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Bad Wildungen

 

Bad Wildungen und Nationalpark:

 

Spaziergänge in und um Bad Wildungen

(1)   Kurpark Reinhardshausen

(2)   Kurpark Bad Wildungen, oberer Teil

(3)   Kurpark Bad Wildungen, mittlerer Teil

 (3)  Kurpark Bad Wildungen, unterer Teil

 (4)  Bad Wildungen

(5)   Homberg

(6)   Zimmergründe I

(7)   Zimmergründe II

(8)   Hahnberg

(9)   Kleinern

(10) Bilsteinklippen

(11) Umgebung von Bad Wildungen

 

 

Bad Wildungen ist Heilbäderzentrum, Staatsbad und Kleinstadt im Landkreis Waldeck-Franken­berg im westlichen Nordhessen (Deutschland). Bad Wildungen liegt an den Ausläufern des Kellerwalds im so genannten Ferienland Waldeck (Waldecker Land).

Bad Wildungen wurde um 800 erstmals erwähnt, erhielt 1242 als „Niederwildungen“ die Stadtrechte und darf sich seit 1906 „Bad“ nennen. Schon im 14. Jahrhundert war die Heilkraft der Wildunger Quellen bekannt, im 17. Jahrhundert entwickelte sich ein bescheidener Badebetrieb bis hin zur Blüte des Heilbades ab etwa 1880. Heute präsentiert sich die charmante Kur- und Wohlfühlstadt ebenso als modernes und renommiertes Gesundheitszentrum wie auch als lohnendes Ausflugs- und Urlaubsziel.

Die Stadt und ihre zehn ländlichen Stadtteile erstrecken sich in Hessens grünem Norden auf mehr als 120 Quadratmeter Fläche, gut 17.500 Einwohner sind hier zu Hause. Über 500 Kilometer Wanderwege durchziehen die urwüchsigen Buchenwälder der Umgebung; zwei international ausgezeichnete Wandersteige erschließen die einzigartigen Naturschönheiten des nahen Nationalparks Kellerwald-Edersee.

Historische Altstadt, mondäne und doch moderne Kurstadt und ein Umland, das sich seinen ländlichen Charme bewahrt hat: Dies alles ergänzt sich in harmonischer Vielfalt und macht den unverwechselbaren Reiz Bad Wildungens aus. Bad Wildungen hat viele Gesichter, die es gern bei originellen Erlebnisführungen präsentiert: Im eleganten Kurviertel begleiten prachtvolle Jugendstilarchitektur an der Promenade, gepflegte Parkanlagen oder die „neue Wandelhalle", zahlreiche Brunnen und Kurmusik die flanierenden Gäste. Auf der anderen Seite die bezaubernde Altstadt mit der fachwerkumsäumten gotischen Stadtkirche mit dem berühmten Flügelaltar, enge Gässchen, mittelalterliche Wehranlagen und das Barockschloss Friedrichstein.

Auf der einen Seite, umgeben vom mittelalterlichen Mauerring, die Fachwerk umsäumte Stadtkirche mit dem berühmten Flügelaltar des Conrad von Soest, trutziger Wehrturm, enge Gässchen und das Barockschloss Friedrichstein. Dort Europas größter Kurpark, prächtige Bäderarchitektur aus Jugendstil und Gründerzeit entlang der Promenade Brunnenallee, flanierende Gäste und Brunnen über Brunnen. Im Zuge der Hessischen Landesgartenschau 2006 entstand aus den gepflegten Parkanlagen und dem Gartenschaugelände ein einzigartiges grünes Netzwerk, das heute als „Hessens schönster Garten“ die Besucher fasziniert.

Ein fast großstädtisch anmutendes Kulturangebot mit vier überregional beachteten Musikfestivals, Konzert- und Theaterreihen und die eigenständige Jazzszene bieten Abwechslung für jeden Geschmack. Sportlich Ambitionierte schätzen darüber hinaus das familienfreundliche Freizeitbad Heloponte oder - neben Golf, Reiten, Tennis, Gleitschirm- und Segelfliegen - den nahen Edersee. Zusätzlich locken der opulente Osterschmuck, farbenprächtiger Blumenkorso, Park- und Volksfeste zehntausende von Besuchern in die schmucke Stadt. Sehenswert sind die fünf Museen und die in neuem Glanz erstrahlte Bad Wildunger Wandelhalle. Insgesamt 20 Heilquellen, davon allein sieben im engeren Stadtbereich, zeichnen die Stadt aus.

 

Die Stadt, die sich östlich des Hombergs ausbreitet, wird von der Wilde durchflossen, welche beim Ortsteil Wega in die Eder mündet. Die Stadtteile Wega und Mandern liegen an der Eder. Dieser Fluß bildet den Edersee, einen Stausee, der sich etwa zehn Kilometer (Luftlinie) nordwestlich der Kernstadt von Bad Wildungen befindet. Die südwestlichen Stadtteile Hundsdorf, Armsfeld und Bergfreiheit werden von der Urff durchflossen.

Städtepartnerschaften: Bad Wildungen unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Gemeindegliederung: Bad Wildungen besteht aus einer Kernstadt. Die Nachbargemeinden Altwildungen, Reitzenhagen und Reinhardshausen wurden 1940 eingemeindet. Im Rahmen der Gemeindegebietsreform folgten im Jahre 1971 die Gemeinden Albertshausen, Armsfeld, Bergfreiheit, Braunau, Frebershausen, Hüddingen, Hundsdorf, Mandern, Odershausen und Wega.

 

Geschichte:

Die erste Erwähnung um etwa 800 stammt aus dem Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld als „villa Wildungun“. Dieser Ort lag im Wildetal, östlich der heutigen Stadt. Eine Burg wurde um das Jahr 1200 durch den Ludowinger Grafen Friedrich von Ziegenhain errichtet, der durch seine Heirat 1185 mit der Erbtochter des Grafen Gozmar III. von Ziegenhain, der Gräfin Lukardis, 1186 Graf von Wildungen geworden war. Die von ihm begründete Grafschaft Wildungen endete jedoch bereits im Jahre 1247 mit dem Tod seiner Erbtochter Sophia. Um die Burg entwickelte sich der Ort Alt-Wildungen.

Im Jahre 1242 erhielt der Ort Nieder-Wildungen, der auf dem Hügel gegenüber der Burg gegründet worden war, die Stadtrechte. Im Jahre 1358 wurden zwei Städte Wildungen erwähnt. Seit 1263 gehörten die Burg und die zwei Orte, auf Grund eines zwischen Landgraf Heinrich I. von Hessen und den Grafen von Waldeck im Verlauf des Thüringisch-Hessischen Erbfolgekriegs geschlossenen Vertrags zum Besitz der Grafen und späteren Fürsten von Waldeck.

Von 1474 bis 1692 bestand auf Grund einer Erbteilung im Hause Waldeck eine Grafschaft Waldeck-Wildungen, die aber schon 1692 wieder mit dem anderen Landesteil Waldeck-Eisenberg vereinigt wurde.

In der Zeit der Hexenverfolgungen fielen den Hexenprozessen in Bad Wildungen 78 Menschen zum Opfer. Die Verfolgung geschah in drei Prozeß wellen: 1532, 1629-1631 und 1650-1664.

 

1532               Erster Hexenprozeß gegen Gertraud Muck

1575–1578   Hexenverfolgungen

1629               setzte eine Periode unerhörter Verfolgung ein: 29 Opfer bis 1632.

1650–1664   weitere 38 Opfer

1630                          Maria Rörig hielt von September 1630 bis Mai 1631 die Folter standhaft aus: „Der liebe Gott habe sie im Gefängnis erhalten, ihm bliebe sie treu, sie sei unschuldig wie Jesus Christus.“ Graf Christian verfügte ihre Entlassung.

1656                          Prozeß gegen Susanne Weber, einer Tochter von Maria Rörig: „Ihr Ehemann bittet wegen der Kosten um Beschleunigung des Prozesses.“

 

Im Jahre 1906 wurde die Stadt Nieder-Wildungen als Heilbad von europäischem Rang in Bad Wildungen umbenannt. Im Jahre 1940 erhielt Bad Wildungen das Prädikat „Preußisches Staatsbad“. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt Hessisches Staatsbad.

 

Söhne und Töchter der Stadt:

Trude Hoppe-Arendt (* 1905 in Berlin, † 2001 in Bad Wildungen), deutsche Malerin

Philipp Nicolai (* 1556 in Bad Arolsen-Mengeringhausen, † 26. Oktober 1608 in Hamburg), Liederdichter und lutherischer Hofprediger in Alt Wildungen

Wilhelm Dilich (Kupferstecher)

Meister des Netzer Altartriptychons (Gotischer Maler)

 

 

 

 

 

Spaziergänge:

(1) Kurpark Reinhardshausen:

Man geht die Mühlenstraße hochwärts und biegt nach links in die Hauptstraße ein.  An der Kirchstraße steht ein Modell der früheren Reinhardshäuser Dorfkirche. Sie stand von 1789-1972 an der Ecke Hauptstraße/Kirchstraße. Am Ende der Hauptstraße geht man nach rechts

durch die Allee zur Wandelhalle. Hinter der Wandelhalle geht man erst mehr rechts weiter und kommt zu den Flamingos und  Enten. Von dort biegt man etwas nach links und kommt zur Weißen Quelle. Früher wurde die Quelle nach seinem Erbauer „Görnerquelle“ genannt.  Heute heißt sie „Weiße Quelle“, weil kleine Glasbläschengeben dem Wasser seine weiße Färbung. Sie fördert 5 - 7 Liter pro Minute mit 1.100 mg Kohlensäure. Der Calcium-Magnesium-Hydrogen­karbo­nat-Säuerling wird für Badeanwendungen genutzt. Das Wasser wird kontinuierlich aus33 Metern Tiefe gepumpt. Eine regelmäßige Nutzung erfolgt seit 1983.

Jetzt geht man rechts an der Wandelhalle vorbei und kommt zum  Schwanenteich. Dann geht es wieder über die Hauptstraße und durch das Kur-Centrum. Rechts ist die Vulkanfelsentherme von 1971. Damals wurde das ehemalige Mineralbewegungsbad zu einer Bade- und Wohlfühllandschaft geschaffen. Im unteren Park kommt man zum Naturdenkmal, der mehr als 300 Jahre alten Kur-Eiche. An dieser Stelle fand der Kanzler und Außenminister der Weimarer Republik Gustav Stresemann (1878 bis 1929) bei seinen Besuchen in Reinhardshausen Ruhe, Kraft und Ordnung für seine Welt. Über den Schwanenweg geht es wieder zurück. Dies ist übrigens der beste Zugang von der Klinik Wildetal zum Kurpark Reinhardshausen (gleich neben dem Haus Sonnenblick).

 

(2) Kurpark Bad Wildungen, oberer Teil:

Mit dem Bus bis Rummelskoppe fahren. Dort ein Stück in Richtung Reinhardshausen gehen und dann nach rechts zum „Waldzimmer“. Auf diesem stehen von der Hütte ausgesehen und von links nach rechts

I. Rotbuche, Hainbuche, Stieleiche, Winterlinde

II. Gemeinde Esche, Weißbirke, Traubeneiche, Spitzahorn

III. Sommerlinde, Mehlbeere, Eberesche, Bergahorn.

Weiter geht es zur „Schweizer Wiese“ und zur  Wandelhalle Bad Wildungen (Laufstrecke 6 lila und Terrainkurweg 5 rot, später Laufstrecke 1 grün und 2 orange).

Die Wandelhalle wurde 1929 erbaut. Architekt war der Darmstädter  Professor Paul Meissner. Sie ersetzte einen gußeisernen Vorgängerbau, der nicht heizbar war. Das Gebäude diente vor allem der Ausgabe der Trinkkur, die damals noch das Fundament des Kurbetriebs bildete. Im Jahre 1960 wurde als Erweiterungsbau ein großzügiger Veranstaltungssaal zusammen mit einem gläsernen Umgang an die Wandelhalle angesetzt. Architekt war Regierungsbaurat Heinz Rappold, der auch benachbarte Bauten im Kurpark (Cafe, Musikpavillon) gestaltete. Im Jahre 2008 wurden weiterte Ausbauten vorgenommen durch das Bad Wildunger Architekturbüro Gehring und Partner.

 

Das Quellenmuseum zeigt dem Besucher die Entwicklung der Quellen und ihre Nutzung sowie die Veränderung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens in der Kur- und Badestadt vom Mittelalter bis heute. Täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Im Quellendom präsentiert sich in modernem Ambiente eine Palette von Bad Wildungens besten Heilwässern. Trinkzeiten von 9.00 - 12.00 Uhr und 13.00 - 18.00 Uhr.

Gästebücherei: Kostenlose Ausleihe für Gäste. Täglich 10 - 18 Uhr

Das Quellencafe lädt Sie in einem Kuppelbau der Wandelhalle zu Kaffee und Kuchen bei Kurmusik ein.  Geöffnet täglich ab 14.00 Uhr.

Im Internet-Point „ietet der Verein „Wir für uns" Internet für alle: Surfen und Mailen von 11.00 - 17.00 Uhr.

Der Regionalmarkt bietet Produkte und aktuelle Informationen aus der Region Edersee-Kellerwald. Geöffnet Di. - Fr. 14.00 - 18.00 Uhr Sa. + So. 10.00 - 18.00 Uhr.

Kirchenladen: Informationen zu kirchlichen Angeboten, Literatur, Karten; Möglichkeit zum Gespräch. Täglich: 14.00 - 17.00 Uhr.

Ende der 1990er Jahre wurde der Kurpark der Stadt Bad Wildungen nach Westen hin durch eine naturnahe „grüne Brücke“ mit dem benachbarten Kurpark Reinhardshausen zu einem Großkurpark verbunden, der nun mit einer Fläche von 50 Hektar als der größte Kurpark Europas angesehen werden kann. Darin sind neben Wanderwegen sowie Joggingstrecken auch Terrain-Kur-Wege für Herz- und Kreislaufpatienten beschildert.

Bad Wildungen ist ein Heilbad mit eisen-, magnesium- und kohlensäurehaltigen Quellen, nämlich 290. Es ist die Region Deutschlands mit den meisten Heilquellen auf einem engen Gebiet. Dennoch unterscheiden sich die Heilwässer in ihrer Zusammensetzung und somit Wirkweise. Die Helenen-, Georg-Viktor-, Reinhards- sowie Naturquelle sind die bekanntesten Bad Wildunger Heilquellen und werden heute in Flaschen abgefüllt und versandt.

An die Stelle der klassischen Trinkkur trat die medizinische Rehabilitation. Es bestehen etwa 20 Kliniken, die die Krankheitsbilder der Orthopädie, der Psychosomatik, der Inneren Medizin und Rheumatologie, der Neurologie, der Onkologie und der Urologie behandeln sowie Altenheime, Altenwohnheime, Altenpflegeheime. Die Bereiche Fitness, Wellness und Beauty gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Die Gästezahl betrug etwa 110.000 im Jahr 2006 bei etwa 1,4 Millionen Übernachtungen jährlich. Damit ist Bad Wildungen die Stadt mit den zweitmeisten Gäste-Übernachtungen in Hessen nach Frankfurt am Main.

Im Jahre 2006 fand in Bad Wildungen die 3. Hessische Landes­gartenschau statt. Im Westen grenzt das ehemalige Landesgartenschaugelände an den historischen, im Stil eines Englischen Gartens gestalteten Kurpark an der Georg-Viktor-Quelle an. Die Landesgartenschau endete am 3. Oktober 2006. Das Budget für bauliche Maßnahmen wurde leicht unterschritten. Die Gartenschau wurde von 436.000 Besuchern aufgesucht und 243.000 Tageskarten wurden verkauft. Danach wurden die Blumen aus dem Gebiet der Anfang Oktober geschlossenen Landesgartenschau entfernt. Das Gebiet ist jetzt ein von Wiesenflächen geprägter Park.

Das etwa 18 Hektar große gestaltete, stadtnahe Gelände mit dem Aqua Choros, Sonnentreppe, Auenpark an der Königsquelle, Goldene Gärten, Sport- und Spielaue im Bornebach ist seit 2007 als „Hessens schönster Garten“ zugänglich. Weitere 18 Hektar Landesgartenschaugelände kamen 2006 zum Kurpark hinzu, an dessen östlichem Ende sich unterhalb von Schloß Friedrichstein sich der Königsquellenpark befindet.

Durch das Landesgartenschaugelände kann man bis zu dem Schild „Innenstadt“ gehen und dort die Treppe  hoch gehen. Oben an der Treppe angekommen geht man geradeaus und dann rechts in Richtung Kirche. Jetzt kann sich der Rundgang durch die Altstadt anschließen  (siehe 4), man kann aber auch die Altstadt gesondert besuchen. Länge bis zur Altstadt 3,2 Kilometer.

 

(3) Kurpark Bad Wildungen, mittlerer Teil: Mit dem Bus bis zur Wickerklinik. Von dort durch den Kurpark zum Gasthaus Reinhardshöhe. Hier den nördlichen (linken) Weg nach Bad Wildungen wählen. Er führt zu den Tennisplätzen. Man geht aber nach rechts durch den Hochseilgarten zur Wandelhalle. Dort wechselt man auf die andere Seite und geht am Hang wieder in Richtung Bad Wildungen, nicht auf der Teerstraße, sondern auf dem gepflasterten Weg. Man kommt zum neuen Kurhaus und die Brunnenallee hinunter zum Fürstenhof.  Er wurde um 1910 als Luxushotel erbaut, ein imposanter schloßartiger Bau im Jugendstil, heute ist hier eine Klinik der Asklepios-Gruppe untergebracht. Im Stadtzentrum und entlang der Brunnenallee gibt es zahlreiche Villen aus der Gründerzeit. Man kann dann noch ein Stück vom Fürstenhof weiter die Brunnenallee hinunter gehen bis zum Krankenhaus. Dort ist ein Stadtplan im Schaukasten, der auch die umliegenden Ortschaften mit umfaßt.

Weiter unten kommt man zum Kurschattenbrunnen mi zwei kräftigen Männern und ebenso zwei Frauen. Noch ein Stück weiter ist der Treffpunkt (Buswartehäuschen) bzw. ein Stück weiter zum Die Abfahrt des Busses nach Reinhards­hausen ist auf der anderen Straßenseite vor der Drogerie. Länge bis zum Treffpunkt etwa 3,2 Kilometer.

 

(3) Kurpark Bad Wildungen, unterer Teil: Mit dem Bus fährt man bis zum Bahnhof. Von dort geht man in Richtung Stadt. Am Kreisel fällt der große blaue Stuhl auf, ein Kunstwerk, das immer wieder in der Stadt auftaucht. Neben der Straße und dem Bach führt dann ein Weg zum früheren Gartenschaugelände.

Der Weg macht einen Bogen nach rechts und führt dann unter der Straße hindurch. Nach links geht es die Straße hinunter und dann wieder nach links zum Eingang der Landesgartenschau (besser den zweiten Zugang wählen). Man kommt zur Königsquelle.

Die Königsquelle wurde 1869 mit einem Adelsprädikat (?) versehen und vom  Schützenkönig eingeweiht. Sie ist die älteste Mineralquelle in  der Wildunger Gemarkung.  Sie war lange Zeit in Vergessenheit geraten und wurde 1869, als sich in Wildungen der Kurbetrieb zu entwickeln begann, von Dr. med. Carl Rörig im  April 1869 wiederentdeckt, der über 50 Jahre in seiner Heimatstadt Bad Wildungen wirkte. Um die  Königsquelle herum entstand ein eigener Kurbetrieb Im Jahre 2006 wurde die ganze Quellenanlage grundlegend saniert. Die Schüttung beträgt 3,5 bis 5 Liter in der Minute, der Kohlensäuregehalt beträgt 2.690 mg pro Liter. Es handelt sich um einen Natrium-Calcium-Magnesium-Hydrogenkarbonat-Chlorid- Säuerling. Es ist nur noch eine von vier Zapfstellen in Betrieb, die öffentlich zugänglich ist.

Ein Stück weiter ist die Schloßquelle, die  Quelle am Fuß des Schlosses Friedrichstein. Das Barockschloß Friedrichstein wurde 1660 von Graf Josias II. geplant und zwischen 1707 und 1714 von Fürst Friedrich Anton Ulrich zu Waldeck fertig gestellt. Es enthält das Museum für Militär und Jagdgeschichte der Staatlichen Museen Kassel. Dort werden vor allem Uniformengezeigt. Im Kellergewölbe befindet sich das Lapidarium, eine Gesteins-Ausstellung. Es gibt aber auch Veranstaltungsräume und Räume für die Stadtverwaltung.

Die Schloßquelle wurde 1873 und 1875 unter Leitung von Dr. Rörig erbohrt, der für seinen Kurbetrieb zusätzlich Wasser für Badezwecken benötigte. In den Jahren 2004 und 2005 wurde sie umgebaut und erneuert. Die Schüttung beträgt 25 bis 30 Liter pro Minute, der Kohlensäuregehalt beträgt 1.750 mg pro Liter. Es handelt sich um einen Magnesium-Calcium-Natrium-Hydrogenkarbonat-Säuerling. Die öffentliche Zapfstelle ist nur noch eine von vier Quellen.

Unter dem Thema „Paradiesische Begleiter“ entstand während der Landesgartenschau ein Skulpturenweg. Für den nahe der Schloßquelle beginnenden Schloßbergweg, der zur Schloß­­anlage Friedrichstein führt, entstanden neun Kunstwerke. Die Künstler wurden über einen hessenweit offen ausgelobten Wettbewerb von einer Jury ausgewählt. Als Material fand bis auf eine Ausnahme primär Holz Verwendung. Initiiert wurde das Projekt vom Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler, Landesverband Hessen e.V., der ebenfalls für die komplette Organisation verantwortlich war. Heute finden sich überall in den Kurparks Kunstwerke.

Man geht durch das Quellentor und dann nach links zu einer alten Mühle, an der man links vorbei geht. Der Weg führt zu einemSchild „Altstadt“.  Dort geht man die Straße hoch und kommt zum Lindenplatz. Von hier aus kann man auch den Rundgang durch die Stadt beginnen, wie er unter 4 beschrieben ist. Länge bis zur Altstadt etwa 1,5 Kilometer.

 

 (4) Bad Wildungen:

Mit dem Bus fährt man bis zum Treffpunkt und geht von dort in die Altstadt. In der Brunnenstraße steht links ein Ladengeschäft mit Schaufenstern im Jugendstil. Das Bürgerhaus wurde 1651 erbaut von Rentmeister Johann Philipp Rebenstock. Das Haus wurde auch „Im Rebenstock“ genannt, da in einem Balken ein Rebstock eingehauen war.

Dieses Haus ist aber nicht mehr vorhanden. Im Jahre 1894 ließ Sattlermeister und Tapezierer Adolf Möbus eine Stube zum Laden umbauen.  Im Jahre 1906 erfolgte der Anbau eines Verkaufspavillons im Jugendstil. Eine Kopie der historischen Dachfahne wurde 1999 aufgesetzt. Der  kraftvolle Dicknasendrache symbolisiert Reichtum und Glück. Der Sechserstern ist Teil des Rebstock‘schen Wappens, die beiden Halbmonde sind das Zeichen von Gastfreundschaft und Schutz. Vor dem Geschäft steht ein „blauer Stuhl“ im Jugendstil.

Von hier geht es hinauf zur evangelischen Stadtkirche, eine spätgotische Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert aus Grauwackestein. Baubeginn war um 1260. Die Kirche wurde dem  Heiligen Nikolaus geweiht. Der hohe Turm wurde 1494 fertiggestellt am Tag der Heiligen Margaretha. Ursprünglich war er spitz. In den Jahren 1809 bis 1811 wurde die mehrfach vom Blitz zerstörte Turmspitze durch eine „welsche Haube“ ersetzt. Die Kirche ist täglich von 14 bis 16 Uhr geöffnet, Führung ist am Sonntag um 15 Uhr. Gottesdienst ist um 10 Uhr.

Im Inneren fallen zunächst die drei Grabmäler aus Alabaster, Marmor und Kalkstein auf. Das Grab am Chor links ist das Grab für Josias II. (beigesetzt ist er aber in der Geismarer Kapelle in der Nähe der Kirche). Das große Grab links im Chor zeigt osmanische Personen und venezianische Säulen und schildert kriegerische Auseinandersetzungen.  Die kunstvollen Gitter sind um 1700 entstanden. Nur drei Waldecker Fürsten sind hier in Wildungen beerdigt (die anderen sind in Netze beigesetzt).

Der größte Schatz der Stadtkirche ist aber der Flügelaltar des Conrad von Soest(um 1370-1422). Er wurde der Kirche von den Johannitern geschenkt, die in der Stadt ein kleines Hospital und ein Kloster hatten. Der Altar befindet sich seit 1403 in der Kirche. Die 13 Holzplatten wurden auf Goldgrund mit Temperafarben bemalt.

Er ist einer der bedeutendsten Flügelaltäre der Spätgotik und das einzige gesicherte Werk des westfälischen Meisters. Der Altar weist alle Merkmale des „weichen Stils" auf. In den Figurendarstellungen liegt eine leicht schwingende Haltung, die kostbaren Gewänder erinnern an die Kleidung am burgundischen Hof. Auffallend sind die Farbkontraste: leuchtende Goldfarben sowie ein tiefes Blau.

Der Altar ist ein Triptychon und besteht somit aus einem größeren Mittelteil und den beiden kleineren Außenflügeln. Er zeigt 13 Szenen aus dem Leben Christi, dabei beziehen sich vier auf die Kindheit Jesu, vier auf die Passionsgeschichte und vier auf das nachösterliche Geschehen. Der Mittelteil zeigt den Kalvarienberg mit einer eindrucksvollen Kreuzigungsszene, umrahmt von vier kleinformatigen Bildern.

Der Künstler ist wahrscheinlich verewigt auf dem Bild von der Darstellung Jesu im Tempel (in Blau) und auch rechts hinter dem lesenden Apostel, der eine Brille trägt, die älteste Darstellung einer Brille nördlich der Alpen. Judas versteckt einen Fisch unter dem Tisch. Im Mittelteil unten kratzt sich einer am Fuß. Über den Schächern sieht man einmal einen Engel und einmal einen Teufel. Der Soldat der Jesus die Seite öffnet, war blind und wird von Jesus geheilt. Heilpflanzen bei Augenkrankheiten werden dargestellt.

Aufgeklappt ist der Altar fast sechs Meter breit. Am Johannistag wird er zugeklappt. Dann sind die vier Heiligen Elisabeth, Katharina, Nikolaus und Johannes der Täufer zu sehen. Der Altar wurde in den Jahren 1993-98 in Wiesbaden restauriert.  Die Farben wurden aber nur gereinigt. An der Südseite der Kirche ist eine Gedenktafel für die „Hexen“ mit einem Rosenstock.

Gegenüber der Kirche steht die ehemalige Schule. Dahinter ist das „Bollwerk“, das seit dem 15. Jahrhundert die Stadt gegen das flache Vorgelände sichert. Der massive Unterbau erhielt 1504 einen Fachwerkaufbau („Bohlwerk“) mit einemSchieferdach, das 1705 wieder beseitigt wurde. Der Innenraum des Turms diente als Waffenarsenal und im 19. Jahrhundert als Holzstall für die benachbarte Schule.

 

 

Durch die Ranzenstraße nördlich der Kirche kommt man in die Lindenstraße, die früher durch das Reitzenhagener Tor abgeschlossen wurde. Im Jahre 1552 wurde Hans Seymeshagen zum  Zimmern und Richten des Pfortenhauses am Reitzenhagener Tor  für  15 Gulden und 16 Albus gedungen. Bis zum Neubau eines Gefängnisses 1909/10 am Breiten Hagen diente dieses Pfortenhaus auch als Gefängnis für „kleine Missetäter und geringe Spitzbuben“. Um 1900 wohnte hier der Justizwachtmeister Wilhelm Schäfer mit seiner Familie, daher auch „Schäfers Porte“ genannt. Der nördliche Teil des Hauses wurde nach Niederlegung der Toranlage 1841 angebaut.  Im Jahre 1960 ging das Gebäude in Privatbesitz über. Vor dem Tor ist der alte Friedhof.

 

Die Lindenstraße ist eine Straße, die fast nur aus Fachwerkhäusern besteht. Am Museum ist eine Gedenktafel für Dr. Carl Reichardt angebracht, Verfasser der Stadtgeschichte und Ehrenbürger, gewidmet am 100. Geburtstag am 25.12.1965.

Am oberen Ende der Lindenstraße ist der Markt mit dem Rathaus. Ein Rathaus wird bereits 1258 erwähnt.  In den Jahren 1850/51 wurde das aus dem Mittealter stammende Fachwerkhaus mit der nördlich davon befindlichen Weinschänke abgetragen und durch den neoklassizistischen Bau ersetzt. Auf dem Marktplatz befanden sich sowohl zur Abschreckung  als auch als Strafmittel der „Triller“ (Narrenkasten), ein Holzesel, ein Schandpfahl mit Halseisen und ein Strafpfahl  für diejenigen, die „gestäupt‘“  wurde. Der Marktbrunnen wurde mit Quellwasser der heutigen Georg-Victor-Quelle gespeist. Eine hölzerne Rohrleitung in die Stadt wurde 1378 erstmals erwähnt.

Man geht aber zunächst nach links die Brunnenstraße hinunter bis zum ehemaligen Weger Tor, auch Wildunger Tor genannt. Es bestand aus einem massiven Innentorturm und zwei vorgestellten kleineren Tortürmen. Im Zwischenraum der beiden Vortürme, dem sogenannten Zwinger, standen zwei Linden, unter denen von 1482 bis 1650 öffentliches Gericht abgehalten wurde. Im Jahre 1824 wurde der Innenturm als letzter der Anlage beseitigt. Das Pförtnerhaus an der Nordseite fiel 1851 dem Straßenbau zum Opfer. Der steile Zufahrtsweg zur Stadt war bereits vor 1500 gepflastert und hieß „der Steinweg“. Heute steht vor dem Tor die Kaiserlinde. 

Dann geht man wieder zurück und geht nach links in die Straße „Hinter der Mauer“ und zum Turm „Roter Hahn“. Dieser älteste und ursprünglich erhaltene Wehrturm wurde um 1300 errichtet. Er diente bis 1804 als Gefängnis für Schwerverbrecher und bei Vergehen gegen die Obrigkeit. Der untere Stock war überwölbt, die Angeklagten wurden mit Hilfe eines Stricks durch ein Loch in das Verlies hinabgelassen. Stand die Hinrichtung eines Eingekerkerten an, wurde die rote Blutfahne gehißt. Das 1850 abgenommene spitze Dach mit Wetterhahn wurde 1967 wieder aufgesetzt.

Dann geht es die Straße hinter der Stadtmauer entlang. Die Synagoge stand an der Straße „Dürrer Hagen“ (Südseite der Altstadt). Sie war sehr groß und hatte eine orientalische Kuppel. Durch die Notstraße kommt man wieder zur Brunnenstraße.

Hier stand an der Südseite das Stadtschloß Cuylenburg. Die Bezeichnung geht auf Juliane Elisabeth von Waldeck, genannt „Gräfin Cuylenburg“ zurück. Sie verlegte 1679 ihren Wohnsitz von Schloß Eisenberg bei Korbach nach Wildungen.  Hier trat sie besonders durch ihre Mildtätigkeit an den Armen, Kranken und Waisen hervor. Im Jahre 1696 ließ sie erstmals die heutige Helenenquelle fassen. Die holländische Grafschaft Cuylenburg gehörte im 17. Jahrhundert zur Grafschaft Waldeck und fiel anschließend durch Erbschaft an das Haus Sachsen-Hildburghausen.

Daneben steht das Haus „Stiefel und Krone“: Erbaut 1620-24 von Peter Glitsch, der Zimmermeister war Jakob Waldschmidt aus Wildungen. Ab 1631 befand sich im Haus eine Gastwirtschaft. Im Jahre 1681 wurde das Haus zweigeteilt. In der östlichen Seite befand sich die Gastwirtschaft „Zur Krone“, seit 1871 ist hier ununterbrochen eine Bäckerei eingerichtet.

In der westlichen Hälfte eröffnete 1681 ein Schuhmachermeister die Gastwirtschaft „Stiefel“. Daher rührt der heute noch für die Besitzerfamilie übliche Beiname "Stiefel-Stracke“. Im Jahre 1984 wurde das prächtige Fachwerk freigelegt.

Am Ende der Brunnenstraße nach Westen zu stand das Brunnentor, eine Doppeltoranlage mit zwei Wehrtürmen. Die Tore wurden im Winter von 6 bis 21 Uhr geöffnet, im Sommer von 3 bis 22 Uhr, am Sonntag erst nach dem Gottesdienst.

 

(5) Homberg: Mit dem Bus fährt man bis zur Wickerklinik und geht durch den Kurpark zum  Gasthaus Reinhardshöhe.  Gegenüber im Wald ist ein Parkplatz. An dessen oberen Ende geht es nach links auf den oberen Hombergweg, den (Rundweg W 5. Oberhalb des Wasserwerks geht links der Weg W 4 ab, der untere Hombergweg, der rollstuhlgerecht sein soll und auf sieben Kilometern rund um den Fuß des Hombergs führt. Man geht aber rechts hoch zum Hoyerplatz, wo sich zwei Wege spitzwinklig kreuzen. Hier geht man geradeaus auf dem rechten Weg weiter. Der W 5 führt zum Aussichtsturm von 1882 mit 86 Stufen und einem schönen Blick auf Wildungen (bei gutem Wetter auch bis zum Herkules). Der 518 Meter hohe Homberg ist Wildungens Hausberg und bietet einen Rundumblick.

 Dann geht man auf der anderen Seite den Weg hinunter. An der nächsten Kreuzung fehlt der Wegweiser. Geradeaus geht es zur Bismarckhöhe und zur Bergwachthütte. Man geht aber im spitzen Winkel nach links hinab  zur Frühstücksbuche. Dort teilt sich der Weg:  Ach rechts geht es in Richtung Bad Wildungen, entweder zum Herzog-Georg-Weg oder um den Berg herum zur Emma-Ruhe und zum Hoyerplatz. Es wird aber empfohlen, an der Frühstücksbuche links zu gehen immer um den Berg herum. Dabei wird auch der Wilhelmsplatz angezeigt, aber es wird nicht gekennzeichnet, wo dieser ist.  Wahrscheinlich handelt es sich um die Aufweitung des Wegs, wo links noch ein Weg aufwärts geht. Über den Hoyerplatz geht es dann wieder zum Parkplatz am Gasthaus Reinhardshöhe. Auf der Karte sind noch sehr viel mehr Wege eingezeichnet, aber gangbar sind nur die hier beschriebenen. Länge etwa 5,7 Kilometer, Höhenunterschied etwa 200 Meter.

 

(6) Zimmergründe I:

Mit dem Bus fährt man bis zur  Rummelskoppe und läuft ein Stück die Straße nach Hundsdorf bis zum Weg, der links in den Wald führt. Dort steht ein Schild „Waldlehrpfad“.  Hier geht man hoch. Nach einer Linkskurve und einem Steilstück kommt man zu einer Wegekreuzung mit Schutzhütte, Pflanzgarten und einem Mammutbaum (den man übrigens von Reinhardshausen aus gut zu sehen ist, weil er die anderen Bäume  überragt). Von hier führen zwei Wege hinunter zum Wildunger Brauhaus. Der linke Zweig des Waldlehrpfades führt nur an weiteren Bäumen vorbei, enthält aber keine Höhepunkte.

Nach rechts führt eine Schneise bei der Esche auf einen 454 Meter hohen Berg,  auf dem die Blitzeiche steht (an sich sind es zwei große Eichen und noch weitere Eichen). Es ist aber fraglich, ob sich dieser Abstecher lohnt,  weil die frühere Fernsicht zugewachsen ist.

Der rechte Zweig des Waldlehrpfades aber führt zu einem  alten Diabas-Steinbruch (etwas nach rechts abbiegen) mit schöner Sicht auf Schloß Friedrichstein und Bad Wildungen (Vorsicht: Keine Absperrung). Ein Stück weiter unten führen die beiden Waldlehrpfade zusammen, noch ein Stück weiter steht eine Übersichtstafel. Noch ein Stück weiter unten steht dann das Wildunger Brauhaus. Unterhalb befindet sich die Kriegsopfergedenkstätte. Schräg gegen­über geht es in den Georg-Victor-Quellen-Weg4, wo sich die Bushaltestelle befindet  für die Busse, die über die Wandelhalle fahren (die Busse über Frankenbergerstraße halten hier nicht). Länge etwa 2 Kilometer.

Am Brauhaus steht ein Wegweiser „Schweizer Wiese“ und „Waldzimmer“.  Aber dorthin kommt man nur, wenn man gegenüber in den Georg-Victor-Quellen-Weg geht und dann ein Stück hinunter geht und links abbiegt.

 

(7) Zimmergründe II:

Mit dem Bus fährt man bis zur  Rummelskoppe und läuft ein Stück die Straße nach Hundsdorf bis zum Weg, der links in den Wald führt. Man geht aber nicht zum Waldlehrpfad hoch, sondern geht auf den Weg, der oberhalb der Straße durch den Wald führt. Er biegt dann nach links ab bis zu einer Kreuzung. Dort biegt man rechts ab auf den Weg W 9, der dann auf die Kreisstraße nach Odershausen führt.  Dieser folgt man nach links bis zu einem breiten Waldweg, der zu einem  Parkplatz führt. Noch ein Stück weiter am Weg ist ein großes Hügelgrab mit einer Vertiefung.  Auf der Kreisstraße geht es noch ein Stück weiter bis zu einem Sattel.  Dort geht es links noch ein wenig hinunter bis zur Stahlquelle.

Diese hieß zunächst „Brückenbrunnen‘, später wegen des Eisengehalts aber „Stahlquelle“.

Die erste Erwähnung war im Jahre 1858 durch Fresenius, im Jahre 1896 erfolgte die Neufassung der Quelle. Ab 1901 erfolgte eine  Zuleitung ins „Badehotel“. Im Jahre 1970 erhielt das Badegebäude das heutige Aussehen, im Jahre 2005 wurde die Quellanlage grundlegend erneuert. Die Schüttung beträgt 3.5 bis 6  Liter pro Minute mit 2.340 mg Kohlensäure. Die Stahlquelle ist die höchstgelegene Mineralquelle Wildungens und damit auch die kühlste und sie hat einen intensiven Eisengeschmack. Die Nutzung erfolgt nur als Trinkquelle.

Hier könnte man weiter gehen bis zur Talquelle und zum Golfplatz und zur Helenenquelle. Man kann aber auch hier wieder zurückgehen bis zur Straße nach Hundsdorf. Auf dieser geht man dann ein Stück nachWesten(links) und dann am Waldrand hinter nach Reinhardshausen. Länge etwa 5,1 Kilometer (zurück bis Klinik Wildetal ohne Bus).

 

(8) Hahnberg:

Mit dem Bus bis Klinik Birkental. Von dort etwas nach unten laufen und dann links in den geteerten Feldweg. Dort aber gleich wieder rechts und hinauf zum Waldrand.. Dort hält man sich halblinks auf dem R 5. Man kommt zum Hundeübungsplatz und zu einer Schutzhütte. Dort muß man sich scharf rechts halten zu einem ehemaligen Dachschieferbruch, heute ein wertvolles Biotop. Man geht aber weiter nach links zur Schießanlage, an der man links vorbei geht (nicht rechts den Weg hoch). Dann geht es immer rechts um den Berg herum. Links unten sieht man Albertshausen liegen. Der Weg um den Berg herum würde wieder zum Ausgangspunkt führen. Es ist aber nach links ein steiler Weg nach unten markiert.  Er führt über eine breiten Fahrweg hinweg und endet am Schützenhaus. Die Länge beträgt etwa 5 Kilometer, der Höhenunterschied beträgt am Hahnberg 120 Meter.

 

(9) Kleinern: Auf der Teerstraße westlich des Friedhofs geht man bis zum Waldrand. Am alten Trafohaus geht man links und gleich nach dem Haus wieder rechts. Der Weg führt langsam bergab zur Feriensiedlung Spicke und zur dortigen Freizeitanlage.

Die Freizeitanlage „Spicke“ ist eine Spiel- und Erlebnisanlage in der Bachaue des Wesebaches am Wesetal-Lehrweg bei Kleinern. Hier hat der Wese-Bach Geröll  Schotter und Sand abgelagert und war gezwungen, ständig neue Wege zu suchen.  Ihre Ursprünglichkeit verlor die Niederung, als man die Wasserkraft zu nutzen begann, den Fluß regulierte und Mühlbäche anlegte.

Der westlich des Wesebaches gelegene Teil der Anlage bietet mit Teichfloß, Rutsche und Seilbahn aktive Spielerlebnisse. Hier findet man ein Fußerfahrungsfeld und Klanggeräte. Durch geschicktes Bearbeiten des Wassers kann man den neu geschaffenen Teich überqueren.

Verbunden über eine Hänge- und über eine Trittsteinbrücke erfüllt der östlich des Baches gelegene Bereich das Bedürfnis nach ruhigem Naturerlebnis, nach Körper- und Sinneserfahrung.

Wasser stauen, schöpfen, gießen, spritzen, darin schwimmen, untertauchen, mitfließen, sich überströmen lassen, die Trittsteinbrücke, Hölzer, Blätter, Schiffe fahren lassen. Geheimnisvoll, das Labyrinth, ein bis zur Mitte durchgehender, von Steinen gefasster Weg

 

Ein Natur- und Wasserlehrweg führt unterhalb des Dorfes durch das idyllische Wesetal. Zwölf attraktive Stationen handeln von Mühlen, Eisenhammer, Holzessig, Bachlebewesen, Mineralquellen und Hirten. Unter dem Motto „Spuren lesen“ kann man die Reste einer alten Kulturlandschaft und frühen Eisenindustrie entdecken.

Der Wesetal-Lehrweg führt zu dem Ederauen-Erlebnispfad, der wiederum dem Eder-Radweg folgt. Zwischen Edersee und Fritzlar wird die Fahrradtour zu einem Naturerlebnis. „Leben am Fluss“ lautet das Motto. 20 Stationen laden zur bewussten Auseinandersetzung mit der Eder und der Kulturlandschaft der Ederaue ein. Im Infopoint Affoldern (s.u.) gibt es interessante Informationen über Affolderner See und Edersee und etwas für Angler.

 

Auf der Straße geht man dann weiter ins Dorf. Dabei kommt man  an der Straße  „Zur Spicke“, Haus Nummer 5, an einer Obstwiese vorbei. In der Wesetalstraße (Durchgangsstraße West-Ost) steht auf der Südseite das ehemalige Schloß. Am Dorfgemeinschaftshaus auf der Nordseite der Straße steht eine Informationstafel zum Dorferkundungsgang. Dieser macht die Geschichte lebendig und die dörfliche Gegenwart liebenswert. Der weitere Weg verläuft wie folgt:

 

1.   Tafel Dorferkundungspfad am Dorfgemeinschaftshaus

2.   Dorfgemeinschaftsbrunnen vor dem Dorfgemeinschaftshaus auf dem Dorfplatz

3.   Backhaus auf dem Dorfplatz

4.   Färberwaid-Haus in der Heimbachstraße (Dorfladen)(Straße nach Norden)

5.   Hausbaum in der Heimbachstraße gegenüber dem Dorfladen

6.   Tiere im Dorf, Heimbachstraße, südlich des Spielplatzes

7.   Friedhof, nördliche Weinbergstraße (östlich der Heimbabchstraße)

8.   Trockenmauer, Bergstraße (westlich der Kirche), nördlich des Kirchturms

9.   Dorfkirche mit Meitersdorfer Schnitzaltar von 1521

10. Bauerngarten, Bergstraße schräge gegenüber der Kirche

11. Dorfbrunnen/Mineralquellen (später besuchen)

12. Freizeitanlage Spicke (schon besucht)

13. Obstwiese an der Straße  „Zur Spicke“, Haus Nummer 5 (schon besucht)

14. Ehemaliges Schloß in der Wesetalstraße schräg gegenüber dem Dorfgemeinschaftshaus (schon besucht).

 

Kleinern (250-600 Meter, 650 Einwohner) ist eine „Perle“ im Wesetal, einem Seitental des Kellerwaldes. Die Heilquellen des benachbarten, zweitgrößten Heilbadzentrums Deutschlands, Staatsbad Bad Wildungen/Reinhardshausen treten auch in Kleinern mit drei Brunnen zu Tage. Markierte Wanderwege führen durch eine idyllische Bachlandschaft, tiefe Wälder und ein herrliches Wiesental.

 

Gepflegte Unterkünfte prägen mit dem Dorfgemeinschaftshaus, Metzgerei, Dorfladen, Friseur und Taxiunternehmen das Dorfbild. Vor der „Haustür“ beginnt der Nationalpark „Kellerwald-Edersee“, ein über 5000 Hektar großer Buchenwald. Im Zuge der Regionalentwicklung ist ein ökologischer Dorfpfad mit interessanten Stationen entstanden. Er stellt die Ursprünglichkeit eines typischen Dorfes mit Bauerngärten, Backhaus, Dorfplatz mit Brunnen sowie die Streuobstwiesen noch stärker heraus. Der Ortsteil wurde durch das Prädikat „familienfreundlicher Luftkurort“ ausgezeichnet. Sehenswert  istt die Kirche mit einem Schnitzaltar aus dem Jahr 1521 und die Freizeitanlage „Spicke“ Dieser Park bietet Abwechslung mit Turmrutsche, Floßteich, Tischtennis sowie Mühle-/Damespiel, Wassertretanlage und Sinnerfahrung: Klangspiele/„Fußfühlpfade“.

 

Nach Süden durch die Mühlenstraße und dann nach links kommt man zum Dorfbrunnen und den Mineralquellen. . Von dort geht man im  Bogen hoch in den Wald auf dem Forstweg nach Reinhardshausen. Der Höhenunterschied beträgt 120 Meter, die Länge etwa  8, 3 Kilometer (ohne Dorfrundgang).

 

(10) Bilsteinklippen:

In Reinhardshausen geht man die Mühlenstraße hinunter und nach rechts bis zum  Bach. An diesem geht man dann entlang in Richtung Reitzenhagen (nicht verwirren lassen durch das Schild „Bilsteinklippen 4,2  Kilometer“). An der Holzbrücke geht es auf die andere Seite des Baches (es gibt aber auch einen schmalen Pfad am Bach entlang) und auf der Dorfstraße entlang nach links. Etwa in der Mitte des westlichen Ortsteils geht in einem Taleinschnitt ein steiler Weg  hoch (W 1 + 5 + 6).  Man kommt schließlich auf einen Querweg, der von Alt-Wildungen ausgeht. Wenn man diese Wiese ein Stück hoch geht, hat man einen Blick in das Wesetal.  Man geht aber nach links zu den Bilsteinklippen. Dazu muß man unbedingt nach links gehen zu dem Aussichtspunkt mit Bank. Der weitere Weg führt im großen Bogen um die Berge herum und in die Täler hinein. An der Wegkreuzung nördlich des Itter geht man besser erst noch ein Stück den Weg rechts hoch und dann nach links.  Dieser Weg führt zu der Gebäudegruppe am Waldrand und damit wieder auf den Weg zum  Friedhof Reinhardshausen.

Die Klippen kann man auch erreichen mit dem Bus 1 und Bus 2a nach Alt Wildungen.  Man fährt bis zur Haltestelle „Am Amtsgarten“, läuft nach Westen auf die Giflitzer Straße, auf der man nordwestlich weiter geht. Dann nach Westen abbiegen in die Straße „An der Trift.  Diese führt nach Westen zur Schwedenschanze und auf dem Weg geht es weiter zu den Bilsteinklippen. Diese Möglichkeit empfiehlt, weil der Fußweg von Reinhardshausen und über die Bilsteinklippen zurück sehr weit ist. Länge etwa 9,7 Kilometer (von Alt-Wildungen aus 7,2 Kilometer).

 

 

 

 

Ausflugsziele in der näheren Umgebung

(1) Das Helenental bei Bad Wildungen  und der Sondergraben stehen seit 1986 unter Naturschutz. In den Ausläufern des Helenentals befinden sich auch die sehenswerten Wasserfälle von Odershausen. Das „Lebendige Museum“ im Stadtteil Odershausen bietet Ausstellungen und Aktionstage zur Landwirtschaft in alter Zeit.

(2) Bei Odershausen im Wald nahe der Jägersburg findet man noch drei alte Süntel-Buchen.

Im „Lebendigen Museum“ Odershausen gibt es interessante Einblicke in die Arbeit unserer Vorfahren. Gezeigt werden alte Handwerkstechniken und landwirtschaftliche Arbeiten, die in alte Zeiten entführen, als die Landwirtschaft noch das Dorfleben prägte. Hautnah dabei sein kann man bei der Flachsbearbeitung, beim Spinnen und Weben, man kann dem Schuhmacher und dem Stellmacher bei der Arbeit über die Schulter blicken und dem Schmied bei der Arbeit zusehen.

Als Attraktion wird im Juni die Dampfmaschine in Betrieb sein und im August kann man bei einem Waschtag erleben, wie früher die Wäsche gewaschen wurde. Im Gebäude sind auf großer Fläche landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, altes Handwerk und Bilder aus alter Zeit zu betrachten. Das alles wird bei Führungen ausführlich erklärt und gezeigt.

Außerdem stehen jeden Monat Ausstellungen auf dem Programm. Im Juni wird es besonders für Kinder und Frauen interessant sein, sich die ausgestellten Puppen anzusehen.

Im Juli und August wird es etwas technischer mit der Ausstellung von Dezimalwaagen und Bügeleisen.

Auch die Küche bietet wieder ihre allseits beliebten Speisen an. So gibt es beispielsweise Grüne Soße, Klöße mit Dörrobst, gefüllten Krautkopf und entsprechend der Jahreszeit Blechkuchen in vielen Variationen. Natürlich dürfen auch der selbst hergestellte Apfelwein, der Holunderblütensekt und die leckeren Hefewaffeln nicht fehlen

(3) Der höchste Berg im Stadtgebiet Bad Wildungens ist der Wüstegarten (675 Meter), der nahe dem zu Bad Wildungen gehörenden Dorf Bergfreiheit liegt. Nach jüngsten Vermessungen ist allerdings strittig, ob der Gipfel des Berges noch im Gebiet Bad Wildungens liegt oder wenige Meter außerhalb der Stadtgrenze.

(4) In Bergfreiheit ist das Schneewittchendorf im Kellerwald. Hier kann man viele Relikte des Bergbaus finden kann. Unter anderem das Kupferbergwerk „Bertsch“. Dieses Besucherbergwerk bietet einen Einblick in den bergmännischen Alltag des mittelalterlichen Kupfererzbergbaus. Übrigens, auch die sieben Zwerge von Schneewittchen sollen hier geschürft haben. Führungen von Karfreitag bis Oktober Mi. bis So. von 14.00 bis 15.30 Uhr, Gruppen nach Absprache, Telefon 0700 - 23 74 93 75 www.bergfreiheit.de.

Ein zauberhaftes Märchen-Theaterstück steht wieder im Schneewittchendorf Bergfreiheit auf dem Programm. Diesmal ist die idyllische Waldbühne Schauplatz für die bekannte Geschichte von „Schneeweißchen und Rosenrot“ der Brüder Grimm. Die 13 Schauspieler der Theatergruppe Bergfreiheit präsentieren auf der Bühne eine aufwendige und liebevolle Inszenierung des vielen noch aus Kindertagen bekannten Märchens. Es geht um eine Mutter, die zwei liebe Töchter hat: Schneeweißchen und Rosenrot. Eines Winters sucht ein Bär bei ihnen Obdach und die Kinder fassen Zutrauen. Als der Bär wieder fort muss, reißt er sein Fell am Türrahmen und Gold schimmert hervor. Der Bär, ein verwunschener Königssohn, verteidigt die Mädchen gegen böse Zwerge, verwandelt sich zum guten Schluss zurück und heiratet Schneeweißchen, Rosenrot bekommt seinen Bruder.

Ein altes Bergmannshaus (das ehemalige Bergamt) im Ortskern des Dorfes enthält ein Museum mit einer Tonbildschau über Erzgewinnung und Metallverarbeitung im Raum Bergfreiheit. Führungen Do. von 15.00 bis 17.00 Uhr, Gruppen nach Absprache, Telefon 05626 - 5 92

Das „Schneewittchenhaus“ steht in der Ortsmitte.

In der Edelsteinschleiferei Lange kann der Besucher dem Schleifer vom Rohstein bis zum fertigen Schmuckstück über die Schulter schauen und bekommt ausführliche Informationen über die Edelsteinbearbeitung. Eintritt frei! Besichtigung der Schleiferei: Mo. - Fr. von 15.00 - 17.00 Uhr Geschäftszeit: Mo. - Fr. von 9.00 - 12.00 Uhr und 13.30 - 17.30 Uhr Sa. von 9.00 - 12.00 Uhr, Telefon 05626 - 3 43, vvww.edelsteinschleiferei-lange.de. Es gibt auch einen kulturhistorisch-ökolo­gischen Lehrpfad.

 

(5) „Das Paradies“ bei Albertshausen ist ein Wald in Richtung Gellershausen und Kleinern.

(6) Im ehemaligen Hutewald Halloh in Albertshausen befindet sich ein alter Buchenwald mit etwa 200 Bäumen. Hutewälder bestehen sonst aus Eichen, weil diese mehr Ertrag Früchten bringen.

(7) Der 156 Kilometer lange Kellerwaldsteig, als einer der drei schönsten Wanderwege Deutschlands prämiert, beginnt und endet in Bad Wildungen.

(8) Wega: Nach fast zwei Jahren Vorbereitung freut sich der Stadtteil Wega auf die Festwoche vom 7. bis 14. Juni 2009. Der Festausschuss hat eine für jeden Geschmack und jedes Alter interessante Veranstaltung organisiert. Den Auftakt bildet am Sonntag, 7. Juni, ein ökumenischer Gottesdienst mit anschließendem Mittagessen. Am Montag erleben die Gäste einen lustigen Theaterabend bei dem Schwank „Die Bürgermeisterwahl“. Der Dienstag steht unter dem Motto „Wegaer Natur“: Dazu gehört eine fachkundig geführte Naturwanderung mit Einweihung des neuen „Fledermausstollens“ an der Wegaer Koppe. Am Mittwoch findet ein Kommers-Abend statt, bei dem die zum Jubiläum erstellte Chronik präsentiert wird.

 

Der Donnerstag (Fronleichnam) ist der „Koppenrätscher-Tag“. „Koppenrätscher“ ist der Spottname der „Wegschen“ und wurde ihnen wegen einstiger Rutschpartien auf dem Hosenboden von der „Koppe“ bis ins Dorf verliehen. In einem spannenden Wettbewerb treten die schnellsten Rutscher gegeneinander an, bevor abends eine Diskoparty in Nordhessens ältester Diskothek „Las Wegas“ steigt. Freitag ist Kindertag mit abwechslungsreichen Spielen am Sportplatz. Am Abend wird bei einem unterhaltsamen „Mundartabend“ mit Sketchen „Platt geschwatzt“. Der Samstagabend steht ganz im Zeichen musikalischer Unterhaltung, wenn die Band „Donau Power“ in Wageners Festhalle (Eintritt: 5 Euro) für Stimmung sorgt.

Höhepunkt der Festwoche ist am Sonntag, 14. Juni, der „Stehende Festzug“'. Das Dorf zeigt sich hier von seiner schönsten Seite. Ab 10 Uhr kann man alte Landmaschinen und historische Handwerker bei der Arbeit bewundern. Es gibt eine Modelleisenbahnausstellung, eine Fotoausstellung im Dorfgemeinschaftshaus und viele Verkaufsstände. Kleine Vorführungen und Musikauftritte runden die Veranstaltung ab.

Kulinarische Leckerbissen von einst und heute, eine Tombola sowie ein Riesentortenbuffet mit 200 selbstgebackenen Torten erwarten die Besucher, bevor zum Abschluss ein Feuerwerk an der Wilde steigen wird.

 

 

Nationalpark Edersee-Kellerwald:

 

Allgemeines:

Wie ein blaues Band schlängelt sich der See im Sommer durch die Wälder am Ufer. Gehalten von der 400 Meter langen und 48 Meter hohen Staumauer wird das Wasser des Flüßchens Eder zum See - wenigstens im Sommer. Mehr als 202 Millionen Kubikmeter Wasser kann der gewaltige Talkessel insgesamt aufnehmen.

Der Edersee, einer der schönsten. größten und saubersten Stauseen Deutschlands, ist 27 Kilometer lang. Der zauberhafte Reiz dieser Seenlandschaft erschließt sich am besten auf den direkt in Ufernähe verlaufenden gut beschilderten Radwegen oder bei einer Fahrt per Boot oder mit den komfortablen Ausflugsschiffen. Insgesamt 69 Kilometer Uferlänge eröffnen immer wieder überraschende Ausblicke, verschwiegene kleine Buchten wechseln mit belebten Promenadenbereichen ab.

Von der Stauwurzel bei Herzhausen bis hin zur mächtigen Sperrmauer unterhalb des stolzen Schlosses Waldeck und in den Anrainergemeinden Edertal, Vöhl, Waldeck und Lichtenfels bieten zahlreiche Attraktionen erlebnisreiche Tage.  

Wer es sportlich liebt, kommt hier voll auf seine Kosten: Windsurfen und Tauchen, Segeln. Wasserski oder Angelsport sind ebenso beliebt wie Golf oder ausgedehnte Radtouren. Wer mag, kann mit einem Ultraleicht- oder Segelflieger einfach „abheben“. In heißen Sommermonaten erfreut das Wasser des Stausees aber vor allem die Hobbykapitäne und Badegäste. Neben den zahlreichen Gästen - vor allem aus Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden - sorgen dann Ausflügler und Wassersportler aus der Region für strahlende Gesichter bei den Gastwirten und den Kapitänen der Ausflugsschiffe.

Urwüchsig, wild und faszinierend schön: Der Urwaldsteig Edersee und der Kellerwaldsteig gehören zu den attraktivsten Wandersteigen nördlich der Alpen. Ausgebildete Ranger und Scouts zeigen Ihnen die „Schätze des Naturerbes Kellerwald“.

 

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee schützt den für die deutschen Mittelgebirge typischen bodensauren Buchenwald auf Schiefer und Grauwacke. Das kompakte Buchenwaldgebiet ist von Straßen unzerschnitten und frei von Siedlungen. Mehr als 1.000 Hektar Altbuchen über 160 Jahre, kleine urwaldähnliche Bereiche, Bachtäler und wertvolle Sonderbiotope beherbergen eine reiche Ausstattung an laubwald-typischen Lebensgemeinschaften. 15 Fledermausarten, Schwarzstorch, Pfingstnelke oder das Urwaldrelikt „Veilchenblauer Wurzelhalsschnellkäfer“ gehören zu den Gütezeigern. Mit einem Flächenanteil von über 80 Prozent ohne Nutzung verkörpert der Nationalpark die derzeit größte Prozeßschutzzone im Silikat-Buchenwald zumindest in Deutschland.

Am Edersee gibt es Schönwetterwolken immer gleich zweimal: Am Himmel und als Spiegelbild auf der glatten Wasserfläche. Kaum ein Laut dringt aus den dichten Laubwäldern die grauen Granithänge hoch, in die sich seit Jahrhunderten die spektakulär geformten Knorr-Eichen klammern.

Der Ausblick von der Kahlen Hardt in Nähe der Halbinsel Scheid gehört zweifellos zu den Höhepunkten einer Wanderung im Naturpark Kellerwald-Edersee. Unter anderem mit zwei attraktiv gestalteten Wanderwegen, dem Kellerwaldsteig und dem Urwaldsteig, will die Region im äußersten Nordwesten Hessens mehr Gäste anlocken.

Hauptanziehungspunkt bleibt der Edersee selbst, künstlich aufgestaut in den schmalen Tälern des Waldecker Lands und Heimat vielfältiger Wassersport- und Freizeitangebote. Touristischen Rückenwind spüren die Verantwortlichen auch durch den im Jahr 2004 gegründeten Nationalpark im Süden des Sees. Der prestigeträchtige Titel bringt Geld für Naturschutzprojekte und Aufmerksamkeit in die Region.

 

Doch der Nationalpark selbst, ein dicht bewaldetes ehemaliges Wildgehege der Waldecker Fürsten von 57 Quadratkilometern, kann die touristischen Erwartungen allein nicht erfüllen - schon weil der umfassende Schutzgedanke für Tier und Pflanzen allzu ausufernden Aktivitäten der Menschen enge Grenzen setzt.

„Der Nationalpark ist unser Diamant und der Naturpark drumherum die schöne Fassung“, sagt Rainer Paulus, Geschäftsführer des von den umliegenden Kommunen getragenen, deutlich größeren Naturparks. Vor allem entlang des 156 Kilometer langen Rundwegs Kellerwaldsteig sollen die Wanderer naturnahe Attraktionen finden, ohne daß besonderes Remmi-Demmi veranstaltet würde.

Wer näher am Edersee bleiben möchte, wählt den mit 68 Kilometern deutlich kürzeren Urwaldsteig oder einen der zahlreichen kleinen Rundwege. Einen sanften Tourismus wollen sie haben zwischen Frankenberg, Edersee und Bad Wildungen und tatsächlich scheint die dünn besiedelte Landschaft dafür wie geschaffen: Schmale Bachtäler führen durch Europas größte zusammenhängenden Buchenwälder, über blumenbunte Wiesen, Hecken und Wacholderheiden. Am Wanderweg werden die Menschen auf Besonderheiten und wieder erweckte Bauwerke hingewiesen: Hier die verfallene Löwenburg mit ihrem restaurierten Turm, dort das Besucherbergwerk Bergfreiheit samt schillerndem Schieferaufbruch. Im Süden des Wandergebiets erhebt sich der Hohe Keller mit dem höchsten Punkt der Wanderung, dem Aussichtsturm auf dem Wüstegarten. Aus gut 700 Meter Höhe läßt sich bisweilen in den Taunus schauen.

Daß es die Menschen in der kargen Mittelgebirgslandschaft nicht immer leicht gehabt haben, zeigt sich schon an den kleinen Rodungsinseln rund um die Bergbaudörfer. Alte Ackerterrassen, Wacholderheiden und Hutewälder, in die Schweine zur Mast getrieben wurden und die Buchen krumm gefressen haben, zeugen noch heute von vergangener Landbewirtschaftung. In Basdorf am Edersee ist diese Tradition wieder belebt worden.

Das Internetportal „fernwege.de“ teilt den Kellerwaldsteig in sechs Etappen ein, die Naturparkverwaltung sieht die doppelte Zahl vor, um den gesamten Weg abzulaufen, den man aber auch in der Mitte abkürzen kann. In unmittelbarer Nachbarschaft des Wanderklassikers Rothaarsteig hat man vom westfälischen Vorbild zumindest mal die Markierung übernommen, berichtet Reiner Ohlsen von der Naturparkverwaltung. Das rote K markiert die Hauptroute, in Grün weist der Buchstabe den Weg auf alternative Strecken.

Das Konzept hatte den Deutschen Wanderverein in Kassel zunächst so überzeugt, daß er den Kellerwaldsteig im Jahr 2004 als einen von drei Top-Wanderwegen auszeichnete. Gelobt wurden die gute Markierung, die über 50 Prozent unbefestigten Wege, die Rastmöglichkeiten und das hohe Erlebnispotential der Route. Ob die nordhessischen Steige dauerhaft zu den besten Wanderwegen Deutschlands gehören werden, ist derzeit aber noch unklar.

Die nach drei Jahren anstehende Bestätigung des Qualitätssiegels „Wanderbares Deutschland“ hat der Kellerwaldsteig nicht auf Anhieb geschafft, müht sich aber in der Nachzertifizierung, wieder zum ausgezeichneten Urwaldsteig am See aufzuschließen.

Ruhige Wälder mit alten Baumbeständen bieten unverzichtbare Lebensgrundlage für seltene Vögel und Fledermäuse sowie Heerscharen Holz bewohnender Insekten und Pilze. Alle sechs

hessischen Spechtarten, Schwarzstorch, Rotmilan, Uhu, Großes Mausohr und Bechsteinfledermaus, Baummarder, Hirschkäfer und Buchenstachelbart stellen nur ein kleines Abbild dieser Vielfalt.

Idyllische Walddörfer sind eingebettet in eine dünn besiedelte, malerische Kulturlandschaft Blumenbunte Wiesen schmücken sanfte Täler und Hügel. Klare Bäche gliedern die ausgedehnten Laubwälder. An steilen Hängen rutschen Blockhalden zu Tale und schroffe Felsen treten hervor. Im Norden des Naturparks liegt das „blaue Auge“ des Ferienlandes Waldeck-Frankenberg - der Edersee.

 

Urige Wälder auf Bergkuppen oder in Schluchten, Felsen und Blockhalden, naturnahe Quellen und Bäche sowie idyllische Wiesentäler bilden diesen Naturschatz. Im 57 Quadratkilometer großen Nationalpark liegt einer der letzen großen Buchenwälder. Hier entwickelt sich ungestört ein „Urwald von morgen“.

Naturnahe Buchenwälder prägen die Waldlandschaft (Ruhlauber, Traddel).

Üppige Wälder auf Blockhalden muten urwaldartig an (Bloßenberg, Arensberg).

Auf felsigen Graten bilden Buche und Eiche urige Gestalten (Ederseehänge).

Hier und da ragen skurrile Felsgebilde aus dem Wald (Daudenberg).

Die kristallklaren Bäche haben sich tiefe Täler gegraben (Banfe).

Artenreiche Wiesentäler und Triescher öffnen den Wald (Fahrentriesch).

Die seltene Pfingstnelke wächst an schroffen Felshängen am Edersee.

Die naturnahen Wälder sind ein Eldorado für Spechte (Grauspecht).

Im Herbst schallen die Brunftrufe des Rothirsches durch die ruhigen Wälder.

 

Geschichte der Region:

Die Menschen lebten noch mit dem Wald und waren seinen natürlichen Gesetzen unterworfen. Sie sahen sich dabei mit vielerlei Mächten konfrontiert, die sie als übermenschliche Wesen und Gottheiten erlebten. Gefühlsmäßig verankert ist ein düsteres, mystisches Weltbild aus unseren Sagen und Märchen mit Einhorn und Drachen sowie Wichteln, Elfen und manch anderen unheimlichen Gestalten. In den alten Religionen wurde die Natur verehrt: Ein Gewitter- und Fruchtbarkeitsbaum war die von Bonifatius gefällte Eiche des Gottes Donar.

Bereits  im 7. Jahrhundert brachten iroschottische Mönche das Christentum in den Kellerwald. Aus dieser Zeit stammt auch die ehemalige Wallfahrtskirche auf der Quernsthöhe, deren Grundmauern noch zum Teil zu sehen sind. Auch Bonifatius soll als Missionar in dieser Kirche gewesen sein. Missionare begleiteten zudem die Heere von Karl dem Großen gegen die Sachsen, die schließlich unterworfen wurden.

Eine wesentliche Rolle bei der Besiedlung der letzten Wildnis übernahmen die Klöster - Kloster Haina wurde 1215 von Zisterziensermönchen gegründet. Sie machten Sümpfe urbar und rodeten großflächig Wald zur Gewinnung von Ackerland. Die Rodungsflächen lieferten allerdings nur geringe Erträge, so daß man bald nur noch Weidevieh auftrieb. Auf diese Weise entstanden die sogenannten Triescher.

Neue Pflüge wurden entwickelt: Mit ihnen konnte man terrassierte Hänge beackern auf den flachgründigen Böden allerdings nicht die besten Erträge erwirtschaften. Die Dörfer waren mittlerweile in der Lage, Überschüsse zu erwirtschaften. Menschen in Klöstern, Burgen und Städten konnten versorgt werden.

 

Erst seit der Frankenzeit (600 bis 800 nCh) sind im Kellerwald kontinuierliche Siedlungen nachweisbar. Die Rodungen drangen bis in die höchsten Lagen vor. Siedlungsflächen weiteten sich aus, Getreideanbau, Waldweide und Köhlerei nahmen zu. Der Buchenwald wurde damals mehr und mehr zurückgedrängt. Fränkische Ortsgründungen mit Endung -heim (Altenlotheim) dokumentieren heute noch die damalige Präsenz der Franken. Hier im Kellerwald stand ihr Bollwerk gegen die Sachsen.

Zum Kloster Haina gehörten ausgedehnte Wälder, Äcker, Wiesen und Fischteiche. Burgen und Schlösser boten Schutz, mußten aber auch versorgt werden (Burg Zwesten). Mit Hilfe der Wasserkraft wurde das Korn gemahlen, aber es trieb auch Hämmer für die Weiterverarbeitung des Eisens an (Mühle Lengelbach).

 

Etwa 1905 kamen erstmals Gerüchte auf, die preußische Regierung wolle das idyllische Tal dem Bau eines Stausees opfern, zur ständigen Schiffbarkeit der Weser, zur Verhinderung von Hochwassern und zur Stromgewinnung. Unvermeidlich, daß dabei drei Dörfer in den Fluten verschwinden würden: Asel, Bringhausen und Berich.

Niemand konnte sich widersetzen  - während im Edertal die Staumauer wuchs. Insgesamt 900 Menschen verloren 1914 ihre alte Heimat an den See. Die heimatlos gewordenen Dorfbewohner taten sich zusammen und kauften sich mit den Entschädigungsgeldern, die sie vom Staat erhalten hatten, Land – allerdings weit von der alten Heimat entfernt. Eine Tagereise dauerte der Umzug auf Pferdewagen, drei brauchte die Fuhre mit Ochsenkarren.

Die Konzipierung des Dorfs, den Entwurf der Höfe und Häuser, übernahm im Auftrag des preußischen Staates ein Regierungsbaumeister. Ein Dorf vom Reißbrett entstand: Neu-Berich. Aber die Bewohner müßten sich damit abfinden. Eine rechtliche Einspruchsmöglichkeit wurde nicht gestattet.

Eines aber ließen sich die strenggläubigen Bericher nicht nehmen. Die Klosterkirche müßte mit. Stein für Stein haben sie sie abgetragen und in Neu-Berich bei Bad Arolsen wieder aufgebaut. Auf Ochsenkarren transportierten sie den größten Teil des alten Dorfkirchleins hierher und bauten es – allerdings um ein Drittel kürzer – wieder auf.

 

 

Geschichte des Nationalparks: Vom herrschaftlichen Jagdrevier zum Naturerbe

Seit dem 1. Januar 2004 ist das Waldgebiet südlich des Edersees mit einer Größe von 5724 Hektar Nationalpark. Jahrhundertelang standen hier Wild und Jagd im Vordergrund. Für die herrschaftlichen Jagden des ehemaligen Fürstentums Waldeck und später für Staatsjagden wurde der Wildbestand gehegt. Andere Nutzungen wurden weitgehend untersagt. Davon hat der Wald profitiert: Alte Buchen und Eichen bilden heute urige Bestände.

1894-1904    Bau eines Wildgatters aufgrund von Wildschäden auf Feldern (3400 Hektar)

1934               Waschbären ausgesetzt

1935               Vergrößerung der Gatterfläche auf 4750 Hektar, Muffelwild ausgesetzt

1937               Damwild ausgesetzt

1952               Anerkennung als Wildschongebiet

1963-1984    „Wildschutzgebiet Edersee“

1990               Ausweisung zum Natur- und Landschaftsschutzgebiet

1963- 1984   „Waldschutzgebiet Gatter Edersee"

1998               Meldung als FFH-Gebiet im europaweiten ökologischen Netzwerk Natura

2001               Teil des neuen Naturparks

2004               Ausweisung zum Nationalpark

 

 

 

 

Naturschutzgroßprojekt Kellerwald:                  

Die Projektziele: Mit dem Naturschutzgroßprojekt soll Image und Regionalentwicklung gefördert und das Naturerbe der einzigartigen Waldlandschaft des Kellerwaldes und der darin eingebetteten traditionellen Kulturlandschaft gesichert, entwickelt und behutsam erlebbar gemacht werden. Zusammen mit den gut erhaltenen, von extensiver Nutzung geprägten Offenlandschaften der Mittelgebirgstäler und Rodungsinseln ist die Wald- und Kulturlandschaft des Kellerwaldes für die Erhaltung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt von größter Bedeutung.

Der Projektraum: Das Projekt konzentriert sich auf vier Teilräume der Nationalparkregion mit Nationalpark und Naturpark, welche sich durch ihre ökologische Hochwertigkeit und ihre Bedeutung für die sanfte Freizeit- und Erholungsnutzung auszeichnen.

 

1. Kulturlandschaft um Frankenau und Wesetal

Der kleinräumige Wechsel von Bachtälern, Hügeln und Hochebenen in einer waldreichen Umgebung mit einer noch überwiegend extensiv betriebenen bäuerlichen Landwirtschaft ist die Voraussetzung für die Existenz einer äußerst vielfältigen Lebensraum- und Artenausstattung.

Die vielfältig ausgeprägten Biotope befinden sich überwiegend in guter Vernetzung, so daß in der Frankenauer Flur die Situation eines reich strukturierten, großflächigen Biotop-Verbundsystems mit weitgehend intakten Wechselbeziehungen gegeben ist.

Im Rahmen des Modellprojektes „Landwirtschaft und Naturschutz in Frankenau“ wurden bereits wesentliche Schritte zur Sicherung und Entwicklung dieser einzigartigen Kulturlandschaft getan, die maßgeblichen Inhalte des Modellprojektes, nämlich die Stützung der landwirtschaftlichen Struktur und Eröffnung neuer Perspektiven, sollen im Rahmen des Naturschutzgroßprojektes fortgeführt werden. Die nordwestlich anschließende romantische Auenlandschaft des Wesebaches zeichnet sich durch naturnahe Gewässerstrukturen und weitläufige Talwiesenkomplexe aus.

Eine Besonderheit der Frankenauer Kulturlandschaft ist der Heide-Erlebnispfad, das Neben­einander verschiedener Magerrasen- und Heidetypen. Sie markieren den Übergang in die künftige Wildnis des Nationalparks. Ihre Tier- und Pflanzenwelt kann entlang des Heide-Erlebnispfades entdeckt werden: im Spinnennetz lauern, wie ein Grashüpfer springen, im Vogelnest ruhen, den Stimmen der Heide lauschen, an würzigen Kräutern schnuppern. Fragen werden beantwortet: Wie schützen sich Pflanzen vor dem Gefressenwerden? Wie überleben sie die Kargheit? Wer singt denn da? Wer das wissen will, muß Fenster aufklappen oder aufschieben und Tafeln drehen. Folgen Sie der Wegemarkierung mit dem Schaf-Symbol. Eine Bitte: Bleiben Sie auf den Wegen, damit die Tiere und Pflanzen nicht gestört werden. Beim Nationalparkamt können Sie auch eine attraktive Führung mit dem Ranger buchen. Die ganze Familie wird begeistert sein!

 

2. Nationalpark Kellerwald-Edersee

Der 5700 Hektar große Nationalpark Kellerwald-Edersee ist seit Januar 2004 Deutschlands jüngster Nationalpark, eingefaßt durch den gleichnamigen Naturpark. Zwischen Kassel und Marburg liegt dieser stark bewaldete Mittelgebirgszug des Nordhessischen Berglandes. Dort finden sich über weite Strecken keine Häuser, keine Straßen. Dafür Buchen soweit das Auge reicht: Der Kellerwald beherbergt eines der größten zusammenhängenden Buchenwaldgebiete Westeuropas. Rotbuchenwälder wachsen weltweit nur in Europa. Der Nationalpark schützt zur Erhaltung dieses Naturerbes auf einer Fläche von fast 6.000  Hektar den größten, unzerschnittenen Hainsimsen-Buchenwaldkomplex Mitteleuropas. Die weiten Wälder werden nicht mehr genutzt. Hier entstehen unsere „Urwälder von morgen“.

Das „Reich der urigen Buchen“, einer der letzten großen und naturnahen Rotbuchenwälder Mitteleuropas auf bodensauren Standorten, wird als einzigartiges Naturerbe geschützt und für künftige Generationen erhalten. „Natur Natur sein lassen“ ist das Motto. Aus einer besonderen Komposition von Urschätzen erwächst hier die „Wildnis von morgen“. Nationalparkbesucher erleben die Wälder mit allen Sinnen - auf Erlebnispfaden, Wanderrouten, Touren mit den Rangern, in den Infozentren und im Nationalpark-Haus in Vöhl-Herzhausen.

Faszination Natur: Rot- und Rehwild leben ebenso in den tiefen Wäldern wie Wildschwein und Wildkatze. Vom Schwarzstorch, Bunt-, Grau- und Schwarzspecht bis hin zu Uhu und Waldkauz, Zahlreiche Vogelarten brüten hier. Auch 14 Fledermausarten fühlen sich heimisch. Seltene Käfer und Pilze zersetzen das modernde Holz gefallener Baumriesen.

Wildnis erleben mit allen Sinnen: Der Nationalpark bietet Oasen der Stille. Markierte Pfade führen in die Einsamkeit ausgedehnter Wälder und zu den Schätzen des Nationalparks. Die Nationalpark-Ranger zeigen gerne mehr. Sie bieten fachkundige Führungen und das ganze Jahr über eine reiche und spannende Erlebnispalette an.

 

3. Edersee-Nordhänge

Zwischen Herzhausen und Waldeck am Nordufer des Edersees wächst auf felsigem Grund in extremer Steillage ein seltener Trockenwaldkomplex aus lichten, uralten Buchen- und Eichenwäldern, Felsen und Schuttfluren, unterbrochen von krautreichen Edellaubwäldern in feuchten Schluchten und auf schattigen Hängen.

Die urwaldartigen Wälder mit ihren bizarren Baumgestalten beherbergen eine Vielzahl an sehr seltenen Tier- und Pflanzenarten. Das Gebiet wurde durch den abenteuerlichen „Knorr­Eichenstieg“ sanft erschlossen, um interessierten Erholungssuchenden Einblick in die beein­druckenden Lebensräume und Naturphänomene zu ermöglichen. Maßnahmen zur Pflege und Optimierung der hochwertigen Waldformationen und ökologischen Entwicklung forstlich überprägter Waldbiotope sind für das Gebiet zielführend.

 

4. Hoher Keller, Urfftal und angrenzende Kulturlandschaft

Als bisher vergleichsweise unvollständig erkundeter Landschaftsraum verbleibt der Hohe Kellerwald mit dem Urfftal und den angrenzenden Offenlandschaften und das Waldgebiet südlich Densberg. Kerngebiet dieses Teilprojektraumes ist der Hohe Keller mit seinem großen geschlossenen Buchenwald, herausragende Naturschätze sind die Felswälder- und Felsheiden im Gipfelbereich, ausgedehnte Feuchtwälder und Moorkomplexe, sowie Felsformationen und Klippen. Das hochgradig naturnahe, wildromantische Urfftal mit seinen vielfältigen Hangwäldern zeichnet sich durch botanische Vielfalt und Ungestörtheit aus.

Die den Hohen Kellerwald umschließende, wechselvolle traditionelle Kulturlandschaft ist reich an seltenen Lebensräumen und Arten und bildet einen eng vernetzten Biotopverbund.

Bisher hat dieser Landschaftsraum noch den Status eines „Suchraumes“. Das bedeutet, daß die Eignung als Projektraum im Sinne des Naturschutzgroßprojektes innerhalb der nächsten zwei Jahre noch bestätigt werden muß. Es werden daher zunächst Untersuchungen zur Eignung des Gebietes als künftige Förder- und Entwicklungskulisse durchgeführt und konkrete Umsetzungsideen gesucht.

 

Nationalpark-Region und Regionalentwicklung:

Nationalparke sind nicht nur Flaggschiffe des Naturschutzes, sondern auch der regionalen Entwicklung. Der Nationalpark Kellerwald-Edersee ist Aushängeschild und Imageträger für das Land Hessen und die Region Kellerwald-Edersee. Auch eine Vielzahl von Regionalentwicklungsprojekten der letzten Jahre, darunter Naturschutzgroßprojekt sowie Urwald- und Kellerwaldsteig, sind eng verbunden mit dem Nationalpark-Entstehungsprozess.

 

In Zusammenarbeit mit Naturpark, Kellerwaldverein, Forstämtern und weiteren Partnern ist eine „Nationalpark-Region“ in Entstehung. Gemeinsam wird an dem herausragenden Profil der Region, am Schutz der Natur und an einer Steigerung der Wertschöpfung im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung gearbeitet.

Dazu trägt der Nationalpark mir seinem internationalen Schutzstatus und unverwechselbaren Naturerlebnis unter dem Motto „Faszination Wildnis“ bei. Von seinem zunehmenden Be-kannt­­­heitsgrad, nicht zuletzt aufgrund der Aussichten ein UNESCO-Weltnaturerbe zu werden, profitiert die gesamte Region.

Der Naturpark ist in diesem Zukunftsbündnis für die naturbezogene Erholung zuständig. In der Umgebung des Nationalparks bietet er Raum für eine sensible touristische Erschließung. Der Wald des Landes Hessen und der zahlreichen Kommunen und privaten Waldbesitzer spielt dabei eine besonders große Rolle.

„Natur Natur sein lassen“ ist das Leitbild aller Nationalparke. Nationalparke bilden ein weltweites Netz unberührter Natur. „Wir müssen nicht glauben, daß alle Wunder der Natur nur in anderen Ländern und Weltteilen seien. Sie sind überall“ (Johann Peter Hebel, 1760 - 1826)

 

Im Reich der urigen Buchen

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee wurde am 1. Januar 2004 als erster Nationalpark Hessens ausgewiesen. Auf einer Gesamtfläche von 5.738 ha schützt er einen der letzten großen, weder von Straßen noch Siedlungen zerschnittenen Buchenwald in Mitteleuropa. Urige Wälder auf Bergkuppen und in Schluchten, Felsen und Blockhalden, reinste Quellen und Bäche bereichern den tiefen Wald. Wilder Wald atemberaubend in seiner natürlichen Kraft und Schönheit wird erlebbar, führt uns an die Wurzeln unserer selbst, erinnert uns an das ewige Werden und Vergehen.

Der Naturpark Kellerwald-Edersee ist geprägt von ausgedehnten Buchenwäldern und einer Kulturlandschaft mit blumenbunten Wiesen und idyllischen Dörfern. Umgeben von steilen, warmen Hängen windet sich der klare, blau-grüne Edersee. Hier erlebt man die urigen Krüppelwälder rund um den See, die riesigen Buchen im Nationalpark Kellerwald-Edersee und die abwechslungsreichen Wald-, Feld- und Wiesenfluren im Süden des Naturparks mit kulturellen Schätzen. Längst erloschene Kohlenmeilerplatten, steinige Flügelgräber, Burgen und Schlösser lassen die ereignisreiche Geschichte der Region erahnen.

 

Rotbuchenwälder sind unsere Wildnis. Es sind Wälder, die von der Rotbuche beherrscht sind. Ihr mächtiger, silbergrauer Stamm bestimmt das Bild des Waldes. Ihre dichte, Schatten werfende Krone unterdrückt die Konkurrenz. Sie duldet kaum andere Baumarten. Alle ihre Entwicklungsstadien vom Keimling über den Baumriesen bis zum modernden Stamm sind vereint. Alles Leben im Wald hat sich dem ewigen Zyklus von Werden und Vergehen der Buche angepaßt. Nur hier und da gelingt es Ahorn, Esche. Linde und Ulme, die Alleinherrschaft zu durchbrechen. Weltweit betrachtet sind diese reinen Buchenwälder einzigartig.

Buchenwälder mit Rotbuche wachsen nur in Europa. Hessen ist „Buchonia“, das Land der Buchen. Auf den nährstoffarmen Tonschiefer- und Grauwackeböden des Nationalparks haben sich Hainsimsen-Buchenwälder entwickelt. Die Rotbuche bestimmt das Waldbild - als Keimling, Baumriese oder umgestürzter Stamm. Wir wissen noch nicht sehr viel über die Buche. Deshalb  wird im Nationalpark geforscht.

Laubwälder, die von der Rotbuche (Fagus sylvatica) dominiert werden, sind in ihrer Verbreitung auf Europa beschränkt. Ohne Einfluß des Menschen würden Buchenwälder in Mitteleuropa landschaftsprägend sein und rund Zweidrittel der Landfläche Deutschlands bedecken. Die Buche hat es aufgrund ihrer großen ökologischen Potenz geschafft, nach der Eiszeit aus kleinen Rückzugsgebieten im Süden und Südosten Europas heraus in den letzten 4.000 Jahren weite Teile Europas zu besiedeln.

Dieser ökologische Prozeß dauert noch an und stellt ein weltweit einmaliges Beispiel dar, wie eine einzige Baumart sich gegenüber ihren Konkurrenten durchsetzen und auf großer Fläche dominieren kann.

Ehemals beherrschten Buchenwälder das Landschaftsbild Mitteleuropas - nur wenige Relikte in natürlicher Dynamik sind übrig. Buchenwälder besiedeln ein breites Spektrum an Standorten in einem weiten Klima- und Höhenrahmen, von trocken bis feucht, von nährstoffarm bis nährstoffreich, von stark sauer bis kalkreich. Die verschiedenen Buchen-Waldgesellschaften stellen trotz der Dominanz einer Baumart in unseren Breiten einen wesentlichen Lebensraum für mehr als 10.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten dar.

Außergewöhnlich ist auch der jahreszeitlich bedingte Wandel der Buchenwälder. So lockt der Blütenreichtum der Krautschicht im zeitigen Frühjahr jedes Jahr viele Menschen in die Natur. Aber auch das zarte Grün des ersten Laubaustriebes und das Farbenspiel im Herbst begeistern die Besucher.

Die Geschichte der Buche ist eng mit der Kulturgeschichte der europäischen Zivilisation verbunden. Die nacheiszeitliche Rückbesiedlung der Landschaft durch die Buche verlief parallel zur Seßhaftwerdung des Menschen und zur Herausbildung höher organisierter Gesellschaftsformen.

Daher ist die Buche tief in unserer Kultur verwurzelt. Worte wie Buch oder Buchstabe, aber auch die Namen von etwa 1.500 Orten allein in Deutschland, lassen sich auf die Buche zurückführen. Deutschland wäre von Natur aus ein Waldland, überwiegend mit Buchenwäldern. Durch Waldrodungen und -umwandlung sind hier heute Buchenwälder nur auf 6,6 Prozent ihrer potentiellen Fläche erhalten geblieben. Diese verbliebenen, allesamt bewirtschafteten Flächen sind von einem Mangel an Strukturen (u.a. Totholz) gekennzeichnet. Nur 6 Prozent dieser Buchenwälder sind älter als 160 Jahre.

Tiere und Pflanzen haben sich an den Lebenszyklus der Buche angepaßt. Jeder Entwicklungsschritt bedeutet eine Veränderung und Raum für neues Leben. Seltene Käferarten und Pilze besiedeln das tote Holz. Sechs Spechtarten hämmern um die Wette. Ein Urwaldvogel ist der Zwergschnäpper. Nachts kommen Fledermäuse aus den Spalten und Höhlen und jagen nach Insekten. Im Nationalpark leben 13 der insgesamt 21 in Hessen nachgewiesenen Fledermausarten.

 

Weltnaturerbe:

Größere zusammenhängende Flächen sind selten. Echte Buchen-Urwälder sind in Deutschland längst verschwunden und mit ihnen auch Arten wie Wolf, Bär und viele Urwaldbewohner unter den Insekten. Nur im östlichen Mitteleuropa, u.a. in den Karpaten, sind noch Buchen-Urwälder verblieben. Seit 2007 sind zehn dieser Gebiete in der Slowakei und der Ukraine als Weltnaturerbe ausgewiesen.

Der deutsche Beitrag repräsentiert unterschiedliche Buchenwaldtypen im Zentrum der Buchenwaldverbreitung und ergänzt somit die Karpatenwälder. Seit einiger Zeit können sich auch in Deutschland wieder Wälder in Nationalparken oder Naturwaldreservaten natürlich entwickeln. Die fünf folgenden Gebiete repräsentieren die wertvollsten verbliebenen Reste großflächiger naturnaher Buchenbestände in Deutschland. Forst­liche Nutzung findet hier z.T. seit Jahrzehnten nicht mehr statt. Innerhalb dieser Gebiete werden die besten Teilflächen als Weltnaturerbe vorgeschlagen: Nationalpark Hainich, Müritz-Nationalpark, Totalreservat Grumsiner Forst, Nationalpark Jasmund, Nationalpark Kellerwald-Edersee.

Kulturstätten dominieren auf der Welterbeliste, insbesondere in Europa. Als Naturstätte ist in Deutschland lediglich die Grube Messel in Hessen aufgrund ihres Fossilienvorkommens eingeschrieben. Auch die deutsche Vorschlagsliste enthielt bislang nur ein Naturgebiet, das Wattenmeer. Seit Februar 2007 wurde dazu auch der Vorschlag „Deutsche Buchenwälder“ aufgenommen.

Besonders naturnahe Buchenwälder Deutschlands sollen im Rahmen der Welterbe-Konven­-tion der UNESCO als Weltnaturerbe nominiert werden. Vier Bundesländer bewerben sich gemeinsam. Das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt (Welterbe-Konvention) wurde 1972 von der UNESCO verabschiedet und trat 1975 in Kraft. Zentrale Idee der Konvention ist die „Erwägung, daß Teile des Kultur- oder Naturerbes von außergewöhnlicher Bedeutung sind und daher als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen“.

Bestimmte Kulturdenkmäler und Naturerbe-Stätten gehören daher nicht allein dem jeweiligen Staat, sondern sind ideeller Besitz der gesamten Menschheit. Unter den ersten Welterbe-Stätten waren die Altstadt von Krakau, die Galapagos-Inseln, der Yellowstone-Nationalpark und als erste deutsche Stätte der Aachener Dom. Aktuell (2008) umfaßt die Liste des Welterbes 878 Kultur- und Naturstätten, davon 33 in Deutschland.

Bis zum Herbst 2009 wollen vier Bundesländer einen Antrag erarbeiten, der die Aufnahme der Buchenwälder als Weltnaturerbe begründet. Dieser Antrag soll dem UNESCO-Welterbe-Komitee Anfang 2010 zur Prüfung eingereicht werden. Nach einer Begutachtung ist mit einer Entscheidung frühestens im Jahr 2011 zu rechnen.

 

Informationen:

  Infozentrum „Fagutop“ im Wildpark: Wissenswertes über Buche und Buchenwald wird mit modernen Medien vermittelt.

  Infozentrum „KellerwaldUhr“ in Frankenau:  Im Sekundentakt geht es über das Zeitband von der Eiszeit bis in die Zukunft der Kellerwaldregion, virtuell vom steinzeitlichen Jäger zum mittetalterlichen Bauern bis heute.

  Waldökologischer Lehrpfad Elsebach in Schmittlotheim: Tief geht es zu den Geheimnissen des Waldes, 40 Stationen zum Mitmachen: „Rätselnd durch das Elsebachtal“

  Waldhistorischer Lehrpfad Euler in Frankenau: 30 Stationen entlang alter Grenzen erwecken die Waldgeschichte zum Leben

  In den Informationszentren des Nationalparks und entlang der Lehrpfade kann man  sich über Natur und Kultur der Region informieren.

  Der Kellerwaldsteig führt Sie durch den gesamten Naturpark, von einer Sehenswürdigkeit zur anderen.

  Von den Wanderparkplätzen bieten sich erlebnisreiche Wanderungen an.

  An den regionalen Informationsstellen sind attraktive Bildbände, ein informativer Natur- und Kulturführer und interessante Broschüren erhältlich.

 

Klare Quellen und wilde Bäche

Mehr als 300 Quellen entspringen im Nationalpark. An der Schnittstelle von Grund- und Oberflächenwasser treffen sich deren Kleinlebewesen: Grundwasserflohkrebs, Alpenstrudelwurm und die seltene Dunkers Quellschnecke tummeln sich im reinsten Wasser. Quellgerinne vereinen sich zu sprudelnden, kristallklaren Waldbächen, die natürlich durch die Täler schwingen. Sie weisen die höchste biologische Wasserqualität auf. Steinfliegenlarven, Bachforelle und Groppe leben dort.

Tip:

  Vom Wanderparkplatz „Trifthütte“ bei Kleinern führt eine Route den rauschenden Heimbach hinauf.

  Der Elsebachpfad bei Schmittlotheim und der Wesetal-Lehrweg bei Kleinern machen mit den ökologischen Grundlagen vertraut.

  Regelmäßig bietet das Nationalparkamt Bach- und Quellenexkursionen an.

 

 

 

Wanderrouten:

Kellerwaldsteig:

Der 150 km lange Rundweg verbindet den Nationalpark mit dem Naturpark, die Berge rund um den Edersee mit dem „Hohen Keller“ im Süden und alle Gemeinden des Naturparks. Er ist mit dem Qualitätssiegel des Deutschen Wanderverbandes ausgezeichnet. Die Markierung er­folgt über den Holzigel oder das Symbol „kursives K“.

Informationen erhält man in den Infohäusern „Fagutop“ und „KellerwaldUhr“. Internet: www.kellerwaldsteig.de.

 

Urwaldsteig Edersee:

Rund um den Edersee bieten sich - einer Perlenkette gleich - tiefe Einblicke in die Erd- und Landschaftsgeschichte sowie herrliche Ausblicke auf die einmalige Wald- und Seelandschaft. Über etwa 70 Kilometer erlebt der Wanderer entlang der Edersee-Steilhänge wilde Natur auf Schritt und Tritt. Es geht auf verschlungenen, abschnittsweise auf schmalen, felsigen, steilen Pfaden durch einige der letzten Urwälder Deutschlands. Bizarre Eichen und Buchen haben sich dort irgendwann fest in den Fels gekrallt, kämpfen seit Jahrhunderten gegen Hitze und Trockenheit. Halbverfallene, durchlöcherte Baumkadaver stehen fast klagend am Wegesrand oder modern liegend vor sich hin.

Urige Wälder und atemberaubende Ausblicke machen den Urwaldsteig Edersee zu einem einzigartigen Naturerlebnis. Der Rundweg verbindet alle Besonderheiten: letzte echte Urwälder, krüppelige Eichenwälder, Fels- und Blockhalden.

Die Hauptroute des vom Deutschen Wanderverband zertifizierten Urwaldsteigs ist insgesamt 68 Kilometer lang. Sie  ist markiert mit weißem „UE“ auf blauem Kreis, die Nebenstrecken und Zuwege mit blauem Punkt. An den Ausgangspunkten findet man Infostationen. Eine attraktive Begleitbroschüre mit umfangreichem Kartenmaterial ist bei der Edersee Touristic GmbH erhältlich (www. urwaldsteig-edersee.de). Von den Ortschaften, Parkplätzen, Bushaltestellen und Schiffsanlegern rund um den Edersee können Wanderungen beginnen. Trittsicherheit, festes Schuhwerk und eine gute Kondition sind erforderlich. Mit dem Rad oder Mountainbike ist der Steig nicht befahrbar.

Der Urwaldsteig Edersee ist etwa 70 Kilometer lang. Er kann in mehreren Tagesetappen erwandert werdenDie Natur entlang des Urwaldsteigs ist sehr empfindlich!  Die Nutzung des Urwaldsteigs erfolgt auf eigene Gefahr!

 

Knorreichenweg („Bonsaiwald“):

Oben an den Graten und hinter den Kanten hoch über der Talsperre hat sich ein beeindruckendes Stück Natur erhalten. Wie aus ferner Zeit, so, als hätte noch nie ein Mensch ihn betreten, erscheint dieser Wald: unwirklich, märchenhaft. Hier ist die Natur sich selbst überlassen. Vorwiegend Eichen und Buchen behaupten sich auf den steilen, rutschigen Hängen am Edersee. An sonnigen, felsigen Hängen des Ederseetales kämpft der Wald mit der Trockenheit und Kargheit, Hitze und Kälte. Bäume wachsen dort sehr langsam. Knorrige Eichen und krüppelwüchsige Buchen bilden skurrile Waldbilder.

Unbarmherzig sind sie der Sonnenglut wie den Winterfrösten ausgesetzt, dazu vom Wind verbogen und zerzaust seit Jahrhunderten, daher klein und kümmerlich von Wuchs. Wie alt sie wirklich sind, das haben sie bisher nicht verraten, da benehmen sie sich wie jede alternde Diva. Ihre Jahresringe kann man nicht zählen, denn gerade die dicksten Bäume sind innen längst hohl.

Vielen sieht man an, mit welcher Mühe sie sich im bröckelnden Gestein festkrallen müssen. Im Oktober erscheinen ganz besondere Kobolde im Wald: Pilze haben jetzt Saison. Viele hundert verschiedene Arten, so vermuten Experten, leben in den unberührten Hängen und Schluchten am Edersee.

Reich ist der Wald auch an pelzigen Moosen und bizarren Flechten. Und hier im uralten Wald leben auch die noch, die im Wirtschaftswald längst keinen Platz mehr haben: die schrundigen Bäume mit Wunden und Löchern. Wer sie sehen möchte und mutig ist, kann auf einem schmalen Pfad, dem Knorreichen-Stieg den Wald durchwandern.

Kaum irgendwo sind die Bedingungen für Holzbewohner besser als hier. Mehr als tausend Käferarten wurden bisher im Ederseewald gezählt, darunter zahlreiche Raritäten. Doch im Herbst verweigern sie ihre Mitwirkung und zeigen sich nicht. Längst sitzen sie in ihren Winterverstecken und warten auf ihren großen Auftritt im nächsten Jahr. Ein uralter Wald, fast unberührt seit Menschengedenken, ist mit den Steilhängen des Edertales bis in unsere Zeit überliefert: ein Juwel, ein letzter Rest des alten Waldes, wie ihn schon die Germanen durchstreiften.

Der „Knorreichen-Stieg“ ist ein rund 17 Kilometer langer Naturlehrpfad. Er führt durch die Wälder am Nordrand des Edersees zwischen dem Ort Asel und der Halbinsel Scheid (besonders hier ist das Gebiet typisch). Die uralten, knorrigen Eichen auf den Edersee-Steilhängen haben ihm seinen Namen gegeben. Der Knorreichenstieg ist gleichzeitig die 5. Etappe des Urwaldsteigs, der rund um den Edersee führt (www.urwaldsteig-edersee.de und  www. edersee.com).

 

 

Kanzel-Route:   Über die Sperrmauer dem blauen Punkt Richtung Waldeck folgen, bis die Kanzel-Route auf dem Urwaldsteig zurück nach Hemfurth und schließlich zur Sperrmauer weist (etwa 7,5 Kilometer). Kombination: Mit der Edersee-Schiffahrt nach Waldeck-West, mit der Bergbahn zum Schloß, und schließlich auf dem Urwaldsteig zurück. Abfahrtzeiten beachten!

 

Etappe 1: Waldeck-Hemfurth: Weit sichtbar erhebt sich Schloß Waldeck über den Edersee. Ein Abstecher auf das „Wahrzeichen“ der Ederseeregion mit mittelalterlicher Atmosphäre lohnt sich - auch wegen der Aussicht. Von der Kanzel aus genießt man einen grandiosen Ausblick auf den Edersee mit seinen bewaldeten Steilhängen und dem Schloß Waldeck. Am felsigen Hang wächst unterhalb ein Naturwald mit uralten Baumveteranen. Anschließend führt der Steig zu der Naturwäldern des Uhrenkopfes. Von einem Aussichtspunkt blickt man auf die Fläche des Edersees. Urige Baumgestalten stehen am Wegesrand. Entlang beider Routen wachsen an felsigen Steilhängen Kruppelwälder skurrilen Baumgestalten

Vom Wanderparkplatz „Ochsenbühl“ geht eine Route zum Hagenstein.

 

Radwege

Rund um den Edersee (ER)

Die Ferienregion Edersee bietet ein attraktives Radwegenetz mit vielfältigen Freizeitangeboten. Ein Erlebnis für die ganze Familie ist der markierte Ederseerundweg (ER). Radwegeschleifen führen in einzigartige Landschaften.

Erlebnis Frankenauer Flur (ER 2): Auf der Hochfläche des Kellerwaldes macht die ausgedehnte Waldlandschaft des Naturparks eine Pause. Blumenbunte Wiesen, Magerrasen und Heiden sind der Erfolg einer kleinbäuerlichen, landwirtschaftlichen Nutzung. Die Zeugen der Vergangenheit werden durch alte Haustierrassen und Schafherden erhalten.

Durch den Nationalpark (ER 2)

Weite urige Wälder, durchsetzt von Felsen und Blockhalden, klaren Quellen und Bächen sowie ruhigen Wiesentälern und Waldwiesen bilden den Naturschatz des Nationalparks. Hier entsteht „Wildnis von morgen“. Die Fahrradstege im Nationalpark entsprechen nicht den Normen! Bitte nur die ausgewiesenen Wege benutzen!

 

 

Das neue Projekt Waldscout & Waldranger

Während der zunächst auf drei Jahre angelegten Erprobungsphase wird es sowohl eine biologie-didaktische als auch eine naturschutzfachliche Begleitforschung geben. Während dieser Zeit sollen zudem feste Projektpartnerschaften mit Schulen aus dem nahen und weiteren Umfeld geschlossen werden, um die kontinuierlichen Erfahrungen von interessierten hessischen Lehrerinnen und Lehrern in die dreijährige Projektentwicklung mit einfließen zu lassen.

Im Bereich der Bildungsarbeit des Nationalparks steht ein neues spannendes und innovatives Projekt ins Haus: In Kooperation mit der Naturschutzjugend Hessen (NAJU) soll 2009 das Projekt „Waldscout & Waldranger“ starten.  Zurzeit wird am Konzept gefeilt, ein Förderantrag bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) vorbereitet und die wissenschaftliche Begleitforschung festgelegt.

Im Mittelpunkt von „Waldscout & Waldranger“ steht eine Expedition in die Wildnis, bei der Schüler einen 24-Stunden-Tag auf einer Wildnisinsel mitten im Nationalpark erleben und die wilde Natur erforschen. Im Rahmen einer Projektwoche bereiten sie sich vorher in einem Basiscamp (Jugendherberge, Freizeitcamp oder Jugendzeltplatz) am Rande des Nationalparks auf ihre Expedition vor, indem sie die notwendigen Techniken des einfachen Camplebens im Wald und des „Minimal impacts“ (das Hinterlassen von so wenig Spuren wie möglich) erlernen und sich ihr Forschungsthema aus dem Bereich Wildnis / Nationalpark erschließen.Nach der Rückkehr ins Basiscamp erarbeiten sie eine Präsentation ihrer Ergebnisse.

Zentrale Aufgabe der Wildnisbildung ist es, durch Kontrast-Erfahrungen lernintensive Anlässe zum Nachdenken über das individuelle und gesellschaftliche Verhältnis von Mensch und Natur zu bieten. Es ergeben sich sieben konkrete Zielperspektiven:

1. Das intensive Erleben von wilder, eigensinniger Natur zwischen Harmonie und Chaos, um ein realistisches Naturverständnis entwickeln zu können

2. Das leibliche Erspüren der eigenen empfindlichen und lebendigen Natur des Menschen durch eine sorgsame „Bewilderung“ (Trommer 1992)

3. Das Erleben der Wildnis als Ort der persönlichen Freiheit in einer demokratischen Gesellschaft, Natur als lustvoller Ort

4. Die Auseinandersetzung mit dem Konzept „Wildnis“. Der Begriff ,,Wildnis“ entstand und ist nur denkbar aus der Kultur heraus (Abgrenzung zur Zivilisation). „Wildnis“ ist nicht fest definierbar, sondern enthält eine Fülle von Assoziationen; Wildnis ist etwas individuell unterschiedlich Erfahrbares.

5. Das Entdecken und Erforschen der biologischen Vielfalt (Biodiversität) mit ihrer Bedeutung für den Menschen

6. Das konkrete Erfahren der Wechselwirkungen von Lebewesen und Mitwelt als Grundlage ökologischer Urteilskompetenz

7. Das eingehende Nachdenken über Sinnfragen mit dem Blick auf den eigenen Lebensstil und die Begrenzung eigener materieller Ansprüche.

 

Nationalparkfest

Traditionell findet das Nationalparkfest immer am ersten Sonntag nach dem „Europäischen Tag der Parke“ statt. Auf Initiative der Föderation EUROPARC, der Dachorganisation der Nationalparke und Biosphärenreservate Europas, wurde der 24. Mai zum Europäischen Tag der Parke erklärt. Der Nationalpark Kellerwald-Edersee möchte mit seinem Fest einen Beitrag zum Tag der Parke leisten und macht so auch nachhaltige Werbung für Nationalpark, Wildtier-Park und die Region Kellerwald-Edersee.       

 

Die Nationalpark-Pavillons:

Um das Wesen der werdenden Wildnis nicht zu stören, wird im Nationalpark auf Informationselemente weitestgehend verzichtet. Statt dessen läßt sich die Natur über markierte Wege auf eigene Faust erkunden. Ranger bieten fachkundige und erlebnisreiche Führungen an.

Ein umfangreiches Informationsangebot ist auf das Nationalparkzentrum Kellerwald, das Fagutop und die KellerwaldUhr konzentriert. Aber auch in den Randbereichen des Nationalparks erhält man in den Pavillons wichtige Informationen und wird in die Geheimnisse des Waldes, seiner Lebensräume, Tiere und Pflanzen eingeweiht.

 

„Pavillon des Wassers“:

Im Nationalpark entspringen mehr als 500 reinste Quellen. Sie vereinen sich zu kristallklaren Bächen, die natürlich durch die Täler schwingen. Quellen und Bäche sind reich an Leben, darunter Arten, die hier vermutlich seit der letzten Eiszeit überdauerten. Kennen Sie schon den Alpenstrudelwurm oder die Quellschnecke? Der Pavillon bei Kleinern, auf dem Nationalpark-Wanderparkplatz Trifthütte, wird aufgrund seiner Bauform auch häufig als „Schmetterling“ bezeichnet. Dort können Sie sich über die markanten Strukturen der Gewässer und ihr Leben informieren.

 

„Pavillon der Vielfalt“:

Der Pavillon auf dem Nationalpark-Wanderparkplatz Elsebach bei Schmittlotheim widmet sich dem Leben im Totholz als Teil der Wildnis - des natürlichen Kreislaufs von Werden und Vergehen. Hier kann man nachschauen, welche Tiere im liegenden und welche im stehenden Totholz leben. Die Botschaft lautet: Ohne Totholz gibt es keine Artenvielfalt im Wald!

Denn 27 Säugetierarten, 70 Vogelarten, 70 Schneckenarten, 1.500 Käferarten, 1.300 Schmetterlingsarten, 2.300 weitere Insektenarten, 560 Spinnentierarten, 26 Asselarten, 380 Wurmarten und 3.300 Pilzarten profitieren vom Totholz.

 

Waldwiese:

Der weit ausgedehnte Nationalpark Kellerwald-Edersee gehört geologisch zum Rheinischen Schiefergebirge. Die Silikatböden sind meist nährstoffarm und sauer. Der in Mittelgebirgslagen natürlicherweise vorherrschende Buchenwald weist im Nationalpark einen beachtlichen Bestand an alten Bäumen auf. Dieser wird ergänzt durch kleinräumige Areale mit höheren Anteilen an Eiche, Linde, Ahorn oder Ulme.

Wertvoll für den Strukturreichtum des Nationalparks sind die 200 Hektar mosaikartig einge-streuter Waldwiesen. Je nach Lage, Bodenbeschaffenheit und ehemaliger Nutzung sind verschiedene Wiesentypen anzutreffen.

Es gibt feuchte Waldwiesentäler, Borstgrasrasen, Reste von Wacholderheiden, Silikatmagerrasen, Sukzessionsflächen und Reste von Weideflächen. Diese „Grünländer" sind in das Gesamtpflegekonzept des Nationalparks eingebunden und werden z.B. durch schonende Mahd oder Schafbeweidung in ihrer Eigenart erhalten.

Saumbiotope am Übergang von Wald zum Grünland bereichern das Gebiet zusätzlich. Hecken und Waldmäntel bieten Vögeln Schutz, Brutplätze und Nahrung, gleichzeitig stellen sie Rückzugsareale für etliche Tierarten dar.         

Die artenreichen Wiesen sind Lebensraum für zahlreiche Schmetterlinge, Käfer und andere Insekten. Säugetiere und Greifvögel nutzen sie als Jagdrevier. Wildkatzen zum Beispiel jagen nicht nur in ausgedehnten zusammenhängenden Waldgebieten, sondern auch in Hecken und auf Waldwiesen.

Eine floristische Rarität gedeiht auf mageren Felsfluren des Arensberg-Bloßenberggebietes. Dort gibt es kleinräumige Vorkommen der sehr seltenen Pfingstnelke. Feuchte Wiesen und Quell-Fluren bieten Lebensraum für Orchideenarten wie das Breitblättrige Knabenkraut und das Gefleckte Knabenkraut. Ebenso sind hier seltene Seggen-Arten und das Wald-Läusekraut anzutreffen. Auf Mager- und Borstgrasrasen gedeihen botanische Besonderheiten wie Arnika, Heide-Nelke, Mondraute und Berg-Sandglöckchen.

 

 

Wildkatze:

Wildkatzen sind überaus scheue Tiere, die große unzerschnittene Waldgebiete besiedeln. Dabei bevorzugt sie lichte Wälder und Waldlichtungen mit viel Grasbewuchs, da sie dort viele Mäuse - ihre Hauptnahrungsquelle - erbeuten kann. Ausdauernd lauert sie vor Mauselöchern, denn Mäuse sind ihr Grundnahrungsmittel. Sie verschmähen aber auch Insekten, Eidechsen, Fische, Frösche, Kaninchen und kleine Vögel nicht. Sie packt die Beute mit ihren Krallen und tötet sie mit einem Biß in den Nacken. Kaum einem dieser Tiere gelingt es, ihrem gezielten Angriff zu entkommen.

Da sie keinen Winterschlaf halten, müssen sie auch bei hohen Schneelagen noch Mäuse jagen.

In freier Wildbahn können sie ein Alter von sieben bis zehn Jahren erreichen. Der Wildkatzenbestand in Deutschland wird von Wissenschaftlern auf 1500-5000 Tiere geschätzt und ist als stark gefährdet eingestuft.

Wildkatzen sind kaum größer als Hauskatzen und wiegen vier bis fünf Kilo. Sie werden sieben bis zehn Jahre alt, die Weibchen bekommen pro Wurf zwei bis vier, höchstens sechs Junge. Die Wildkatze verschwand um 1950 aus dem Kellerwald. Im Rothaargebirge, Reinhardswald und Knüllwald gibt es bereits nachgewiesene Vorkommen. Die Wildkatze lebt im Verborgenen und ist meist nachts unterwegs. Deshalb bekommen Wanderer sie sehr selten zu Gesicht. Halbwüchsige Kater unternehmen ausgedehnte Wanderungen, bevor sie sich dauerhaft niederlassen.      

Die Wildkatze ist etwa so groß wie die Hauskatze, wirkt aber gedrungener. Ihr Fell hat eine verwischte Tigerzeichnung. Im Unterschied zur Hauskatze ist der Schwanz buschiger, mit deutlichen dunklen Ringen und mit schwarzem Schwanzende. Im Winter ist das Fell sehr dicht.

Was unterscheidet die Wildkatze von der Hauskatze? Gestreifte Hauskatzen sind der Wildkatze sehr ähnlich. Doch die Wildkatze ist deutlich größer und massiger. Typische Merkmale sind der breite wuchtige Kopf, der dicke Schwanz mit schwarzen Ringen und schwarzem, stumpfen Ende,  die fleischfarbene Nase und die verwaschen getigerte Zeichnung auf grau-beigem Grund.                                                      

Katzen sind Einzelgänger, deshalb braucht die Kätzin, wenn sie auf die Jagd geht, ein Versteck für ihre Jungen. Nur an trockenen, windgeschützten und ungestörten Wurfplätzen haben die Jungkatzen eine Überlebenschance. Als Unterschlupf werden Baumhöhlen oder verlassene Fuchs- oder Dachsbauten genutzt. Als Tagesversteck dienen „Fehs silvestris“ auch Felshöhlen, verlassene Fuchs- und Dachsbaue oder trockene, nicht einsehbare Bodenmulden oder Wurzelteller.

Wildkatzen brauchen einen großen zusammenhängenden Lebensraum. Der Waldanteil sollte mindestens 80 Prozent betragen. Wichtig ist eine Vielfalt an Strukturen. Dazu zählen Alt- und Totholzgebiete, Waldwiesen, Lichtungen, Dickichte, Hecken und Saumareale.

Die Europäische Wildkatze ist ein Phantom unserer Wälder. Wir wissen, wie sie aussieht, was sie frißt, wo sie gerne lebt. Doch in der freien Wildbahn bekommt sie kaum jemand zu Gesicht. Denn sie lebt als Einzelgänger, zurückgezogen und versteckt. Sie schläft tagsüber und jagt nachts. Sie bewegt sich mit eingezogenen Krallen und nahezu lautlos. Farbe und Zeichnung ihres Fells sind im Wald eine hervorragende Tarnung. Spuren hinterläßt sie kaum, selbst ihre Losung verdeckt sie. Sie ist sehr sauber und putzt ihr Fell ausgiebig.

Die Wildkatze - ein virtuoser Jäger! Alles an ihr, ob ihr Körperbau, ihre Sinne oder ihr Verhalten, scheint nur für das eine Ziel geschaffen: zu jagen. Sie hört und sieht ausgezeichnet - selbst nachts. Anschleichen und Sprung sind vollendet aufeinander abgestimmt.

Heimliches Leben in weiten Wäldern! Die Wildkatze lebt in großen zusammenhängenden, ungestörten Wäldern mit alten Bäumen und Lichtungen. Je größer das Nahrungsangebot, umzog weniger Platz benötigt eine Wildkatze für ihr Revier. Insgesamt könnten im Nationalpark zwei bis fünf Katzenfamilien ihr Zuhause haben. Mitte Februar bis Ende März, wenn der Winter ausklingt, ist bei den Wildkatzen Paarungszeit.

Der Kater gibt sein heimliches Leben auf und sein kreischend-heulender Gesang hallt durch den Wald. Das Katzenpaar sucht sich ein geeignetes Versteck - meist in einer Fels- oder Baumhöhle oder unter einem alten Wurzelteller. Nach acht bis neun Wochen bringt die Katzenmutter in der Regel zwischen März und Mai zwei bis fünf Junge zur Welt, die der Hauskatze sehr ähneln.  Etwa einen Monat lang werden sie gesäugt. Dann lernen sie schnell alle Tricks des erfolgreichen Jägers.

Der Mensch ist ihr Schicksal! Menschen hatten die Wildkatze als frei lebenden „Räuber“ gejagt und beinahe ausgerottet. Seit Ende der zwanziger Jahre steht die Wildkatze unter strengem Schutz. Heute sind allerdings geeignete Lebensräume knapp. Wanderhindernisse wie Straßen stören Verbreitung und Austausch.

Rückkehr auf leisen Pfoten! Ihre „Wanderfreudigkeit“ bringt die Wildkatze in Gefahr, ist aber auch eine Chance. Ein Wildkatzenprojekt will zwischen Rothaargebirge, Kellerwald und Burgwald Wanderkorridore schaffen und Wälder für die Wildkatze aufwerten.

Mit dem Projekt „Rettungsnetz für die Wildkatze“ erarbeitet der BUND einen Wildkatzenwegeplan zur Vernetzung geeigneter Lebensräume. Über Korridore soll eine Ausbreitung und Wiederbesiedlung ehemaliger Lebensräume langfristig ermöglicht werden. Für die an-spruchs­vollen Wildkatzen bietet der Nationalpark Kellerwald-Edersee optimale Voraussetzungen. Bisher wurden Wildkatzen aber nur sehr sporadisch gesichtet.

Am 9. März um 05:55 Uhr morgens ist den Mitarbeitern des Nationalparks ein sensationelles Foto gelungen. Sie konnten mit einer Nachtsichtkamera eine Wildkatze im Bild festhalten und liefern damit den ersten Fotonachweis für diese scheue Wildtierart im Nationalpark Kellerwald-Edersee. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Hinweise gegeben, daß die zu den seltensten Säugetierarten Deutschlands gehörende Spezies nach einem halben Jahrhundert in den Kellerwald zurückgekehrt ist. Erst jetzt sei dies mit dem „sensationellen Foto“  aber bewiesen worden. Die Wildkatze verschwand um 1950 aus dem Kellerwald. Im Rothaargebirge, Reinhardswald und Knüllwald gibt es bereits nachgewiesene Vorkommen.

Auf die Spur kamen die Ranger der Wildkatze durch die so genannte Lockstock-Methode. Dazu werden im Winter mit Baldrian getränkte Holzpflöcke in den Waldboden gesteckt. In dieser Zeit sind die Katzen auf Partnersuche und die Kater (auch „Kuder“ genannt), durchstreifen auf der Suche nach einer Katze die Waldgebiete. „Der verwendete Baldrian übt auf Wildkatzen eine besondere Lockwirkung aus. Durch den Baldrianduft angelockt, reiben sich Katzen an dem rauhen Holzpflock. Die anhaftenden Haare werden gesammelt und bestimmt“, hieß es von den Rangern. In zweifelhaften Fällen kläre eine Genanalyse, ob es sich tatsächlich um eine Wildkatze handelt oder eine Hauskatze einen Ausflug in den Nationalpark unternommen habe.

Inzwischen seien gut 150 Lockstöcke verteilt, die weiter bis Ende April regelmäßig alle zehn Tage kontrolliert würden. „In direkter Nähe zu solch einem Lockstock wurde von dem Nationalparkrevierleiter Rudolf Chartschenko und den beiden Nationalparkrangern Markus und Torsten Daume eine Nachtsichtkamera in einem liegenden Baumstamm versteckt. Die Kamera ist zum einem mit einem Bewegungsmelder und zum anderen mit einem Wärmesensor ausgestattet. Der Wärmesender läßt sich so einstellen, daß er nur bei größeren Tieren reagiert.“ Zusätzlich arbeite die Kamera mit einem Infrarotstrahler, um beim Fotografieren nicht auf einen Blitz angewiesen zu sein.

Die Wildkatze ist eine der seltensten Säugetierarten Deutschlands. Aus den großen Waldgebieten des Kellerwaldes ist die Wildkatze vermutlich um 1950 verschwunden. In Rothaargebirge, Reinhardswald und Knüllwald gibt es nachgewiesene Vorkommen. Vermutlich ist sie von dort wieder in den Nationalpark eingewandert. . Die Kosten für die Genanalyse übernimmt der BUND Hessen im Rahmen des länderübergreifenden Projektes „Ein Rettungsnetz für die Wildkatze“. www.wildkatze.info .

 

 

Grauspecht

Der Grauspecht ist mit etwa 25 Zentimeter etwa so groß wie eine Amsel und kleiner als der ähnlich aussehende Grünspecht. Nur das Grauspecht-Männchen hat einen roten Stirnfleck und der schmale Bartstreif ist schwarz.

Der Grauspecht sucht wie der Grünspecht einen großen Teil seiner Nahrung auf dem Boden und wird deshalb auch Erdspecht genannt. Ameisen und ihre Puppen sind für beide Arten die wichtigste Nahrungsquelle. Der Grauspecht braucht aber auch auf dem Boden liegendes Tot­holz in seinem Lebensraum, das er nach holzbewohnenden Insekten absucht.

Strukturreiche Wälder mit alten Bäumen sind der bevorzugte Lebensraum des Grauspechts. Hier findet er Bäume zum Höhlenbau oder kann andere Spechthöhlen übernehmen.

Schon Ende Januar und besonders zum Höhepunkt der Balzzeit im April hört man seine Rufe - ein lachendes zum Ende hin abfallendes „gigigigügügü“ - aber auch das charakteristische Trommeln. Dabei hämmern die Spechte in schnellem Takt auf klingende Äste - nicht zu verwechseln mit der Nahrungssuche im Holz.

Im Mai brüten Männchen und Weibchen in etwa 17 Tagen abwechselnd die 5 - 7 weißen Eier aus. In dieser Zeit ist es still in den Brutrevieren. Die zunächst völlig hilflosen Jungen sind nach etwa vier Wochen flügge und werden auch außerhalb des Nestes noch eine Weile gefüttert.

Grauspechte sind wie die anderen Spechtarten gut an ein Leben mit Bäumen angepaßt. Der meißelartige Schnabel macht es möglich, Löcher in das Holz zu hacken, um an Insekten oder Baumsaft zu gelangen oder um Höhlen zu schaffen. An den Füßen gibt eine nach hinten drehbare Zehe Halt beim Klettern. Auch der kurze Schwanz wirkt als Stütze. Schließlich verfügen Spechte noch über relativ lange Zungen, mit denen sie in Ritzen und Spalten kleine Waldinsekten fangen können.

Der Grauspecht zählt zu den selteneren Vogelarten in Hessen, ist aber in den Mittelgebirgen flächendeckend verbreitet. Sein in den letzten Jahren rückläufiger Bestand wird mit mehr als 1.500 Brutpaaren angegeben.

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee bietet für den Grauspecht einen idealen Lebensraum:

Der ausgedehnte Buchenwald hat einen außergewöhnlich hohen Anteil an alten Bäumen: 37 Prozent der Bäume sind über 140 Jahre alt, im Landesdurchschnitt sind es nur 12 Prozent. Die Altersphase von Laubwäldern ist für viele Spechte der geeignete Lebensraum. Das Totholz mit der darin lebenden Insektenfauna ist besonders für den Grauspecht wichtig.

Die kleinräumig in den Wald eingestreuten felsig-trockenen Steilhänge und die kleinen Waldwiesen verleihen dem Gebiet einen Strukturreichtum, den der Grauspecht ebenfalls benötigt. An offenen Wiesenbereichen und Waldrändern leben häufig Ameisen, die besonders zur Brutzeit eine wichtige Nahrungsquelle sind. Im Nationalpark kann der Wald weiter in Ruhe alt werden und der einzigartige Lebensraum für die Grauspechte bleibt auf Dauer erhalten.

 

Heidschnucken:

Landschaftspflege mit Heidschnucken - auch das ist ein Beitrag zur Erhaltung wertvoller Kulturbiotope rund um Nationalpark und Edersee. Artenreiche Magerrasen, Standorte seltener Orchideen oder Wacholderheiden sind Beispiele für gefährdete Lebensräume, die wir nur durch extensive Schafbeweidung erhalten können. Gepflegt werden weiterhin auch Streuobstbestände mit alten Sorten.

Ein Schäfer mit seiner Herde und seinen Hunden! Insbesondere unsere Gäste in der Kellerwaldregion freuen sich über diese leider nicht mehr alltägliche Begegnung. Ein idyllisches Bild? Auf den ersten Blick ja! Aber es ist nicht so einfach, heute Schäfer zu sein. Schwer ist seine Arbeit bei Wind und Wetter ohnehin - und die wirtschaftlichen Bedingungen sind alles andere als leicht.

Einer, der diese Arbeit aus Überzeugung macht, ist Georg Schutte (von der Struthmühle bei Frankenau) mit seiner Heidschnucken-Herde. Er übt zwei Berufe aus, ist Diplombiologe und Schäfer zugleich. Eine gute Voraussetzung für eine fachkundige. naturschutzgerechte Landschaftspflege. Er kennt die seltenen Pflanzenarten, weiß um die richtigen Zeiten für die Beweidung. spart auch mal eine sensible Stelle aus oder rückt dem sich ausbreitenden Schwarzdorn nach dem Einsatz seiner Schnucken in Handarbeit zu Leibe. Kurz, ein vorbildlicher Landschaftspfleger!

Und ein echter Heidschnuckenbraten aus dem Kellerwald ist eine ganz besondere Spezialität. die die Palette regionaler Produkte bereichert. Deshalb unterstützt der Naturschutzbund (NABU) das  „Schnuckenprojekt am Edersee“.

Die graue gehörnte Heidschnucke gehört zu den ältesten Schafrassen Europas. Sie zeichnet sich besonders durch ihre Robustheit und Anspruchslosigkeit aus. Ihr Haar ist gräulich und extrem lang. Kopf. Beine und Schwanz sind schwarz. Beide Geschlechter tragen Hörner. Die Lämmer werden schwarz geboren und bekommen erst im zweiten Jahre die Farbe ihrer Eltern. Die lange, strähnige Wolle ist nur für grobe Gewebe wie z.B. Teppiche geeignet oder als Dämmmaterial im ökologischen Hausbau.

 

 

Das Fleisch gilt als Delikatesse und darf nicht mit „normalem“ Lammfleisch verwechselt werden. Es ist dunkel, zart und mager, als Diätkost hervorragend geeignet. Der einzigartige. wildähnliche Geschmack ist durch die Rasse bedingt, hat aber ganz besonders mit der artgerechten Haltung zu tun. Die Tiere leben ganzjährig im Freien, grasen auf ungedüngten, kräuterreichen Wiesen und erhalten im Winter Öko-Heu.

Das Fleisch dieser Tiere verdankt seinen vorzüglichen Geschmack der naturnahen Landschaft.

Unterstützen kann man das „Schnuckenprojekt am Edersee“ durch den Kauf von gesunden Heidschnuckenprodukten (Fleisch. Wurst, Felle. Wolle, Hörner). Unser Vorschlag: Tun Sie sich mit Freunden oder Bekannten zusammen und kaufen ein Heldschnuckenlamm. Das Schnuckenprojekt kooperiert mit einem heimischen Metzger, der Ihnen das Stück wunschgemäß zerlegt. Oder haben Sie schon mal echte Schnuckenwurst probiert?

Rufen Sie einfach mal an oder schreiben ein E-Mail: Schnuckenprojekt am Edersee, Struthmühle, 35110 Frankenau, Tel.: 06455/755517,             E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Fledermaus

Der Nationalpark Kellerwald-Edersee ist in der Fledermausforschung deutschlandweit führend. Im ersten Forschungsbericht des Nationalparks steht daher eine der faszinierendsten und gleichzeitig geheimnisvollsten Säugetiergruppen im Mittelpunkt. Pfeilschnell oder schmetterlingshaft, ihr nächtlicher Flug ist so unterschiedlich wie ihre Lebensweise. Erst allmählich, mit viel Zeiteinsatz und neuesten technischen Entwicklungen, wird die Lebensweise der so schwierig zu beobachtenden Fledermäuse verständlich.

Durch Netzfänge- und Detektorbegehungen wurden im Nationalpark 15 Fledermausarten registriert. Rund drei Viertel aller in Deutschland vorkommenden Fledermausarten nutzen demnach den Nationalpark als Lebensraum. Großes Mausohr, Fransenfledermaus und Braunes Langohr sind im Nationalpark am häufigsten. Bechsteinfledermäuse sind in dem ausgedehnten und unzerschnittenen Laubwaldgebiet des Nationalparks seltener als ursprünglich erwartet.

Der Nachweis einer Wochenstube der Großen Bartfledermaus war der erste für Hessen. Alleine von den sicher nachgewiesenen Wochenstubenkolonien der Wasserfledermaus (4 Kolonien), des Braunen Langohrs (6 Kolonien), der Fransenfledermaus (4 Kolonien) und der Bechsteinfledermaus (1 Kolonie) existieren im Nationalpark zusammen weit über 500 Quartierbäume.

Etwa zwei Drittel der Quartiere befinden sich in Stammspalten, ein Fünftel in alten Spechthöhlen. Das bedeutendste Winterquartier für Fledermäuse im Nationalpark liegt in einem alten Bergwerksstollen am Fuße des Bleibergs.

Es gibt Fledermausarten, die bevorzugt in den geschlossenen Waldbeständen jagen (Braunes Langohr, Großes Mausohr, Bechsteinfledermaus) und Arten, die überwiegend entlang der Gewässerläufe der Täler, der Waldränder und des Ederseeufers ihren Nahrungsbedarf decken (Große Bartfledermaus, Wasserfledermaus).

Auch die Distanz zwischen den Quartieren der Fledermäuse und ihren Hauptnahrungsräumen ist von Art zu Art sehr unterschiedlich. Das Braune Langohr und die Bechsteinfledermaus fliegen nur etwa 500 Meter. Wasserfledermäuse suchen ausgehend von ihren Baumhöhlen im Nationalpark den Edersee auf. Dabei werden bis zu sechs Kilometer überflogen. Am weitesten flog bisher mit 16 Kilometer ein Großes Mausohr-Weibchen, das auf der Bergkuppe der Locheiche jagte und dessen Wochenstubenquartier in dem Ort Züschen nordöstlich des Nationalparks zu finden war.

 

Fledermausarten im Nationalpark Kellerwald-Edersee

          Breitflügelfledermaus

          Nordfledermaus

          Bechsteinfledermaus

          Wasserfledermaus

          Großes Mausohr

          Kleine Bartfledermaus

          Große Bartfledermaus

          Fransenfledermaus

          Teichfledermaus

          Kleiner Abendsegler

          Großer Abendsegler

          Rauhautfledermaus

          Zwergfledermaus

          Braunes Langohr

          Zweifarbfledermaus

 

Fledermäuse sind Säugetiere wie der Mensch. Sie bringen lebende Junge zur Welt. Ihr Körper ist dicht behaart. Doch Fledermäuse haben eine für Säugetiere ungewöhnliche Lebensweise. Sie können fliegen, und die Mütter säugen ihre Jungen bis diese fast ausgewachsen sind. Dafür brauchen Fledermausweibchen sehr viel Energie. Das bedeutet, sie müssen sehr viel fressen. Unsere Fledermäuse jagen Insekten, Käfer und Spinnen. Eine Wasserfledermaus kann in einem Sommer 60.000 Mücken verzehren.

In Deutschland gibt es 24 verschiedene Fledermausarten, 15 davon kommen im Nationalpark Kellerwald-Edersee vor. In den Tropen gibt es auch Fledermausarten, die sich von Fleisch, Früchten oder Nektar ernähren. Vampirfledermäuse in Süd- und Mittelamerika ritzen mit ihren spitzen Schneidezähnen die Haut anderer Tiere und lecken das Blut.

Fledermäuse jagen bei Nacht! Die Jagd bei Nacht hat Vorteile, denn nachts jagen nur wenige Vögel. Fledermäuse müssen daher keine Konkurrenz und keine Beutegreifer wie Baumfalke und Sperber fürchten. Damit sie sich in der Dunkelheit zurechtfinden können, haben sie ein besonderes Orientierungssystem entwickelt. In Abständen von Bruchteilen einer Sekunde senden sie Ultraschalllaute aus und orientieren sich an den zurückkehrenden Echos. Damit können sie selbst einen Spinnfaden in stockdunkler Nacht erkennen!

 

 

Fledermäuse müssen dort jagen, wo es viel Nahrung gibt, damit sich der Aufwand überhaupt lohnt. In manchen Nächten nehmen sie mehr als zwei Drittel ihres eigenen Körpergewichtes an Nahrung auf. Einige Fledermausarten fliegen mehr als zehn Kilometer von ihrer Wohnung zur Jagd.

Fledermäuse leben in Spalten und Höhlen! Im Sommer bewohnen Waldfledermäuse ihre Sommerquartiere in Baumhöhlen, Baum- und Felsspalten. Die Männchen sind während des Sommers meist Einzelgänger. Erst im Herbst treffen sie in Paarungsquartieren mit den Weibchen zusammen. Der Samen der Männchen wird nach der Paarung von den Weibchen den ganzen Winter über aufbewahrt. Die Befruchtung erfolgt erst im Frühjahr nach dem Erwachen aus dem Winterschlaf. Die Fledermausweibchen schließen sich in kleinen Gruppen zu sogenannten Wochenstuben zusammen, in denen sie ihre Jungen zur Welt bringen und gemeinsam aufziehen.

Fledermäuse halten einen Winterschlaf! Ab Herbst wird in unseren Breiten für Fledermäuse die Nahrung knapp. Damit sie die kalte, insektenarme Jahreszeit überstehen, halten sie einen Winterschlaf. Ihr Körper macht nur noch das Notwendigste, um am Leben zu bleiben. Er läuft auf  „Sparflamme“ mit niedriger Temperatur, langsamen Puls und geringer Atemzahl. Fledermäuse zehren in dieser Zeit von dem Fettvorrat, den sie sich im Sommer angefressen haben. Das Winterquartier muß aber ihren besonderen Ansprüchen genügen. Denn Fledermäuse dürfen nicht gestört werden und es darf nicht zu frostig werden. Die meisten Fledermäuse verbringen daher die kalte Jahreszeit in Höhlen oder alten Bergwerks-Stollen.

 

Geologie des Kellerwaldes: Auferstanden aus einem Meer

Geologisch betrachtet ist der Kellerwald ein Ausläufer des Rheinischen Schiefergebirges. Die zutage tretenden Gesteine stammen aus den Erdzeiten des Devons und Karbons.

 

Devon: Der Kellerwald war der Untergrund eines flachen Meeres. Die tonigen und sandigen Ablagerungen des Meeresgrundes haben sich im Verlauf von Jahrmillionen zu Tonschiefer, Grauwacke und Quarzit umgebildet.

 

Karbon: Durch Bewegungen der Erdkrusten wurden die Gesteine zusammengeschoben und zu einem Gebirge aufgefaltet (Variskisches Gebirge). Glutflüssige Lava drang dabei bis an die Erdoberfläche und erstarrte im Meerwasser. In die Klüfte drangen heiße, wässrige Lösungen, die zu Mineralien und Erzen auskristallisierten.

 

Perm: Wind und Wasser trugen das Gestein ab. Ein neues Meer drang von Norden  vor. Aus diesem Zechsteinmeer ragte  das Kellerwaldgebirge schließlich als kleine Insel heraus.

 

Tertiär: Die alten Schichten des Kellerwaldgebirges wurden erneut angehoben.

 

Quartär: Die Bäche und Flüsse lagerten Sedimente ab und Löß wurde angeweht. Wind und Wasser arbeiten seitdem am Gestein und haben die heutige Landschaftsform herausgebildet. Wind und Wasser arbeiten seitdem am Gestein und haben das heutige Landschaftsbild herausgebildet.

 

Geopark:

Der Geopark vereint Gesteinsschichten, die eine Zeitspanne von 40 Millionen Jahren umfassen. Am Ostrand du Schiefergebirges markieren zechsteinzeitliche Kalksteine eine ehemalige Meeresküste. Darin eingebettet liegt die „Korbacher Spalte“" als eine der weltweit bedeutendsten Fossilienfundstätten für permzeitliche säugetierähnliche Reptilien. Der Buntsandstein des Burgwaldes und der Waldecker Tafel repräsentiert das beginnende Erdmittelalter, das mit den Zeitepochen des Muschelkalks und Unterjuras im Nordosten des Geoparks ausklingt.

Alle diese Gesteine zeigen räumliche, zeitliche und evolutionsgeschichtliche Grenzen auf. Im Geopark werden diese Grenzwelten für den Besucher lebendig. Eingangstore („Geofoyer“) führen in die Erdgeschichte, zum Beispiel in Niederwerbe.

Mit seiner Grenzlage im Übergang vom Rheinischen Schiefergebirge zur Hessischen Senke vereint der Landkreis Waldeck-Frankenberg Gesteinsschichten aus verschiedenen Erdzeitaltern mit einer Zeitspanne von mehr als 400 Millionen Jahren. Am Ostrand dieses Gebirges markieren Kalksteine aus dem Zechstein eine ehemalige Meeresküste, in deren Ablagerungen die „Korbacher Spalte“ zu finden ist. Kohlensäurehaltige Mineralquellen sprudeln um Bad Wildungen und Reinhardshausen aus den Tiefen des Kellerwaldgebirges.

Auch der Buchenwald-Nationalpark ist Teil des Geoparks. Das heutige Schutzgebiet besteht hauptsächlich aus Grauwacken und Tonschiefern, die vor rund 360 Millionen Jahren im Zuge der Auffaltung du Rheinischen Schiefergebirges entstanden sind. Diese Gesteine wurden früher in Steinbrüchen abgebaut und zur Befestigung der Feldwege verwendet. In den Tonschiefern sind Abdrückt der Poseidonmuschel (Passdons) überliefert - ein Beweis dafür, daß das Gestein aus ehemaligen Meeresablagerungen entstanden ist. Im Nationalparkgebiet wurde früher stellenweise aua Bergbau betrieben, so z B. am „Bleiberg".

 

 

Edersee Touristic GmbH, Sachsenhäuser Str. 10, 34513 Waldeck

Tel.: 05623-9998-0, Fax: 05623/9998-30 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

 

Auch auf der Krone der Staumauer und an anderen Stellen befindet sich eine Tourist-Information der Edersee Touristic GmbH. Die freundlichen Mitarbeiterinnen beantworten gerne alle Fragen.

 

Kontakt und Information: Dorf und Heimatstube (Waldeck), Ober-Werber-Str. 3

34513 Waldeck, Tel.: 05634/860

Verein Sperrmauer Museum Edersee e.V., Tel. 05623 – 933737, Tel. 0172 – 2787829.

Informationen zu „Edersee-Atlantis“: www.edersee.com/ederseeatlantis