‚Maintalbewußtsein‘ bei den Bürgern und Bürgerinnen!“  Jeder der Stadtteile verfügt weiter über sein eigenes Zentrum in Form von Bürgerhäusern und kulturellen Einrichtungen sowie Einkaufsmöglichkeiten für die Bürger.

Aber es darf auch nicht vergessen werden, was diese Stadt an Gemeinsamkeiten hat. Da ist in erster Linie das Stadtparlament, das bewußt keine Ortsausschüsse und Ortsvorsteher hat. Es gibt eine gemeinsame Verwaltung mit Stadtläden in den einzelnen Ortsteilen. Auch die politischen Parteien haben einen Stadtverband, auch wenn noch die einzelnen Ortsvereine bestehen. Und unter den rund 140 Vereinen gibt es einige, die sich bewußt als Vereine in der ganzen Stadt verstehen (Bürgerhilfe, Schützenverein, Heimatmuseum, Winzer, die Ausländervereine, usw.)

 

Wer als Besucher nach Maintal kommt und sich in allen vier Stadtteilen umschaut, stellt schnell fest, daß jeder einzelne von ihnen seinen eigenen Charakter und speziellen Charme besitzt, der historisch gewachsen ist. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt die jeweilige geschichtliche Entwicklung.

Dörnigheim: Die erste urkundliche Erwähnung von Dörnigheim erfolgte im Jahre 793. Damals schenkte ein gewisser Wolfbodo dem Abt des Benediktinerklosters Lorsch unter anderem „alles Gebiet, das Turinichheim im Maingau liegt“. Diese Urkunde wird im Archiv in Würzburg aufbewahrt. Nach einer Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich IV. von 1064 und einer Bestätigung von 1366, in der sieben namentlich aufgeführte Dörnigheimer Schöffen das Eigentumsrecht in und an Dörnigheim bestätigt haben, gingen die Eigentumsrechte an den Benediktinerorden des St. Jakobsklosters in Mainz über.

Durch eine Rienecker Erbschaft ging im Jahre 1333 das Vogteirecht in Dörnigheim an die Hanauer Grafen. Diese schickten sich an, das Vogtrecht allmählich in ein Eigentumsrecht zu verwandeln. Der daraus entstehende Streit zwischen den Grafen von Hanau und der Abtei in Mainz um das Hoheitsrecht in Dörnigheim wurde gerichtlich nie entschieden. Dieser Streit wurde erst im Jahre 1803 durch den Reichsdeputationsbeschluß beendet. Durch diesen formalen Akt wurden alle geistlichen Güter in Deutschland säkularisiert, was nichts anderes bedeutet, als daß sie einem weltlichen Besitzer übergeben wurden. Die Eigentumsrechte gingen von Hanau über Kurhessen im Jahre 1866 an die preußische Hoheit über und bleiben dort bis zum Ende des 2. Weltkrieges 1945. Nach Kriegsende wurde gehört Dörnigheim zu dem in dieser Form neu gegründeten Bundesland Hessen. Durch seine schöne Lage direkt an den Ufern des Mains hat sich Dörnigheim bis heute seinen idyllischen Charme erhalten.

 

Bischofsheim: Am. 1. September 852 schenkte Ludwig der Deutsche der Salvatorkapelle in Frankfurt unter anderem die Kapelle von Bischofsheim. Karl der Dritte bestätigte diese Schenkung in einer heute noch erhaltenen Urkunde im Jahr 882. Da Bischofsheim zur Reichsgrafschaft Bornheimer Berg gehörte und damit Reichsgut war, hatten die Einwohner nur dem König gegenüber ihren Zins zu entrichten. Im Jahr 1500 tauschte Graf Ludwig II von Isenburg Teile des damaligen Dorfes Offenbach gegen Teile von Bischofsheim, mit dem Grafen von Hanau. Durch eine Feuerkatastrophe im Jahre 1538 wurde Bischofsheim völlig zerstört und mußte zum größten Teil an einer anderen Stelle neu errichtet werden. Zwei Wassergräben und ein dazwischen liegender Wall schützten Bischofsheim notdürftig gegen Feinde. Die Zugänge wurden durch zwei Pforten und zwei Tore ermöglicht.

Das älteste Bauwerk von Bischofsheim ist die evangelische Kirche. Dieses Gebäude ist wahrscheinlich das einzige, das den Dreißigjährigen Krieg überstand, weil Bischofsheim überfallen und gebrandschatzt wurde.

 

Hochstadt: Die erste urkundliche Erwähnung von Hochstadt ergibt sich aus einer Schenkungsurkunde des Jahres 846. Zum Schutz- der Bevölkerung wurde im 13. Jahrhundert um Hochstadt eine Ringmauer errichtet, nachdem die zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen in der nachfolgenden Zeit das Leben des Ortes und der Bürger bedrohten. Diese Ringmauer ist im Nordteil noch sehr gut erhalten, im Südteil noch teilweise. Im Jahre 1589 wurden eine Unter- und eine Oberpforte errichtet. Der Zugang zu Hochstadt war nur durch diese beiden Tore möglich. Die Unterpforte wurde im Jahre 1874 abgebrochen. Das Obertor ist heute jedoch noch erhalten. Unmittelbar im Süden von Hochstadt lag die Ortschaft Groschlag. Dieses Dorf wurde im Dreißigjährigen Krieg völlig zerstört. Die Straße „Zum Großschlag“ erinnert noch heute an diese Ortschaft. Entlang- des Hanggebietes zwischen Bergen. Bischofsheim und Hochstadt wurde bis zur Jahrhundertwende Weinbau betrieben, den man dann durch Obstbäume ersetzte. Maintal mit seinen Stadtteilen ist der Mittelpunkt der „Hessischen Apfelweinstraße“..Wegen seiner herrlichen Fachwerkbauten wird Hochstadt oftmals „das Rothenburg des Main-Kinzig-Kreises“ genannt. Entlang des Hanggebietes zwischen Bergen, Bischofsheim und Hochstadt wurde bis zur Jahrhundertwende Weinbau betrieben, den man später durch Obstbau ersetzte. Heute befindet sich dort das größte zusammenhängende Streuobstwiesengebiet Hessens und in Hochstadt die eine  Apfelweinkelterei.

 

Wachenbuchen: Wachenbuchen wird bereits 798 als „Bucha“ urkundlich erwähnt. Die urkundliche Bezeichnung des Jahres 1243 „ Wagghenbuche“ kommt dem heutigen Namen schon sehr nahe. Wachenbuchen war Eigentum der Herren von Hanau. deren Vorfahren hier eine kleine Wasserburg hatten. Diese Burg wurde vermutlich im 10. Jahrhundert gebaut. Das Flurstück „An der Burg“ ist eine Erinnerung an das Bauwerk.

 

Die Kirche ist eine ehemalige Wehranlage aus dem 15. Jahrhundert. Der Kirchturm aus dem Jahre 1461 hat Fenster, die stark an Schießscharten erinnern. Das alte Rathaus wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Das Wappen über dem Aufgang weist auch heute noch auf die Zugehörigkeit Wachenbuchens zur Grafschaft Hanau hin. Aus dem 18. Jahrhundert stammt das Geibelhaus, in dem die Vorfahren des Dichters Emanuel Geibel wohnten. In seinem Gedicht „Aus alter und neuer Zeit“ schrieb Emanuel Geibel unter anderem: „Mein Stammhaus steht im Frankenland, im Dorf zu Wachenbuchen.“

 

Verkehr:

Die Stadt am Main verfügt über gute Verkehrsanbindungen, was sich auch auf die Wirtschaft positiv auswirkt. Maintal liegt an den verkehrstechnischen Schlagadern des Rhein-Main-Gebietes:

-  an der Wasserstraße Main

- an der Bundesbahnstrecke Frankfurt-Hanau und damit an der wichtigsten Bahnlinie

   Frankfurt/Main-Nürnberg

-  an der  Bundesstraße 8/40 sowie der Autobahn A 66

-  Maintal verfügt im Rahmen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes über ein Stadtbusnetz

    mit Direktanschluß an die U-Bahn in Frankfurt.

-  die Mainhäfen in Hanau und Frankfurt am Main sind leicht erreichbar.

-  der Flughafen Frankfurt ermöglicht eine uneingeschränkte internationale Mobilität und ist ein erheblicher Standortvorteil für das Rhein-Main-Gebiet. Der Flughafen Frankfurt ist schnell erreichbar, von hier aus öffnet sich das Tor zur Welt.

Die Region ist ein Knotenpunkt für Güter, Dienstleistungen, Finanz- und Informationsströme. Man findet in nächster Nähe zu Autobahn, Flughafen und der Messestadt Frankfurt.  Verbessert werden sollen die Verkehrsverhältnisse noch durch den Anschluß an die Autobahn A 66 im Riederwald und die  nordmainischen S-Bahn.

 

Wirtschaft:

Nachdem zahlreiche mittlere Industrie- und Gewerbebetriebe aus der nahen Main-Metropole Frankfurt nach Maintal über siedelten, stieg die Zahl  der Arbeitsplätze auf mehr als 10.000  und schließlich sogar auf 12.000. Durch die Schließung oder Verlagerung mehrerer großer Firmen gab es nur 2008 nur noch rund 7.600 Arbeitsplätze in Handel, Handwerk, Industrie und Dienstleistung.

Aber Maintal ist für ansiedlungswillige Betriebe interessant. Durch eine behutsame und vorausschauende Ansiedlungspolitik wurde eine Vielfalt von Gewerben angesiedelt und eine verkehrstechnische Überlastung der Stadt vermieden. Ansprechende Gewerbegebiete, gezielte Wirtschaftsförderung, Gewerbeflächen zu attraktiven Preisen, faire Steuersätze und eine individuelle Betreuung durch die Wirtschaftsförderung der Stadt Maintal sind starke Argumente für den Standort. Unternehmen profitieren von der Auswahl aus drei verschiedenen Gewerbegebieten in Bischofsheim, Dörnigheim und Hochstadt, aber auch von der hohen Wohn- und Lebensqualität für ihre Beschäftigten.

Mit rund 38.000 Einwohnern ist Maintal groß genug, um den Firmen eine professionelle Beratung zu bieten. Dabei ist es aber klein genug, um in persönlichen Gesprächen bei der Lösung anstehender Fragen behilflich zu sein. Eine gezielte und persönliche Betreuung von hier ansässigen Betrieben und von Firmen, die sich neu in Maintal ansiedeln möchten, gehört zum Konzept der städtischen Wirtschaftsförderung. Interessierte Unternehmen finden in Maintal genügend Raum und bei der Wirt­­schafts­förderung die notwendige Unterstützung, um ihre Ideen zu verwirklichen.

 

 

Auch junge Unternehmerinnen und Unternehmer werden gezielt gefördert, beispielsweise mit dem Maintaler Gründerzentrum. Hier haben Existenzgründer die Möglichkeit, in den ersten Jahren ihrer Selbständigkeit extrem günstige Büro- und Gewerbeflächen anzumieten und in aller Ruhe und ohne hohe Fixkosten ihr persönliches Netzwerk aufzubauen.

Maintal ist ein Standort für Innovationen: Hochspezialisierte Telekommunikations- und Tech­nologie-Firmen finden sich hier ebenso wie Unternehmen aus der Produktions-  und Verfahrenstechnik, aus dem Bereich Sensorik, Mess- und Regeltechnik sowie Logistik. Mit der Bundesfachschule für Kälte-Klima-Technik ist Maintal zum bedeutendsten Zentrum der Kälte-Klima-Technik in Deutschland mit Modellcharakter geworden.

 

Kinderbetreuung:

Der Versorgungsgrad an Kindertagesstätten und Hortplätzen ist überdurchschnittlich hoch. Für alle Maintaler Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren steht ein Kindergartenplatz zur Verfügung. Es besteht sogar ein Überangebot an Plätzen und eine lückenlose Betreuung  mit flexiblen Öffnungszeiten. Jetzt soll das Angebot für die unter Dreijährigen in den städtischen Kindertagesstätten erweitert werden. Gemeinsam mit den freien Trägern und den Tagesmüttern soll bis zum Jahr 2013 die Zielvorgabe von rund 250 Plätzen erreicht werden. Damit kommt die Stadt dem Wunsch vieler junger Mütter nach, bereits vor Ablauf der dreijährigen Elternzeit in den Beruf zurückzukehren.

Die Kinderbetreuung in Maintal ist hervorragend und bietet für die Lebenssituation junger Familien oder Alleinerziehender eine ideale Lösung. Gezielt unterstützt werden private Initiativen und freie Träger. Städtische und private Kindertagesstätten sowie zahlreiche Tagesmütter aus dem Tagespflegeprojekt der Stadt Maintal schaffen optimale Voraussetzungen für eine individuelle Kinderbetreuung. Unbürokratisch, kreativ und  flexibel werden hier Angebote geschaffen, die den Bedürfnissen der modernen Familie entsprechen Die Qualität der Kinderbetreuung soll noch weiter verbessert werden - vor allem, wenn es um das Angebot eines warmen Mittagessens geht. Familien fühlen sich in Maintal ebenso zuhause wie Singles, Senioren ebenso wie junge Menschen. Die Stadt Maintal legt großen Wert auf Familienfreundlichkeit.

 

Schulen:

Breitgefächert ist auch das Schulangebot. Es gibt sechs Grundschulen in allen Stadtteilen, eine integrierte Gesamtschule, eine Haupt- und Realschule, ein Gymnasium und zwei Sonderschulen. Erklärtes Ziel der städtischen Politik ist und war es, alle Schulsysteme für Maintaler Kinder und Jugendliche anzubieten. Der Kreis als Verantwortlicher für die Schulgebäude wird mit zusätzlichen Mitteln weitere Verbesserungen an den Gebäuden in Maintal vornehmen. Der Erziehungs- und Bildungsstandort Maintal erfährt durch diese Maßnahmen von Stadt und Kreis eine deutliche Aufwertung. Lange Schulwege, die Kinder und Eltern viel Zeit kosten, entfallen.

Angebote für Jugendliche finden sich nicht nur in den Jugendclubs, die in allen Stadtteilen besucht werden können, sondern auch in den Maintaler Vereinen: Sport und Kultur, Musikgruppen und Chöre oder die Freiwillige Feuerwehr.  Maintaler Unternehmen bilden aus in allen Branchen vom traditionellen Handwerk bis hin zur modernsten Technologie. Die in Bischofsheim ansässige Bundesfachschule für Kälte- und Klimatechnik hat sich bundesweite Anerkennung erworben. Die Europäische Studienakademie Kälte-Klima-Lüftung bietet sogar die Möglichkeit zu einem Ingenieurstudium.

 

Senioren:

Neben einer vorbildlichen Kinderbetreuung und Treffpunkten für Jugendliche findet sich eine engagierte Seniorenarbeit. Für einen geruhsamen Lebensabend unter medizinischer Betreuung ist in den städtischen Altenwohnheim gesorgt.

Auch in diesem Bereich unterstützt die Stadt Maintal die vielfältigen Initiativen von Vereinen, Kirchen und Verbänden. Geplant ist eine Einrichtung der stationären Altenhilfe in den vier Stadtteilen.

Ältere Menschen erfahren in Maintal eine ganz besondere Solidarität und ein großes Netzwerk: Es gibt zwei Seniorenzentren, die städtische Seniorenbetreuung und die Mobilen Sozialen Hilfsdienste (MSHD). Das Maintaler Seniorenoffice organisiert zahlreiche Freizeit- und Hilfsangebote. Das Gleiche gilt für den Verein „Bürgerhilfe Maintal e.V.“. Beide Organisationen, die sich gegenseitig ergänzen, fungieren außerdem als Vermittler zwischen Hilfebedürftigen und Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Abgerundet wird das Spektrum durch zahlreiche Angebote kirchlicher und anderer Träger. Damit finden ältere und kranke Menschen und ihre Angehörigen überall kompetente Ansprechpartner, Rat und Hilfe bei Themen wie Wohnen im Alter, häusliche Pflege oder Demenzerkrankungen. n Maintal fühlen sich alle Generationen gleichermaßen zu Hause.

 

Sport:

Maintal ist eine Stadt, in der es sich sehr gut leben läßt. Wohnen und Arbeiten, Lernen und Ausbildung, Freizeit und Erholung - für alles ist gesorgt. Viele Einrichtungen für Sport und Kultur führen die Menschen in Maintal jeden Tag zusammen. Sie sind Treffpunkte für Jung und Alt, ebenso wie die Maintaler Vereine, Kirchen und Verbände. Maintal, das heißt Vielfalt auch im Freizeitbereich. Es gibt Sportplätze in allen Stadtteilen, zahlreiche Vereinsanlagen und das große Hallen- und Freibad mit fünf Außensportanlagen. In Bischofsheim wird ein Kunstrasenplatz angelegt, die notwendige Erneuerung der Anlagen in Dörnigheim soll durch einen Neubau einer Sport- und Freizeitanlage am Maintalbad umgesetzt werden. Gelegenheiten zum Breitensport sind reichlich vorhanden. Sportler finden in den Maintaler Wäldern unzählige Lauf- und Walkingrouten. Es gibt Strecken für Inlineskater sowie in den Maintaler Vereinen verschiedenste Angebote von den klassischen Mannschafts- und Individualsportarten bis hin zu Trend-Disziplinen. Die Vereine bieten über 20 Sportarten an.

 

Freizeit:

Die Naherholungsgebiete haben eine besondere Ausstrahlung. Naturfreunde können sich davon bei Wanderungen in den Wiesen zwischen Hochstadt und Bischofsheim, mit dem Fahrrad auf dem Mainuferweg, der Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute oder der Hohen Straße überzeugen. Der Ausbau von Wanderwegen in der Feld- und Waldgemarkung wird vorangetrieben.  Die Maintaler Streuobstwiesen oder die „Grüne Mitte“ zwischen den Stadtteilen Dörnigheim, Bischofsheim und Hochstadt sind Paradiese für seltene Tier- und Pflanzenarten und für die Maintalerinnen und Maintaler. Auch die Mainuferpromenade wird von vielen Menschen für Spaziergänge und Radtouren genutzt werde.

Im Jahre 1984 wurde sogar ein Verkehrsverein gegründet, der sich verstärkt um den Fremdenverkehr bemühen wollte. Von hier ging auch der Gedanke zur Realisierung einer Hessischen Apfelweinstraße aus, die 1985 mit einem großen Fest eingeweiht wurde. Insbesondere in den Stadtteilen Wachenbuchen und Hochstadt als Mittelpunkt dieser Apfelweinstraße findet der Tourist zählreiche mit einem Schild gekennzeichnete Apfelwein-Gaststätten, die das hessische Nationalgetränk ausschenken und dazugehörende Speisen anbieten. An dieser - auch „Route der Gastlichkeit“ genannten -  32 Kilometer langen Apfelweinstraße lohnt es sich schon zu verweilen, insbesondere dann, wenn man schöne alte Fachwerkhäuser liebt, die man insbesondere im Stadtteil Hochstadt findet. Im alten Hochstädter Rathaus wurde ein Apfelweinlokal einer neuen Bestimmung übergeben. In Hochstadt können die interessierten Touristen in einer großen Apfelweinkelterei zusehen, wie „des goldisch Stöffche“, wie der Apfelwein im Raum Hanau genannt wird, entsteht.

 

In den verschiedenen urigen „Appelwoi“-Wirtschaften mit gepflegter regionaler Atmosphäre und typisch hessischen Spezialitäten trifft man sich nach der Fahrradtour oder an lauen Sommerabenden zu einem gemütlichen „Schöppche“ mit Freunden. Die Mainterrassen und die Dörnigheimer Altstadt laden bei schönem Wetter mit Gasthäusern und Cafes zu Kaffee und Kuchen, einem leckeren Eis oder einem kleinen Imbiß ein. Und wer sich kulinarisch einmal etwas ganz Besonderes gönnen möchte, findet in Dörnigheim mit dem „Hessler“ sogar ein echtes Sterne- Restaurant.

Maintals Lage zwischen Taunus, Vogelsberg und Spessart bietet einen hohen Freizeitwert.

Die guten Verkehrsverbindungen und die Wirtschaftskraft des Rhein-Main-Gebietes sind dabei genauso wichtig, wie die Nähe zum urbanen Zentrum Frankfurt und zu den attraktiven Regionen Spessart, Rhön und Odenwald.

 

Kultur:

In Maintal hat sich ein dynamisches Kulturleben entfaltet. Den Mittelpunkt bildet das Historische Rathaus im Stadtteil Hochstadt. Es bietet den Rahmen für vielfältige Veranstaltungen wie Ausstellungen von zum Teil überregionaler Bedeutung, Konzerte und Lesungen. Darüber hinaus organisiert die Volksbühne Auftritte bekannter Schauspieler im Bischofsheimer Bürgerhaus. In der Evangelischen Kirche Hochstadt hat sich eine Konzertreihe mit international bekannten Musikern etabliert.

Breit ist auch das Angebot der Maintaler Kulturvereine. Sie nehmen sich der musischen Frühförderung der Kinder an, veranstalten Kurse für die breite Öffentlichkeit. Mit ihren Chören, Ensembles und Künstlergruppen tragen sie zu einer lebendigen und bunten Kulturlandschaft in Maintal bei. Die 165 Sport- und Kulturvereine sind Anlaufstelle für alle Generationen und Treffpunkt für Jung und Alt, vom Kleinkinderturnen bis zum Kulturprogramm für ältere Menschen. Kinder und Eltern, Freizeitsportler und Ausnahmetalente, Musikbegeisterte, helfende Hände und aktive Senioren: Hier findet mit Sicherheit jeder „seinen“ Verein und eine gezielte Förderung, die Spaß macht. Es gibt auch mehrere Stadtteilbüchereien mit einem umfangreichem Angebot.

 

Ärzte:

Die ärztliche Versorgung ist umfassend. Unterstützt wird die Niederlassung von Fachärzten in allen vier Stadtteilen. Kliniken sind im Notfall schnell zu erreichen. Ein ärztlicher Vertretungsdienst befindet sich in Bruchköbel

 

Infrastruktur:

Überall bemüht sich ein aktiver Einzelhandel um ein lückenloses Warenangebot. Bürgernähe und Anpassung an die örtlichen Gegebenheiten, dies ist auch das Ziel der Kommunalverwaltung. Die Stadtverwaltung leistet eine sehr gute Arbeit, was auch der Landesrechnungshof bei seiner Prüfung bereits bestätigt hat.  Mit den Maintal Werken (MWG) ist ein Energieversorger am Ort angesiedelt. Die Sanierung von Straßen und Kanälen wird vorangetrieben

 

Partnergemeinden:

Maintal ist mit vier Partnergemeinden verschwistert:

-  Die Partnerschaft mit Luisant wurde bereits 1973 von der damals noch selbständigen Gemeinde Hochstadt geschlossen und blüht heute noch stärker denn je. Die Stadt hat etwa 7.000 Einwohner und liegt unmittelbar vor den Toren von Chartres und etwa 80 Kilometer südwestlich von Paris. Luisant ist ein typisch französisches Arbeiterstädtchen und trägt damit der industriellen Entwicklung dieses Gebietes bei.

-  Die Partnerschaft mit Moosburg (Kärnten in Österreich) wurde von der damals selbständigen Gemeinde Wachenbuchen begründet. Der Ort hat rund 3.500 Einwohner und liegt etwa 15 Kilometer von Klagenfurt entfernt und ist  ausschließlich auf Fremdenverkehr eingerichtet.

-  Esztergom (Ungarn) liegt 60 Kilometer von Budapest entfernt am Donauknie. Es hat rund 32.000 Einwohner und wird auch das „ungarische Rom“ genannt. Es gibt zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten. Die Basilika mit Schatzkammer ist die größte Kirche Ungarns.

- Katerini (Griechenland) liegt etwa 60 Kilometer südlich von Thessaloniki und hat etwa 60.000 Einwohner. Es liegt in malerischer Landschaft zwischen den Städten des Ther­maischen Golfes und dem Sitz der Götter, dem Olymp. Riesige Kiwi-Plantagen und große Olivenhaine prägen die Landschaft.

 Neben den offiziellen Begegnungen haben sich zahlreiche private Kontakte zwischen den Bürgern ergeben, die eifrig gepflegt werden.

 

Ein Vertreter der Bundesfachschule für Klimatechnik sagt über Maintal:  „Die Stadt Maintal in unmittelbarer Nähe zur europäischen Finanz- und Wirtschaftsmetropole Frankfurt/Main ist für unser international anerkanntes Fort- und Weiterbildungsinstitut der ideale Standort. Der gut ausgebaute öffentliche Nahverkehr, das dichte Netz der Fernstraßen und Autobahnen, die Nähe zum Flughafen Frankfurt Rhein-Main bieten die für uns optimale verkehrsmäßige Anbindung. Damit ist sichergestellt, daß Teilnehmer aus aller Welt unsere Bildungseinrichtungen, die Bundesfachschule für Kälte-Klima-Technik und Europäische Akademie für angewandte Kälte- und Klimatechnik, bequem erreichen können. Die zehnjährige positive Erfahrung des Instituts mit dem Standort Maintal hat dazu geführt, daß in unmittelbarer Nähe das Europäische Haus der Kälte-Klima-Technik errichtet wurde. Maintal ist damit zum bedeutendsten Zentrum der Kälte-Klima-Technik mit Modellcharakter geworden. Jährlich kommen Delegationen aus vielen Ländern, die sich hier Ideen für eigene Bildungseinrichtungen holen!“

 

Der Bürgermeister sagte am 23. August 2006: „Angebot und Leistungen in Maintal sind weitaus besser als unser Ruf“. Sehr gut gelungen ist die neueste Informationsschrift der Stadt „Maintal, Leben in der Stadt…auf dem Land…am Fluß“.

 

 

 

 

 

Mitspracherecht der Bürger

 

Ehrenamtliche Mitglieder des Magistrats:

Im April 1992 hatte Bürgermeister Unger in einem Leserbrief die Arbeit der Ehrenamtlichen gewürdigt und dabei auch von der Gleichberechtigung aller Magistratsmitglieder geschrieben.

Dem wurde aber widersprochen: Für repräsentative Aufgaben ist man froh, die ehrenamtlichen Magistratsmitglieder einsetzen zu können. Aber wenn es um die wirklichen Entscheidungen geht, dann haben die hauptamtlichen Magistratsmitglieder naturgemäß ein Übergewicht. Sie allein führen die Verhandlungen und den Schriftverkehr. Ihnen steht die Verwaltung zur Verfügung und arbeitet ihnen zu. Sie haben ganz einfach einen Informationsvorsprung, dem ein ehrenamtliches Mitglied immer unterlegen ist. Und nicht zu vergessen: Für die Hauptamtlichen ist die Politik ihr Beruf, können viel mehr Zeit dafür einsetzen und sich sachkundig machen.

Wie die Entscheidungen dann in der Praxis laufen, kann man am Beispiel des Haus Hauptstraße 9 (altes Pfarrhaus, ehemaliges Verwaltungsgebäude in Hochstadt) deutlich machen. Die Stadtverordnetenversammlung hatte beschlossen, daß das Haus für kulturelle Zwecke genutzt wird. Am Dienstag, dem 3. Dezember 1992, kamen die drei hauptamtlichen Mitglieder des Magistrats überein, das Haus „vorübergehend“ mit Flüchtlingen zu belegen.

Während sie noch tagten, waren schon die Bausachverständigen der Stadt dabei, die notwendigen Um- und Einbauten an Ort und Stelle festzulegen. Am Mittwoch waren schon die Handwerker im Haus. Erst am Abend dieses Mittwochs, also am 4.12., war eine Sitzung des Magistrats. Was blieb den ehrenamtlichen Magistratsmitgliedern da noch anderes übrig, als den schon geschaffenen Fakten zuzustimmen? Sie wurden einfach überfahren und haben einmal mehr ihre faktische Ohnmacht erfahren.

Die regierenden Parteien haben die Mehrheit und können sich auf die Parteidisziplin verlassen. Wenn einer aber doch irrigen Meinung ist, er wäre seinem Gewissen und dem gesunden Menschenverstand verpflichtet, dann wird ihm beigebracht, daß seine Aufgabe darin besteht, die Hand zu heben, wenn die in den vorderen Reihen sie heben.

Man kann sich nur wundern, daß die Stadtverordnetenversammlung sich das so gefallen läßt. Ein Beschluß kann doch nur wieder abgeändert werden von dem Gremium, das ihn gefaßt hat.

Die Ausrede, es handele sich nur um eine „vorübergehende“ Maßnahme, gilt nicht, denn mit diesem Argument könnte man jeden Beschluß der Stadtverordnetenversammlung aushebeln.

Vorübergehende Regelungen haben es an sich, zukunftsweisende Bedeutung zu haben.

Die Arbeit der ehrenamtlichen Magistratsmitglieder wird nicht durch die Presse abgewertet, sondern durch hauptamtliche „Fachleute“, die meinen, mehr „Sachverstand“ zu haben als die Ehrenamtlichen im Magistrat, in Vereinen, in der Schule und überhaupt in der Öffentlichkeit.

 

Herr Unger antwortete darauf: „Ach, wenn's doch so wäre! Es blieben mir und meinen hauptamtlichen Kollegen viele lange Nachmittage und Abende erspart, in denen wir Pläne vorstellen, Vorlagen erläutern, verteidigen und abändern und Kompromisse schließen müssen. Denn die Mandatsträger verstehen sich als Kontrollorgan, als Gegengewicht und machen uns auch schon einmal deutlich, wer in der Demokratie das Sagen hat.

Auch wenn es deshalb in der Stadtverordnetenversammlung so scheint, als ob sich die Tätigkeit der Stadtverordneten im Handhaben entsprechend der Fraktionszugehörigkeit beschränkt Bis es soweit ist, sind viele Diskussionen vorausgegangen. Im Magistrat, in den Fraktionen, in den Ausschüssen. Und dieser ständige Zwang zur Diskussion, zu Auseinandersetzungen mit anderen Meinungen, zur Rechtfertigung des eigenen Handelns ist der eigentliche Wert der Beteiligung ehrenamtlicher Mandatsträger auf allen Entscheidungsebenen der Kommunalpolitik

 

Mithilfe der Bürger:

Herr Sachtleber sagte auf einer Veranstaltung Ende August 2008: „Wir sind nicht zuletzt auf die Ideen und die Beteiligung der Bürger dieser Stadt angewiesen. Sie müssen uns sagen, was Sie möchten, wie Sie sich die Weiterentwicklung unserer Stadt vorstellen!“ Entsprechend soll im Mittelpunkt der Stadtentwicklung eine Bürgerbefragung stehen. Nach seiner Ansicht verfüge Maintal über ein großes Potential, das zum Teil aber noch gar nicht abgerufen worden sei.

Sachtlebers Ausführungen waren voll von Allgemeinplätzen und immer unter dem Gesichts­punkt:  „Darüber muß man reden, das kann man so oder so machen!“ Dabei betonte er immer wieder:  „Sie als die Bürger bestimmen über die Stadtentwicklung. Wir können Ihnen nur Hilfestellung geben!“ Unterstützend sprach er von vielen Gutachten, Bürgerbefragungen und Diskussionen.

Aber in der Praxis hat kein Bürger die Möglichkeit, die Stadtentwicklung mitzubestimmen. Er kann nur versuchen, mit seinen Argumenten die Entscheidungsträger zu überzeugen. Dieses sind in der parlamentarischen Demokratie die Stadtverordneten. Diese werden aber ständig von der Verwaltung und dem Magistrat über den Tisch gezogen. Die Methode ist immer die gleiche: Zunächst wird gesagt, daß ja noch nichts entschieden sei, man müsse erst noch Gut­achten einholen und die gesetzlichen Bestimmungen einarbeiten, es könne alles immer noch geändert werden (aber offenbar nicht vollständig aufgegeben werden).

Und dann auf einmal heißt es: Jetzt haben wir so viel Geld ausgegeben und so lange geredet, jetzt müßt ihr in 14 Tagen zustimmen, sonst springt der Investor ab. Und wenn der Beschluß der Stadtverordnetenversammlung - den man leider haben muß -  dann gefallen ist, wird nachverhandelt.  Die vorgelegten Papiere sind so weit gefaßt, daß sie interpretierbar sind. Die Stadtverordneten werden mit so viel Papier zugetextet, daß sie die anstehenden Fragen gar nicht mehr beurteilen können. Eigene Pläne entwickeln sie kaum noch, sie diskutieren immer nur noch das, was vom Magistrat vorgelegt wurde, und zwar nicht grundsätzlich, sondern nur die Einzelheiten.

Auch die extra einberufenen, aufwendigen Zukunftswerkstätten sollen nur die Vorlage des Magistrats bestätigen. Da sie das aber meist nicht tun, wird das Ergebnis entweder ignoriert oder verfälscht oder man beruft ein neues Gremium ein. Wegen der Planung des in Aussicht genommenen Baugebiets am Kesselstädter Weg saßen 20 Bürger  (und 20 Zuhörer) einen ganzen Tag zusammen. Drei Planungsfirmen stellten ihre Ergebnisse vor (und hatten auch die Gesprächsführung und das Protokoll). Alle Pläne wurden von den Anwesenden verworfen und eine neuer Plan für die Verkehrsführung aufgestellt. Mit anderen Worten: Die Firmen hätte man gar nicht gebraucht. Da das Ergebnis aber nicht mit den Wünschen des Magistrats übereinstimmte, hat man zwei neue Firmen beauftragt. Dem Vernehmen nach wird jetzt wieder der Plan favorisiert, der von den Bürgern mit Mehrheit abgelehnt worden war (Abbau der beiden vorhandenen Straßen zugunsten einer lärmschutzgeschützten neuen Straße mitten durch  das neue Wohngebiet).

Nach krasser ist es bei der „Entwicklung des Naherholungsgebiets Grüne Mitte“. Hier beruft man sich zwar auf eine Bürgerbeteiligung, aber die Bürger wollten es immer anders als der Magistrat. Die „Zukunftswerkstatt Grüne Mitte“ befürwortete allenfalls einen neuen Belag auf dem bereits geteerten Weg, damit er für Skater gut nutzbar ist. Fußballplätze wurden ausdrücklich abgelehnt.

Deshalb wurde das Institut für Sportstättenentwicklung herangezogen. Deren Gutachten hätte für die  Zwecke des Magistrats genügt, die Vereine und andere Bürger hätte man lieber her­aushalten sollen, denn die lehnten wiederum die Sportplätze ab (mit Ausnahme des begünstigten Vereins Germania). Der Bericht des Instituts an den Magistrat wurde dann von einem Protokoll in ein Gutachten umgewandelt, das natürlich dem vom Magistrat gewünschten Ergebnis entsprach. Plötzlich waren Pläne und neue Gutachten da, und der Magistrat hat das erreicht, was er wollte, weil nämlich im Bauausschuß die Frage gar nicht mehr grundsätzlich diskutiert wurde, sondern nur noch Einzelfragen. Von einer Bürgerbeteiligung bei der Stadtplanung kann also keine Rede sein. Wille der Bürger ist es vielmehr, daß die Grüne Mitte ein Naherholungsgebiet bleibt und nicht durch eine Vielzahl von Sportstätten „aufgewertet“ wird.

 

Bauleitplanung:

Bei der Aufstellung eines Bebauungsplans ist die Beteiligung der Bürger doch nur formal.  Alle Einwände werden in der Regel vom Fachdienst abgebügelt, selbst Rechtschreibefehler und sachliche Fehler (falsche Straßennamen und Himmelsrichtungen) werden nicht ausgebügelt, Widersprüche im gleichen Plan nicht aufgelöst. Wenn ein städtischer Mitarbeiter einen Bebauungsplan aufgestellt hat oder den Plan eines anderen für gut befunden hat, dann kann er nur schwer davon abrücken.  Jeden Verbesserungsvorschlag sieht er als persönliche Kritik an und wehrt sich mit  Händen und Füßen gegen eine Änderung.

Auch bei übergeordneten Behörden ist das nicht anders: Entweder erklären sie sich nicht für zuständig oder verweisen auf die untergeordneten Stellen bzw.  geben denen unbesehen Recht. Bürgerbeteiligung muß eben sein, aber es gibt viele Möglichkeiten, sie in der Praxis auszuhebeln. Ein Fachdienstleiter hat einmal gesagt: „Der Vertreter aller Maintaler Bürger ist der Bürgermeister. Es gilt, was er sagt, denn er ist dafür gewählt!“

 

Wichtige Bebauungspläne werden nicht einmal im Ausschuß eingehend erörtert. Einige Mitglieder kommen in die Sitzung und haben nicht einmal den Umschlag mit den Sitzungsunterlagen geöffnet. In der Stadtverordnetenversammlung wir im Block darüber abgestimmt. Und das ist dann der Wille der Bürger. In Wirklichkeit hat ein Investor den Plan nach seinen Wünschen aufgestellt. Wenn er geändert wurde, dann nur in seinem Sinne. Und sowie er rechtskräftig ist, wird nachverhandelt und werden neue Forderungen gegen die Interessen der Stadt und Bürger gestellt.

 

Stadtleitbild:

Ende 2008 kam der Plan auf, ein Stadtleitbild zu erstellen (wahrscheinlich durch Anregung der Projektleiterin). Insgesamt 600 Bürger in allen vier Stadtteilen wurden befragt (die freiwillige Helfer erhielten für jeden Fragebogen sechs Euro). Herausgefunden werden sollte:

„Was denken die Maintaler Bürgerinnen und Bürger über ihre Stadt?“ Der Bürgermeister sagte dazu: „Das Leitbild wird als ,roter Faden' und als Handlungsorientierung für Politik, Verwaltung und öffentliche Einrichtungen dienen und uns helfen, die Stadt Maintal im Sinne der Bürger und vor allem mit ihrer Beteiligung weiter zu entwickeln. Es ist eine Gesamtkonzeption für die Zukunft Maintals“.

Das Projektteam bereitet nicht nur die Befragung vor und setzt sie dann um, sondern es soll die Stadt Maintal ebenso bei der Formulierung und später bei der Umsetzung des Leitbilds begleiten. Die Bürger sollen gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Verwaltung, öffentlichen Institutionen und erfahrenen Fachleuten das neue Stadtleitbild erarbeiten. Jeder, der möchte, sollte dabei seine Wünsche, Vorschläge, Ideen und Erfahrungen einbringen können.

Auch Herr Sachtleber sagte Ende April 2009: „Wichtig ist vor allem, daß sich die Bürger im Anschluß an die Erstellung des Stadtleitbildes an der Umsetzung der gefaßten Planungen für eine noch lebenswertere Stadt Maintal beteiligen. Wir wollen in vielen Bereichen den Anschub liefern, um dann - ähnlich wie beim SeniorenOffice - die Ausführung in die Hände der Bürger zu geben. Unser Ansinnen ist es, die Menschen in Maintal in den gesamten Prozeß mit einzubeziehen und keineswegs etwas an den Bürgern vorbei zu beschließen und umzusetzen“.

Doch bei der Vorstellung der Ergebnisse der Bürgerbefragung gab es keine offene Aussprache, dafür sei in den acht Arbeitsgruppen genügend Raum für wichtige Gespräche und Diskussionen über die Zukunft Maintals. Wichtig sei ihm auch, so Sachtleber, daß sich viele jüngere Menschen an dem Stadtleitbild-Prozeß beteiligten. Gerade diese beklagen laut der Befragung das mangelhafte Angebot für ihre Altersgruppe in Maintal.

Herr Sachtleber sagte am 25. April zu dem Vorhaben: Wir wollen in vielen Bereichen den Anschub liefern, um dann - ähnlich wie beim SeniorenOffice - die Ausführung in die Hände der Bürger zu geben. Unser Ansinnen ist es, die Menschen in Maintal in den gesamten Prozeß mit einzubeziehen und keineswegs etwas an den Bürgern vorbei zu beschließen und umzusetzen.

Parallel zum Stadtleitbildprozeß sollen in der Maintaler Verwaltung die Voraussetzungen für eine nachhaltige Förderung des bürgerschaftlichen Engagements geschaffen werden, will der Magistrat. Damit soll sichergestellt werden, daß auch nach Abschluß des formellen Stadtleitbildprozesses die Bürgerbeteiligung einen hohen Stellenwert in Politik und Verwaltung in Maintal behält.

Auf die Worte, daß die Kommunalpolitiker mit den Bürgern gemeinsam die Zukunft Maintals gestalten wollen, müssen nun auch Taten folgen. Gerade so mancher Bürger, der in den Gruppen der Lokalen Agenda mitgewirkt hat, erhielt in den vergangenen Jahren nicht selten den Eindruck, daß die Dinge. die er mit den Mitstreitern in Treffen erarbeitet und postuliert hatte, von den ausführenden Politikern nicht umgesetzt oder sogar ins Gegenteil verkehrt wurden. Die Themen „Grüne Mitte“ und „Mobilfunk lassen da schön grüßen.

Bei der Gelegenheit der Formulierung eines Stadtleitbildes wurde auch gleich die Lokale Agenda 21 beerdigt. Die Agenda-Mitglieder sollten sich in den neuen Prozeß und somit in die jeweilige Arbeitsgruppe mit einbringen. Nur die Mobilfunkgruppe hat sich nicht gebeugt und will weiter tagen.

 

Opeleck:

Wenn ein Bürger einen Vorschlag macht, geht der an den zuständigen Sachbearbeiter des Fachbereichs. Dieser hat jedoch den Entwurf gemacht und ist voll und ganz von der Richtigkeit seiner Arbeit überzeugt. Andere Vorschläge empfindet er als Angriff und versucht, sein Werk mit Klauen und Zähnen zu verteidigen. Das ist menschlich nur verständlich.

Der einzelne Bürger kann natürlich nicht verlangen, daß sein Vorschlag verwirklicht wird. Aber er sollte doch wenigstens in einem größerem Gremium diskutiert werden, vielleicht finden sich noch mehr Anhänger. So aber bügelt der Sachbearbeiter alles ab - und der Bürger ist frustriert.

Beispiel ist der Radweg am Opel-Eck. Hier hätte man durch den Wegfall des sowieso gesperrten Fußgängerwegs an der Ostseite Platz schaffen können für einen Radweg an der Westseite. Dieser Vorschlag wurde abgelehnt mit der Bemerkung: „Der Fußweg wird geöffnet!“ Nach Fertigstellung der Kreuzung wurde der Grund klar: Das neue Wohngebiet östlich des Opel-Ecks sollte einen Zugang für Fußgänger mit Ampel erhalten. Inzwischen ist dieser Plan mit dem neuen Wohngebiet auf Eis gelegt.

Als alles dann fertig war, fand man, es sei doch ganz schön, wenn der Radweg in der Berliner Straße bis zur Kennedystraße fortgeführt würde. Aber an den Erwerb der fehlenden Quadratmeter aus Privathand wollte man offenbar nicht ran (auch an der Ostseite wäre das möglich gewesen). Dann wollte man eine Radweg auf der Fahrbahn markieren. Schließlich wurde vorgeschlagen, statt dreier Fahrspuren nur eine zu belassen, um so Platz für eine Radweg zu schaffen. Wozu war dann die ganze Planung da, weshalb hat man nicht auf Vorschläge der Bürger gehört? Jetzt ist das Geld ausgegeben, und alles wird wieder im Sand verlaufen.

 

 

 

Da wird eben ein Plan gemacht von Leuten, die nie zu Fuß gehen oder Rad fahren. Aber wenn der Plan dann fertig ist, ist man zu schwerfällig, um ihn noch einmal zu ändern. Man war ja überzeugt, daß der erste Entwurf gut bis ideal war, da findet man eine spätere Änderung als Niederlage. Auch im Bau-Ausschuß wollte niemand eine Änderung, zumindest die Grünen sind doch immer für die Radfahrer.

Genehmigungspraxis in Maintal

Größere Firmen haben in Maintal mehr Chancen bei Baugenehmigungen als Privatpersonen. Die Firma Thurau hat in der Wachenbucher Straße alle nur möglichen Ausnahmegenehmigungen für ihr Bauvorhaben erhalten. Eine noch größere Firma durfte sogar selber den Bebauungsplan aufstellen; und als man fertig war hieß es: Aber die Garagen müssen wir noch außerhalb der Bebauungsgrenzen bauen, dafür müssen auch noch Bäume gefällt werden.

Am Minimalmarkt hat man vergessen, einen Bürgersteig vorzusehen und nur auf den Grenzabstand geachtet.

Die Entscheidungen haben dabei den Anschein der Willkürlichkeit: Südlich der Fahrgasse durfte nicht gebaut werden, weil man zu nahe an die Umgehungsstraße herankäme, aber im Bereich der Feuerwehr will man jetzt bis an die Umgehungsstraße heran bauen. Warum wird bei Privatleuten der Schutz der Landschaft vorgeschoben, bei öffentlichen Projekten aber fallen den Verantwortlichen nur Grünflächen ein (Schwimmbad, Schulzentrum Bischofsheim, Seniorenzentrum, Feuerwehr Hochstadt, Stadion)?

Am Luisantring mußten sich alle Bauherren an den Bebauungsplan halten, bis eine Familie kam, der man Hoffnung machte, sie dürfe doch höher bauen. Und an der Mainpromenade ist alles „nach Recht und Gesetz“ zugegangen, als einem Interessenten ein Bauprojekt genehmigt wurde, das in seiner Größe wie die Faust aufs Auge paßt (Da wird sogar mit der Behauptung gearbeitet, die Überschwemmungsgrenze sei am Mainufer, obwohl doch jeder Dörnigheimer weiß, daß mit dem Überschreiten der Uferlinie das Hochwasser erst beginnt und das Wasser schon fast bis in das Dorf hinein gelaufen ist). Das Haus wurde dann gebaut, allerdings an der Mainseite etwas zurückversetzt.

Im Baugebiet westlich der Konrad-Höhl-Straße haben die Bauherren am Bücherweg so gebaut, wie sie es wollten. Sie erhielten dann zwar zunächst Bauverbot, aber nachher wurde der Bebauungsplan bis in alle Einzelheiten dem angepaßt, was schon da stand. Das ist zwar erfreulich, daß diesen Bauwerbern nicht die unsinnigen Bestimmungen des Bebauungsplans aufgezwungen wurden. Aber man muß doch fragen: Warum nicht gleich so, warum werden andere erst drangsaliert? Später stellte sich heraus, daß immer noch Abweichungen vom Bebauungsplan geduldet werden (zum Beispiel Stellplätze direkt am Bürgersteig oder fehlende Retentionsmulden). Schließlich wurde sogar noch die Stellplatzordnung der Stadt geändert, so daß nur noch halb so viel Stellplätze notwendig sind.

Man darf nicht behaupten, daß hier „gemauschelt“ worden sei, solange das nicht der Fall ist und kein Beweis vorliegt. Aber man darf doch wohl fragen: Warum setzt sich die Verwaltung und der Magistrat (in dieser Reihenfolge) für einen Antragsteller ein und für einen anderen nicht? Gibt es da irgendwelche menschlichen Sympathien, die mehr wiegen als Recht und Gesetz, vor denen jeder gleich ist? Warum werden manche Dinge allein von der Verwaltung entschieden und andere gehen in den Magistrat?

 

Gutachteritis in Maintal

In vielen deutschen Gemeinden gibt es die Krankheit Gutachteritis. Aber in Maintal ist sie in ein akutes Stadium getreten, es ist Fieber eingetreten. Fragen werden nicht mehr politisch entschieden oder mit einer für jeden einsichtigen Entgegnung beantwortet, sondern es wird ein Gutachten bestellt. Es ist eine wahre Gutachterindustrie entstanden, die gerade an den Kommunen gut verdient.

Natürlich gibt es auch Gutachten, die unbedingt notwendig oder gesetzlich vorgeschrieben sind. Aber muß man dazu immer gleich einen Gutachter bemühen? Wenn die städtischen Mitarbeiter die Steuern und Abfallgebühren berechnen können, dann könnten sie doch auch - nach entsprechender Schulung - zum Beispiel der Wert von Ausgleichsmaßnahmen für Flächenverbrauch berechnen. Da gibt es einen Gutachterausschuß für Bauland, aber im konkreten Fall wird ein externes Ingenieurbüro beauftragt.

Besonders schön sind solche Gutachten wie „Die Lage der älteren Bürger“, das alle fünf Jahre neu in Auftrag gegeben wird. Das Ergebnis ist dann: 1. In Maintal gibt es viele alte Einwohner. 2. Die Frauen überwiegen leicht die Männer. 3. Es wäre wünschenswert, in jedem Stadtteil eine Altenpflegeeinrichtung zu haben. Geändert hat sich aber durch ein solches Gutachten nichts.

Nach den Alten  kam die Lage der Kinder dran, dann die Ausländer, der Behinderten usw. Über die „Grüne Mitte“ wurden gleich mehrere Gutachten angefertigt. Es gibt ein Gutachten über den Biotopverbund im Norden Maintals und anderes mehr. Und alles ruht in den Schubladen der Stadtverwaltung, da ruht es gut.

Für die Neu-Planung der landwirtschaftlichen Fläche am Kesselstädter Weg wurden drei Firmen beauftragt. Diese leiteten auch eine Zukunftswerkstatt und machten ein Protokoll (das allerdings nicht an die Teilnehmer verschickt wurde). Dabei waren mehrere städtische Mitarbeiter dabei, die das doch auch hätten machen können. Die Werkstatt verwarf alle drei Entwürfe und fand (mit Mehrheit) einen neuen. Da hätte man doch gleich die zwanzig Bürger beauftragen können.

Aber als das Ergebnis fest stand, hieß es am Schluß „Diesen Vorschlag legen wir jetzt wieder zwei Firmen vor!“ Deren Gutachten soll nach zwei Jahren vorgelegen haben, dem Vernehmen nach mit dem gewünschten Ergebnis, nämlich der sogenannten „Mitteltrasse“ mitten durch das geplante Wohngebiet.

Vor Jahren zerschlug sich der Plan, am Mainufer Kleingärten anzulegen, weil die Fläche im Hochwassergebiet liegt. Gleich hieß es unter den Stadtverordneten: „Da müssen wir uns einmal ein anderes Gutachten überlegen, damit wir das Geld im Haushaltsplan nutzen!“

Für das Braubachzentrum wurden 20.000 Euro von der Stadt ausgegeben, obwohl es sich doch um eine private Investition handelt. Die Planung des Grillplatzes am Surfsee hat 20.000 Euro gekostet, obwohl doch jeder Hobbygärtner so eine Aufgabe allein bewältigt.  Die Bauleitung kostete noch einmal 2.500 Euro, obwohl sich der Bauleiter aus Gießen nicht sehen ließ.

Noch einige Beispiele für mißlungene oder überflüssige Gutachten aus der letzten Zeit: Einige Stadtverordnete haben gewollt, daß das Grundstück Flur 7, Flurstück 140, oberhalb des Rewe-Marktes, für soziale Zwecke reserviert wird, sprich für ein Altenheim aufgehoben wird. Dieser Wunsch wäre ganz einfach abzuweisen gewesen, wenn man ihnen gesagt hätte: „Das ist jetzt zu spät, wir haben bereits eine Baugenehmigung erteilt, die Fläche ist jetzt zu klein!“ Statt dessen wurde wieder ein Gutachten in Auftrag gegeben, das auftragsgemäß nachweist, daß eine Alteneinrichtung auf diesem Grundstück nicht in Frage kommt. Da wird sogar der Lärm der Schule (und das in einer kinderfreundlichen Stadt!) und der Lärm der Landstraße nach Wachenbuchen herangezogen. Da hat es doch bestimmt einen anderen Gutachter gegeben, der „nachgewiesen“ hat, daß die Alteneinrichtung in Bischofsheim nicht vom Lärm der unmittelbar vorbeiführenden Durchgangsstraße beeinträchtigt wird. Aber in einem anderen Gutachten zu dem geplanten Wohngebiet heißt es: Der Lärm von der Landstraße 3195 wird im geplanten Wohngebiet durch eine Lärmschutzwand ausreichend abgeschirmt!

Hier zeigt sich auch, wie kurios diese Gutachten sind:  Der Wind weht an der Kreuzung Konrad-Höhl-Straße/ Bücherweg angeblich vorwiegend von Ost nach West, sondern wie überall im Rhein-Main-Gebiet weit überwiegend aus Westen. deshalb dehnt sich der Geruch angeblich nur nach Westen aus, um eine zweite Änderung des Bebauungsplans und Umwandlung des Mischgebiets auf die Zukunft verschieben zu können. Man sollte doch endlich einmal aufhören, sich immer wieder auf fehlerhafte Gutachten zu berufen.

 

Der Lärm dagegen soll sich nur nach Osten ausdehnen und vor allem in der Nacht den zulässigen Wert übersteigen, obwohl der Betrieb der Firma Höhl von 22 bis 6 Uhr ruht. Aber da muß Lärm sein, damit die private Grünfläche gerechtfertigt wird.

Von der Kelterei Höhl geht definitiv keine Lärm- und Geruchsbelästigung aus. Das weiß jeder Anlieger, daß von der Firma Höhl schon früher keine Lärmbelästigungen ausgegangen sind und heute erst recht nicht. Auch durch den Rewe-Markt und die Landstraße entsteht kaum Lärm. Dabei werden wiederum ältere Gutachten herangezogen, die nicht auf Messungen beruhen, sondern auf „Berechnungen

Die größte Lärmquelle war früher die Abfüllanlage. Aber auch diese hörte man selbst im Sommer bei geöffneten Fenstern nur wie ein leichtes Säuseln, ähnlich wie das gleichmäßige Geräusch eines Baches. Da die Abfüllanlage weggefallen ist, gibt es keine Lärmbelästigung mehr. Der Fluglärm wurde nicht einbezogen.

Das  Gutachten über das Abwasser war fehlerhaft, auch wenn der Fehler angeblich auf falschen Informationen beruhte (dann muß man eben genau recherchieren, dazu ist die beauftragte Firma doch da). Das Gutachten ist auch weiter noch fehlerhaft, denn man hat sich einfach auf die Angabe der Firma Höhl verlassen, wonach jährlich 85.000 Kubikmeter Wasser in den Kanal laufen sollen.

 

Dabei ist das die höchst mögliche Fördermenge des Brunnens, der aber nur zum Verdünnen des Apfelsirups gebraucht wird, der dann aber nicht in den Kanal geht. Lohnender wäre gewesen, nach der Ableitung des Regenwassers zu fragen und daß dieses nicht in den Abwasserkanal abgeleitet wird.

Auch das Gutachten über die Wertermittlung des Grundstücks war fehlerhaft. Zunächst wurden 215 Euro angegeben, dann nach Protest der Baufirma 185 Euro. Die Firma hat nämlich verlangt, daß die Erschließungskosten vom Wert des Grundstücks abgezogen werden. Der Verkehrswert bezieht sich immer auf unerschlossene Flächen. Sind sie erschlossen, so erhöht sich der Wert, aber nicht umgedreht. Dabei hat die Firma ja keine anderen Erschließungskosten wie jeder andere Bauwerber auch, der sein Haus an die öffentlichen Versorgungsleitungen anschließen muß (hier ist nur der Bauplatz etwas größer).

Wie kann man für das Gebiet östlich der Konrad-Höhl-Straße einen Preis von 186 €/qm kom­men, wenn die Stadt die Grundstücke westlich der Straße zum „Freundschaftspreis“ von 230 €/qm oder später sogar 150 € verkauft? Warum wartet man nicht, bis die Familie Höhl ihr Grundstück an die Firma Bouwfonds verkauft, dann weiß man doch den aktuellen Verkehrswert?

Bei den Erschließungskosten hat sich der Gutachter allein auf die Angaben der Firma Bouw­fonds bezogen, die dann noch einmal überhöht werden durch die Mitteilung von Bouwfonds, daß man nicht das Netto-Bauland, sondern das Brutto-Bauland gemeint habe. So kommt ein Erschließungsbetrag zustande, der 60 Prozent über den Kosten für ein Vergleichsobjekt liegt. Die höheren Kosten werden begründet mit Abwasser und Lärmschutzwall. Doch das sind übliche Kosten für ein neues Baugebiet, die allerdings auch dadurch entstanden sind, daß man unbedingt auf dieser Fläche bauen wollte. Doch das hat der Verkäufer zu vertreten bzw. Bouwfonds als Käufer.

Die Zusammensetzung der Erschließungskosten wurde ja auch kalkulatorisch nicht nachgewiesen, sondern blind übernommen. In Wirklichkeit ist der Lärmschutzwall jetzt nur noch eine Lärmschutzwand.  Die Regenwasserleitung besteht aus offenen Gräben, die zum Wald führen. Daß am Haus das Schmutzwasser und das Regenwasser getrennt aufgefangen wird, wird auch anderen Bauherren zur Auflage gemacht. Und in eine neue Abwasserleitung wird ja gerade nicht investiert, allein im Baugebiet werden neue Leitungen verlegt. Der sogenannte „Staukanal“ mit einem Durchmesser von 1,60 Metern erhöht die Materialkosten nur unwesentlich. Auch der Netto-Baulandanteil ist falsch angegeben, denn er liegt nicht bei 80,57 Prozent, sondern nach Auskunft von Bouwfonds in öffentlichen Veranstaltungen 12 -14 Prozent.

 

Bei einem Wertgutachten zieht man immer die Vergleichswerte heran. Einer dieser Werte ist der Kaufpreis, den die Familie Höhl für den Flächenverbrauch an die Stadt zu zahlen hat. In diesem Fall wurde der Wert nach zwei Prozessen auf 150 Euro festgestellt, allerdings zu Preisen von 1992 und für eine Gewerbefläche, nicht für Wohnbebauung. Ein anderer Wert ist der Verkauf eines Grundstücks der Stadt westlich der Konrad-Höhl-Straße zum „Freundschaftspreis“ an Privatleute. Dort gibt es aber auch besonders hohe Erschließungskosten bzw. Auflagen (Private Stichstraße, lange und doppelte Entwässerungsleitungen, große Zisternen, Beschränkung der Bauhöhe auf sieben Meter, usw.). Aber hier hat die Stadt keinen Nachlaß auf den Kaufpreis gegeben (bzw. wenn der Nachlaß in dem „Freundschaftspreis“ bestanden hätte, dann wäre der eigentliche Kaufpreis noch wesentlich höher).

Im Jahr 2003 hat der Gutachterausschuß der Stadt Maintal den Wert von baureifem Land im allgemeinen Wohngebiet auf 337 bis 390 Euro beziffert. Warum wird nicht auch ein solcher Betrag herangezogen? Sind die Baulandpreise im Ballungsbiet denn so gefallen? Ein Grundstück, das auf gut ….Millionen Euro eingeschätzt wurde, wurde von der Bank immerhin mit rund 6 Millionen Euro belastet, obwohl doch Banken meist nur die Hälfte des Wertes beleihen.

An sich hätte es genügt, den Verkauf der nicht mit einem Rückkaufrecht belasteten Fläche der der Familie Höhl an die Firma Bouwfonds abzuwarten, dann hätte man den aktuellen Verkehrswert gehabt. Der Wert wird nicht durch Gutachten bestimmt, sondern am Markt gemacht. Aufgrund Ihres Gutachtens liegt der errechnete Wert der Grundstücke beträchtlich unter den bisherigen Preisen. Dadurch wird die Ausgleichszahlung der Familie Höhl für den Verzicht der Stadt auf das Rückkaufrecht geringer. Auf diese Art und Weise finanziert die Stadt aber teilweise den (angeblich) erhöhten Erschließungsaufwand. Aber Privatleuten wird der erhöhte Erschließungsaufwand auch nicht von der Stadt erstattet.

Natürlich handelt es sich bei den Gutachtern um vereidigte Fachleute. Aber kein Mensch ist völlig frei in seinem Urteil, er will ja bei nächster Gelegenheit wieder einmal so einen Auftrag erhalten. Fällt das Gutachten wunschgemäß aus, wird es politisch ausgewertet. Ergibt sich dennoch ein anderes Ergebnis, dann gibt es zwei Möglichkeiten, wie man bei der Frage „Fußballplätze in der Grünen Mitte“ sehen konnte. Zunächst einmal hat die Gutachterfirma das Ergebnis der Befragung der Sportvereine verfälscht  Zum anderen hat der Magistrat so getan, als hätte es diese Gespräche mit den Sportvereinen gar nicht gegeben und hat erneut die Vereine eingeladen. Da hätte man sich doch auch das teure Gutachten sparen können (Die Firma aus Stuttgart hat für vier Sitzungen 20.000 Euro erhalten). Man kann das nur „Gutachteritis“ nennen.

In diesem Zusammenhang hat es ein weiteres kurioses Gutachten gegeben. Irgend jemand in der Stadtverwaltung kam auf die Idee, die Bushaltestelle in der Konrad-Höhl-Straße wieder aufzuheben und dafür an der Wachenbucher Straße eine einzurichten. Aber anstatt diese Frage politisch zu entscheiden, wurde wieder ein Gutachten für schätzungsweise 5.000 Euro in Auftrag gegeben. Auf zwanzig Seiten wurde nachgewiesen, daß der Wendekreis für die Schulbusse groß genug ist (obwohl diese schon jahrelang ohne Probleme dort wenden). Weil aber der zweite Wendehammer im Bebauungsplan kein Fehler gewesen sein soll, wurden jetzt wunschgemäß drei Parkplätze für die Schulbusse dort eingeplant, obwohl das völliger Unsinn ist und die Busse sicher weiterhin an der Schule parken werden (wenn die Kinder kommen, muß der Bus schon stehen, nicht erst heranfahren). Schließlich wurde noch begründet, daß in der Wachenbucher Straße auch Platz ist für eine Bushaltestelle („Bus-Cap“), obwohl jeder das sehen oder auch ausmessen kann.

 

Ganz aus dem Ruder gelaufen ist die Planung der der Sport- und Freizeitanlage. Da kostete schon die „Bürgerbeteiligung“ viel Geld. Dann wurden Gutachten über Gutachten angefordert (Naturschutz, Hochwasser). Aber die Frage, ob man überhaupt dort bauen darf, wurde nicht geklärt. Hier wurde das Pferd von hinten aufgezäumt mit der Hoffnung, daß es nach den vielen Gutachten und dem vielen investierten Geld dann kein Zurück mehr geben kann.

 

 

 

 

 

Verhältnis zu Hanau und zum Kreis:

 

Verlegung des Kreissitzes nach Gelnhausen:

Nach der Verlegung des Kreissitzes nach Gelnhausen stellte sich die Frage, ob Maintal

so wie Hanau ins Rhein-Main-Gebiet streben soll. Hanau strebt die Kreisfreiheit an, so daß sich eine enge Kooperation mit Hanau noch näher legt. Die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth hat 2003 einen „Stadtkreis Frankfurt“ vorgeschlagen, da es im Großraum einige Kommunen von vergleichbarer Größe und mit vergleichbaren Problemen gebe, was im Main-Kinzig-Kreis nicht der Fall sei.

Der Hanauer Oberbürgermeisters Claus Kaminsky hat geäußert, daß er Hanau zum Ende dieses Jahrzehnts nicht mehr im Main-Kinzig-Kreis, sondern stärker als Teil von Rhein-Main sehe. Es braucht wenig Phantasie, um sich vorzustellen, daß auch Maintal dann nicht mehr Teil eines Kreises wäre, dessen „wahre Mitte“ sich immer mehr in Richtung Gelnhausen, dem zukünftigen Sitz des Landratsamts, hin orientiert.

Hubert Müller, Vorsitzender der CDU Main-Kinzig, hielt dem entgegen:  „Die von Kaminsky angedeutete Entwicklung wird auf längere Sicht die Stadt Hanau und weitere Gemeinden zu Stadtteilen von Frankfurt machen“. Er freut sich über „finanzielle Vorteile durch das Ausscheiden Hanaus“ und nennt die Berechnung des Beitrages für den Landeswohlfahrtsverband und die Krankenhausumlage als Beispiele, weil die Bewohner Hanaus dann ja nicht mehr hinzugezählt würden. Auch zahle Hanau nur die halbe Kreisumlage, der Kreis habe aber Hanaus komplette Sozialhilfeaufwendungen zu tragen.

           

Leserbrief des früheren Maintaler Bürgermeister Unger:

Zur Gründung der Stadt Maintal gab es keine vernünftige Alternative. Zwischen Frankfurt und Hanau waren die vier damals selbständigen Gemeinden auf Dauer nicht lebensfähig. Und eine Eingemeindung nach Hanau oder Frankfurt wäre für uns allemal die schlechtere Alternative gewesen. Denn wie beschränkt die Möglichkeiten kommunalpolitischer Mitbestimmung in einem Stadtteil von Frankfurt oder Hanau sind, zeigt das Beispiel von Bergen-Enkheim auf der einen und von Mittelbuchen oder Steinheim auf der anderen Seite.

Der Main-Kinzig-Kreishatte dagegen von Anfang an den Geburtsfehler, daß hier Gemeinden zusammengeschlossen wurden, die herzlich wenig miteinander zu tun hatten und immer noch haben. Maintal und Niederdorfelden, im geringeren Maße auch Schöneck und Bruchköbel, sind im Wesentlichen dem Rhein-Main-Gebiet zugewandt. Hanau ist zwar ebenso wie etwa Offenbach ein eigenständiges (Neben-)Zentrum, aber eben doch Teil des Ballungsraums Frankfurt. Demgegenüber ist der Bereich östlich von Hanau durch eine wesentlich ländlichere Siedlungsstruktur geprägt und hat in Gelnhausen und Schlüchtern eigene zentrale Orte.

Für die Maintaler Bürger war es nie so recht einsichtig, daß sie Teil des Main-Kinzig-Kreises sind. Sie arbeiten mehrheitlich in Frankfurt oder anderen Orten im Rhein-Main-Gebiet. Sie vergleichen die kommunalen Dienstleistungen mit denen der benachbarten Städte - vorzugsweise Frankfurt, Offenbach und Hanau. Sie kaufen in Frankfurt ein, nutzen die kulturellen Einrichtungen der großen Nachbarstadt und nehmen den Raum östlich von Hanau allenfalls als Naherholungsgebiet an, wenn sie einmal nicht in den Taunus, sondern in den Spessart fahren.

Diese unterschiedlichen Interessenlagen versuchte man in der Gebietsreform von 1974 durch die Bildung des Umlandverbandes Frankfurt aufzufangen, dem Maintal als einzige Stadt des Main-Kinzig-Kreises angehörte. Von der Idee her gut gemeint und vielleicht sogar richtig. Nur daß damit eine weitere Verwaltungsebene und mit der Verbandsversammlung des Umlandverbandes ein zusätzliches Parlament entstand, was sicherlich nicht zur Überschaubarkeit beitrug - von der finanziellen Doppelbelastung einmal ganz abgesehen. Aber nach der Auflösung des Umlandverbandes wie auch mit dem Beschluß, den Kreissitz nach Gelnhausen zu verlegen, wird jetzt in aller Schärfe deutlich, daß in diesem Kreis nichts zusammengewachsen ist - weil es auch nicht zusammengehört.                                                      

Für die Maintaler ist zur Not noch einsichtig, daß nicht alle Verwaltungsleistungen in ihrer Stadt vorgehalten werden können. Aber daß man für die Zulassung seines Autos, für den Erwerb des Führerscheins oder für eine Baugenehmigung nach Gelnhausen fahren soll, daß über die Gewährung von Sozialhilfe in Gelnhausen entschieden wird und daß der Kreis von dort aus über die Maintaler Schulen bestimmt, das ist für den berühmten Mann auf der Straße (der auch eine Frau sein kann) kaum nachzuvollziehen. 

 

Es ist daher an der Zeit, das von Petra Roth und Gerhard Grandke propagierte Modell eines Stadtkreises Frankfurt auch in Maintal offensiv zu vertreten. Nach diesen in einer vom früheren Staatsminister Jörg Jordan geleiteten Arbeitsgruppe entwickelten Vorstellungen würden die bisherigen Städte im Rhein-Main-Gebiet (einschließlich den bislang kreisfreien Städten Frankfurt, Offenbach und Hanau) Teil eines Rhein-Main-Kreises. In diesem Kreis könnten die relativ großen Städte - auch die Stadt Maintal - auf Grund ihrer Verwaltungskraft wesentlich mehr Aufgaben wahrnehmen und Verwaltungsdienstleistungen anbieten als dies bisher der Fall ist. Und was dann noch überörtlich geregelt werden muß, würde nicht in einer Kreisstadt auf dem platten Land entschieden, sondern von einer Kreisverwaltung. die sich dort befindet, wohin sich auch die Maintaler Bürger orientieren, nämlich in Frankfurt. Nicht Eingemeindung, sondern ein neuer Zuschnitt der Kreise rund um Frankfurt sollte also das Ziel einer vernünftigen Verwaltungsreform sein.                                                  

 

In einer Diskussion im April 2004 führte er dann aus: Die Alternative ist der „Regionalkreis Frankfurt“, in dem es keine kreisfreie Stadt mehr gebe. Auch Frankfurt stehe dann auf gleicher Stufe mit dem Main-Taunus-Kreis, dem Main-Kinzig-Kreis, und so weiter. Die Kreisebene stehe über den Städten und Gemeinden, Firmen zahlten an ihren jeweiligen Kreis. So könnten in bewährter Form überörtliche Probleme gemeinsam gelöst werden könnten. Auch wenn Landkreise ungern auf ihre Territorien verzichteten, überwögen doch die Vorteile dieses Systems. In ihrer desolaten Situation befinde sich Frankfurt im „Zugzwang“. Ehe sie auch das Umland mit in Geldnot und Arbeitslosigkeit ziehe, müsse man handeln. Letztlich hänge es von der Vertragsgestaltung ab, wie eine solche Zusammenarbeit aussehe, wurde festgehalten.

 

In einem weiteten Leserbrief im Februar 2005 schreibt Herr Unger: Die angestrebte Kooperation zwischen Maintal und Hanau könnte im wahrsten Sinne des Wortes zukunftsweisend sein. Sie zeigt, wie die Zukunft der beiden Städte im Rhein-Main-Gebiet liegen könnte. Nämlich in einer engen Zusammenarbeit außerhalb der Strukturen des Main-Kinzig-Kreises. der sich seinerseits zu Recht als Landkreis für die Gemeinden außerhalb des engeren Rhein-Main-Gebiets positioniert.

Die Wege nach Hanau sind kürzer als nach Gelnhausen. Aber auch die kommunalpolitischen Schwerpunkte in Hanau und Maintal sind deutlich andere als im übrigen Main-Kinzig-Kreis. Auch wenn die Kreisspitze wieder einmal mahnend den Finger hebt: Der Platz unserer beiden Städte ist das engere Rhein-Main-Gebiet, und da gibt es deutlich andere Probleme als im Raum zwischen Gelnhausen und Schlüchtern.

Auch die Kosten sollten kein Argument sein. Die Zahlungen von Maintal an den Kreis sind insgesamt höher als die Kosten der Verwaltungsleistungen, die im Augenblick noch vom Main-Kinzig-Kreis für unsere Bürger erbracht werden. Letztlich bahnt sich hier eine Entwicklung an. bei der zusammenwächst, was zusammen gehört, nämlich Hanau, Maintal und das engere Rhein-Main-Gebiet.

 

Dr. Hans-Jochen Schild, SPD-Stadtverbandsvorsitzender, hielt dem entgegen: Was Dr. Unger in seinem Leserbrief als „großen Schritt“ beschreibt, ist finanzpolitischer Irrsinn. Auch der ehemalige Bürgermeister wird nicht schlüssig erklären können, warum es besser ist, sich der Stadt Frankfurt anzuhängen, als sich gemeinsam mit dem Main-Kinzig-Kreis - und der Stadt Hanau  zu positionieren. Allein die von der Stadt im Jahr 2003 gezahlte Schulumlage von rund 2,3 Millionen Euro deckte die Kosten für den Betrieb und die Bauunterhaltung der Schulen im Stadtgebiet gerade einmal zu 37,66 Prozent. Im Durchschnitt der beiden Jahre zuvor lag diese Quote bei 43,12 Prozent. Allein an diesem Brocken würde sich die Stadt verschlucken. Dr. Unger tut gerade so. als hätte Maintal in den vergangenen 30 Jahren schwer unter dem Main-Kinzig-Kreis gelitten.

Doch wer kümmert sich um die Langzeitarbeitslosen und Sozialhilfeempfänger in seiner Stadt? Ist es der Main-Kinzig-Kreis oder die Frankfurter Oberbürgermeisterin? Wer investiert in Schulen, unterstützt soziale Projekte, übernimmt die Gesundheitsfürsorge berät Bauwillige und bearbeitet Bauanträge?

 

Leserbriefe von Peter Heckert und anderen:

Zu Beginn der neuen Amtsperiode der Stadtverordnetenversammlung regte Peter Heckert im April 2006 an, die Stadtverordneten sollten sich auch einmal ernsthaft Gedanken darüber machen, ob es nicht zu einer engeren Zusammenarbeit mit der Stadt Hanau kommen könnte : Bisher verkünden alle Parteien einhellig, daß man beim Main-Kinzig-Kreis bleiben wolle und eine Eingemeindung nach Hanau ablehne. Doch hier äußert sich mehr ein Gefühl, das man mit Vernunft nicht recht begründen kann. Und wenn der Magistrat nur ganz kleine Schritte der Zusammenarbeit einleitet, dann wird gleich mißtrauisch ein Ausverkauf nach Hanau geargwöhnt.

Aber auf der anderen Seite klagt man dann wieder darüber, daß Hanau als Oberzentrum nur die halbe Kreisumlage zahlen muß. Als ich das in einer Versammlung hörte, kann mir sofort der Gedanke: Wenn das so ist, dann müßte man doch versuchen, auch in den Genuß dieser Vergünstigung zukommen (wenn es denn wirklich eine ist, denn dafür muß die Stadt ja Aufgaben wahrnehmen, die sonst der Kreis übernimmt).

Aber überlegen wir doch einmal sachlich und in aller Ruhe, welche Vorteile ein Zusammengehen (nicht unbedingt Eingemeindung) mit Hanau bringen könnte: Hanau hätte endlich über 100.000 Einwohner und wäre eine Großstadt wie Offenbach. Und seine Ämter wie die Bau-Aufsicht hätten ein genügend großes Einzugsgebiet, vor allem wenn noch Niederdorfelden und Schöneck mitmachten.

Aber auch die Einwohner von Maintal hätten Vorteile. Dabei denke ich gar nicht daran, daß sie nicht nach Gelnhausen zur Kreisverwaltung müßten. Ich denke an die politischen Entscheidungen, die auch im jetzigen Maintal oft bürgerfern erfolgen. Selbst bei einer Eingemeindung ist es für einen Hochstädter im Prinzip egal, ob die Bischofsheimer oder Dörnigheimer über die Ausweisung von Wohngebieten oder über die Verkehrsprobleme in Hochstadt entscheiden oder ob das die Hanauer tun.

Im Gegenteil: Als Teil der Stadt Hanau hätte Hochstadt einen eigenen Ortsbeirat - in Maintal gibt es keine Ortsbeiräte - in dem nur Hochstädter säßen, die die Probleme vor Ort in der Regel besser kennen. So ein Ortsbeirat hat dann in der Stadtverordnetenversammlung den Stellenwert eines Ausschusses: In ihm fallen die eigentlichen Entscheidungen, die dann im Parlament weitgehend durchgewunken werden. Nur die strittigen Dinge werden noch im Ple­num besprochen.

Aber die Diskussionen über den Tagungsort der Stadtverordneten­versammlung oder über die Zahl der hauptamtlichen Magistratsmitglieder, über das Schwimmbad und das Sozialamt, hätten sich erledigt. Maintal wäre nicht mehr die größte unbekannte Stadt Deutschlands und es könnte sich keiner mehr über das angeblich fehlende Kulturangebot beschweren.

 

Eines Tages wird es sowieso ein Zwangszusammenschluß kommen, aber dann zu den Bedingungen der Landesregierung. Da ist ein Zusammengehen auf gleicher Augenhöhe sinnvoller. Nur werden die jetzigen Amtsträger in Maintal (hauptamtlich und ehrenamtlich) etwas dagegen haben. Aber sollte nicht das Wohl der Bürger im Vordergrund stehen?

 

Auch Jürgen Malbrich pflichtete Heckert bei. Zurückgewiesen wurde der Vorschlag jedoch von der Kreis-SPD und dem Maintaler Kreistagsabgeordnete Dr. Hans-Jochen Schild, die darin eine „unnötige Diskussion“ sahen: „Es gibt überhaupt keinen Grund, an der Kreiszugehörigkeit Maintals zu rütteln.

Die große Mehrzahl der Berührungspunkte habe die Maintaler Bürgerschaft nämlich mit dem Kreis ohnehin im Rahmen der Anmeldung von Fahrzeugen bei der Zulassungsstelle. Und diese bleibe wie gehabt in der Dörnigheimer Straße in Hanau. Gleiches gelte auch für die Beratung von Langzeitarbeitslosen aus Maintal, die ebenfalls nicht den Weg nach Gelnhausen antreten müßten, sondern durch das Regionalzentrum in Maintal betreut würden. Selbstverständlich sei hingegen, daß die gesamte Rhein-Main-Region vor einer Neupositionierung stehe und die Zusammenarbeit zwischen Kommunen neue Formen annehmen würde. „Aber Diskussionen über kleine, lokale Gebietsreformen sind völlig unrealistisch und utopisch“.

 

Vertrag über die Zusammenarbeit:

Doch im Mai 2005 hieß es: „Maintal und Hanau gehen Zweckehe ein“, denn es wurde zwischen beiden Städten ein Vertrag geschlossen. Am Ende soll keine Fusion der beiden Kommunen stehen, sondern die Schaffung einer bürgerfreundlicheren Verwaltung. Für Oberbürgermeister Kaminsky steht allerdings eines fest: Hanau werde seinen Weg in die Kreisfreiheit weiter verfolgen, wenn weitere Verschiebungen zu Lasten der Sonderstatusstadt drohten.

Stärkeres Gewicht im östlichen RheinMain-Gebiet ja, Orientierung mehr nach Frankfurt als

nach Gelnhausen auch - aber ein Abschied Maintals aus dem Main-Kinzig-Kreis steht laut

Rohrbach nicht auf der Tagesordnung, Jedenfalls nicht, „solange es von der Landesregierung keine ernsthafte Initiative hinsichtlich einer regionalen Neustrukturierung gibt“, so Rohrbach. Und eine solche Initiative sei trotz „einiger Wortmeldungen aus der zweiten Reihe“ nicht ersichtlich.

 

In folgenden Punkten wollte man zusammenarbeiten:

-  Kooperation Stadtläden: Wer in Maintal wohnt und in Hanau arbeitet, soll künftig beispielsweise Paßangelegenheiten in Hanau erledigen können und umgekehrt.

-  Eheschließungen: Schaffung eines gemeinsamen Standesamtsbezirks, um Trauungen von Maintaler Paaren in Hanau vor der Kulisse von Schloß Philippsruhe zu erleichtern und dies auch in Maintal in die Wege zu leiten.

-  Weiterbildung: Hier sollen die Programme zusammengeführt werden, um den insgesamt rund 1.400 Beschäftigten der beiden Städte eine größere Bandbreite der Fortbildungsmaßnahmen zu ermöglichen.

-  Bauaufsicht: Die Stadtverwaltung Hanau will die Bauaufsicht für Maintal übernehmen.  Bisl­ang ist diese Abteilung in der Kreisverwaltung angesiedelt. Kreistag und Land müßten diesem Schritt allerdings noch zustimmen, denn die Maintaler Baugenehmigungsgebühren würden dem Kreis durch die Lappen gehen.

-  Tierheim: Verhandlungen über eine neue Trägerschaft des Tierheims Hanau, das sich am Wasserturm auf Maintaler Gemarkung befindet. Träger ist derzeit der Tierschutzverein Hanau und Umgebung, der die Einrichtung mit städtischem Zuschuß betreibt. Wegen der privaten Trägerschaft hat die Stadt Hanau hier keinen Einfluß. Derzeit werden alle „Fundhunde“ aus Maintal in das Tierheim Dreieich im Landkreis Offenbach gebracht. Die Stadt Maintal zahlt dem Tierheim in Dreieich jährlich 30.000 Euro für Aufnahme und Verpflegung Maintaler Fundtiere. Der Tierschutzverein Hanau verlangt aber eine erheblich höhere Summe, alles weitere ist jetzt Verhandlungssache.

- Eine Kooperation beim Rechnungsprüfungsamt ist rechtlich nicht möglich.

 

In einem Pressegespräch im Juni 2006 äußerte Bürgermeister Rohrbach: Die Kooperation zwischen Maintal und Hanau wird weiter ausgebaut, da diese Zusammenarbeit unabhängig von den handelnden Personen angelegt ist. Er verwies in diesem Zusammenhang auf das schon traditionell gespannte Verhältnis von Maintal zum Main-Kinzig-Kreis, was aber vor allem in den Strukturen begründet sei.

Maintal habe nun einmal eine andere Größe und Verwaltungsstruktur als das Gros der anderen Kommunen im Kreis, die in der Mehrzahl kaum mehr als 10.000 Einwohner hätten. Einem Großkreis Frankfurt steht er skeptisch gegenüber, denn damit würde Maintal erheblich an politischem Einfluß verlieren und sogar drohen, neben finanzstarken Kommunen wie Eschborn, Bad Vilbel oder den Gemeinden im Taunus „unterzugehen“. Vielmehr müsse man alles dafür tun, das vorhandene und große Entwicklungspotential östlich von Frankfurt zu nutzen. Vorbildfunktion hierfür sei eben die Kooperation zwischen Hanau und Maintal.

Doch die Zusammenarbeit in den Stadtläden soll nach den Worten der beiden Rathauschefs nur ein Anfang gewesen sein. Auch in anderen Bereichen wollen Maintal und Hanau in Zukunft noch enger zusammenrücken. Geplant sind neben der Vertiefung der Zusammenarbeit bei internen Fortbildungen der Verwaltungsmitarbeiter und einem engeren Dialog zwischen den städtischen Frauenbüros und der Wirtschaftsförderung auch eine Ausweitung der Kooperation zwischen den Feuerwehren sowie der Austausch und die gemeinsame Nutzung von Maschinen und Fahrzeugen in den Bereichen Verkehr und Abfallentsorgung.

 

Problemlösung zwischen Kreis und Stadt:

In einem Pressegespräch im November 2006 äußerte Landrat Erich Pipa zu den Themen Schwimmbad und Instandsetzung der Schulsporthallen: Die Instandsetzung der Tribünen in zwei Sporthallen wird vom Kreis zur Hälfte bezuschußt (die Hallen werden auch für nicht-schulische Veranstaltungen genutzt). Aber für das Maintaler Schwimmbad werden künftig keine finanziellen Mittel mehr bereitgestellt, denn heutzutage ist es keine Kreisaufgabe, Schwimmbäder zu unterhalten. Die Stadt aber hat am 21. September 2006 Klage eingereicht. Man einigte sich dann auch eine Ablösesumme, die über einen Zeitraum von zehn Jahren gezahlt wird.

Pipa sagte: „Trotz dieser Unstimmigkeiten gehört Maintal zum Main-Kinzig-Kreis. Darum werde ich kämpfen“. Unabhängigkeitsbestrebungen wie sie beispielsweise die Nachbarstadt Hanau habe, die im übrigen noch keinen Antrag auf Kreisfreiheit gestellt hat, könne er nicht nachvollziehen. Zumal „Maintal bisher gut im Main-Kinzig-Kreis gefahren“ sei.

 

 

 

 

Bericht über ein Treffen der Maintaler Landwirte mit der CDU               20.03.2010

Bezüglich der Sorgen der Landwirte wegen einer immer stärkeren Nutzung der Flächen als Bauland erklärte Rohrbach, dass die städtische Bebauung, von wenigen Hektar in Hochstadt, Dörnigheim und Bischofsheim abgesehen, keine weitere Ausdehnung mehr erfahren dürfe.

Eher pessimistisch blicken die Bauern in die Zukunft. Statistiken gehen davon aus, dass im Jahr 2025 ein durchschnittlicher hessischer Landwirtschaftsbetrieb über eine Fläche von rund 435 Hektar verfügen wird. Dies bedeute laut Seimetz auch, dass in jedem Ort in Hessen nur noch ein Landwirt existieren dürfe. Der Strukturwandel gehe weiter, sodass sich die Frage stelle, ob Betriebe in einer Größe von 50 oder 100 Hektar überhaupt noch überleben könnten.

Am Rande der Diskussion verkündete Rohrbach, dass die Kommune keine weiteren Streuobstwiesen mehr ankaufen werde. Die vorhandenen befänden sich teilweise in einem schlechten Pflegezustand. Nur noch gewisse „Kernbereiche" nördlich von Bischofsheim und Hochstadt sollen als Bestand festgelegt werden.