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Taufe

 

 

Taufansprachen

 

„Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder!“ (Röm 3,14)

Wir werden von manchen Dingen getrieben in unserem Leben. Da sind unsere Pflichten und Aufgaben, Beruf, Familie und Gesellschaft fordern alles von uns. Die Zeit vergeht so schnell, jeden Tag ist etwas anderes. Wir werden getrieben und gehetzt von einem zum anderen.

Auch so ein kleines Kind wird schon getrieben. Es hat Hunger, es will sauber gemacht werden und gepflegt werden. Es stellt seine Anspräche an die Eltern und möchte deren Liebe und Zuwendung spüren. Auch so ein Kind kennt schon Leid und Schmerz und wird getrieben von den Notwendigkeiten des Lebens.

Und nun spricht Paulus davon, daß auch der Geist Gottes einen Menschen treibt. Was ist denn das eigentlich der „Geist Gottes“? Man kann das vielleicht an ehesten zeigen am Leben des Paulus selbst: Der wurde auch erst umgetrieben vom Haß auf Christus und die Christen, er war einer der schlimmsten Verfolger der Gemeinde und sah darin sein Lebenswerk.

Aber dann hat Christus ihn in der Stunde vor Damaskus umgedreht und in die andere Richtung getrieben. Nun eilte er durch die ganze Welt, um Menschen für Christus zu gewinnen. Jetzt hatte er seine wahre Lebensaufgabe gefunden. Die Kraft Gottes, der Geist Gottes, hatte ihn dazu getrieben.

Wir heute leben ja in einer vorwiegend christlichen Umwelt, trotz allem. Wir erleben nur noch selten so eine Bekehrung wie die des Paulus. Bei uns werden schon die kleinen Kinder getauft und werden so vom Anfang ihres Lebens an vom Geist Gottes bestimmt.

Damit sie aber auch wirklich in die Gemeinde hineinwachsen, haben die Eltern und die Paten die Aufgabe, dem Kind von seiner Taufe zu erzählen und ihm die Bedeutung der Taufe zu erklären. Paulus sagt: Wer getauft ist und sich vom Geist Gottes bestimmen läßt, der ist ein Kind Gottes. Er wird nicht gehetzt von Gott, sondern darf sich zuversichtlich in seinen Schutz begeben. Wer zum Kind Gottes geworden ist, der läßt sich von nichts anderem in der Welt mehr treiben als von Gott.

Kinder hören ja zunächst einmal auch nur auf ihre Eltern. Deshalb wird auch ein rechtes Gotteskind nur auf seinen himmlischen Vater hören und ihm gehorchen. Die Eltern haben ihm gehorcht, indem sie das Kind hierher zur Taufe gebracht haben. Nun soll auch ihr Kind zu einem Kind Gottes werden in der Taufe. Gott nimmt das Kind damit nicht weg . Er sagt nur: „Es darf jetzt auch mein Kind sein!“

Auf diese Zusage darf dieses Kind ganz fest vertrauen, sein Leben lang. Gott will es beschützen und will ihm Kraft und Hilfe schicken in allen Nöten und Gefahren. Es kommt nur darauf an, ob sich dieses Kind auch vom Geist Gottes treiben lassen w i 1 1.

 

„Freuet euch, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind!“ (Lk 10,2b)

Es ist immer eine schöne Sache, wenn ein Kind geboren wird und es wird dann hier zur Taufe gebracht. Wir wissen ja: Kinder sind ein Geschenk Gottes! Und deshalb haben wir auch allen Grund, Gott dafür zu danken und sie in der Taufe ihm wieder gewissermaßen zurückzugeben.

Es gibt bei uns ja auch den Brauch der Namensgebung. Ich frage mich aber immer, was denn der Sinn dieser Handlung sein soll. Den Namen erhält das Kind doch am Tage der Geburt von seinen Eltern. Dann geht der Vater zum Standesamt und meldet stolz die Geburt seines Sohnes und sagt: „…. „soll er heißen!“ Das ist ein ganz selbstverständlicher Akt, den man nicht noch einmal später zu feiern braucht, am Ende erst nach ein oder zwei Jahren.

Natürlich ist der Name schon etwas Wichtiges. Er unterscheidet uns ja von allen anderen Menschen und sagt uns immer: Dieser eine bestimmte Mensch ist gemeint, unverwechselbar und unveränderlich. Der Name ist schon etwas kostbares, es ist nicht gleichgültig, ob wir einen guten Namen haben oder ob unser Name im Dorf verachtet ist.

Doch bei der Taufe geht es nicht mehr um die Namensgebung. Die Taufe ist die Aufnahme in die christliche Gemeinde, in den Bereich, wo der Name des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes angerufen wird. Es geht nicht um Geld und Geschenke. Aber bei der Taufe wird uns die Verheißung Gottes mitgegeben. Die Namensgebung ist nur ein einmaliger Akt und nachher ist gar nichts mehr - es ist überhaupt nichts anders geworden mit dem Kind. Mit der

Taufe aber soll es erst richtig losgehen.

Gott hat Ihnen, den Eltern, dieses Kind geschenkt. Und nun will er es auch zu  s e i n e m Kind machen. Deshalb wird ja auch nach dem Namen gefragt, damit jeder weiß: dieses eine bestimmte Kind ist gemeint, mit dem Gott nun etwas vorhat. Deshalb ja auch das Zeichen des Wassers, damit das Kind es merkt und die Umstehenden es sehen: „Du bist gemeint, dieses bestimmte Kind!“ An diesem Kind hat Gott gehandelt und an ihm will er weiter handeln.

Natürlich ist damit nicht gemeint, daß ein getauftes Kind nun besser gedeiht und schneller wächst als die anderen. Es kann natürlich einmal sein, daß da ein Zusammenhang zu bestehen scheint.

In Schleswig-Holstein fragte einmal ein Pfarrer einen reichen und stolzen Bauern: „Wie geht es Ihren Kindern?“ - „Danke, gut!“ war die Antwort, „die sind ja auch nicht getauft!“ Und kurz darauf bildet sich bei dem ältesten Kind ein Wasserkopf und es verblödet. Der Vater hat bald darauf Geburtstag. Er äußert nur einen Wunsch: „Holt den Pfarrer, die Kinder sollen getauft werden!“ Ja, so kann es sein, aber es muß nicht so sein.

Aber wir wissen ja auch, daß dieses Kind einmal ungehorsam sein wird: nicht nur gegenüber den Eltern, sondern vor allem gegenüber Gott. Die Bibel nennt das dann „Sünde“. Sie meint nicht, daß die Sünde schon von den Eltern auf das Kind weitervererbt wird; aber wir wissen

ja auch, daß jeder Mensch immer wieder einmal gegen den erklärten Willen Gottes verstößt und sich damit von Gott entfernt.

Hier will ihm die Taufe nun eine Hilfe sein, damit er immer wissen kann: Gott hat dich lieb, er läßt dich nicht im Stich, du kannst immer wieder zu ihm zurückkehren. Diese Gabe der Taufe kann keinem Menschen mehr genommen werden.

Deshalb ist es so wichtig, daß die Eltern und Paten dem Kind immer wieder von seiner Taufe erzählen und ihm vormachen, wie man als Christ lebt. Es ist selbstverständlich, daß  Eltern, die ihr Kind zur Taufe gebracht haben, dieses dann auch zum kirchlichen Unterricht und zum Kindergottesdienst schicken. Aber zuallererst haben sie selbst die Aufgabe, das Kind ganz allmählich, aber ganz von selbst, in die Gemeinde hineinwachsen zu lassen.

Mit der Taufe ist dazu erst der Grundstein gelegt. Gott hat als erster an diesem Kind gehandelt und ihm die Verheißung gegeben: „Dein Name ist im Himmel aufgeschrieben!“ nicht nur im Kirchenbuch. Du gehörst schon zu Gott, auch wenn du in dieser Welt lebst. Du hast nicht nur von den Eltern einen Namen erhalten, sondern Gott hat dir den Namen „Christ“ gegeben, du gehörst von jetzt an zu seiner Gemeinde.

Auf diese Zusage kann sich jeder von uns verlassen, auch wenn die Stürme des Lebens kommen und es manchmal schlecht um uns zu stehen scheint. Gott verläßt uns nicht. „Freuet euch, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind!“

 

„In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“

(Joh 16, 33)

Es gibt ja Menschen, die überlegen sich ernsthaft , ob sie es verantworten können, Kinder zur Welt zu bringen. Sie meinen, es sei gar nicht mehr so angenehm, in dieser Welt zu leben, so wie sie ist. Vielleicht gibt es wieder Krieg. Oder schreckliche Krankheiten. Oder Enttäu­schungen.

Denken wir einmal an das, was den Kindern heute in der Schule zugemutet wird und an das, was täglich auf sie einstürmt. Wie oft müssen Kinder leiden und werden nicht verstanden. In der Welt der Erwachsenen kommen sie immer zu kurz. Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn Eltern sich fragen: „Ist es unter dieser Umständen nicht besser, überhaupt keine Kinder zu haben?“

Ibn der Bibelvers heißt es deshalb auch: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“ Die Bibel weiß aber auch, da die Angst nicht allein in der Welt ihre Ursache hat, sondern auch im Herzen der Menschen. In jedem Menschen steckt das Böse schon drin. Jeder Mensch handelt einmal gegen den  Willen Gottes und ist deshalb ein Sünder. Es  gibt so vieles, was uns das Leben mit anderen Menschen und die Gemeinschaft mit Gott so schwer macht.

Auch ihr Kind wird es nicht leicht haben im Leben. Sie werden es lange Jahre versorgen und behüten müssen und nachher auch noch in vielen Dingen begleiten und beraten. Aber eins wird es immer wissen dürfen: Es darf immer des Beistands Gottes gewiß sein. Die Taufe und der Taufspruch sollen uns und diesem Kind das ganz fest versichern. Was auch im Leben kommen mag, welche Menschen und Kräfte auch an uns herumziehen und uns von Gott abbringen wollen: Gott läßt nicht von uns!

Durch die Taufe wird auch dieses Kind aus dem Machtbereich weltlicher Herrscher und Mächte herausgenommen. Es wird hineingenommen in die Gemeinde Gottes, wo es unter dem besonderen Schutz Gottes steht und Stärkung durch die Gemeinschaft mit anderen Christen finden kann. Es lebt nun in einem Kraftfeld, in dem nur noch der Name Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes gilt und angerufen wird.

Äußerlich gesehen wird dadurch allerdings nichts leichter in der Welt. Im Gegenteil: Wer den Namen Gottes anruft, kommt eher noch in besondere Bedrängnis, weil der Name Gottes heute von vielen Seiten angefeindet wird.

Aber er darf doch von Jesus hören: „Ich habe die Welt überwunden!“ Die Taufe ist zwar keine Lebensversicherung, aber sie gibt uns die Gewißheit: Jesus ist der Herr auch dieses Kindes. Er wird es führen und leiten durch alle gefährlichen Zonen dieser Welt hindurch. Und er wird am Ende der Sieger bleiben über alle Gefahren dieser Welt!

 

„Laßt die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn ihnen ist das Reich Gottes!“                                                                                    (Mk 10,13-14)

Wenn wir das Kruzifix sehen, die Darstellung des gekreuzigten Jesus auf unserem Altar ,dann wissen zwar die Erwachsenen Bescheid, aber die Kinder wissen oft nichts damit anzufangen. Ein Kind war einmal mit seinem Vater in der Kirche. Vor dem Altar fragte es: „Vater, was macht denn der Mann da?“ Der Vater wußte zunächst auch nicht gleich, was er antworten sollte, wie er es seinem Kind erklären sollte. Aber da sprach das Kind von sich aus schon weiter: „Ach, ich weiß es. Der macht:  Komm in meine Arme!"

Besser könnte man es kaum ausdrücken. So haben Vater und Mutter es oft mit ihm gemacht. Es wußte: Bei den Eltern ist man sicher! Wenn sie dich in die Arm nehmen, dann kann dir niemand mehr etwas anhaben wollen.  So wie Eltern es mit ihren Kind machen, so macht es aber auch Jesus mit allen, die zu ihm gehören. Er sagt: „Laßt sie zu mir kommen!“ Vor allem sagt er das über die Kinder.

Man muß nun wissen, daß die Kinder und übrigens auch die Frauen zur Zeit Jesu nicht für voll genommen wurden. Es ging ihnen so, wie man es heute immer noch manchmal im Laden beobachten kann: Die Kinder werden beiseite gedrängelt und die Erwachsenen sagen auch

noch: „Die Kinder haben ja Zeit!“ Zur Zeit Jesu wurden sie erst gar nicht beachtet.

Jesus aber hat sich um sie gekümmert. Kein Mensch ist ihm zu gering, als daß er sich nicht mit ihm befaßt hätte. Selbst als er nach einem langen Tag schon ziemlich abgekämpft ist, sagt er noch: „Laßt die Kinder zu mir kommen!“ Seine Jünger wollten ihn davon verschonen und ihm endlich Ruhe verschaffen. Aber ihm ist es nicht zuviel, jetzt auch noch die Kinder zu segnen.

Er sagt: „Die Kinder begreifen noch am besten, wie es mit dem Reich Gottes ist. Sie vertrauen allein auf Gott. Und wer das tut, der darf auch zu ihm kommen. Und wer nicht ebenso wie ein Kind von Gott alles erwartet, der kann nicht zu ihm kommen!“

Das gilt auch heute noch genauso. Zur Taufe können selbst kleine Säuglinge gebracht werden, die doch noch nichts davon verstehen. Aber es geht doch gar nicht darum, daß wir das verstehen, sondern daß Jesus gesagt hat: „Laßt die Kinder zu mir kommen!“ Er will sie bei sich ha­ben und will sie segnen. Sie können ihm nichts bieten, aber er nimmt sie aus freien Stücken in die Familie Gottes mit hinein.

Auch nachher dürfen und sollen die Kinder zu Jesus kommen. Sie dürfen zu ihm beten und sie dürfen zum Kindergottesdienst kommen. Niemand darf das verwehren. Die Eltern und Paten helfen mit, daß das Kind überhaupt etwas von Jesus erfährt und dann später immer wieder zu ihm hinfinden kann.

Es ist nicht schön, wenn etwa die Eltern fast jeden Sonntag sagen: „Wir haben heute etwas anderes vor!“ Ein getaufter Christ gehört nun einmal in den Gottesdienst oder zumindest irgendwie in die Verbindung mit Gott. Manchmal sagen auch andere Leute, zum Beispiel Kinder in der Schule: „Man geht doch nicht in den Religionsunterricht!“ und von denen, die hingehen, kann man manchmal auch hören: „Ich habe heute mal keine Lust!“

.Aber Jesus sagt: „Laßt die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn ihnen ist das Reich Gottes!“ Jesus ist nie zu müde und hat immer Zeit für uns. Er breitet seine Arme aus und lädt uns ein. Die Kinder verstehen das vielleicht noch am leichtesten. Sie sehnen sich nicht nur nach den offenen Armen der Eltern, sondern auch zu Jesus. Weil sie aber bei Jesus sein möchten, sagt er über sie: „Sie gehören jetzt schon zu Gott!“ Damit wir daran fest glauben können, werden wir in der Taufe äußerlich sichtbar in die Gemeinde Gottes aufgenommen.

 

Ab jetzt werden die Ansprachen nur noch in Stichworten wiedergegeben

 

Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein! (1. Mose 12,2)

Der erste Teil der Taufe geschieht durch Gott: Er verspricht seinen Segen, aber nicht magisch oder automatisch. Aber freiwillige Zusage Gottes, mit beim Leben dieses Menschen dabei zu sein. Das muß sich nicht äußerlich zeigen: Gesundheit, Wohlstand, Lernfähigkeit, Glück im Leben. Aber bei allen Gefahren und Schwächen ist er mit dabei, ein Tröster und Helfer. Aber Gott ist auch in den glücklichen Stunden neben uns. Dank nicht vergessen! Der zweite Teil ist dann unsere Sache, nicht um zu ergänzen, sondern um Folgerungen zu ziehen: Getaufte sollen anderen zum Segen werden, sollen ihnen helfen und sie trösten, deshalb sind wir getauft.

 

Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Heilsbrunnen! (Jes 12,3)

Zur Taufe wird Wasser verwandt. Wasser ist Lebensmittel, Reinigungsmittel, Heilmittel (also Taufe). Wozu Taufe, man kann doch auch so leben als Mensch? Aber  nicht als Christ.

Mit Freuden zu Gott gehören: Gibt Schutz, zeigt Sinn des Lebens, erhält unser Leben.

Taufe ist freudiges Ereignis: Dank an Gott. Weiterhin Kraft holen aus der Taufe, so wie man Wasser schöpft zur Erquickung. Es kommen auch schwere Tage (Krankheit), dafür braucht man eine Stärkung.

 

Weiset meine Kinder und das Werk meiner Hände zu mir! (Jes 45,11)

Wieso „meine Kinder“? Sie sind doch „Werk“ der Eltern! Kinder sind Geschenk, nicht jedem ist es vergönnt. Eltern sind nur Treuhänder, Gott verantwortlich, auch für den Glauben. Erster Schritt. Taufe, Kinder zurückbringen zu Gott und in Gottes Hand legen, damit er beschützt. Ganze Schöpfung ist Gottes Werk, besonders aber ein Kind . Wie ist es wunderbar gemacht - gerade dieses Kind!. Eltern haben die Aufgabe, es in der Gemeinschaft Gottes zu halten. Er möchte es, wir auch? So wie irdische Eltern ihr Kind fördern und beschützen.

 

 

Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen! (Jes 54,10)

Es ist Gnade, wenn man ein Kind haben darf und es groß ziehen kann. Taufe ist Verheißung, egal was kommt.: Einwirkungen von außen, Ungehorsam von unserer Seite, auch Zweifel. Wir wissen, daß Berge nicht weichen. Genauso fest auf Gottes Gnade vertrauen. Höchstens am Ende der Tage weichen die Berge (so weit geht er Blick). Aber auch dann bleibt der Taufbund erhalten. Heute nur ein kleiner Anfang. Aber großes herrliches Ende. Wir haben es nicht verdient. Aber Gott ist so.

 

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein! (Jes 43,1)

Vor vielen Dingen kann man sich fürchten. Was wir dem Kind alles zustoßen? Gott sagt: Ich befreie dich von vornherein von diesen Mächten, schütze dich vor Gefahren. Gott ruft jeden Menschen mit Namen. Name ist wichtig, macht unverwechselbar. Wenn ein Kind verloren geh und weiß seinen Namen, kann es wieder nach Hause gebracht werden. Wir können nicht verlorengehen, weil wir Gottes Kinder sind. Bei der Taufe wird das Eigentumszeichen aufgeprägt: Bekenntnis gegenüber anderen, aber auch Schutzzeichen (Wie ein Ehering. Hier hat niemand anderes etwa zu suchen).

 

Der Herr ist bei mir wie ein starker Held! (Jer 20,11)

Wir möchten, daß dieses Kind ein starker Held wird: Stärke, Ellbogen, Durchsetzungsvermögen, Sportler, tüchtiger Arbeiter. Wir brauchen Menschen, zu denen wir aufschauen (nur so Ziel, Ansporn, Vorbild). Warum nicht auch zu Gott aufschauen? Er ist der wahre Held. So wie ein Kind zu seinem Vater aufschaut, so soll es auch lernen, zu Gott aufzuschauen. Gott schafft uns Bahn für unser Leben, verteidigt uns, ist unser Vorbild. Wenn wir uns zu ihm halten, werden wir selber ein Held, gutes Vorbild, einer der anderen helfen kann. Das macht auch stark gegen die innere Gefahr, die zum Beispiel vom Glauben abbringen will (Zweifel, Verzagtheit). Wenn Gott bei uns, bleibt Glaube erhalten und wird gestärkt.

 

Ich will einen ewigen Bund mit ihnen machen, daß ich nicht will ablassen, ihnen Gutes zu tun! (Jer 32,40)

Wir kennen den Begriff „Bund“: Staatenbund, Ehebund, Freundschaftsbund - nun auch Taufbund. Allerdings kein Vertrag zwischen gleichberechtigten Partnern, sondern Gott gewährt den Bund; wir können nichts bieten (Kind ist unscheinbar). Aber ewiger Bund, der von seiner Seite aus nicht gebrochen wird. Wenn wir auch ausbrechen, tut er doch Gutes, damit wir wieder zurückfinden. Immer wieder ist das Gute zu spüren: a.) Nahrung, Kleidung, Wohnung, b.) Gesundheit, Glück, Freunde, Liebe, c.) Glaube, Jesus Christus, Gott.  Das wird in der Taufe versprochen, wir sollen dankbar sein und uns dessen als würdig erweisen.

 

Herr, frühe wollest du meine Stimme hören; frühe will ich mich zu dir schicken und aufmerken!“ (Ps 5,4)

Kindertaufe ist heute umstritten, selbst Pfarrer lassen ihre Kinder nicht taufen, weil sie noch nichts verstehen. Doch Taufe ist Geschenk Gottes, unabhängig vom Empfänger (vgl. Patengeschenke). Taufe ist das größte Geschenk („Gott gelobt sich uns an“). Nicht nur Eltern hören in der Frühe das Geschrei des Kindes, auch Gott hört auf die Stimme so eines kleinen Menschen, er hört unser Flehen und Klagen. Aber auch: Wir sollen uns früh zu ihm aufmachen und auf sein Wort hören. Der Psalm ist ein Morgenpsalm: Soll jeden Morgen an die Taufe erinnern, an Verheißung und Auftrag.

Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!“ (Ps 8,2)

Mißverständnis der Taufe als Namensgebung. Es geht um den Namen Gottes (!), der mit unserem Namen verbunden wird. Seine Name ist herrlich, bei uns und in ganzen Welt. Taufe hilft zur Ausbreitung des Namens. Wenn Name bekannt, dann auch Person und Sache gegenwärtig. Gott will Herrscher sein über die Welt und die Menschen, auch über dieses Kind. Der große Gott beugt sich herab. Wir sind dankbar, daß wir zu ihm gehören. Aber auch Aufgabe: Kind soll den Namen Gottes erfahren.

 

Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, daß du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott! (Ps 8,5-6)

Ein Kind stellt nichts dar. Im Leben der Erwachsenen ist es nicht geachtet. Der „Materialwert“ des Menschen ist gering.  Dennoch ist er sehr viel mehr: Für Eltern ist das Kind mehr als eine Ansammlung von Molekülen. So ist es auch der Mensch vor Gott. In der Taufe wird er ein Kind Gottes, um das er sich kümmern will. Er ist Stellvertreter Gottes und kommt gleich nach ihm, aber er ist nicht selber Gott. Wir sind eingeordnet, das sollten wir erkennen: Ehrung und Verpflichtung. Möge dies Kind in diesem Sinne aufwachsen.

 

Meine Augen sehen stets zu dem Herrn, denn er wird meinen Fuß aus dem Netz ziehen (Ps 25,15)

Augen wichtig für Menschen: Lernt Welt kennen. Freude der Eltern, wenn das Kind bewußt zu blicken beginnt. Auch auf Gott sehen! Intensiv suchen. Er sieht auf uns, deshalb Taufe. Wir auf ihn sehen. „Stets“ : Wir sehen auch auf Anderes, Verlockendes. Fuß im Netz gefangen: Sünde wird kommen, Weltanschauungen nach dem Kind greifen. Da hilft der Blick auf Gott und Gemeinschaft der Kirche. Aufgabe der Eltern und Paten: Großartiges Angebot. Hilft aus Gefahren, wenn wir uns helfen lassen wollen.

 

Wie köstlich ist deine Güte Gott, daß Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben ! (Ps 36,8)

Geburt Zeichen der Güte Gottes: gesund, fröhlich, Fortschritte. Nicht selbstverständlich. Hat Beter  des Psalms erfahren: Allerhand Anfeindungen erfahren. Auch diesem Kind wird es nicht anders ergehen. Aber unter die Fittiche wie Vogel seine Jungen, wie Eltern ihre Kinder. Wenn die nicht helfen können, dann bei Gott Geborgenheit und Zuflucht. Kirche (und Taufe) wie Burg (Kirchenburg). Dorthin flüchten, wenn es ganz schlimm kommt im Leben. Taufe Versprechen Gottes, Eigentumszeichen. Unter diesem Schutz kann Glaube wachsen.

 

Bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Licht sehen wir das Licht! (Ps 36,10)

Zwei Ding brauchen wir zum Leben: Wasser und Licht. Gott gibt sie uns. Bei der Taufe: Taufwasser und Wort (= Quelle und Licht). Hilft uns zum Leben, kann uns aber auch ge­fährlich werden: Wasserflut und Sonne bedrohen uns. Taufe ist das Absterben des alten Menschen, aber vor allem: ein neues Leben in Gott. Erst im Licht Gottes sehen wir alles richtig. Die Taufe will uns dazu eine Hilfe sein.

 

Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben! (Ps 46,2)

Große Nöte haben uns getroffen und werden uns treffen. Aber im Augenblick haben wir Freude. Was hilft da - wer hilft in Not? Eltern können Kind nicht bewahren. Wer ist heute stark?  Auf wen können wir uns verlassen? Wer ist ein Helfer. Vergleich mit einer Burg: Zufluchtsstätte. Taufe ist Schutzherrschaft. Heute keine Sicherheit durch Bunker, Versicherung, usw. Gott allein hat Leben in der Hand (nicht automatisch-magisch oder leichtsinnig sein). Leben getragen vom Vertrauen auf Gott. Leichter, sicherer, zuversichtlicher durchs Leben.

 

Gott der Herr ist Sonne und Schild, der Herr gibt Gnade und Ehre; er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen! (Ps 84,12)

Sonne gibt Wärme und Leben. Schild schützt vor Pfeilen. Wir brauchen diesen Gott und vertrauen ihm die Kinder an in der Taufe. Wir suchen Ehre. Gnade ist etwas anderes. Was ist das „Gute“? Nur für die Frommen (= Glaubenden)? Wie eine kleine Pflanze die Sonne braucht, so auch ein Kind die Liebe der Eltern, aber auch die Hilfe Gottes, damit der Glaube wächst. Dazu hilft die Taufe.

 

Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang!“ (Ps 90,14)

Schon kleines Kind darf Gnade Gottes spüren: Taufe! Säuglingstaufe hat Sinn. Kinderevangelium. Bei der Taufe auch andere Geschenke. Doch Hauptgeschenk: Gnade Gottes. Brauchen wir. „Frühe“ bedeutet auch: alle Morgen neu, das ist notwendig. Psalm gibt auch Ausblick auf das Ende („siebzig Jahre“). Lebenslang darauf angewiesen: Spannungsbogen. Was jetzt geschieht hat dauernde Bedeutung. Deshalb kann man auch fröhlich sein und Gott rühmen (Verpflichtung des Christen). Christen sind fröhlich und dankbar, weil sie zu Gott gehören.

 

Er hat seinen Engeln befohlen über dir, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen, daß sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest!

(Ps 91, 11-12)

„Kinder haben Schutzengel“, wenn sie in großer Gefahr sind (Bild: Kinder gehen über Steg, Schutzengel dahinter). Aber  nicht Geistwesen schützt, sondern Gott selber. Taufe aber keine Lebensversicherung, aber Schutz, so wie etwa die Ritter auf einer Burg das Dorf beschützten. Gott geht mit auf den Wegen dieses Kindes. Vielleicht schwierige und verschlungene Wege mit gefährlichen Steinen. Aber Gottes Hände führen daran vorbei: Verheißung der Taufe.

 

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder! (Ps 98,1)

Wir singen, wenn wir uns freuen, oftmals ohne daß wir es uns erklären können. Grund wäre: Dankbarkeit für Gottes Wunder, zum Beispiel Geburt-Taufe-Geleit durchs Leben. Mehr als alle Wunder dieser  Welt, denn es hilft, mit der Welt fertig zu werden. Taufe läßt sich nicht kaufen, aber ist größere Hilfe als alle Güter dieser Welt, die unser Leben nicht sichern. Davon dem Kind später erzählen (Eltern, Paten). Im Grunde altes Lied und gleiches Wunder, muß aber in unserer Zeit neu gesagt werden.

 

Lobe den Herrn, meine Seele, und was in mir ist seinen heiligen Namen; lobe den Herrn meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat! (Ps 103,1-2)

Wir haben Grund, Gott zu loben: Verheiratet, Kind - gesund, macht Fortschritte. Nicht unser Verdienst, können gar nichts dazu tun, ein Wunder. Kind macht Mühe, will Liebe empfangen, nehmen wir gern in Kauf. Taufe ist die nächste Tat Gottes, für die wir ihn loben: Aufnahme in die Gemeinde, Schutz vor Bösem, ewige Gemeinschaft. Dieses Gute nie vergessen. Aufgabe der Eltern und Paten. Kind soll später einmal in das Lob einstimmen und begreifen, wofür es dankbar sein kann.

 

Ich will dem Herrn singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin!

(Ps 104,33)

Wenn man singt: Ausdruck der Freude und der Dankbarkeit. Wofür danken? Kind, Gesundheit, Bildung, Wohlstand, Leben. Auch Taufe? Bringt in Verbindung mit Gott. Ist das Grund zum Singen? Eher Nachteile: Schwierigkeiten bei Menschen oder bei Gott? Taufe eine Hilfe zum Leben. Schutz Gottes (nicht automatisch), keine Angst, zu einer Gemeinschaft gehören, Sinn des Lebens finden. Aber auch Aufgabe: anderen davon weitersagen, andere damit anstecken, Freude in die Welt bringen. Ganzes Leben über. Gott hat es möglich gemacht.

 

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich! (Ps 106,1)

Dank für das Kind. Nicht selbstverständlich. Manchmal auch unerwünscht. Dank, daß man eine Aufgabe hat, wenn auch Sorgen. Etwas anderes als Fabrikarbeit, gibt Leben einen Sinn. Stütze für das Alter. Wir haben täglich für Vieles zu danken: Wohnung, Kleidung, Nahrung. Gott versorgt mit allem, was wir brauchen -  und mehr. Er ist freundlich, nicht ein furchterregender Gott. Seine Güte gilt auch für die Zukunft. Das verspricht er heute und besiegelt es durch Wort und Zeichen.  Schon einem kleinen Kind mitgeben bis ans Lebensende. Aufgabe der Eltern!

 

Der Herr segne euch je mehr und mehr, euch und eure Kinder! (Ps 115,14)

Segen bedeutet: Gott drückt dem Kind seinen Stempel auf (gehört zu ihm, ist von ihm geprägt). Jesus legt ihm die Hand auf (Kinderevangelium). Taufe ist Zusage des Segens. Aber es soll weitergehen („mehr und mehr“). Aufgabe der Eltern. Wer bei Gott bleibt, wird den Segen erfahren. Segen für die ganze Familie, wenn sie unter dem Wort Gottes bleibt. Vorbild der Eltern und Geschwister. Wirkungen auf andere Familien (brauchen wir!). Taufe will uns des Segens versichern und an unsere Aufgabe erinnern.

 

Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! (Ps 121,7-8)

Manches Übel kommt über einen Menschen: Äußere Not, Krankheit, Mißerfolg. Nicht nur unverbindlicher Wunsch, sondern Segen. Noch wichtiger: Bewahrung der Seele. Mächte, die um die Seele eines Menschen kämpfen: Schule, Massenmedien, Beruf, Eltern, Kirche, Gott (?).  Sicher ist: Gott behütet den Eingang (deshalb Taufe!). Über den Ausgang entscheiden wir mit: Ob wir bei Gott geblieben sind. Aufgabe der Eltern und Paten, aber zuerst wirkt Gott an uns.

 

Der Herr hat Großes an uns getan, des sind wir fröhlich ! (Ps 126,3)

Der große Gott hat mit so einem hilflosen Kind zu tun! Taufe ist Aufnahme in den Bund Gottes. Damalige Bedeutung eines Bundes: Geschenk des Stärkeren, nicht Partnerschaft. Deshalb fröhlich. So wie Eltern sich um Kind kümmern, so kümmert sich Gott um uns alle. Ein natürliches Verhältnis, verwandtschaftliche Verpflichtung. Unter Menschen tut kaum einer etwas uneigennützig. Gott aber will sich um uns kümmern. Wir aber sollen Antwort geben. Echte Freude, die aus dem Tun Gottes kommt.

 

Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn! (Ps 127, 3a)

Nicht in jedem Fall erfreut über diese Gabe, zum Beispiel Zwillinge (Viel Arbeit, große Umstellung). Manche Ehen bleiben kinderlos. Deshalb Dank. Jedes Kind eine eigene Persönlichkeit, mit jedem eine eigene Freude, bis ins Alter. Gott kann die Gabe wieder zurückfordern. Aber bei der Taufe hören wir: Gott schenkt uns zur Freude und will behüten und bewahren. Kinder sind nicht eine Last, sondern stehen unter dem besonderen Schutz Gottes. Eltern schützen auch. Aber Gott hat auch ein Interesse daran. Er will, daß wir gut damit umgehen. Aufgabe der Eltern und Paten.

 

Laß mich frühe hören deine Gnade, denn ich hoffe auf dich. Tue mir kund den Weg, darauf ich gehen soll, denn mich verlangt nach dir!“ Ps 143,8)

Schon ein kleines Kind darf das Geschenk der Gnade empfangen: Geldgeschenk zur Taufe, erst später läßt sich damit etwas anfangen. Eltern sind Verwalter dieses Geschenks, auch Verwalter der Taufe. Das Kind soll bei Gott gehalten werden. Taufe nur Anfang der Gnade. Von Gott dürfen wir alles erhoffen. Er zeigt uns auch den Weg, auf dem wir gehen sollen. Dieser Weg ist nicht ungewiß. Wer nach Gott verlangt und auf ihn hofft, der erfährt auch Hilfe.

 

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr (Sach 2,14)

Wir freuen uns: über Kind, auf Weihnachten, das „Fest der Kinder“. Wissen die Kinder um den Sinn des Festes? Freude, weil der Gottessohn geboren ist (Aufgabe für Eltern und Paten). Er will zu uns kommen. Haben wir Platz in unserer Wohnung, in unserem Herzen? Taufe: Er klopft bei uns an! Wenn er aber bei uns ist, steht er uns auch bei. Nicht ein Schamrotzer, der nur auf unsere Kosten leben will, sondern ein guter Freund. Ihm können wir öffnen!

 

Also ist’s auch bei eurem Vater im Himmel nicht der Wille, daß eines von diesen Kleinen verloren gehe (Mt 18,14)

Kind in der Stadt verloren gegangen. Es weint, Eltern in Sorge. Menschen fragen nach dem Namen. In Taufe erhalten wir den Namen eines Christen (unser Name und Gottes Name zusammen). Gott kann uns rufen, Menschen könne uns zurückbringen. Wir gehen oft mutwillig von Gott weg. Taufe will uns versichern: Ihr kommt wieder zurück! Kein Vater gibt sein Kind auf. Wir können uns  immer wieder in die Arme des Vaters flüchten. Wir sind alle nur klein und schutzbedürftig. Aber bei dem Vater sind wir sicher.

 

Selig sind, die reines Herzens sind, denn sie werden Gott schauen (Mt 5,8)

Kindergebet: „Herz ist rein“, richtiger: „mach rein“ . Keiner behält reines Herz. Dennoch nicht von Gott getrennt. Dessen will uns die Taufe gewiß machen. Äußerlich geschieht nicht viel, aber Reinwaschung von Sünden. Ein reines Herz, wenn wir uns an Gott halten. E r macht es rein. Dann wird man auch Gott im Leben erfahren: in Krankheit, Schule, Verfolgung, Beruf, Familie, zuletzt im Tod. Erst dann Gott ganz schauen. Taufe ist Anzahlung auf das ewige Leben, aber weitere „Zahlungen“ nur, wenn mit reinem Herzen bei Gott.

 

Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen (Mt 5,9)

Frieden brauchen wir: Zusammenleben im Kleinen (Familie, Arbeitsplatz, Schule), Leben der Völker. Nicht immer leicht, dafür zu wirken. Aber ohne das geht die Welt zugrunde. Brauchen Menschen, die zum Frieden bereit sind, auch wenn andere nicht Frieden halten. Wir haben Vorleistungen zu bringen. Glaube und Taufe wollen helfen, dazu Kraft geben. Eltern und Paten helfen, daß Kind es lernt, Gott und die Menschen zu lieben, d.h. auch Frieden.

Verheißung: Gottes Kinder! Dazu macht Taufe. Kinder erweisen sich des Vaters würdig. Gott will Frieden, Sohn zu den Menschen gesandt. Durch Taufe Geschenk der Kindschaft, Friedfertigkeit möglich, auch für dieses Kind.

 

Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zur Erlösung für viele (Mt 20,28)

Eltern seufzen manchmal über ihre Kinder, die sie bedienen müssen. Wenn Kinder größer, wollen sie helfen. Aber letztlich Aufgabe der Eltern. So will auch Gott uns dienen: Er will das Böse von uns nehmen, das an uns kommt. Wir werden uns zwar auch mühen, aber wir schaffen es nicht. Taufe versichert uns: Gott wird helfen und das Entscheidende tun. Wir können nicht über ihn verfügen, nicht etwas von ihm verlangen. Aber er tut es von sich aus, so wie Eltern für ihre Kinder sorgen.

 

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden (2. Kor 5, 17)

Durch die Taufe sind wir „in Christus“, aber nicht magisch, sondern Aneignung. Schon kleines Kind! Durch Taufe wird zunächst nichts anders. Dennoch: Wir sind nicht nur Mensch, sondern auch Christ. Mit Gott verbunden, in glücklichen und schweren Zeiten. Aber warum muß Kind neu werden? Immer erneute Sünde. Kind ist neue Kreatur, aber auch am inneren Menschen immer wieder neu werden. Brauchen wir nötig, daß wir einen Neuanfang setzen: Gott schenkt ihn uns durch die Vergebung. Wichtig für Zusammenleben: Ehe (neuer Anfang nach begangenen Fehlern), Eltern - Kind (Ausgleich des Verhältnisses). Entscheidend wichtig: Gott hat uns zuerst vergeben. Durch die Taufe wird uns das zugesichert, wir dürfen immer wieder neu sein. Forderungen Gottes leichter zu erfüllen, weil täglicher Neubeginn. Mit diesem Gott fröhlich durch die Welt

 

Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen (Mk 10,15)

Kinder gelten noch nichts. Bei Jesus aber Vorbild: Gläubiges Vertrauen, Verständnis, Gefühl. Erwachsene wollen erwerben, erkämpfen - Kinder lassen sich beschenken, freuen sich.    Deshalb jetzt schon getauft, von Anfang an zur Kirche. Was in den noch ungeprägten Menschen eingesenkt wird, bleibt erhalten. Aufgabe der Eltern und Paten. Unter Umständen  ernsthaftere und tiefere Beziehung zum Glauben als Eltern: Diese von Kindern lernen. Ziel für beide: Reich Gottes. Wollen wir hineinkommen? Taufe ist Anfang, bringt Verheißung.

 

Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden;  wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden (Mk 16,16)

Warum Taufe? Weil Sitte, weil Grund zum Feiern. Taufe zum Heil (= Leben im Sinne Gottes). Ist das notwendig,  hilft das für’s Leben? Schutz Gottes, Sinn des Lebens (man weiß, wohin man gehört). Aber: Glaube gehört dazu! Kindertaufe? Nicht magisch mißverstehen: Man kann Geschenk der Taufe wieder verlieren. Es hängt nicht nur an der äußeren Handlung (Gott kann auch ungetauftes Kind annehmen). Aber sie ist Hilfe zum Glauben: Macht Verheißung deutlich.

 

Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden (Lk 1,30)

Vielleicht Bedenken, Kind in Welt zu setzen: Wohnung, Lebensstandard, Liebe und Zuwendung. Gefahren: vom Straßenverkehr bis zu Gewalttätigkeiten. Vor allem Gefahr für den Glauben. Eltern sollen christliche Erziehung versprechen. Glaube ist angefochten. Kinder gehen eigenen Weg, nicht immer in der Macht der Eltern. Dennoch: Fürchte dich nicht, Gnade bei Gott. Gott verspricht Hilfe vor Gefahren für Leib und Leben, aber vor allem in Glaubensdingen. Durch Taufe gehören wir ihm, niemand kann wegreißen, gibt Möglichkeit zum Glauben. Gnade bei Gott: Maria ist Werkzeug und Helfer Gottes. Auch dieses Kind hat in der Taufe Fähigkeit zur Dienerin Gottes erhalten. Schön, daß eine solche Verheißung.

 

Fürchtet euch nicht; siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren (Lk 2,10-11)

Man muß vieles fürchten in der Welt: Krankheit, andere Menschen, Krieg, Elend, persönliches Leid. Aber Gott sagt: Große Freude (Weihnachten!). Jesus bringt Freude, weil er stärker ist als alles, wovor wir uns fürchten müßten. Sie wird allem Volk widerfahren, auch diesem Kind:  I h m  ist  h e u t e  der Heiland geboren durch die Taufe: Bringt in Verbindung mit dem, der alles heil macht, äußerlich und innerlich. Aber dazu muß er in jedem wiedergeboren werden. Doch Taufe ist die beste Voraussetzung dafür: Gott hat seinen Teil erfüllt.

 

Johannes spricht: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber ein Stärkerer nach mir, der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen (Lk 3,16)

Vielleicht verstehen Kinder mehr vom Reich Gottes als wir (gläubiges Vertrauen in der Weihnachtszeit). Wassertaufe bewahrt vor Feuertaufe, ist aber gleichzeitig (freiwilliges ) Gericht. Taufe hat Folgen: Von Gott her („er gelobt sich uns an“) und von Seiten des Menschen (christliche Erziehung). Vorbereitung auf das Kommen der entscheidende Punkt. Gefragt: Bedeutet Gott dir etwas? Gott könnte wie eine Lawine kommen. Taufe aber sicherer Ort, will uns bewahren. Wir können Gott nicht entgegentreten , an sich sind wir bankrott. Aber Gott kommt von sich aus, Zusage: Er kommt zu diesem Kind!

 

Wer dies Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat (Lk 9, 48)

Kinderfeindliche Welt, alle sollen gleich Erwachsene sein. Eltern müssen das Kind nehmen, wie es ist. Auch die Umwelt muß es aufnehmen. Wer dem Kind Liebe erweist, nimmt Jesus auf. Aber das Kind soll auch Jesus aufnehmen. Taufe als Hilfe. Wechselseitiges Verhältnis. In Jesus haben wir Gott. Er hat die Kinder aufgenommen, so wie Gott sie annimmt. Zu diesem Gott soll auch dies Kind gehören. Eltern und Paten ein Vorbild, indem sie sich auch zu Gott halten.

 

Wer dies Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat (Lk 9, 48)

Eltern nehmen ihr Kind gern auf! Nehmen wir auch kranke Kinder auf, oder von anderen Leuten? Lassen wir Kinder gelten, wie sie sind? Kinder sind eigene Person. Nehmen wir andere Menschen an im Namen Gottes ? Wer es fertigbringt, anderen Gutes zu tun, tut es für Gott. Rangstreit der Jünger: Auch um die Geringen kümmern, denn Gott achtet sie hoch. Gilt auch für dieses Kind: Ihm alles Gute tun, besonders christliche Erziehung.

 

Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborene Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben (Joh 3,16)

Weihnachten gute Gelegenheit zur Taufe: Geht um die Geburt eines Kindes. Jeder freut sich. Aber Gott hat ihn wieder hergeben müssen. Auch wir? Kinder nur Leihgabe! Gottes Eigentum. Wer an Gott glaubt, wird nicht verloren sein, auch wenn er stirbt. Taufe ist Anrecht. Muß auch realisiert werden. Gott hat sein Teil getan: Liebt auch dieses Kind, ist selber so ein Menschlein geworden. Wer sich auf die Seite Gottes stellt, geht nicht verloren.

 

Der Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer denn alles; und niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen (Joh 10,29)

Alle Menschen gehören Gott, auch die Kinder. Gott ist größer als alle Mächte der Welt. Es werden Hände nach diesem Kind greifen: Macht, Geld, Weltanschauungen, Krankheit, das Böse. Aber Gott hält seine schützende Hand darüber wie eine Mutter über ihr Kind (Windzug, der eine Kerze bedroht), er verteidigt dieses Menschenkind wie Eltern ihre Kinder. Aber manchmal gehen Menschen von sich aus weg. Aufgabe der Eltern und Paten. Hauptsache: Gott schützt!

 

Ich lebe, und ihr sollt auch leben (Joh 14,19)

Kinder sind schnell krank, haben es aber auch schnell überwunden, sagt man. Kinder sterben auch. Hier aber wird gesagt: „Ich lebe!“An Ostern ist Jesus auferstanden. Traditioneller Tauftag: Taufe gibt Anrecht auf das ewige Leben. Allerdings nicht automatisch, muß von uns verwirklicht werden (Aufgabe der Eltern und Paten).. Vergleich mit Geldschein: Geld brauchen wir zum Leben. Taufe brauchen wir auch! Jünger Jesu hatten das Sakrament nicht nötig, waren ja bei ihm. Aber wir haben die Taufe als sichtbares Zeichen, damit das Leben uns gewiß ist. Wer getauft ist gehört zu denen, die bei Gott leben werden.

 

Es sei denn, daß jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen (Joh 3,5)

Mit der biologischen Geburt eines Menschen ist es nicht getan. Christliche Eltern bringen ihr Kind zur Taufe. Dabei sichtbar mit Wasser in Berührung, aber auch unsichtbar mit dem Geist Gottes (=Gott). Äußerliche Handlung ist Sinnbild für unsichtbares Geschehen, an das wir glauben. Aufgaben des Wassers: 1. „Lebensmittel“, 2. Reinigungsmittel, 3. Heilmittel. Entsprechend bei der Taufe: Verbindung mit Gott. Grundvoraussetzung (Ausnahmen sind Gott möglich), die aber erst nachher verwirklicht werden muß; wirkt nicht automatisch, erfordert unseren Glauben. Mithilfe der Eltern und Paten.

 

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun (Joh 15,5)

Trauben schmecken nur, wenn sie vorher am  Stock saßen. Ohne Weinstock nützt alle Sonne, Düngung, Pflege nicht. Taufe: Kind wird Rebe an dem Weinstock Jesus Christus. Das ist die eigentliche Kraftquelle. Ohne das nützt Essen und Pflege nichts. Als Kaiser Friedrich II. verfügte, daß die Pflegerinnen nicht mit den Kindern sprechen sollten, starben  diese. Noch wichtiger als die Mutterliebe ist die Gottesliebe. Aber die ist uns zugesagt: „Wer in mir bleibt!“ Jesus bleibt bei uns, aber wir bei ihm? Kind! Früchte der Taufe, Früchte des Glaubens. Ohne Gott keine sinnvolle Frucht (nur hohl und faul). Dieses Kind aber hat die Möglichkeit, Frucht zu bringen.

 

Ihr habt mich nicht erwählt, sondern ich habe euch erwählt (Joh 15,16)

Kinder kann man sich nicht aussuchen: Junge-Mädchen, hübsch-häßlich, klug-dumm, gesund-krank. Wir nehmen sie aus Gottes Hand, so wie er sie geschaffen hat. Wir können uns nicht Gott aussuchen (liebender Gott für uns oder strafender Gott für die anderen; Nothelfer; Wettergott). Gott hat uns ausgesucht, will unser Herr sein, so wie Jesus seine Jünger auswählte. Auch dieses Kind zu seinem Kind erwählt, soll zu seiner Gemeinde gehören. Gott wird für es sorgen, Selbstverpflichtung Gottes.

 

Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein (Röm 8,31 b)

Ein Kind wird in eine ihm lebensfeindliche Umwelt geboren, braucht die Hilfe der Erwachsenen (Eltern, Arzt). Aber auch später manche Feinde (persönlich, sachlich). Auch in Glaubensdingen Gegner. Jedoch nichts anderes verheißen: Jesus hatte Feinde. Solcher Feinde braucht man sich nicht zu schämen. Aber am Glauben sollen sie Anstoß nehmen, nicht an äußerlichen Dingen. Wo es um den Glauben geht, ist Gott auf unserer Seite. Taufe macht uns dessen gewiß, Gottes Versprechen. Unsere Aufgabe: in diesem Glauben leben und  wachsen.

 

So sind wir mit Christus begraben durch die Taufe in den Tod, damit - gleichwie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters - also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln (Röm 6,3-4)

Großer Taufstein, Kinder untergetaucht. Luther: Alter Mensch ersäufen. Nicht Böses getan. Du gehörst zu Gott. Jeden Tag neu werden. Abwaschen: äußerlich und innerlich (Reinheit). Handeln Gottes an e i n e m Menschen gegenwärtig. Alte absterben lassen (Lebensgemein­schaft- Todesgemeinschaft). Wasser ist Leben und Tod. Lebensspendende Kraft: Kann gar nicht mehr anders (vgl. Predigt 6.Sonntag, Reihe II).

 

 

Ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben…..mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn (Röm 8,38-39 i.A.)

Taufe bringt uns mit Gott in Berührung: Kind Gottes! Schon kleines Kind darf die Liebe Gottes spüren. Nötig für das ganze Leben. Aber es kommt viel Böses dazwischen (im Bibeltext lange Aufzählung). Doch das kann nicht von Gott trennen. Nicht einmal der Tod, der ist nur Rückkehr zu Gott. Bogen von Taufe bis Tod unter der Liebe Gottes. Jesus ging den gleichen Weg zu Gott. Taufe gibt Gewißheit, daß zu Gott gehörig. Luther schrieb in schwierigen Zeiten an die Wand: „Ich bin getauft!“

 

Der Gott aber des Friedens sei mit euch allen (Röm 15,33)

Wir sehnen uns nach Frieden, gerade weil es so viele Kriege gibt. Menschen versuchen, Frieden zu machen, treffen aber Kriegsvorbereitungen. Taufe: Gott hat Frieden mit uns gemacht. Grund zum Unfrieden gibt das Böse in uns. Aber Gott will dennoch mit uns zu tun haben. Taufe ist das Unterpfand dafür (Versprechen). Frieden unter den Menschen nur wenn Frieden mit Gott. Gott hat sein Teil getan. Aber den Menschen fehlt oft der Glaube. Taufe verspricht Glauben. Aber jeder muß ihn bei sich vervollkommnen. Die eigentliche Aufgabe der Taufe kommt erst noch.

 

Gott ist treu, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn (1. Kor 1,9)

Mit der Treue der Menschen ist es nicht so weit her, erleben Enttäuschung im Leben. Jeder macht Erfahrung. Gott aber ist treu. Beruft uns in der Taufe in seine Gemeinde und hält auf jeden Fall daran fest. Gefahr: unser Ungehorsam, Gottesleugner, Gleichgültigkeit. Nichts und niemand kann Taufe rückgängig machen. Werden auf die gleiche Stufe gestellt wie Jesus, nämlich Kinder Gottes. Dieser Stellung würdig erweisen. Berufung lehnt man nicht ab. Taufe ist eine Ehre, die Gott uns antut. Dankbar. Gottes Treue mit unserer Treue beantworten.

 

Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unseren Herr Jesus Christus (1. Kor 15,57)

Leben ein Kampf, von Anfang bis Ende. Beklemmung, wenn man am Anfang steht: Krankheit, Weltanschauung, mißgünstige Menschen, Beruf, Alter, selbst innerhalb der Familie. Eine Spannung wie vor einem Fußballspiel. Aber hier: Kampf schon entschieden. Müssen nicht allein kämpfen, Christus bei uns. Dessen soll uns die Taufe gewiß machen. Aber Kampf nicht erlassen, wir müssen ihn durchstehen. Können Sieg nicht selber erringen: Christus hilft. Aber deshalb umso sicherer. Aber christliche Erziehung nötig. Dank für Taufe und den sicheren Sieg, der schon einem kleinen Kind verheißen wird.

 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen ( 1. Kor 13,13)

Man gibt dem Kind bei der Taufe Glückwünsche mit, zum Beispiel „Hauptdache gesund!“ (Stimmt das?). Hier wird dem Kind etwas anderes gewünscht von Gott: Gnade als Vergebung für Sünden, die das Kind begehen wird, unverdientes Durchstreichen der Schuld. Liebe, wie Eltern ihr Kind lieben, auch wenn es unartig oder schmutzig oder abweisend ist. Das wird uns bei der Taufe zugesagt. Aber dazu gehört die Gemeinschaft mit der Kirche (= Aufnahme in die Gemeinde), sonst wie glühende Kohle im Schnee, die bald verlöscht. Unser aller Aufgabe.

 

Wie viele von euch auf Christus getauft sind, die haben Christus angezogen (Gal 3,27)

Zur Taufe hat man ein Taufkleid. Können alle sehen. Unsichtbar: Christus übergezogen. Neue Haut wie bei einer Schlange. Nötig zum Leben! Taufe streift das Böse, das an uns kommen wird, wieder ab und macht uns neu, das ganze Leben über. Nicht nur äußerlich, wirkt nach innen. Taufe nicht Formsache, sondern haftet immer an. Allerdings muß man in dieses Gewand erst noch hineinwachsen (wie in andere Geschenke). Aufgabe der Eltern und Paten. Aber dieser Christus dann auch wie eine richtige Haut, die untrennbar zum Körper gehört, ohne die man stirbt.

 

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen (Eph 2,19).

Schlimm, wenn man Fremdling ist (Flüchtlinge). Besser schon, wenn man als Gast eingeladen wird. Gott aber sagt: 1. Mitbürger der Heiligen (= Glied der Gemeinde, Nachbar und Bekannter), 2.Gottes Hausgenossen (einer, der wie ein guter Freund oder Verwandter im Haus aufgenommen wird und sich dort zu Hause fühlt. Taufe = in Gottes Haus wohnen : 1. Kann zum Gotteshaus gehen. 2. Gehört zur Gemeinde. Mithilfe der Eltern und Paten, damit das Kind heimisch wird, ihm selbstverständlich wird.

 

Der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird euch auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi (Phil 1,6)

Gott hat das Werk angefangen: Geburt! Welch ein Wunder ist so ein Kind. Gott fängt aber noch mehr an: Taufe. Er ist der Vater und übernimmt auch die Verantwortung bis ans Ende unseres Lebens, bis die Welt ein Ende hat. Der Anfang ist manchmal (meist) entscheidend. Hier die richtigen Weichen stellen, dann ans Ziel. Hauptsache: Gott fängt an. Er stellt Ziel sicher, garantiert das Erreichen.

 

Ihr wißt, daß ihn wandeln solltet würdig des Gottes, der euch berufen hat zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit (1.Thess 2,11-12 i.A.)

Eltern möchten ihr Kind zu anständigen Menschen erziehen. Erwarten das, dürfen es auch erwarten: sorgen für das Kind, dürfen Gehorsam verlangen. Wieviel mehr Gott! Hat uns berufen. Im Reich Gottes bestimmte Erwartungen. Taufe: Versprechen Gottes, daß wir zu ihm kommen. Jetzt wir an der Reihe. Nicht nur Wohlanständigkeit, sondern Glaube, der dann Auswirkungen hat auf Lebenswandel. Kinder wollen Eltern keine Schande machen. Gottes Kinder? Jeder als Kind der Eltern und Gottes verstehen. Dazu soll die Taufe helfen.

 

Der Herr ist treu; der wird euch stärken und bewahren vor dem Argen (2. Thess 3,3)

Es gibt viel Arges: Krankheit, Elend. Eltern können ihr Kind  nicht bewahren, auch nicht vor bösen Einflüssen. Brauchen  die Hilfe Gottes, der sie beschützt vor den Gewalten, die um sie ringen: Sie sind Gottes Eigentum, deshalb kümmert er sich um sie, er ist treu (zuverlässig). Zum Teil nur stärken, zum Teil auch bewahren vor dem Argen. Taufe ist das Versprechen Gottes, daß er dieses Kind behüten wird.

 

Als aber erschien die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes, unseres Heilandes, rettete er uns, nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch das Band der Wiedergeburt und Erneuerung im heiligen Geist (Tit 3, 4-5)

Wo ist Freundlichkeit zu finden? Jesus (Zachäus), Christen. Durch Taufe gehören wir zu diesen Menschen. Alles geschenkt. Gratis: Zweite Geburt. Ohne Wasser nicht leben. Tägliche Taufgnade. Eigentliches Weihnachtsgeschenk. Gleichwertiges? Herz, das ihm vertraut; Liebe, die dem Bruder hilft. Aufgabe der Eltern. Gott hat alles getan (vgl. Predigt zu Christfest I).

 

Ihr seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk  (1. Petr 2,9)

Ist das nicht zu viel gesagt angesichts eines solchen hilflosen Kindes? Taufe ist das Versprechen, zum auserwählten Geschlecht zu gehören, äußeres Zeichen für unsichtbares Geschehen: Nicht nur Glied des Volkes, sondern weltweite Gemeinschaft. Deutlich bei Treffen mit anderen. Aber kein Hochmut, sondern Verpflichtung: Priester sein (= Mittler zwischen Gott und Volk und zwischen Gottes Volk und anderen Völkern). Heiliges Volk (= ganz zu Gott gehören, auch in Anfechtungen und Sorgen. Aufgabe der Eltern! Verheißung Gottes: Ihr seid es schon, verwirklicht es.

 

Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm (1. Joh 4,16)

Eltern haben ihr Kind lieb, auch behindertes Kind. Aber wahre Liebe erst von Seiten Gottes. Sein Vorbild spornt uns zur Liebe an. Wer bei Gott bleiben will, soll Liebe üben. Kein Gegensatz: Glaube-Mitmenschlichkeit. Taufe eine Hilfe dabei. Gott erklärt sich für uns. Zeigt seine Liebe einem schwachen Kind, Gottes Liebe bleibt unverändert, das ganze Leben. Eltern sollen Hilfe geben, daß Kind die Liebe lernt. Aber entscheidend Gottes Liebe (vorleben). Antwort jetzt auf der Seite der Menschen.

 

Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeigt, daß wir Gottes Kinder sollen heißen (1. Joh 3,1)

Eltern lieben ihr Kind, ob 1. oder 4. Kind. Aber auch Gott liebt jedes Kind, jeden Menschen. Irdische Eltern, himmlischer Vater. Nicht selbstverständlich, daß Gott sich um uns kümmert (auch Eltern, die sich nicht um ihre Kinder kümmern). Doch in seiner Liebe ist er für uns da. Eltern erziehen auch mit Strenge, zum Guten der Kinder. Wer weiß, was Gott mit diesen Kindern vorhat. Aber eins ist gewiß: Seit der Taufe Gottes Kind (nicht nur „heißen“). Gott beschützt es, so wie Eltern ihr Kind schützen.

 

Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat (1.Joh 5,4)

Hohe r Anspruch, viele Weltanschauungen. Aber dieses Selbstbewußtsein dürfen wir haben, denn nicht unsere Sache, sondern Gottes Verheißung. Was ist überwunden und besiegt? Angst vor dem Leben, vor Zukunft, vor Tod. Sucht nach Lebensstandard und Genuß, Abhängigkeit von anderen Leuten, von Geld und Erfolg. Versuchung zum Unglauben und Gleichgültigkeit. Taufe will Stärkung sein, um diesen Gefahren zu begegnen. Gibt Verheißung, daß Gott den Sieg behält gegen die Mächte der Welt. Aber Mithilfe der Eltern und Paten und  der Gemeinde im Vertrauen auf Gottes siegende Kraft.

 

Es ist ein köstlich Dinge, daß das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade (Hebr 13,9)

Herz kann verhärtet sein gegen Christus. Herz kann zu weich sein gegen fremde Einflüsse. Fest werden = standhaft und treu! Hebräerbrief: Falsche Lehre. Was ist das heute: Konsumdenken, Gleichgültigkeit, Weltanschauung. Gott will, daß unser Inneres fest bleibt gegen all das und bei ihm bleiben, bei dem Glauben, auf den getauft. Taufe ist Verbindung mit Gott. Zusage, daß Verbindung nicht abreißt. Elternamt. Aber es ist Gnade, wenn wir so sein können. An einem hilflosen Kind besonders deutlich: Gott handelt! Wir brauchen nur bei ihm zu bleiben.

 

Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, der da ist und der da war und der da kommt (Offb 1,8)

Weißes Taufkleid - weißes Sterbehemd. Jesus will am Anfang und am Ende stehen. Nicht nur Anfang - nicht nur am Ende. Ende gut, alles gut! Verheißung: Jesus will belgeiten auf dem Lebensweg. Unser Leben nur ein kleines Stück gegenüber dem, der schon immer war und sein wird. Der große Gott hat mit uns Gemeinschaft. Heute mit Taufe Anfang gemacht (so eine Art Zündung). Aber Bogen über das ganze Leben. Dieses hat damit ein Ziel (wichtig für Erziehung). Nur diesem Herrn allein folgen.

 

Weitere Taufsprüche

Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten (Ps 103,13)

Laßt uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt (1. Joh 4,19)

Gott sei uns gnädig und segne uns, er lasse uns sein Angesicht leuchten (Ps 67,2)

 

Bild für Taufe: „Mit allen Wassern gewaschen“

 

 

 

Taufgedächtnis:

1.Einführung:

Der eigenen Taufe zu gedenken, ist in ökumenischer Sicht mindestens ebenso wichtig und verbreitet wie das Gedenken an den eigenen Geburtstag. In den evangelischen Kirchen des deutschen Sprachraums ist dies aber nicht mehr selbstverständlich. Kein Wunder, daß die Bedeutsamkeit der Taufe bei Kindern und Erwachsenen weithin dem Bewußtsein entschwunden ist. Eine Wiederbelebung sakramentaler Frömmigkeit in unseren evangelischen Kirchen ist aber nur möglich, wenn bereits die Gabe der Taufe gebührend zur Kenntnis und ernst genommen wird. Zwar werden die Taufen jetzt schon weithin im Rahmen der Gemeindegottesdienste - also im Angesicht der versammelten Gemeinde - geführt, aber dies sind im allgemeinen seltene Anlässe.

Von Kindheit an sollte darum das jährliche „Taufgedächtnis“ in Familien und Gemeinden begangen werden. Eine Hilfe und Erinnerungsstütze bieten bereits jene Kirchengemeinden, die auf Grund der Eintragungen im Kirchenbuch und in der Gemeindekartei monatlich einmal - etwa regelmäßig am letzten Sonntag im Monat - alle getauften Kinder (einschließlich Kleinstkinder) bis hinauf zum Konfirmationsalter und ihre Eltern sowie ortsansässigen Paten zum Taufgedächtnis in den Gottesdienst der Gemeinde einladen. Eine solche Einladung zum Gottesdienst enthält, nach einem kurzen Hinweis auf die Bedeutung der Taufe, die Bitte, die bei der Taufe des Kindes empfangene Symbolkerze mitzubringen - andernfalls würde das Kind eine neue Kerze empfangen, welche an der großen Osterkerze entzündet wird, die auf einem Osterleuchter - links vom Altar bzw. Taufstein - steht.

Besonders eindrucksvoll dürfte den Kindern das „Taufgedächtnis“ sein, wenn in diesem Gottesdienst danach auch eine Taufe vollzogen wird, bei der das getaufte Kind seine erste Kerze erhält, und die „Taufgedächtnis-Kinder“ richtig zuschauen können, wie es bei ihrer Taufe einst war. Selbstverständlich sind auch alle Familiengottesdienste besonders geeignet, Taufgedächtnis zu halten. Man sollte aber auch nicht davor zurückschrecken, das Taufgedächtnis in einem vollen Abendmahlsgottesdienst zu begehen.

Die Handlung des Taufgedächtnisses sollte sich sinnvoller Weise an das Glaubensbekenntnis anschließen, aber sie kann auch dem allgemeinen Fürbittengottesdienst vorangehen. Wird eine Taufe im Gottesdienst vollzogen, so geht das Taufgedächtnis der Taufhandlung Gründen voran.

 

2. Die Handlung

-Der Pfarrer wendet sich der Gemeinde zu mit den Worten: „Liebe Gemeinde. Seht, welch eine Liebe hat uns Gott, der Vater erwiesen, daß wir Gottes Kinder heißen sollen und es auch sind. Darum halten wir heute Taufgedächtnis der Kinder unserer Gemeinde, die in diesem Monat einst die Heilige Taufe empfangen haben und wollen aus diesem Anlaß auch der wunderbaren Gabe unserer Taufe gedenken. Eingeladen waren darum folgende Kinder und werden gebeten, von den Altar zu treten:

N. N.“ (Es folgen die Namen der Eingeladenen, auch wenn nicht alle erschienen sind)

Nachdem ein Gemeindeältester die mitgebrachten oder die neuen Symbolkerzen der Kinder an der Christuskerze entzündet hat, überreicht der Pfarrer jedem einzelnen Kind - wenn das Kind noch zu klein ist, dem, der es trägt - die ihm zugedachte Kerze und spricht außer dem Namen des Kindes: „N. N. Jesus Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Danach sagt er allen Kindern die Worte: „Freut euch, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind (Lukas 10,20)“.

Es folgt ein der Kirchenjahreszeit angepaßtes Gebet etwa folgenden Inhalts (z. B. für die Epiphaniaszeit): „Herr unser Gott, Du hast durch Geburt und Leiden, Tod und Auferstehung deines Sohnes Jesus Christus ein helles Licht auf Erden angezündet, das Licht der Wahrheit und der Liebe, und Du willst, daß es weiterbrenne in denen, die auf Seinen Namen getauft sind. Wir bitten Dich, erleuchte die Herzen dieser Kinder, die heute des Tages ihrer Taufe gedenken. Gib ihnen allezeit das Licht Deines Wortes auf ihren Lebensweg und laß es wiederstrahlen in ihrem Bekenntnis zu Dir und in ihrem Leben unter den Menschen; auf daß Dein Licht sich ausbreite unter allen Menschen - auch unter denen, die Dich nicht kennen und die im Dunkel leben - damit sie mit uns hoffen lernen auf Deinen kommenden Tag; durch Jesus Christus, unsern Herrn, Amen“.

Der Pfarrer wendet sich wieder den Kindern zu und sagt ihnen einen Segenswunsch etwa mit folgenden Worten: „Der Gott des Friedens heilige euch durch und durch, daß euer Geist, ganz samt Seele und Leib möge bewahrt werden unsträflich bis auf den Tag der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. Getreu ist er, der euch ruft. Er wird's auch tun. Gehet hin in Frieden, Gottes Engel geleite euch!“ (Eine gleichzeitige Handauflegung ist wegen der brennenden Kerzen leider nicht möglich). Die Handlung schließt mit einem Tauflied. Die Kinder löschen ihre Kerzen und begeben sich auf ihre Plätze.

„Symbolkerzen“ kann man selber anfertigen. Falls der Handel keine mittelgroßen Kerzen liefert, kann man Haushaltskerzen mit rotem oder violettem „Zierwachs“ belegen.  Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn die Kinder auch noch ein Gedenkblatt oder eine geeignete Spruchkarte erhalten, aber die Kerze sollte nicht fehlen.