Start » Maintal » Hochstadt Kriegsopfer
 
Hochstadt Kriegsopfer

 

Gefallene Kriegsteilnehmer aus Hochstadt

 

KRIEG 1870/71:

Kriegsteilnehmer (in der Reihenfolge auf dem Kriegerdenkmal, nicht alle lassen sich identifizieren, zwei Namen kommen doppelt vor):

-  Caspar Hensel stirbt am 8. September 1870 im Lazarett St. Leon in Naury in Frankreich an Typhus mit hinzugetretener Lungenentzündung. Die Familie erhält ein Schreiben des Oberbergrats Pfadicke aus Breslau als Subdelegiertem für St. Leon vom 9. September 1870. Der amtliche Todesschein vom 16.11.1870 wird ausgestellt vom Depot de Mendicité zu Naury. Nachkommen sind die Familie Hensel (Trinkbrunnenstraße 1) und Hensel / Löffert (Hanauer Straße 8).

-  M. Fischer (Michael Fischer?).

-  J. Fischer (evtl. Johannes Fischer, Hanauer Straße 14).

-  Johannes Philipp Bechert (Bischofsheimer Straße 5 ?) wurde verwundet am 6. August 1870 in der Schlacht bei Wörth.

-  Peter Koch (Am Kirchberg 3), Nachkommen sind unter anderen die Familien Hensel (Ringstraße 2) und Koch (Weiherstraße 16).

-  Daniel Koch: Als er beerdigt wird, spielt zum ersten Mal eine Militärmusik bei einer Veteranenbeerdigung. Nachkommen sind die Familien Sauermilch (Hauptstraße 1) und Koch (Klosterhofstraße 1).

-  Ph. Stein (nicht zu identifizieren).

-  P. Stumpf (Peter Stumpf, Ringstraße Nord 1).

-  W. Schäfer (evtl. Wilhelm Schäfer, Hauptstraße 44).

-  Johannes Huhn (Hauptstraße 40), verwundet bei Sedan am 1. September 1870.

-  Ph. Burger (evtl. Philipp Burger, Bischofsheimer Straße 13).

-  Wilhelm Lind (Hauptstraße 24), verwundet am 1. September 1870, wird am 14. Januar 1891 beerdigt „mit militärischen Ehren als Invalide aus dem Krieg von 1870“

-  C. Fischer (vielleicht Caspar Fischer, Lutherstraße 1).

-  Philipp Schlegel (Am Kirchberg 4): Füselier im Pommerschen Füselier-Regiment Nr. 34, in der 1. Kompanie. Er stirbt am 15. April 1926 als letzter Veteran des Krieges 1870/71.

-  Johann Carl Weber (Hanauer Straße 7) wird am 31. März 1891 „mit militärischen Ehren“ beigesetzt.

-  W. Huhn F (er läßt sich nicht identifizieren, in der ganzen Kriegszeit ist kein Todesfall „Huhn“ eingetragen). Johannes Fischer, Bahnhofstraße 160.

-  Ph. Lind (wohl Philipp Lind, Am Pfarrhof 1).

-  Philipp Stein (Bogenstraße 7) nimmt als Brigadist am Feldzug teil. Nachkommen sind unter anderen die Familien Strohl (Weinbergstraße 2), Schmidt (Bogenstraße 12), Heck (Am Pfarrhof 5), Eibelshäuser (Klosterhofstraße 21), Fischer (Bahnhofstraße 160) und Krapf (Ringstraße 3).

Nicht am Krieg nahmen teil die Soldaten: J. Schäfer, H. Habermann, W. Weber  F , C. Kraft, A. Krebs, J. Bauer, B. Goldschmidt, J. Stiebel, A. Schales F (unverheirateter Sohn aus Hauptstraße 22, der am 29. Juni 1871 im Garnisonslazarett in Mainz an Lungenentzündung stirbt; die Leiche wird von den Eltern hierher nach Hochstadt gebracht), W. Strohl, J. Bechert. Reservist ist Jacob Bauer.

Karl Hermann Bühling, Füselier in der 8. Kompanie des Hessischen Füselierregiments Nr. 80, geboren am 31. Januar 1851 in Mühlberg Kreis Liebenwerda, stirbt am 4. September 1872 während der Herbstmanöver an einem Hitzschlag.

Offenbar war das „Veteran-Sein“ wichtig für die Kennzeichnung eines Menschen: Daß aus einem Kind später ein Veteran des Krieges von 1870/71 wurde, wird im Zusammenhang mit der Nachtragung des Todesdatums auch bei der Taufe vermerkt. Bei der Beerdigung des Kaspar Lenz im Jahre 1905 geht der Kriegerverein mit Fahne mit, obwohl er kein Veteran des Krieges ist.

 

 

ERSTER WELTKRIEG:

Am 3. August 1914 wird die Schule bis auf weiteres geschlossen. Am 4. August 1914 wird der Abschiedsgottesdienst für die ausziehenden Krieger mit einem anschließendem Abendmahl gehalten. Vom Konsistorium werden zwei Betstunden angeordnet. Sie werden anstelle der Christenlehre am Mittwochabend gehalten. Die in der Kirche gespendeten Gaben für die zur Fahne berufenen Krieger werden am 16. und 17. August 1914 verteilt. Der Missionar Gsell erhält nach der gehaltenen Kriegspredigt von Freunden der Mission 161,36 Mark für die in eine Notlage geratene Baseler Mission.

Auch das Diakonissenhaus in Hanau wird durch Naturalien unterstützt. Und aus der Kirchenkasse sollen 100 Mark bereitgestellt werden für Garn, damit die Mädchen Strümpfe für die Krieger stricken können, und für Material, damit die jungen Frau Hemden nähen können, und für Gebetbücher und Schriften, die den Soldaten zugestellt werden sollen.

Die in der Kirche gesammelten Gaben sollen am 30. August 1914 an die Familien verteilt werden, die trotz aller Unterstützung des Staates sich immer noch in Not befinden. Sie sollen sich beim Pfarrer melden. Der Hauptlehrer Möbus hat über 1.020 Mark gesammelt, Lehrer Geb über 371 Mark.

Der Pfarrer legt am 6. September 1914 die Probe eines Gutscheins vor, der eine Reihe von Lebensmitteln enthält. Die Mäntel der Anleihen der Kirchen- und Pfarreikasse werden im Kassenschrank des Bürgermeisters untergebracht.

Im Mai 1915 soll die Christenlehre nicht mehr mit der Kriegsbetstunde zusammengelegt werden, sondern am Vormittag nach dem Gottesdienst nach Entlassung der Gemeinde gehalten werden. Dann müssen die konfirmierten Jugendlichen („Katechumenen“) auch nicht mehr im ungeordneten Haufen um den Altar herum stehen, sondern können auf den vorderen Bänken Platz nehmen.

Im April 1916 soll die Kriegsbetstunde am Mittwoch um 7 Uhr gehalten werden. Für die Konfirmation kommt im Jahre 1916 als letzter Termin der 2. April in Frage, weil bei der Feldarbeit die Hilfe der Konfirmanden unentbehrlich ist und zwölf Väter und vier Brüder im Krieg sind. Deshalb wird ein Antrag an das Konsistorium gestellt, das offenbar einen späteren Termin wollte.

Das Konsistorium regt im November 1916 die Erbauung von Gemeindehäusern an. Das Presbyterium hält es jedoch gegenwärtig für unmöglich, ein Gemeindehaus mit Kindergarten und Diakonissenstation zu bauen.

Der Pfarrer berichtet am 2. Juni 1918 über die Unions-Jubiläumsfeier am 28. Mai in Hanau (Hanauer Union von 1818), an der leider die Kirchenältesten wegen der arbeitsreichen Zeit nicht teilnehmen konnten.

Zur Lage der evangelischen Kirche hat der Gesamt-Synodalausschuß ein Schreiben verfaßt, das am 29. Dezember 1919 von allen Anwesenden unterschrieben wird. Auch alle Gemeindeglieder über 20 Jahre sollen zur Unterschrift veranlaßt werden. Man will die Unterschriften an das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung übersenden.

Am 9. März 1919 liest der Pfarrer eine Kundgebung des Gesamtsynodalausschusses vor. Eine Protestschrift gegen die Besetzung („Annexion“) des linken Rheinufers wird nach dem Gottesdienst von vielen Gemeindegliedern unterzeichnet (Frankreich hatte die westlichen Provinzen besetzt, um ein Unterpfand für verhängte Wiedergutmachungsleistungen zu haben). Die traurigen Zustände in der Gemeinde und im Vaterland werden behandelt. Der Vorsitzende des Kirchenvorstandes schickt im Mai 1919 ein Telegramm an das Auswärtige Amt, in dem die Rückkehr der Missionen in die Kolonien gefordert wird.

 

Die Gefallenen in der Reihenfolge ihres Todes, unter Verwendung der Angaben auf der „Ehrentafel“ und eines „Gedenkblattes“, das als Fotografie noch erhalten ist, zum Beispiel bei der Bildstelle:

-  Der erste Gefallene des Ersten Weltkriegs ist der Versicherungsangestellte Wilhelm Rocholl, geboren am 2. Oktober 1890, aus der Villa am Weg zum Bahnhof: Er ist ein Leutnant im Infanterie-Regiment 99 und stirbt am 21. August 1914 bei Bieberskirch in Lothringen, in einem Gefecht um 7 Uhr bei Weyerwald. Er wird in der Nähe von Bieberskirch beerdigt, der Tag ist nicht bekannt. 24 Jahre alt.

-  Jacob Peter Stein, geboren am 18. Mai 1883, Landwirt: Musketier im Infanterie-Regiment Nr. 88, Kompanie 8, verwundet in der Schlacht von Neuf-Chateau in Belgien. Dort stirbt er im Lazarett am 23. August 1914. Begraben ist er auf dem Friedhof zu Neuf-Chateau. 31 Jahre alt.

-  Johannes Jungmann: Unteroffizier, Infanterie-Regiment Nr. 80, 12. Kompanie, gefallen am 10. September 1914 in der Marneschlacht. 23 Jahre (nur auf der Tafel, nicht im Totenbuch, in den Kirchenbüchern ist er überhaupt nicht mit aufgeführt).

-  Wilhelm Weckmann, geboren am 24. Mai 1892, Landwirt und Wagner: Füsilier in der 10. Kompanie des Füselier-Regiments 80, gefallen am 29. September 1914 bei Champien durch Brustschuß. Begraben rechts von der Straße Solente-Champien an einem Garten. Dieser befindet sich etwa 100 Meter von dem Orte Champien entfernt. In einem Massengrab mit Kameraden der 11. Kompanie des Füselier Regiments 80.

-  Heinrich Koch, Landwirt: im 1. Infanterie-Regiment Nr. 88. 9. Kompanie. Bei der Geburt des zweiten Kindes 1915 „vermißter, jedenfalls gefallener Krieger in Frankreich“. Durch Urteil des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau vom 7. März 1918. Als Zeitpunkt des Todes ist der 30. September 1914 festgestellt. Im Gedenkblatt, das der Pfarrer in der Wohnung am 20. August 1918 abgibt, ist ebenfalls als Todestag der 30. September 1914 angegeben. 32 Jahre alt.

-  Philipp August Schales, geboren am 31. August 1892, Arbeiter: Füsilier im Füsilier Regiment Nr. 80, 9. Kompanie, gefallen am 4. Oktober 1914 bei Villers le Roye und dort auch begraben. 22 Jahre alt.

-  Georg Eibelshäuser, geboren am 18. März 1891, Eisendreher: Jäger im Jäger-Bataillon Nr. 11 (laut Gedenkblatt Jägerbataillon 13), 3. Kompanie. Am 20. September wird er verwundet in einem Gefecht bei Nouvron Chevillecourt und stirbt am 11. Oktober 1914 im Militärhospital in Caen. 23 Jahre alt.

-  Hermann Bürtel, ein Arbeiter: geboren am 18. Dezember 1890, Infanterist, Ersatzmann im Ersatz-InfanterieRegiment Nr. 168, I. Bataillon, 4. Kompanie. Verwundet bei Lille am 1. November 1914 durch Granatschuß mit Rückenmarks- und Lungenverletzung, Lähmung des unteren Körpers. Gestorben im Reservelazarett Dreifaltigkeitskrankenhaus in Köln-Brauns­feld am 19. November 1914. Begraben am 23. November in Köln. 24 Jahre alt.

-  Friedrich Karl Reich, geboren am 22. November 1890, Pfarramtskandidat: Kriegsfreiwilliger. Gefreiter in der 9. Armee, 6. Armeekorps. Landwehr-Ersatz-Brigade 1, Regiment 4, Bataillon 4, Kompanie 2. Er erhält am 3. oder 4. Dezember 1914 eine schwere Verwundung (Leibschuß), die in einem Nachgefecht am 2./3. Dezember früh 3 Uhr geschieht, bei Mogilno bei Lask in Russisch-Polen. Ort und Stunde des Todes sind unbekannt, ebenso Tag und Ort der Beerdigung. Diese Angaben macht der vierte Sohn des Pfarrers Reich, Fritz Reich, der mit seinem Bruder Karl in der gleichen Kompanie dient. 24 Jahre alt.

-  Heinrich Wandmacher, geboren am 9. Dezember 1894, Diakon: Kriegsfreiwilliger im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 208 Braunschweig. Am Yserkanal schwer verwundet und seinen Wunden erlegen zwischen 5. und 23. Dezember 1914. 21 Jahre alt.

-  Kaspar Schäfer, geboren am 15. August 1892, Knecht bei Philipp Stein, später Bahnarbeiter: Seit Herbst 1913 ist er beim 5. Garde-Regiment zu Fuß in Spandau. Er kommt an 12. August 1914 nach Namur und am 30. September 1914 nach Rußland. Er wird Unteroffizier. Seit dem 12. November 1914 ist er im Hauptgarnisonslazarett in Kolberg (nicht Koblenz), dort stirbt er am 2. Januar 1915 und wird in Kolberg beerdigt (nach Angaben seines in Hochstadt wohnenden Bruders).

-  Wilhelm Emmel, geboren am 14. Mai 1886, Landwirt: Wehrmann in der 10. Kompanie (mit Bleistift: 9. Kompanie) des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 88, 21. Reserve-Division. Am 3. Februar 1915 bei der Erstürmung der Höhe 191 bei Massiges in Frankreich gefallen durch Leibschuß. Nach Angaben seines Kameraden Müller aus Hochstadt wird er am 7. Februar bestattet. unweit der Stelle seines Todes bei anderen Gefallenen. 29 Jahre alt.

-  Johannes Höhn, geboren am 10. November 1893, Knecht: Musketier der 10. Kompanie Ersatz-Regiment 223, 48. Reserve-Division, 24. Armeekorps. Gefallen am 7. Februar 1915 im Gefecht bei Wolosianka (Karpathen) durch Kopfschuß. 22 Jahre alt.

-  Philipp Rohn, geboren am 20. Januar 1886, Wagner: Reservist im Reserve-Regiment Nr. 88 (Gedenkblatt: Regiment 89), 4. Kompanie. Am 26. Februar 1915 um 0.30 Uhr auf Wache durch Granatsplitter am Kopf verwundet (Gedenktafel: Todestag 25.02.). Er ist sofort tot. Von einer Verwundung im Dezember 1914 war er gerade geheilt. Beerdigt wird er am 26.02., abends 8.15 Uhr, in Bois de Ville-sur-Tourbe im Garten eines Gehöftes im Beisein von zwei Hochstädter Kameraden (Philipp Mankel und Wilhelm Seipel), wobei der Kompanieführer eine Ansprache hält und das Vaterunser betet. (Gedenktafel im Kirchturm: Todestag 25.02.).

29 Jahre alt

-  Wilhelm Friedrich Stein, geboren am 21. Februar 1894, Bahnarbeiter: Gardefüselier im Lehr-Infanterie-Regiment, 12. Kompanie, Südarmee. Gefallen am 19. März 1915 in Galizien, am Zwinin II. 21 Jahre alt.

-  Georg Lotz, geboren am 1. April 1894: Gefallen am 15. März 1915 (nur auf der Gedenktafel).

-  Johannes Karl Koch, geboren am 8. September 1893, Sattler: Diente bei der 4. Kompanie des 3. Garde-Ersatz-Bataillons, Zweites Garde-Ersatz-Regiment, Armeeattaché Stranz, Garde-Ersatz-Division. Gefallen am 19. April 1915 beim Unterstandbauen durch Lungenschuß. Er stirbt eine Stunde nach der Verletzung bei Essey und wird begraben auf dem Friedhof in Essey bei Thiancourt, Meuse et Moselle, Frankreich. 22 Jahre alt.

-  Peter Ludwig Stumpf, geboren am 5. Juni 1890, Spengler: Ersatz-Reservist im Infanterie-Regiment Nr. 168, 2. Kompanie, 25. Reserve-Division. Musketier. Laut der Anzeige des Ersatz-Bataillons des 5. Großherzoglich Hessischen Infanterie-Regiments Nr. 168 vom 12. Juni 1915 ist er gefallen um 4 Uhr nachmittags. Laut Kirchenbuch ist er gefallen am 5. Mai 1915, vormittags 10.30 Uhr in den Karpaten auf Höhe 640 bei Erstürmung des Dilec im Wirrawatal durch Gewehrschuß durch den Kopf. Begraben bei Virawa unter einer hohen Buche mit noch anderen Kameraden auf der Höhe 640 Dielec, Galizien (Gedenkblatt: bei Viraco?). 25 Jahre alt.

-  Jakob Emmel, geboren am 21. Dezember 1888, Landwirt: Ersatz-Reservist im Infanterie-Regiment Nr. 172, II. Kompanie, XV. Armeekorps, 39. Division (Oberelsässisches Regiment 172). Gefallen am 9. Mai 1915, mittags zwischen 11 und 12 Uhr, beim Sturm auf einen Graben der Engländer bei Ypern. Er ist auch sofort tot durch Kopfschuß mit einem Infanterie-Geschoß. Begraben wird er unweit der Stelle, wo er fiel, in einem kleinen Gehölz vor der Parkmauer des Chateau südlich der Straße Ypern-Ghelmer. 27 Jahre alt.

-  Philipp Heinrich Koch, geboren am 5. Dezember 1898, Lehrer: Musketier Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 222, vermißt im Ersten Weltkrieg, gefallen am 11. Juni 1915 in den Karpathen. 23 Jahre. Laut Gedenktafel im Kirchturm gefallen im Mai 1915. Im Totenbuch ist er nicht aufgeführt.

-  Karl Reuß, geboren am 11. Oktober 1894, Sattler: Musketier im Reserve-Infanterie-Regi­ment Nr. 83, V. Kompanie, 25. Reserve-Division, 50. Reserve-Infanterie-Brigade. Aus Hochstadt ist er ausgezogen am 30. März 1915. Gefallen ist er in Galizien am 23. Juni 1915 (Bleistiftvermerk im Kirchenbuch: 22.06.1915 im Gefecht bei Wiesenberg, Gedenkblatt: Am 22.6.1915 bei Wiesenberg, Galizien). Beerdigt in einem Massengrab, dessen Bild das Ersatz-Bataillon Reserve-Infanterie-Regiment 83 an die Eltern sendet. Das Grab ist von der Fliegerabteilung 63 hergerichtet und mit einer Eisentafel mit eingemeißelten Namen der Gefallenen versehen, mit einem doppelten Fichtenzweig aus Schmiedeeisen unten. 21 Jahre alt.

-  Peter Daubert, geboren am 7. Dezember 1879, Weißbinder: Seit 16. August 1903 Wehrmann im Reserve-Regiment Nr. 80, III. Bataillon, 9. Kompanie, 21. ReserveDivision. Am 9. September 1915 zwischen Cernay-en-Dermois und Massiges durch eine Granate erschlagen, zusammen mit Heinrich Kaufeld, Kopf- und Halsschuß. Beerdigt auf dem Soldatenfriedhof am nördlichen Hang des Kanonenbergs, Höhe 199. 36 Jahre alt.

-  Andreas Heinrich Kaufeld, geboren am 19. September 1879, Maurer: Wehrmann im Reserve-Regiment Nr. 80 (Gedenkblatt: 88), 9. Kompanie. Am 9. September 1915 zwischen Cernay-en-Dermois und Massiges mit noch einem Kameraden (Peter Daubert) durch eine Granate erschlagen. Vormittags 8 Uhr. Rückenschuß. Beerdigt auf dem Soldatenfriedhof des Kanonenbergs, Höhe 199. 36 Jahre alt.

-  Karl Heinrich Huhn, geboren am 12. Oktober 1883, Maurer, Dorfelder Straße 20: Ersatz-Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 80, 11. Kompanie, vermißt seit 27. September 1915 in den Argonnen (laut Gedenktafel im Kirchturm gestorben am 25.09.15).

 

-  Max Wenzel: Landwehrmann im Infanterie-Regiment 116, V. Kompanie. Gefallen am 25. September 1915, vormittags zwischen 10 und 12 Uhr in der Gefechtsstellung zwischen Aisne und Argonnai (Dieusonstall ?) im Gefecht. Die Art des Todes ist der Kompanie nicht bekannt. Nicht auf der Gedenktafel im Kirchturm (Er war Dissident, irgendwann einmal ist er weggezogen).

-  Philipp Burger, geboren am 9. April 1878, Maurer: Landsturm-Regiment Nr. 25, 2. Kompanie. (Gedenkblatt: Landsturmmann Reserve-Infanterie-Regiment 25). Am 24. oder 23. Februar 1916, nachmittags 6.30 Uhr, an Nierenkrampf gestorben in der Revierstube des Regiments an der Aisne bei Autreches. Beerdigt im Dorf Autreches hinter der deutschen Stellung. 37 Jahre alt.

-  Wilhelm Ebert, geboren am 20. Februar 1893, Bijoutier: Infanterist im Infanterie-Regiment Nr. 81, 12. Kompanie, 21. Infanterie-Division, 18. Armeekorps (Gedenkblatt: Telefonist 12. Kompanie). Gefallen am 3. März 1916 nachmittags 10 Uhr, nördlich von Verdun durch Granatsplitter in den Kopf, nach Unteroffizier Bornemann nachmittags 6.15 Uhr unweit des Fort Douaumont. Beerdigt an der Chambrettes Ferme „in einem von uns angelegten Friedhof“ bei Couvemont. Ein Gedächtnisstein wird am 9. April 1916 errichtet. 23 Jahre alt.

-  Valentin Ziegler, geboren am 24. Januar 1885, Schlosser, Hanauer Straße 7: Ersatz-Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 87, 4. Kompanie. Todestag laut Gedenktafel: 18. April 1916. Aber nicht im Kirchenbuch erfaßt. Nach anderer Angabe (Gedenkblatt?) gefallen am 25. September 1915 bei Massiges, Höhe 191, 33 Jahre alt (das Alter stimmt nicht zum Geburtstag).

-  Johann Ziegler, geboren am 8. April 1894 in Altengronau, Schuhmacher: Pionierkompanie 241, gefallen am 21. Oktober 1915 bei Villers-sous-Preny. Nicht im Kirchenbuch und nicht verwandt mit Valentin Ziegler.

-  Wilhelm Georg Strohl, geboren am 7. September 1884, Landwirt: Gefreiter im Infanterie-Regiment Nr. 149, 7. Kompanie, 4. Infanterie-Division. Westgrenze. Am 4. Mai 1916 gefallen bei Verdun, Höhe 304, durch Granatschuß. 31 Jahre alt.

-  Konrad Dornemann, geboren am 17. Dezember 1888, Schlosser: Torpedo-Oberheizer der Reserve, 4. Kompanie, II. Torpedo-Division bzw. 18. Halbflotille. In den Dienst eingetreten am 4. August 1914. Gefallen in der Seeschlacht im Skagerag. am 31. Mai 1916 nachmittags 9.35 Uhr in der Nordsee 56/44 Grad nördlicher Breite, 5/20 Grad Länge. Nach Ermessen der Halbflotille muß der Tod als einwandfrei erwiesen angesehen werden. Das Reichsmarineamt teilt unter dem 31.10.1916 mit: „Leiche bisher nicht geborgen. Eintrag als ‚tot’ auf Grund militärischer Feststellungen“. 28 Jahre alt.

-  Georg Gebelhardt, geboren am 25. Februar 1880: Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 88, gefallen am 2. Juli 1916 an der Somme. 36 Jahre alt (nur auf Gedenktafel im Kirchturm, nicht im Totenbuch).

-  Jakob Philipp Bauer, geboren am 8. Juni 1888, Maurer: Ersatzreservist bei der 8. Kompanie des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 88. Am 1. August 1916, vormittags 11 Uhr, nordöstlich des Fort Souville bei Verdun durch einen Granatschuß gefallen. 28 Jahre alt.

-  Wilhelm Konrad Seipel, geboren am 26. April 1888, Weißbinder: Gefreiter der Reserve bei der 4. Kompanie des Reserve-Regiments Nr. 88. Gefallen bei den Kämpfen um Verdun am 1. August 1916. 28 Jahre.

-  Johannes August Kohlhepp, geboren am 1. August 1891, Knecht: Seit 5. April 1915 Fahrer in der 1. Batterie, Bataillon 76, Fußartillerie im Regiment 9. In der Nacht vom 9. zum 10. April wird er in Roizy bei Arras beim Einsturz eines Hauses zusammen mit zwei Kameraden verschüttet und kann nicht mehr lebend aus den Trümmern herausgeholt werden. Begraben ist er auf dem Militärfriedhof Boult, Grab 159. 26 Jahre alt.

-  Heinrich Bauer, geboren am 28. Januar 1893: Gefallen am 12. Februar 1916 (nur auf der Gedenktafel im Kirchturm).

-  Kaspar Philipp Burger: Soldat im Infanterie-Regiment Nr. 57, 3. Kompanie. Gestorben am 12. Februar 1917 im evangelischen Krankenhaus in Dinslaken an Lungenentzündung (ein fieberhafter Luftröhrenkatarrh und Lungentuberkulose). Er wird in Hochstadt beerdigt am 18. Februar 1917.

-  Andreas Karl Schmidt, geboren am 15. Februar 1889, Landwirt: Seit 18. Mai 1913 ist er bei der 3. Kompanie des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 88 Hornist-Gefreiter. Gestorben ist er am 18. April 1917 (Gedenkblatt: 14. August 1914) bei einem Sturmangriff südöstlich des Ortes Juvincort nördlich von Reims durch Kopfschuß. Bleistiftvermerk: Grabstätte in der Stellung südwestlich des Dorfes Juvincort (Gedenkblatt: Fouvincourt). 28 Jahre alt.

-  Wilhelm Heckert, geboren am 11. Juli 1881, Weißbinder: Soldat im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 88. Ersatz-Bataillon Infanterie-Regiment 116, Zweite Kompanie. Er stirbt am 26. Juli 1917 im Heilig-Geist-Krankenhaus in Frankfurt durch einen Schuß (Selbstmord). Krankheit: Magengeschwür bzw. Magenkrebs. Als Todestag ist (mit Bleistift) der 25./26. Juli 1917 angegeben.

-  Philipp Schales, geboren am 13. Oktober 1891, Landwirt: Gefreiter der Deutschen Feldpostexpedition Nr. 969. Durch eine Fliegerbombe schwer verwundet in Frankreich an der rechten Hüfte, Schenkel und Rücken am 5./6. Juli 1917. Gestorben am 4. August im bayerischen Feldlazarett Nr. 7. Beerdigt auf dem Soldatenfriedhof in Crecy-sur-Serre am 6. August durch den Feldgeistlichen Hertel. Überführung nach Hochstadt und Beisetzung hier am 1. November 1917 durch Pfarrer Wagner aus Bischofsheim, die Leichenpredigt hält Metropolitan Reich. Eingefügter Zettel: Steckschuß rechte Hüfte mit schwerem Schußbruch des Oberschenkelhalses, Steckschuß rechte Rückenseite durch Fliegerbombe am 6. Juli 1917 bei Laon. 26 Jahre alt.

-  Wilhelm Strohl, geboren am 17. August 1898, Landwirt: Grenadier im Ersatz-Infanterie-Regiment Nr. 261, Dritte Kompanie. Gefallen in Flandern am 6. August 1917. Bleistiftver­merk: Bei Langemarck durch Erstickung. Beerdigt auf dem Militärfriedhof Hooglede unweit Roulers, Graben 40, Einzelgrab beim Lazarett. 20 Jahre alt.

-  Johann Justus Hartmann, geboren am 27. Juni 1873, Fabrikarbeiter: Überzähliger Gefreiter des Landsturms, 8. Kompanie den Infanterie-Regiments Nr. 65. Gefallen am 27. Oktober 1917 in Kortemark in Flandern abends bei Vormarsch in Stellung durch Fliegerbombe. Beerdigt am 31. Oktober auf dem Soldatenfriedhof. 34 Jahre alt.

-  Hermann Merz, geboren am 31. März 1887, Schreiner: Ersatzreservist im Königs (?)-Infanterie-Regiment 145, 6. lothringisches, V. Kompanie, Inhaber der Silbernen Verdienstmedaille am Bande der Militärischen Karl- Friedrich-Verdienstmedaille. Gefallen am 30. November 1917 um 9.45 Uhr im siegreichen Angriff bei VillersGuslain bei Cambrai durch Herzschuß.

-  Johannes Hensel, geboren am 13. April 1898, Schreiner: Musketier im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 261, Sturmkompanie. Gestorben am 10. Januar 1918 an Lungenschwindsucht als Soldat im Reservelazarett in Düsseldorf-Herd, begraben am 17. Januar 1918 in Hochstadt. 20 Jahre alt.

-  Johannes Heck, geboren am 27. Mai 1894, Zimmermann, Ringstraße: Gefreiter in der Minenwerfer-Kompanie Nr. 121. Laut Gedenkblatt im Minenwerfer-Regiment, Deutsche Fahrpost Nr. 924. Gefallen am 12. Januar 1918 bei Combres-Höhe durch Minenvolltreffer. Begraben am 15. Januar 1918 auf dem Friedhof in Avillers. 25 Jahre alt.

-  Johannes Heinrich Seipel, geboren am 1. Juli 1896, Schlosser: U-Boot-Maschinist bei der III. U-Boot-Flotille. Im Namen des Flottenchefs teilte der Kapitänleutnant der U-Boot-Flotille III unter dem 23. Januar 1918 mit, daß das U-Boot 87 bei der letzten Unternehmung nicht wieder zurückgekehrt sei. Auf der Gedenktafel im Kirchturm ist der Todestag: 12. Januar 1918 angegeben. 23 Jahre alt.

-  Wilhelm Friedrich Seng, geboren am 6. November 1898, Metzger: Musketier Infanterie-Regiment Nr. 418, 9. Kompanie, gefallen am 13. Mai 1918 bei Albert, Frankreich. 21 Jahre alt.

-  Wilhelm Philipp Burger, 26. April 1890, Maurer: Am 4. Dezember 1914 tritt er in den Heeresdienst als Landsturmmann und Rekrut im Leicht-Infanterie-Ersatz-Bataillon Hanau, am 15. Dezember 1917 wegen Tuberkulose entlassen. Gestorben am 14. Mai 1918 in Hochstadt an Auszehrung. 29 Jahre alt. Andreas Daubert, geboren am 2. Oktober 1896: Gestorben am 4. November 1918. 22 Jahre alt (laut Gedenktafel im Kirchturm Oktober 1918, nicht im Totenbuch).

-  Wilhelm Seipel, geboren am 14. Februar 1880, Landsturmmann: Im 4. Korps des Armierungsbataillons Nr. 45. Gestorben am 11. Oktober 1918 im Ortslazarett Nr. 710 in Baranowitschi bei Dub an Lungenentzündung. Beerdigt am 13. Oktober mittags 12 Uhr. Das Grab ist auf dem Militär-Friedhof an der Lagerstraße in Baranowitschi (Seite 112. Nummer XXXIX). Heute Soldatenfriedhof Baranowitschi II (laut Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge).

 

Weitere Todesfälle, die mit dem Krieg zusammenhängen:

Daniele Roland ist ein italienischer Kriegsgefangener, der schon krank in Hochstadt ankommt und deshalb die Arbeitsstelle bei Johannes Schröders Witwe nicht antreten kann. Er hat die Nummer 107407 des Gefangenenlagers in Meschede. Von Beruf ist er Bauer, evangelischer Konfession und 27 Jahre alt. Er ist Sohn des David Roland und dessen Frau Maria geborene Roland aus Torre Pelice (Torino). Nach Angaben des Kriegsgefangenenlagers hat er Influenza, laut Totenbuch Brustleiden. Er wird am 4. Dezember 1926 ausgegraben. Die Gebeine kommen nach Köln zum Sammelfriedhof. Der Sarg wird hier wieder begraben und die Tafel wieder auf das Grab gesetzt.

Genovefa Maillard, Tochter des Fabrikarbeiters Augustin Ruetsch und dessen Frau Magdalene geborene Schlaeflin, stirbt in Hochstadt am 9. Mai 1917. Sie war mit 19 anderen Elsässern von der Militärbehörde im Elsaß hierher verpflanzt worden.

 

ZWEITER WELTKRIEG:

-  Friedrich Herbert, geboren am 6. Juli 1916, wohnhaft in Kilianstädten, also kein Hochstädter mehr: Gefallen in Belgien am 27. Mai 1940 (laut Gedenktafel im Kirchturm).

-  Philipp Seng, geboren am 30. Mai 1906: Gefreiter und Funker in der Luftnachrichten-Kompanie Langendiebach. Inhaber des EK II. Verwundet durch Bombensplitter am 14. November 1940 in Beaumont, gestorben im Lazarett in Cherbourg, bestattet am 18. November 1940 in Cherbourg. Erster Gefallener aus Hochstadt (auf der Gedenktafel im Kirchturm wird der 16. November 1940 als Todestag angegeben).

-  Ottomar Gerlach (auch: Otto Gerlach), geboren am 4. Juni 1913: Unteroffizier im Infanterie-Regiment I/279 (169. Division), Bataillon-Nachrichten-Stab. Gefallen am 5. Juli 1941 in einer Schlacht bei Salla (Russisch-Finnland) durch Granatvolltreffer. Bestattet auf dem Heldenfriedhof bei Salla, an dem Ort, wo er im Kampf gefallen ist.

-  Philipp Strohl, geboren am 2. August 1920: Schütze in einem Infanterie-Regiment, verunglückt am 24. Juli 1941 in Rußland.

-  Georg Burger, geboren am 13. Mai 1920: Oberschütze im Infanterie-Regiment Nr. 392, 5. Kompanie, gefallen am 25. August 1941 in den Kämpfen bei Salla-Korja durch Kopfschuß, bestattet auf dem Friedhof in der Nähe des Kampfplatzes.

-  Ernst Meggle, geboren am 15. Februar 1914: Unteroffizier im Reserve-Regiment List, gefallen am 22. September 1941.

-  Wilhelm Gebelhardt, geboren am 11. Oktober 1913: Obergefreiter im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 36, gefallen am 24. September 1941 im Gefecht bei Nagornaja in der Ukraine durch einen Kopfschuß (laut Gedenktafel im Kirchturm aber gefallen am 14. September 1941).

-  Johannes Philipp Mankel (auch: Hans Mankel), geboren am 24. September 1921: Sanitätsgefreiter, gefallen am 12. Februar 1942 bei Kokoschkino bei Rochew durch einen Granatvolltreffer.

-  Valentin Burger: Vermißt seit Dezember 1942 mit einem U-Boot. Eventuell Valentin Burger, geboren am 20. Oktober 1914 (Bleistifteintrag auf Seite 188 des Totenbuchs). Laut Gedenktafel im Kirchturm gestorben am 24. Februar 1942.

-  Johannes Philipp Jung (auch: Hans Jung), geboren am 29. Januar 1915, nach Mühlheim verheiratet: Oberfeldwebel. Inhaber des EK II und I sowie des Sturmabzeichens. Gefallen durch Granatvolltreffer am 22. Februar 1942 bei Belgorod im Raum von Charkow.

-  Philipp Mankel, geboren am 7. Dezember 1920: Verwundet durch Kopfschuß am 8. März 1942, gestorben am 11. März im Lazarett.

-  Johann Karl Bechert, geboren am 9. Februar 1915: Unteroffizier im 5. Eisenbahner-Pionier-Regiment, aus einem überfallenen Stützpunkt im Osten am 6. März 1942 mit einem Kopfschuß noch sechs Kilometer geflüchtet und gestorben, am 1. April 1942 von einer anderen Einheit tot aufgefunden.

-  Wilhelm Heckert, geboren am 14. Dezember 1909: Soldat bei der 2. Panzer-Jäger-Abtei­lung 113, gefallen durch Fliegerbombe am 6. Juni 1942 um 11.30 Uhr in den Kämpfen nordostwärts Charkow, bestattet am gleichen Tag an Ort und Stelle, wo er fiel. Das Grab ist erhalten laut Auskunft des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

-  Jakob Gießel, geboren am 31. März 1910: Gefreiter im Infanterie-Regiment Nr. 544, 8. Kompanie, erlitt am 30. Juni 1942 eine Verwundung bei Woltschansk bzw. Tichij am Donez, der er am 2. Juli erlag. Beerdigt am gleichen Tag auf dem Heldenfriedhof bei Woltschansk, Gedächtnisgottesdienst am 6. September 1942 (Das ist der erste Vermerk über so einen Gottesdienst in Hochstadt).

-  Wilhelm Pistor, geboren am 11. Juli 1908: Kanonier in einem Infanterie-Regiment, gefallen durch Herzschuß am 27. Juli 1942 beim Spähtruppunternehmen, einhundert Kilometer südostwärts des Ilmensees.

- Heinrich Huhn, geboren am 26. Januar 1911: Gefreiter in einem Grenadier-Regiment, gefallen durch Bauchschuß am 15. November 1942 ostwärts der Geschützfabrik Barrikady in Stalingrad.

-  Justus Christ, geboren am 18. Mai 1921: Gefallen am 16. Dezember 1942 (nur Bleistifteintrag).

-  Wilhelm Huhn, geboren am 15. Dezember 1913: Obergefreiter in einem Grenadier-Regi­ment, gefallen am 27. Dezember 1942 bei Roschew, durch Granatsplitter am Kopf getroffen, Beerdigt am 29. Dezember auf dem Heldenfriedhof von Dubakino, 8 Kilometer südlich von Rochew.

-  Philipp Strohl, geboren am 5. Dezember 1916: Gefallen am 15. Januar 1943 bei Stalingrad, beerdigt rund acht Kilometer nordwestlich Orlowka, nördlich von Stalingrad, am 16. Januar 1943. Er erhält einen Kopfschuß durch einen Scharfschützen auf dem Weg nach einem vorgeschobenen Stützpunkt.

-  Heinrich Schwarz, geboren am 24. Juli 1912: Gestorben am 20. Februar 1943 in Bad Nauheim (nur auf Gedenktafel im Kirchturm, im Sterberegister findet sich kein Hinweis auf die Todesursache).

-  Valentin Weifenbach, geboren am 3. Juni 1904: Oberschütze in einer Nachschubkompanie, gestorben am 7. Mai 1943 durch eine Fliegerbombe. Beerdigt am 10. Mai auf dem Kriegerfriedhof bei Charkow.

-  Wilhelm Krebs, geboren am 7. April 1911: Unteroffizier in einer Panzerdivision, gefallen in der Schlacht bei Samodrowka (laut Gedenktafel am 8. Juli 1943), 50 Kilometer südlich von Orel durch Herzschuß, beerdigt auf einem Soldatenfriedhof in Bogerodigkoje.

-  Johann Philipp Hildenbrand (richtig aber: Hildebrand), geboren am 25.April 1911: Obergefreiter in einer Sanitätskompanie, Inhaber des EK I und II sowie noch fünf anderer Abzeichen. Verunglückt bei Kertsch, Halbinsel Krim am 26. September 1943, beerdigt auf dem Heldenfriedhof in Kertsch.

-  Heinrich Fieres, geboren am 7. August 1909, verheiratet nach Gundhelm: Gefallen am 1. September 1943 (Nur Gedenktafel im Kirchturm).

-  Wilhelm Bürthel, geboren am 5. Oktober 1921: Obergefreiter in einer Sanitätskompanie, gefallen bei Tschernobyl in Rußland am 3. Oktober 1943.

-  Wilhelm Schäfer, geboren am 28. Juni 1906: Grenadier im Infanterie-Regiment Nr. 396, sechste Kompanie, gefallen bei Kosaragy (Dnjepr) am 18. Oktober 1943 durch Kopfschuß, beerdigt am Todestag an der Stelle, wo er fiel.

-  Georg Friedrich August Seibel, geboren am 26. Januar 1906 (laut Gedenktafel im Kirchturm, laut Traubuch am 25. Januar 1906 in Mittelbuchen): Gestorben am 21. Oktober 1943 im Reserve-Lazarett Hanau II, war als SS-Panzeroffizier zum Heeresdienst eingezogen, aber an Krebs gestorben (Nur auf der Gedenktafel im Kirchturm).

-  Richard Trimbach, geboren am 16. März 1920: Unteroffizier in einem Grenadier-Regiment, gefallen infolge eines Oberschenkelschusses auf der rechten Seite am 26. Oktober 1943. Beerdigt mit militärischen Ehren durch einen Feldgeistlichen am 27. Oktober 1943 auf dem Heldenfriedhof Grudinowka, 30 Kilometer südöstlich von Mogilew.

-   Johann Philipp Koller, geboren am 23. November 1913: Obergefreiter in einem Grenadier-Regiment, 2. Kompanie, Division Füselier-Bataillon 260, gefallen durch Gewehrgranate am 14. November 1943 bei Kusminitschi, 45 Kilometer südöstlich Mogilew, beerdigt auf dem Soldatenfriedhof am 16. Januar 1943 bei Delgij Mock (Grab 125).

-  Hermann Konstantin Koch, geboren am 14. Juli 1912: Gefreiter in einem Pionierbataillon, gefallen am 9. März 1944 in Kasanka westlich von Kriwoj-Rog durch Panzergranate-Voll­treffer.

-  Peter Andreas Stier, geboren am 28. Mai 1916: Unteroffizier in der Beobachtungsabteilung bei der Artillerie, gefallen am 16. März 1944 am Dnjestr bei Jampol. Wahrscheinlich gestorben durch Kopfschuß, wodurch er aus dem Kahn fiel und versank.

-  Ludwig Bernhard Liebler, geboren am 4. November 1914: Gefallen am 31. März 1944 bei Brody infolge Bauchschuß, beerdigt am 1. April 1944 auf dem Heldenfriedhof Brody, 110 Kilometer östlich von Lemberg.

-  Wilhelm Schmidt, geboren am 4. Juli 1916: Gefallen am 1. März 1944 (Nur auf der Gedenktafel im Kirchturm).

-  Peter Hohmann, geboren am 3. Mai 1913: Gefallen am 3. April 1944 (Nur auf der Gedenktafel).

-  Wilhelm Peter Weber, geboren am 22. November 1912: Unteroffizier in einem Füsilier-Bataillon, gefallen auf dem Rückmarsch zwischen Orcha und Minsk am 27. oder 28. Juni 1944 durch Artillerie-Volltreffer.

-  Karl Wilhelm Frischkorn, geboren am 12. April 1916: Feldwebel in einer Aufklärungsstaffel, Inhaber des EK I und II, gefallen am 5. Juli 1944 bei Brest-Litowsk im Luftkampf, beerdigt am 6. Juli auf dem Ehrenfriedhof der 45. Division bei Brest-Litowsk.

-  Heinrich Obmann, geboren am 4. September 1908: Gefreiter im Dritten Grenadier-Regiment Nr. 251, Inhaber des Verwundeten-Abzeichens. Gefallen am 8. Juli 1944 bei Ostrow, südwestlich des Peipusees, beerdigt am 10. Juli auf dem Heldenfriedhof von Borki, 25 Kilometer südwestlich von Ostrow.

-  Wilhelm Hensel, geboren am 19. Februar 1914: Hauptfeldwebel im Panzer-Jäger-Regiment, gefallen am 29. Juli 1944 durch Granatsplitter, beerdigt in Lizona-Solka Kreis Ozatow (Rußland).

-  Karl Wenzel, geboren am 29. August 1922: Obergefreiter in einem Panzer-Jäger-Regiment, gefallen bei Vire (Normandie) am 5. August 1944. Die Brust wurde durchbohrt durch einen Granatsplitter. Beerdigt an der Hauptstraße Vire-St. Loo am 6. August am Westausgang in einem Garten zusammen mit zwei Kameraden.

-  Andreas Johannes Burger (auch: Hans Burger), geboren am 19. Januar 1925: Gefreiter in einem Grenadier-Regiment (Schwere-Maschinengewehr-Kompanie), gefallen durch Artillerie-Geschoß am 17. September 1944 nördlich Bauske in Lettland, beerdigt am 17. September in Karaukrogs, etwa 20 Kilometer nordöstlich von Bauske.

-  Georg Lotz, geboren am 5. April 1911: Im Krieg Lageraufseher bei der Reichsbahn und Gefreiter in einem Grenadier-Regiment, gefallen am 7. Oktober 1944 bei Hogerheide bei Berg op Zoon, Holland.

-   Johannes Schales (auch: Jean Schales), geboren am 24. August 1922: Gefreiter im Panzer-Grenadier-Regiment „Großdeutschland“, Inhaber von EK II und Sturmabzeichen, gefallen bei Seda in Litauen am 7. Oktober 1944.

-  Wilhelm Burkhardt, geboren am 12. Mai 1924: Maschinengewehrschütze, gefallen beim Angriff auf Vizuli östlich von Vainode am 13. Oktober 1944, beerdigt mit militärischen Ehren in Dziras, Lettland. Der Vorgesetze schreibt: „Die Kompanie blieb nach etwa 600 Meter Geländegewinn in schwerem Artillerie- und Infanterie-Feuer liegen. Unsere MG-Schützen schossen wie rasend in die feindliche Stellung. Sofort einsetzendes eigenes Artilleriefeuer brachte den Angriff wieder ins Rollen. Als jetzt Wilhelm mit seinem Maschinengewehr Stellungswechsel vorwärts machte, bekam Wilhelm den tödlichen Schuß. Es war ein Kopfschuß und Wilhelm war sofort tot. Möge es Ihnen, lieber Herr Burkhardt, ein Trost sein, daß Wilhelm sein Leben gab für unser herrliches Vaterland und unseren geliebten Führer!“

-  Konrad Friedrich Hensel (auch: Fritz Hensel), geboren am 3. März 1929: Gestorben am 14. Oktober 1944 durch Blinddarmentzündung (Nur auf der Gedenktafel).

-  Karl Eibelshäuser, geboren am 9. Januar 1904: Gefreiter beim Flugplatzkommando A, Langendiebach. Auf der Umgehungsstraße bei einer Dienstfahrt verunglückt gegen 18 Uhr, gestorben im Reservelazarett Hanau, Teillazarett Gustav-Adolf-Krankenhaus, am 27. November 1944 an Schädelbruch mit Hirnstauchung.

-  Wilhelm Seibel: geboren am 6. August 1918: Obergefreiter in einer Gebirgsjäger-Division, gefallen am 1. Januar 1945 in der Nähe von Turin im Kampf mit Partisanen, beerdigt im Januar 1945 auf dem Heldenfriedhof in Turin.

-  Jakob Mankel, geboren am 22. Juni 1921: Obergefreiter in einer Panzerjäger-Division, gefallen am 17. Januar 1945 drei Kilometer südlich von Karolinowo, beerdigt im Januar 1945 auf dem Gemeindefriedhof von Dzialyn, 14 Kilometer südlich von Gollub.

-  Heinrich Müller, geboren am 16. Juni 1911: Unteroffizier in einer Nachrichten-Truppe, gestorben am 19. Januar 1945 im Reservelazarett Sparz bei Traunstein an Herzleiden infolge Gelenkrheumatismus, beerdigt am 22. Januar 1945 in Traunstein. Laut Seite 201, Nummer 967 (Doppeleintrag): Unteroffizier in einem Artillerie-Regiment. Exhumiert am 7. März 1946 und in Hochstadt beigesetzt am 11. März 1946.

-  Rudolf Helmut Rauch,  geboren am 6. März 1925: Gefallen im Januar 1945 (Keine näheren Angaben im Totenbuch, auf der Gedenktafel im Kirchturm unter „Helmut Rauch“).

-  Karl Wilhelm Rohrbach, geboren am 22. Mai 1926: Sturmpionier in einem Pionier-Bataillon, gefallen durch Nierenschuß (Granatsplitter) am 29. Januar 1945 bei Gleba bei Scharfenwiesen. Beerdigt am 29. Januar in einem Einzelgrab bei Gleba neben einem Brunnen.

-  Heinrich Gießel, geboren am 6. März 1910: Gefreiter in der Volksgrenadier-Division 560, gefallen Anfang 1945 bei Bitburg in der Eifel und tot aufgefunden, beerdigt auf dem Militärfriedhof in Hamm in Luxemburg, Grab 282, Reihe 12. Laut Gedenktafel im Kirchturm gestorben im Februar 1945.

-  Karl Meffert, geboren am 9. August 1908: Grenadier, gefallen am 5. Februar 1945 in Warlubin im Warthegau (östlich der Oder), beerdigt auf dem Kriegsgräberfriedhof in Warlubin, Grab 38, Reihe 2.

-  Kurt Konrad Zwicker: Leutnant 5./II. Fallschirm-P.-Regiment 21, gefallen am 27. Februar 1945 in Weeze-Kalbeck bei Goch im Rheinland, beerdigt auf dem Soldatenfriedhof in Weeze, Grab Nummer 131 (identisch mit dem vermißten Kurt Zwicker, geboren 20. März 1918, gesorben am 27. Februar 1945).

-  Wilhelm Philipp Stein, geboren am 2. Juni 1908: Gefallen im Februar 1945 (Nur auf der Gedenktafel im Kirchturm, war Nazibürgermeister und Ortsgruppenleiter, im Jahre 1942 aus der Kirche ausgetreten, deshalb keine kirchliche Trauerfeier).

-  Wilhelm Damm, geboren am 11. März 1915: Gefallen im Februar 1945 (Nur auf der Gedenktafel im Kirchturm, vielleicht ein Vermißter).

- Karl Eugen Großmann, geboren am 14. September 1902: Obergefreiter in einem Feldzeug-Bataillon, gefallen in Adscheid bei Uckerath (Siegkreis) am 25. März 1945 durch Kopfschuß, beerdigt am 28. März in Uckrath auf dem Ehrenfriedhof (umgebettet von Adscheit am 7. Juli 1946).

-  Bernhard Ebert: Gestorben im 34. evakuierten Hospital in Frankfurt infolge Oberschenkel- und Beckenverwundung, beerdigt in Butzbach auf dem deutschen Militärfriedhof am 11. April 1945, Platz B, Reihe 12, Grab 295 (wahrscheinlich identisch mit Bernhard Ebert auf der Gedenktafel im Kiirchturm, geboren 9. September 1901, Todestag 8. April 1945).

-  Ernst Seibel, geboren am 23. März 1917: Gefallen am 12. April 1945, um drei Uhr nachmittags. („Selbst ohne Waffen und Gegenwehr von Amerikanern feig erschossen)“. Nach Hochstadt überführt und beerdigt (Datum nicht angegeben). Wohnung: Bischofsheimer Straße 13. Soldatengrab auf dem Hochstädter Friedhof, ganz rechts.

-  Heinrich Fischer: Seit 1941 zum Heeresdienst eingezogen, gefallen im Raum Deutsch-Altenburg in Niederösterreich zwischen März und Mai 1945. Begraben in Deutsch-Altenburg auf dem Ortsfriedhof (vielleicht identisch mit Heinrich Fischer auf der Gedenktafel im Kirchturm, geboren 4. August 1906).

-  Hans Gerstung: In einer Instandsetzungsstaffel in Kurland, gefangen genommen am 10. Mai 1945, gestorben im Hospital Petrosawodzk an Gelbsucht bzw. einer Leberkrankheit, im Lagerhospital Nr. 7120 laut mittlerer Tafel im Kirchturm geboren am 19. Mai 1921 und gestorben am 26. September 1948.

-  Wilhelm Klöss (oder: Klöß), geboren am 20. September 1907: Gefallen im März 1945 (Nur auf der Gedenktafel im Kirchturm).

-  Fritz Drews, geboren am 8. März 1925: Vermißt im März 1945 (Nur auf der Gedenktafel im Kirchturm, nicht aus Hochstadt stammend, nicht im Sterberegister).

-  Walter Fritsche, geboren am 15. Februar 1903: Gefallen im März 1945 (Nur auf der Gedenktafel im Kirchturm, nicht aus Hochstadt stammend).

-  Heinrich Philipp Völker, geboren am 20. August 1910: Bei Mondovi (Piemont) durch Banditen bei Beerdigung eines Kameraden aus dem Hinterhalt erschossen. Laut Gedenktafel im Kirchturm gestorben am 27. April 1945.

-  Johannes Heinrich Mankel, geboren am 6. August 1911: Unteroffizier, als Kraftfahrer in Rumänien, im August 1943 in russische Kriegsgefangenschaft geraten, wurde dann bis zur Wolga verschleppt und ist dort infolge Hunger, Ruhr und Entkräftung in Samara gestorben. Laut Gedenktafel im Kirchturm gestorben am 4. Juni 1945.

-  Kaspar Lenz, Leutnant, geboren am 6. März 1903: Gestorben am 23. Juli 1945 im Offiziers-Gefangenenlager Wrschatz, Banat (Nur auf der Gedenktafel im Kirchturm, war Bürgermeister in Bischofsheim.

-  Johann Heinrich Diehl, geboren am 30. Mai 1915: Er war Sanitätsfeldwebel an der Ostfront und wurde gefangen genommen. Gestorben als Gefangener auf dem Marsch zwischen Thorn und Graudenz in der Zeit zwischen dem 10. und 17. August: Als er aus Hunger, um Tomaten aus dem Garten zu holen, aus dem Fenster seines Quartiers stieg, wurde er von russischen Wachmannschaften erschossen. Beerdigt auf einem Gutshof zwischen Thorn und Graudenz im Zeitraum zwischen dem 10. und 17. August 1945. Auf der Gedenktafel im Kirchturm Todestag 15. August 1945.

-  Philipp Heckert, geboren am 10. Dezember 1903: Seit Oktober 1943 zum Heeresdienst eingezogen, seit Januar 1944 nach Rußland, Februar 1944 in Kurland gefangen. In einem russischen Kriegsgefangenenlager gestorben. Am 6. Dezember 1947 kam durch einen heimkehrenden Kameraden die Nachricht, daß er am 10. Oktober 1945 infolge Hunger und Wassersucht im Lazarett 410 in Baranowitschi an Wassersucht verstorben sei.

-  Philipp Eibelshäuser, geboren am 17. August 1911: Stabsgefreiter, gestorben am 22. November 1945 in einem Lazarett in Kowel in Rußland an Wassersucht bzw. Wundstarrkrampf, beerdigt am 24. November 1945 auf dem Friedhof in Kowel.

-  Justus Koch, geboren am 12. Dezember 1913: Aus russischer Kriegsgefangenschaft am 26. November 1945 fast verhungert heimgekehrt, erkrankt an Grippe und Brustfellentzündung, starb am 11. Dezember 1945. Der Körper hatte keine Widerstandskraft mehr.

 

Die mittlere Tafel im Kirchturm für die  Toten des Krieges 1939- 1945 scheint Namen von Vermißten zu enthalten, weil viele Verstorbene nicht im Sterberegister der Kirchengemeinde vorkommen. Es könnte aber auch sein, daß keine Trauerfeier gehalten wurde oder die Betreffenden nicht zur Kirche gehörten. Das gilt wohl auch für die oben aufgeführten Verstorbenen, die nur auf den Gedenktafeln  erwähnt werden. Diese Tafeln erinnern also nicht nur an die Gemeindeglieder der Kirchengemeinde, sondern an alle verstorbenen Hochstädter. Heute sind sie Gedenktafeln der Stadt Maintal. Die Kirche hat nur den Platz zur Verfügung gestellt und trägt einen Teil der gelegentlichen Unterhaltskosten

Bei anderen Soldaten auf dieser mittleren Tafel ist aber das Schicksal geklärt, denn sie kommen auch im Sterberegister vor: Heinrich Fischer (geb. 1898), Bernhard Ebert, Heinrich Fischer (geb. 1906), Kurt Zwicker, Hans Gerstung, Valentin Burger und Helmut Rauch. Vielleicht galten sie zunächst als vermißt, aber später wurde das Todesdatum nachgetragen.

 

 

Soldatengräber aus dem Zweiten Weltkrieg auf dem Friedhof Hochstadt:

Die Reihenfolge der Gräber von links nach rechts: Grenadier Gerhard Mohn, Oberreiter Ulrich Krüger, Werner Seeger, Lothar Herrmann, Otto Behrens. Zwei Soldaten starben im Lazarett. Drei Soldaten kamen bei Kämpfen südlich von Hochstadt um. Der sechste Soldat ist Ernst Seibel, ein Hochstädter, der im Taubertal infolge von Kriegshandlungen umgekommen ist.

I. Im Hilfs-Lazarett in der Hochstädter Schule gestorben:

HANS GERHARD MOHN, Grenadier, Sohn des Fleischermeisters Kurt Mohn in Freital-Deuben (bei Dresden), An der Weißeritz 5, geboren am 15. Januar 1927 in Freital-Deuben bei Dresden, gestorben im Reservelazarett Hanau, Teillazarett Hochstadt, an Nierenentzündung. Bestattet am 26. März 1945.

Ulrich KRÜGER, Oberreiter, 3. Flieger-Ersatz-Batallion, Regiment 1121, Erkennungsmarke M 4788, geboren 25. Mai 1925, Sohn des Otto Krüger in Grimmen Kreis Stralsund, Zwenendamm 20. Gestorben 26. März 1945 im Reservelazarett Hanau, Teillazarett Hochstadt, bestattet am 29. März 1945 in Hochstadt.

II. Im Kampf gefallen:

Ein Dörnigheimer erzählt, die drei Soldaten hätten sich dort, wo später das Pförtnerhaus der Firma Kling stand, verschanzt, um die Amerikaner noch aufzuhalten. Eine Granate habe ihren Widerstand beendet. Bei einem der Toten ist allerdings vermerkt, er sei durch einen Kopfschuß getötet worden. Die drei getöteten Soldaten werden ohne Sarg bestattet, weil es keine Särge gibt. Totengräber ist Johannes Fischer, der damals Gemeindearbeiter ist (Großvater von Hans Fischer). Zwei amerikanische Panzer stehen noch lange Zeit an der Ecke des Eichwaldes (heute Bahnhofstraße, Übergang über die Autobahn).

OTTO BEHRENS, geboren am 18. Mai 1920 in Gersterode, Sohn des Bahnhofvorstehers Wilhelm Behrens und seiner verstorbenen Frau Johanna geborene Ebenroth zu Niederorschel/Eichsfeld, verh.eiratet mit Ingeborg geborene Aßmannn, aus Rehrungen Kreis .Grafschaft Hohenstein, Karl-Heye-Straße 17. Gestorben am 28. März 1945. Gefallen im Gefecht mit Amerikanern südlich von Hochstadt, etwa vier Uhr vormittags. 1. Gr. E. und A. B/1.36 236 A. Begräbnis am 31. März.1945, nachmittags 5 Uhr. Laut Grabstein „Grenadier“.

WERNER SEEGER, geboren am 24. März 1920 in Berlin, gestorben am 28. März 1945 vier Uhr vormittags. Sohn des Edmund Seeger und seiner Frau Elisabeth geborene Mohr, aus Berlin. Verheiratet mit Ursula geborene Bohn, zuletzt wohnhaft in Gotha, Eschleber Straße 116. Gefallen im Gefecht mit Amerikanern südlich von Hochstadt. Kopfschuß. 2. M. G. Kp., Gren E. u . A. Btl/105. Erkennungsmarke 2636 A. In den Schützenlöchern, wo die Gefallenen ausgeplündert gefunden wurden, fand sich auch ein Briefumschlag mit Adresse an H. Seeger, Absender Ursula Seeger. Begräbnis am 31.03.1945, nachmittags 5 Uhr.

LOTHAR HERMANN, geboren am 4. Dezember 1919 in Ruhla, Sohn des Friedrich Herrmann und seiner Frau Anna geborene Stein aus Ruhla, wohnhaft in Ruhla, Bahnhofstraße 3. Gefallen im Gefecht mit Amerikanern südlich von Hochstadt, etwa vier Uhr vormittags. 2. MG.-Kompanie, Gren. E. und A. Batallion/106. Erkennungsmarke 2551 O.

III. Ein Hochstädter:

ERNST SEIBEL, Feldwebel, Hochstadt, geboren am 24. März 1917 in Hochstadt. Gestorben am 12. April 1945 um drei Uhr nachmittags, Bleistiftvermerk: „Selbst ohne Waffen und Gegenwehr von Amerikanern feig erschossen“ (wahrscheinlich ist er in Uniform auf die Straße gegangen). Er wird nach Hochstadt überführt und beerdigt (Datum nicht angegeben). Soldatengrab auf dem Hochstädter Friedhof, ganz rechts. Der Sohn Ernst, geboren am 3. August 1944, Bischofsheimer Straße 13, wohnt heute in Dörnigheim.

Auf dem Standesamt gibt es keine Beurkundungen dieser Sterbefälle. Der damalige Bürgermeister Stein wurde vertreten durch Heinrich Bauer, auch für die Bediensteten der Gemeindeverwaltung werden andere Dinge im Vordergrund gestanden haben. Es gibt auch keine Eintragungen bei den Unterlagen der Friedhofsverwaltung. Die Gräber werden heute noch ohne eine Nummer als besondere Fläche auf dem Friedhof geführt. Es ist nichts bekannt über Angehörige. Am Ewigkeitssonntag stehen auf den Gräbern immer Grablichter, die das Ehepaar Bauscher, Trinkbrunnenstraße, dort aufstellt. Der „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ erkundigt sich jedes Jahr nach den Gräbern und gibt wohl auch Zuschüsse.

Ein Hochstädter Junge stirbt am 12. April 1945 an den Folgen eines Unglücksfalls, der mit den Kriegshandlungen zusammenhängt: Etwa sechs Jungen wollen nach Dörnigheim gehen und kommen dabei an der Stelle vorbei, wo beim Einrücken der Amerikaner drei Soldaten umgekommen waren. Sie sehen ein im rechten Winkel ausgehobenes Schützenloch etwa fünf Meter von der Straße. Dort an der Dörnigheimer Grenze ist damals der Sportplatz.

Wo später Eingang zur Firma Kling war (heute: Estergomstraße) steht in einem Schützenloch der Schaft einer Panzerfaust, der Sprengkopf liegt auf dem Boden des Schützenlochs. Auf der Panzerfaust sitzt ein Stahlhelm mit einem Einschußloch. Die Jungen heben den Stahlhelm hoch und entdecken in ihm noch Reste der Kopfhaut des erschossenen Soldaten. Einer der Jungen ist etwas älter als die anderen, er heißt Valentin. Er arbeitet schon bei der Firma Brown-Boverie in Großauheim, wo zu dieser Zeit Waffen hergestellt werden. Er will den anderen Jungen zeigen, wie eine Panzerfaust funktioniert. Dabei erklärt er die Visiereinrichtung, stellt auch daran herum und hebt unbeabsichtigt die Sperre auf.

Auf einmal geht die Panzerfaust mit einem mächtigen Knall los. Sie trifft Heinz Schäfer, geboren am 16. Oktober 1929, der damals in der heutigen Rosenstraße 8 wohnt (die Familie hat aber auch Am Pfarrhof 3 gewohnt). Daneben steht Richard Bruzdziak, der aber nur leicht verletzt wird. Durch den Knall werden Franzosen aufmerksam, die das Materiallager am Bahnhof bewachen. Sie kommen mit einem Seitenwagenmotorrad heran und schießen in die Luft. Die Jungen ergreifen daraufhin die Flucht. Nur Heinz Schäfer ist so schwer am Kopf verletzt, daß er etwa zwei Stunden später stirbt.