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Weitere Schriften

 

 

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Hebräerbrief:

[Eine Verfasserangabe fehlt, ebenso die Angabe der genauen Adressaten. Da das Schreiben paulinischen Einfluß aufweist wird vermutet, es stamme, wenn nicht von Paulus selbst, von einem Mitarbeiter des Paulus, etwa von Barnabas oder von Apollos. Für Barnabas als Autor spricht das Zeugnis Tertullians, während Apollos vor allem von Martin Luther vorgeschlagen wurde. Auch der Evangelist Lukas, der Verfasser des Lukasevangeliums und der Apostelgeschichte, wird wegen des ähnlichen Sprachstils als möglicher Autor genannt. Aufgrund des ausgezeichneten griechischen Stils, der eingehenden Kenntnis des Alten Testaments und der jüdisch beeinflußten Denk- und Darstellungsweise ist als Verfasser ein griechisch gebildeter Judenchrist anzunehmen, der von paulinischen Gedanken beeinflußt ist.

Der Brief ist am frühesten in Rom durch den 1. Klemensbrief (abgefaßt um 97 nach Christus) bezeugt. Die Notiz 13,24 („Es grüßen euch die Brüder aus Italien“) verweist ebenfalls eher auf Rom als auf Kleinasien als Entstehungsort. Die im Brief erwähnten Verfolgungen könnten entweder lokale Bedrohungen der Gemeinden oder aber die Verfolgungen zur Zeit des römischen Kaisers Domitian (81-96) meinen. Die Leser gehören nicht mehr der ersten christlichen Generation an (2,3). Eine Abfassung zwischen 80 und 90 ist so wahrscheinlich, es gibt aber auch die Positionen, die eine frühere Abfassungszeit vertreten].

 

Christus steht über Propheten und Engeln:

Nachdem vorzeiten Gott manchmal und manche Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den er gesetzt hat zum Erben über alles, durch den er auch die Welt gemacht hat. Er ist der Glanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von unseren Sünden und hat sich gesetzt auf die rechte Seite der Majestät in der Höhe und ist so viel höher geworden als die Gottesboten, so viel höher der Name ist, den er vor ihnen geerbt hat. Denn zu welchem Gottesboten hat er jemals gesagt: „Du bist mein lieber Sohn, heute habe ich dich gezeugt“?  (Heb 1,1 - 2,4, gekürzt um die Zitate)

 

Gottes abschließende Offenbarung durch den Sohn:

Die zukünftige Welt hat er nicht den Engeln untergetan gemacht. Jesus aber sehen wir durch sein Todesleiden gekrönt mit Preis und Ehre, damit er aus Gottes Gnade für alle den Tod schmeckte. Gott hat den, der viele Kinder zur Herrlichkeit geführt hat, als den Herzog der Seligkeit durch Leiden vollendet.

Weil sie alle von einem kommen, der heiligt und die geheiligt werden, darum schämt er sich nicht, sie „Brüder“ zu nennen. Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, hat er auch Anteil genommen an Fleisch und Blut, damit er durch seinen Tod dem die Macht nehme, der des Todes Gewalt hatte, nämlich der Teufel, und die erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Sklaven sein mußten.

Daher mußte er in allen Dingen seinen Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Oberpriester vor Gott, zu versöhnen die Sünden des Volks. Denn worin er gelitten hat und versucht ist, kann er denen helfen, die versucht werden (Heb 2,5-18, gekürzt).

 

Christus höher als Mose:

Deshalb schaut auf den Apostel und Oberpriester, den wir bekennen, Christus Jesus. Dieser ist treu ist dem, der ihn gemacht hat. Auch Mose war treu in Gottes ganzem Haus. Christus aber ist noch größerer Ehre wert als Mose. Jedes Haus wird von jemand erbaut. Die größere Ehre als das Haus hat der, der es gebaut hat. Gott aber ist es, der alles erbaut hat. Mose war zwar treu in seinem ganzen Hause als ein Diener, um zu bezeugen, was einst gesagt werden sollte. Christus aber war treu als ein Sohn über Gottes Haus. Dieses Haus sind wir, wenn wir das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung bis ans Ende fest behalten (Hebr 3,1-6).

Verheißung der Gottesruhe:

Seht zu, liebe Mitchristen, daß nicht jemand unter euch ein arges, ungläubiges Herz habe, das abfalle von dem lebendigen Gott. Sondern ermahnt euch selbst alle Tage, solange es noch „heute“ ist, daß nicht jemand unter euch verstockt werde durch Betrug der Sünde. Denn wir haben Anteil gewonnen an Christus, wenn wir die Zuversicht von Anfang bis ans Ende fest halten.

Gott sagte den Vorvätern in der Wüste: „Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht!“ Es waren nur die Sünder, deren Leiber in der Wüste verfielen.  Nur den Ungläubigen schwor er, daß sie nicht zur Ruhe kommen sollten. Sie konnten nicht hineinkommen in das gelobte Land wegen  ihres Unglaubens.

So laßt uns nun mit Furcht darauf achten, daß keiner zurückbleibt, solange die Verheißung noch besteht, damit wir hineinkommen in seine Ruhe. Denn die Verheißung ist auch uns verkündet wie jenen. Aber das Wort der Predigt half  jenen nichts, weil sie nicht glaubten, als sie es hörten. Aber wir, die wir glauben, gehen in die Ruhe. So ist also noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. Denn wer zu Gottes Ruhe gekommen ist, der ruht auch von seinen Werken wie Gott von den seinen. So laßt uns nun mit Fleiß versuchen, zu dieser Ruhe hineinzukommen, damit nicht jemand zu Fall komme im gleichen Unglauben.

Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als ein zweischneidiges Schwert, und dringt durch, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und kein Lebewesen ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor Gottes Augen, dem wir Rechenschaft geben müssen (Hebr 3,7 - 4,13, gekürzt).

 

 

 

 

Christus - der vollkommene und endgültige Hohepriester:

Weil wir einen großen Oberpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der zum Himmel gefahren ist, so laßt uns halten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Oberpriester, der nicht könnte Mitleid haben mit unsern Schwachheiten, sondern der versucht ist in jeder Hinsicht wie wir, aber ohne Sünde. Darum laßt uns hinzutreten mit Freudigkeit zu dem Gnadenthron, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden in der Zeit, wenn uns Hilfe not sein wird.

Denn ein jeder Oberpriester, der aus den Menschen genommen wird, der wird gesetzt für die Menschen zum Dienst vor Gott, damit er Gaben und Opfer für die Sünden opfere. Er kann mitfühlen mit denen, die unwissend sind und irren, weil er auch selbst Schwachheit an sich trägt. Darum muß er auch für das Volk und auch für sich selbst opfern für die Sünden.

Und niemand nimmt sich selbst die Würde eines Oberpriesters, sondern er wird berufen von Gott. Darum hat auch Christus sich nicht selbst in die Ehre eingesetzt, ein Oberpriester zu werden, sondern das hat gemacht, der zu ihm gesagt hat: „Du bist mein lieber Sohn, heute habe ich dich gezeugt“. Und an anderer Stelle sagt er: „Du bist ein Priester in Ewigkeit nach der Ordnung des Melchisedek“.

Er hat in den Tagen seines Fleisches Gebet und Flehen mit starkem Geschrei und Tränen geopfert dem, der ihm vom Tod aushelfen konnte. Und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt. Und obwohl er Gottes Sohn war, hat er doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. Und als er vollendet war, ist er geworden allen, die ihm gehorsam sind, der Urheber ihres ewigen Heils und ist von Gott genannt ein Oberpriester nach der Ordnung des Melchisedek (Hebr 4, 14 - 5,10).

 

Von der Zuversicht des Glaubens:

Wir wollen die Lehre vom Anfang christlichen Lebens jetzt lassen und uns dem Vollkommenen zuwenden. Wir haben die Zuversicht auf ein Besseres, das euch retten kann, denn Gott ist nicht ungerecht, daß er vergäße euer Werk und die Liebe, die ihr gezeigt habt, als ihr den Heiligen dientet und noch dient. Wir wünschen aber, daß jeder von euch denselben Fleiß beweise, die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende, damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben.

Darum hat Gott, als er den Erben der Verheißung überschwenglich beweisen wollte, daß sein Ratschluß nicht wanke, einen Eid geleistet. So sollten wir durch zwei Stücke, die nicht wanken, einen starken Trost haben, die wir unsre Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der angebotenen Hoffnung. An ihr haben wir einen sichern und festen Anker unsrer Seele, der auch hineinreicht in das Innere des Vorhangs [Hier wird Bezug genommen auf den Tempel, wo ein Vorhang den Zugang zum Inneren und zum Allerheiligsten verdeckte]. Dahin ist Jesus als Vorläufer für uns hineingegangen und ist ein Oberpriester geworden in Ewigkeit nach der Ordnung des Melchisedek (Hebr 5,11 - 6, 20, gekürzt).

 

Christus und Melchisedek:

Dieser Melchisedek aber war ein König von Salem, ein Priester des allerhöchsten Gottes, der Abraham entgegenging (als der von der Schlacht der Könige wiederkam) und ihn segnete [1. Mose 14,18-20]. Sein Name bedeutet „ König der Gerechtigkeit“. Außerdem ist er auch der König von Salem [Jerusalem], das bedeutet „ Frieden“. Er ist ohne Vater, ohne Mutter, ohne Stammbaum und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens. So gleicht er dem Sohn Gottes und bleibt Priester in Ewigkeit.

Seht nur, wie groß ist der, dem auch der Stammvater Abraham den Zehnten von der eroberten Beute gibt!

Er nahm den Zehnten von Abraham und segnete den, der die Verheißungen hatte. Nun ist es aber unbestritten so, daß das Geringere von dem Höheren gesegnet wird.  Und bei den einen nehmen den Zehnten sterbliche Menschen, aber dort einer, dem bezeugt wird, daß er lebe.

Wäre nun die Vollkommenheit durch das levitische Priestertum geschehen (denn unter diesem hat das Volk das Gesetz empfangen), wozu war es dann noch nötig, daß ein anderer Priester aufkommen sollte nach der Ordnung des Melchisedek? Denn wo das Priestertum verändert wird, da muß auch das Gesetz verändert werden.

Der neue Priester nach der Ordnung des Melchisedek ist von einem andern Stamm, aus welchem nie einer am Altar gedient hat. Denn es ist offenbar, daß unser Herr aus dem Stamm Juda hervorgegangen ist, obwohl Mose nichts davon gesagt hat, daß das Priestertum auch von dort käme.  Und das wird noch viel klarer, wenn nach der Weise Melchisedeks ein andrer Priester aufkommt, der nicht nach dem Gesetz des fleischlichen Gebots gemacht ist, sondern nach der Kraft des unendlichen Lebens.

Jesus ist Bürge eines viel besseren Bundes geworden. Damals sind viele von jenen Priester geworden, weil sie nicht bleiben konnten, weil sie sterben mußten. Jesus aber hat ein unvergängliches Priestertum, weil er ewig bleibt. Darum kann er auch auf ewig selig machen, die durch ihn zu Gott kommen, denn er lebt immer und bittet für sie.

Denn einen solchen Oberpriester sollten wir haben, der heilig, unschuldig, unbefleckt, sündenfrei  und höher als der Himmel ist. Für ihn ist es nicht wie bei jenen Oberpriestern notwendig, jeden Tag zuerst für die eigenen Sünden Opfer zu tun, danach für die Sünden des Volks. Das hat er nur einmal getan, als er sich selbst opferte. Denn das Gesetz macht Menschen zu Oberpriestern, die weiterhin Schwachheit haben. Das Wort des Eides aber, das erst nach dem Gesetz gesagt ward, setzt den Sohn ein, der ewig und vollkommen ist (Hebr 7, gekürzt).

 

Der Mittler des neuen Bundes:

Das ist nun die Hauptsache, von der wir reden: Wir haben einen solchen Oberpriester, der sitzt rechts vom Thron der Majestät im Himmel und ist ein Diener am Heiligtum und der wahren Stifthütte, die Gott aufgerichtet hat und kein Mensch [Die Stifthütte war das erste Heiligtum des Volkes Israel bei der Wüstenwanderung].

Denn jeder Oberpriester wird eingesetzt, um Gaben und Opfer zu opfern. Darum muß auch dieser etwas haben, das er opfere. Nun aber hat er ein besseres Amt erlangt, wie er ja auch Mittler eines besseren Bundes ist, der auch auf besseren Verheißungen steht. Denn wenn der erste Bund untadelig gewesen wäre, würde nicht Raum für einen anderen gesucht.

Aber Gott hat schon gesagt, daß er mit dem Volk Israel und dem Volk Juda einen neuen Bund machen will: „Ich will geben mein Gesetz in ihren Sinn, und in ihr Herz will ich es schreiben, und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Sie sollen mich alle kennen von dem Kleinsten an bis zu dem Größten. Denn ich will gnädig sein gegenüber ihrer Ungerechtigkeit und ihren Sünden, und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken!“ Wenn er sagt „einen neuen Bund“, macht er den ersten alt. Was aber alt und überlebt ist, das ist nahe an seinem Ende (Hebr 8).

 

Das Opfer Christi:

Es hatte zwar auch der erste Bund  seine Satzungen für den Gottesdienst und das irdische Heiligtum [Es folgt eine Beschreibung des Tempels und des Gottesdienstes]. Christus aber ist gekommen, daß er ein Oberpriester der zukünftigen Güter sei.

Er ist durch eine größere und vollkommenere Hütte, die nicht mit der Hand gemacht ist, in das Heiligtum hineingegangen. Er ist nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern durch sein eigenes Blut ein für allemal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige Erlösung erfunden. Denn wenn das Blut der Ochsen und der Böcke und die Asche der Kuh, die Unreinen heiligt zu der leiblichen Reinigkeit, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen Fehl Gott geopfert hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!

Und deshalb ist er auch ein Mittler des neuen Bundes, damit durch seinen Tod, der geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die von ihm Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen. Denn wo ein Testament ist, da muß der Tod dessen eintreten, der das Testament machte. Denn ein Testament tritt erst in Kraft durch den Tod [Hier wird das griechische Wort, das sonst mit „Bund“ wiedergegeben wird, in seiner anderen Bedeutung „Testament“ verwendet].

Deshalb wurde auch der erste Bund nicht ohne Blut gestiftet. Denn als Mose alle Gebote nach dem Gesetz vor allem Volk verkündet hatte, nahm er Kälber- und Bocksblut mit Wasser und Scharlachwolle und Isop und besprengte das Buch und alles Volk und sprach: „Das ist das Blut des Bundes, das Gott euch geboten hat!“ Es mußten also die Abbilder der himmlischen Dinge so gereinigt werden. Aber die himmlischen Dinge selbst müssen bessere Opfer haben, als jene waren.

Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heilige, das mit Händen gemacht ist, sondern in den Himmel selbst, um jetzt zu erscheinen vor dem Angesicht Gottes für uns. Er ist nicht hineingegangen, daß er sich oftmals opfere, so wie der Oberpriester geht alle Jahre in das Heilige mit fremden Blut, sonst hätte er oft müssen leiden von Anfang der Welt an. Nun aber, am Ende der Welt, ist er einmal erschienen, um durch sein eigenes Opfer die Sünde aufzuheben.

Und wie es den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben (danach aber das Gericht), so ist auch Christus einmal geopfert, wegzunehmen die Sünden vieler. Beim zweiten Mal wird er ohne Sünde erscheinen denen, die auf ihn warten, zum Heil.

Denn das Gesetz hat nur den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht das Wesen der Güter selbst: Alle Jahre muß man immer einerlei Opfer opfern, aber es kann doch nicht die Opfernden vollkommen machen, sonst hätte das Opfern aufgehört.

Jesus aber, weil er ein Opfer für die Sünden geopfert hat, das ewig gilt, sitzt nun an der rechten Seite Gottes und wartet, bis seine Feinde zum Schemel für seine Füße gelegt werden. Denn mit nur einem Opfer hat er für immer vollendet, die geheiligt werden (Hebr 9,1 - 10,18, gekürzt).

 

Vom Bekenntnis der Hoffnung:

Weil wir nun, liebe Brüder, die Freiheit haben zum Eingang in das Heilige durch das Blut Jesu, den er uns bereitet hat als neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang, das ist durch sein Fleisch, und haben einen Oberpriester über das Haus Gottes. So laßt uns hinzugehen mit wahrhaftigem Herzen in völligem Glauben, besprengt in unsern Herzen und los von dem bösen Gewissen und gewaschen am Leibe mit reinem Wasser.

Laßt halten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken, denn er ist treu, der sie verheißen hat. Und laßt uns aufeinander achthaben, uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen unsere Versammlung, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen; und das so viel mehr, je mehr ihr seht, daß der letzte Tag naht. Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir in Zukunft kein anderes Opfer mehr für die Sünden, sondern es bleibt nichts als ein schreckliches Warten auf das Gericht und das ewige Feuer, das die Widersacher verzehren wird.

Wenn jemand das Gesetz des Mose bricht, der muß sterben ohne Barmherzigkeit auf due Aussage von zwei oder drei Zeugen hin. Wie viel ärgere Strafe wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Bundes für unrein achtet, durch das er geheiligt ist, und den Geist der Gnade schmäht? Schrecklich ist es in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.

Denkt aber an die vorigen Tage, in denen ihr erduldet habt einen großen Kampf des Leidens und zum Teil selbst ein Schauspiel wurdet [Anspielung auf Gladiatorenkämpfe]  und zum Teil Gemeinschaft hattet mit denen, denen es ebenso ging. Denn ihr habt mit den Gefangenen gelitten und den Raub eurer Güter mit Freuden erduldet, weil ihr wißt, daß ihr eine bessere und bleibende Habe (im Himmel) habt.

Werft euer Vertrauen nicht weg, das eine große Belohnung hat. Geduld aber ist euch not, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt. Wir aber sind nicht von denen, die da weichen und verdammt werden, sondern von denen, die da glauben und die Seele erretten (Hebr 10,19-39, leicht gekürzt)

 

Der Glaubensweg im alten Bund („das wandernde Gottesvolk“):

Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuversicht auf das, das man erhofft, und ein Nichtzweifeln an dem, das man nicht sieht. In diesem Glauben haben die Alten Zeugnis von Gott empfangen. Durch den Glauben erkennen wir, daß die Welt durch Gottes Wort gemacht ist, daß alles, was man sieht, aus nichts geworden ist.

Durch den Glauben hat Abel ein besseres Opfer gebracht als Kain. Durch den Glauben wurde Henoch hinweggenommen, daß er den Tod nicht sähe. Durch den Glauben hat Noah Gott geehrt und die Arche zubereitet zur Rettung seines Hauses, als er ein göttliches Wort empfing über das, was man noch nicht sah.

Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen ward, auszugehen in das Land, das er ererben sollte; durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheißenen Land als in einem fremden und wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung. Durch den Glauben empfing auch Sara Kraft, daß sie schwanger wurde und gebar ein Kind, obwohl sie schon so alt war.

 

Durch den Glauben opferte Abraham den Isaak, als er versucht wurde, und gab dahin den einzigen Sohn, obwohl er schon die Verheißungen empfangen hatte, aus ihm werde ein großes Volk werden. Durch den Glauben segnete Isaak den Jakob und Esau, auf das hin, was erst kommen sollte. Durch den Glauben segnete Jakob beide Söhne Josephs. Durch den Glauben redete Joseph vom Auszug der Kinder Israel.

Durch den Glauben wurde Mose nach seiner Geburt drei Monate verborgen von seinen Eltern.

Durch den Glauben wollte Mose, als er groß wurde, nicht mehr der Sohn der Tochter des Pharao sein und wollte lieber mit seinem Volk Gottes Unterdrückung leiden. Durch den Glauben verließ er Ägypten und fürchtete nicht des Königs Grimm; denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er ihn. Durch den Glauben gingen sie durchs Rote Meer wie durch trockenes Land. Durch den Glauben fielen die Mauern Jerichos, da sie sieben Tage um sie herumgegangen waren.

Und was soll ich mehr sagen? Die Zeit würde mir zu kurz, wenn ich erzählen sollte von Gideon und Barak und Simson und Jephthah und David und Samuel und den Propheten, die durch den Glauben Königreiche bezwungen haben, Gerechtigkeit gewirkt, Verheißungen erlangt, der Löwen Rachen verstopft und des Feuers Kraft ausgelöscht. Sie sind des Schwertes Schärfe entronnen, sind kräftig geworden aus der Schwachheit, sind stark geworden im Streit und haben fremde Heere zum Weichen gebracht.

Diese alle haben durch den Glauben das Zeugnis Gottes empfangen und doch nicht empfangen, was verheißen war, weil Gott etwas Besseres für uns vorgesehen hat, daß sie nicht ohne uns vollendet würden (Hebr 11, stark gekürzt).

 

Der Glaubensweg der Christen:

Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so laßt auch uns ablegen alle Last und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und laßt uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns verordnet ist und aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens. Er hätte Freude haben können, aber erduldete das Kreuz und achtete der Schande nicht und hat sich gesetzt auf die rechte Seite des Thrones Gottes. Denkt  an den, der ein solches Widersprechen von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht matt werdet und in eurem Mut ablaßt.

Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden in den Kämpfen gegen die Sünde und habt bereits den Trost vergessen, der zu euch redet, als wärt ihr Kinder. Gott erzieht euch, wenn ihr dulden müßt. Er begegnet euch als Kindern, denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt? Wenn ihr ohne Züchtigung bleibt, so seid ihr Uneheliche und nicht Kinder. Alle Züchtigung aber scheint uns nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein. Aber danach wird sie geben eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübt sind.

Darum richtet wieder auf die lässigen Hände und die müden Knie und tut gewisse Tritte mit euren Füßen, daß nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde. Jagt dem Frieden nach gegen jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird, und seht darauf, daß nicht jemand Gottes Gnade versäume. Denn ihr seid nicht gekommen zu dem Berge, den man anrühren konnte und der mit Feuer brannte, sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, und zu der Gemeinde der Erstgeborenen, die im Himmel angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter über alle, und zu Jesus, dem Mittler des neuen Bundes.

Seht zu, daß ihr den nicht abweist, der da redet. Denn wenn jene nicht entflohen sind, die ihn abwiesen, als er auf Erden redete, viel weniger werden wir, wenn wir den abweisen, der vom Himmel redet. Darum, weil wir empfangen haben ein unbewegliches Reich,  laßt uns dankbar sein und Gott dienen, ihm zu gefallen, mit Zucht und Furcht, denn unser Gott ist ein verzehrendes  Feuer (Hebr 12,1-29).

 

Abschließende Ermahnungen an müde gewordene Christen:

Bleibt fest in der brüderlichen Liebe. Gastfreundlich zu sein vergeßt nicht, denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt. Denkt an die Gefangenen und Betrübten. Die Ehe soll ehrlich gehalten werden bei allen und das Ehebett unbefleckt. Der Wandel sei ohne Geldgier, und laßt euch genügen an dem, was da ist. Denkt an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben, schaut ihr Ende an und folgt ihrem Glauben nach. Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Laßt euch nicht durch mancherlei und fremden Lehren umtreiben. Denn es ist ein köstliches Ding, daß das Herz fest werde, aber das geschieht durch die Gnade, nicht durch Speisen, davon keinen Nutzen haben, die damit umgehen.

Jesus hat gelitten draußen vor dem Tor. So laßt uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. So laßt uns nun allezeit opfern durch ihn das Lobopfer für Gott, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.  Wohlzutun und mitzuteilen vergeßt nicht, denn solche Opfer gefallen Gott wohl.

Gehorcht euren Lehrern im Glauben und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen, weil sie Rechenschaft dafür geben sollen, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen. Betet für uns. Unser Trost ist der, daß wir ein gutes Gewissen haben und bemühen uns, einen guten Wandel zu führen bei allen.

Der Gott aber des Friedens, der von den Toten ausgeführt hat unsern Herrn Jesus, den großen Hirten der Schafe, der mache euch tüchtig zu allem guten Werk, zu tun seinen Willen, und schaffe in euch, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus. Ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Die Gnade sei mit euch allen! Amen (Hebr 13, gekürzt).

 

 

 

Jakobusbrief:

 

[Weil der Brief selbst nur sehr wenige verwertbare Angaben enthält, sind Autorschaft und Entstehungszeit innerhalb der christlichen Bibelwissenschaft umstritten. Vor allem zwei Auffassungen werden vertreten.

1. Frühe Entstehung durch Jakobus den Gerechten:

Der Verfasser nennt sich Jakobus, ein Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus. Da weitere Namenszusätze oder Selbstbeschreibungen fehlen, hat dieser Jakobus keinerlei weitere Einführung gebraucht. Jakobus der Ältere, ein Begleiter Jesu, hätte sich wahrscheinlich als Apostel zu erkennen gegeben; Jakobus der Gerechte, der Bruder oder Cousin Jesu und zweite bedeutende Jakobus seiner Zeit wird daher traditionell als Verfasser angenommen. Konservative Autoren sehen das durch äußere und innere Hinweise bestätigt.

Eine Autorschaft durch Jakobus den Gerechten bedingt ein Entstehungsdatum vor dessen Tod im Jahre 62, der unabhängig von Josephus und Eusebius von Caesarea überliefert ist. Damit wäre der Jakobusbrief eine der ältesten Schriften im Neuen Testament. Inhaltlich wird diese Datierung durch eine starke Verwurzelung in jüdischen Traditionen gestützt. Am ehesten müßte der Brief dann vor dem Apostelkonzil (etwa 48 nach Christus) entstanden sein, weil das dort verhandelte Thema der Aufnahme von Christen nicht-jüdischer Tradition (Heidenchristen) im Jakobusbrief keine Rolle spielt

2. Später entstandene pseudepigraphische Schrift:

Historisch-kritische Theologen halten den Jakobusbrief überwiegend für eine späte pseudepigraphische Schrift. Der Autor nannte sich in diesem Falle entweder Jakobus, um dem Brief dessen Autorität zu geben, oder weil der Verfasser sich als in der theologischen Schule des Jakobus stehend verstand. Denkbar ist auch die völlige Unabhängigkeit von den beiden genannten Namensträgern, da Jakobus als latinisierte Form des Namens Jakov auf den alttestamentlichen Stammvater verweist und im Judentum keine Seltenheit hatte.

Als Gründe gegen die Autorschaft des „Herrenbruders“ Jakobus werden genannt:

-  das gute Griechisch, das einem einfachen Juden aus Palästina kaum zuzutrauen ist,

-  das Fehlen von Themen, die nach anderen Quellen vom historischen Jakobus zu erwarten wären (Verhältnis von Juden- und Heidenchristen, Einhaltung der jüdischen Ritual- und Speisegebote usw.),

-  die Erwähnung von „Lehrern“ und „Ältesten“ als festliegende Ämter in den Gemeinden, die so erst am Ende des ersten Jahrhunderts nach Christus gegeben war,

-  die späte Aufnahme des Briefes in die Schriften des Neuen Testaments, die als Hinweis darauf gelten kann, daß die geforderte Verfasserschaft durch einen Apostel umstritten war.

Die Mehrheit der Autoren, die den Jakobusbrief als pseudepigraphisch ansehen, datiert ihn um 100 nach Christus. Das älteste erhaltene Zitat des Jakobusbriefes findet sich im 3.  Jahrhundert bei Origenes.

Der Brief richtet sich an „die zwölf Stämme in der Zerstreuung“, eine traditionell jüdische Ausdrucksweise aus der Zeit des zweiten Tempels. Mehrfach wird darin die grundlegende Bedeutung des „Gesetzes“ betont. Dieses Gesetz wird weitgehend als das jüdische Gesetz  verstanden. Hier, und auch im weiteren Verlauf des Briefs wird deutlich, daß Schreiber und Empfänger in jüdischer Tradition stehen.  Gleichzeitig ist jedoch ersichtlich, daß es sich bei den Empfängern um Christen handelt.

Der Schreiber betont die Bedeutung einer einwandfreien Lebensführung. Er verurteilt eine formelle Frömmigkeit, die sich im Befolgen von Zeremonien erschöpft, und setzt dieser eine innere Reinheit entgegen. Weiter spricht er sich gegen Falschheit, Eigenlob sowie Habgier und Unterdrückung der Armen aus. Eine der wichtigen Lehren des Briefes ist Geduld in der Versuchung, in guten Taten, wenn provoziert, wenn unterdrückt oder verfolgt wird. Die Geduld werde belohnt werden, wenn Jesus bei seiner Wiederkunft ein gerechtes Urteil sprechen wird.

 

Vergleich zur paulinischen Theologie:

Schon früh wurde von christlichen Kommentatoren erkannt, daß der Jakobusbrief stellenweise in Wortlaut und Theologie den Briefen des Paulus entgegensteht (Römerbrief, Galaterbrief). Martin Luther empfand diesen Gegensatz so schwerwiegend, daß er die Aufnahme des Jakobusbriefs (eine „stroherne Epistel“) in die neutestamentlichen Schriften hinterfragte und den Jakobusbrief vor dem Judasbrief und der Offenbarung fast ans Ende des Neuen Testaments plazierte. Dort findet er sich im Gegensatz zu beinahe allen anderen Bibelübersetzungen auch noch in der revidierten Luther-Bibel von 1984.

Die entscheidenden Verse sind Jak 2,14–20 sowie 2,24, wo Jakobus die Bedeutung guter Taten zur Heilsgewinnung betont und einen Glauben ohne entsprechende Handlungen ablehnt. Dagegen betont Paulus im Römerbrief, daß der Glauben unabhängig von der Befolgung der Gesetze und unabhängig von guten Handlungen wesentlicher sei. Die Bedeutung des Glaubens an Jesus Christus wird ebenfalls im Galaterbrief ausdrücklich hervorgehoben. Paulus stellt an anderer Stelle allerdings auch die aus dem Glauben sich ergebenden ethischen Folgen dar. Der Gegensatz dieser beiden Positionen läßt sich auf die Extrempositionen „Ein Glaube ohne Taten ist wertlos“ (Jakobus) und „Der Glaube alleine bringt das Heil“ (Paulus) zuspitzen.

Eine Reihe christlicher Kommentatoren lösen diesen Widerspruch, indem sie beide Darstellungen als zwei Seiten der Rechtfertigung des Sünders vor Gott darstellen. Paulus betont  die auch durch Taten nicht verdienbare Gnade Gottes, während Jakobus den gottgemäßen Lebensstil (Heiligung) betont, der eine natürliche Folge des Glaubens ist.

Eine alternative Lösung besteht darin, daß Jakobus die Rechtfertigung des Christen vor anderen Menschen im Auge hat, während Paulus den Menschen vor Gott gerechtfertigt sehen will. Man verweist auch darauf, daß Paulus von Werken des (jüdischen) Gesetzes, Jakobus aber von Taten der Nächstenliebe gesprochen habe, die auch Paulus für notwendigen Ausdruck des Glaubens halte.

 

 

Skeptiker sehen den Brief dagegen als Zeugnis einer Spannung in der frühen Kirche zwischen ursprünglich jüdischen und ursprünglich nicht-jüdischen Christen. Während Jakobus der Einhaltung des jüdischen Gesetzes Vorrang gebe, entwickele Paulus eine Theologie der Rechtfertigung vor Gott, die den Glauben voranstelle. Ein vergleichbarer Konflikt findet sich auch in der Apostelgeschichte, wo die Einhaltung der jüdischen Gesetze durch nicht-jüdische Christen zur Diskussion stand. Auch hier findet sich eine Auseinandersetzung zwischen Jakobus (stellvertretend für die Jerusalemer Kirche) und Paulus (stellvertretend für die Heidenchristen), die auf dem Apostelkonzil zu Gunsten der paulinischen Position entschieden wurde.

Wieder andere Kommentatoren verweisen darauf, daß Jakobus und die von ihm angesprochenen Gemeinden die entsprechenden Abschnitte von Paulus wohl gekannt haben müssen, da diese sehr genau aufgenommen werden. Jakobus reagiert nach diesem Verständnis auf den Mißbrauch der Rechtfertigungslehre durch Gemeinden, die den sozialen Anspruch des Evangeliums unter verkürzter Berufung auf Paulus ignorieren].

 

Bewährung in der Versuchung:

Jakobus, ein Diener Gottes und des Herrn Jesu Christi, an die zwölf Stämme in der Zerstreuung, Freude zuvor! Meine lieben Brüder, seht es für lauter Freude an, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallt, und wißt, daß euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld wirkt. Die Geduld aber soll ihr Werk tun bis ans Ende, damit ihr vollkommen seid und ohne Tadel  und  kein Mangel an euch sei.

Wenn es aber jemand unter euch an Weisheit mangelt, der bitte Gott, der gern gibt jedermann und allen mit Güte begegnet, so wird sie ihm gegeben werden. Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht. Denn wer zweifelt, der ist wie die Meereswoge, die vom Winde getrieben und bewegt wird. Ein solcher Mensch denke nicht, daß er etwas von dem Herrn empfangen werde.

Ein Zweifler ist unbeständig in allen seinen Wegen.

Ein Christ aber, der niedrig ist, rühme sich seiner Höhe, und der reich ist, rühme sich seiner Niedrigkeit, denn wie eine Blume des Grases wird er vergehen. Die Sonne geht auf mit der Hitze, und das Gras verwelkt, und seine Blume fällt ab, und seine schöne Gestalt verdirbt: so wird der Reiche in seinen Wegen verwelken.

Glückselig zu preisen ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn liebhaben.

 Niemand sage, wenn er versucht wird, daß er von Gott versucht werde. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand, sondern jeder wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird.

 Danach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie die Sünde. Die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert sie den Tod. Irret nicht, liebe Brüder.

Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung noch Wechsel des Lichtes und der Finsternis ist.

Er hat uns geschaffen nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, auf daß wir wären Erstlinge seiner Geschöpfe (Jak 1,2-18).

 

Täter des Wortes, nicht nur Hörer:

Wißt, liebe Brüder, ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden und langsam zum Zorn. Denn des Menschen Zorn tut nicht, was vor Gott recht ist. Darum legt ab alle Unsauberkeit und alle Bosheit und nehmet das Wort an mit Sanftmut, das in euch gepflanzt ist, das eure Seelen selig machen kann.

Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein, sonst betrügt ihr euch selbst. Denn wenn jemand ein Hörer des Worts ist und nicht ein Täter, der ist gleich einem Mann, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschaut, aber nachdem er sich beschaut hat, geht er davon und vergißt von Stunde an, wie er gestaltet war. Wer aber durchschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darin beharrt und ist nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Täter, der wird selig sein in seiner Tat.

Wenn jemand unter euch meint, er diene Gott, und hält seine Zunge nicht im Zaum, sondern täuscht sein Herz, dessen Gottesdienst gilt nichts. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der: Die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich von der Welt unbefleckt halten (Jak 1,19-27).

 

Kein Ansehen der Person:

Liebe Mitchristen, haltet den Glauben an Jesus Christus frei von allem Ansehen der Person. Denn wenn in eure Versammlung käme ein Mann mit einem goldenen Ring und mit einem herrlichen Gewand, und es käme aber auch ein Armer in einem unsauberen Gewand, und ihr sähet auf den, der das herrliche Gewand trägt, und sprächet zu ihm: „Setze du dich her an die beste Stelle!“und sprächet zu dem Armen: „Stehe du dort!“ oder: „Setze dich her zu meinen Füßen!“ Ist es recht, daß ihr einen solchen Unterschied macht und richtet nach argen Gedanken?

Hört zu, meine lieben Mitchristen! Hat nicht Gott erwählt die Armen auf dieser Welt, daß sie am Glauben reich sind und Erben der Herrschaft, die er denen verheißen hat, die ihn liebhaben? Ihr aber habt dem Armen Unehre getan. Sind es nicht die Reichen, die Gewalt an euch üben und ziehen euch vor Gericht? Ziehen sie nicht den guten Namen in den Schmutz, nach dem ihr genannt seid?

Ihr tut wohl, wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt, wie es in der heiligen Schrift steht, nämlich „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ Wenn ihr aber die Person ansehet, tut ihr Sünde und werdet vom Gesetz als Übertreter überführt. Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt an einem Punkt, der ist ganz schuldig an ihm geworden. Denn der gesagt hat: „Du sollst nicht ehebrechen!“der hat auch gesagt: „Du sollst nicht töten!“ Wenn du nun nicht ehebrichst, tötest aber, bist du ein Übertreter des Gesetzes. Redet so  und handelt so wie Leute, die durchs Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen.  Es wird aber ein unbarmherziges Gericht über den ergehen, der nicht Barmherzigkeit getan hat. Und die Barmherzigkeit rühmt sich gegen das Gericht (Jak 2,1-13)

 

Glaube und Werke:

Was hilft es, wenn jemand sagt, er habe den Glauben, und hat doch keine Werke? Kann auch der Glaube ihn selig machen? Wenn aber Mitchrist bloß wäre und Mangel hätte an der täglichen Nahrung, und jemand unter euch spräche zu ihnen: „Gehet hin in Frieden! Wärmt euch und sättiget euch!“ ihr gäbet ihnen aber nicht, was der Leib nötig hat, was hülfe ihnen das?

So ist es auch mit dem Glauben: Wenn er nicht Werke hat, ist er tot an sich selber.

Aber es könnte jemand sagen: „Du hast den Glauben, und ich habe die Werke. Zeige mir deinen Glauben ohne die Werke, so will ich dir meinen Glauben zeigen aus meinen Werken!“  Du glaubst, daß nur einer Gott ist? Du tust wohl daran, denn die Teufel glauben es auch und zittern.

Willst du aber erkennen, du törichter Mensch, daß der Glaube ohne Werke tot sei? Ist nicht Abraham, unser Vater, durch die Werke gerecht geworden, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte? Da siehst du, daß der Glaube mitgewirkt hat an seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen geworden.

 

Dadurch wurde die Schrift erfüllt, die spricht: „Abraham hat Gott geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden!“ und er wurde ein Freund Gottes geheißen. So seht ihr nun, daß der Mensch durch Werke gerecht wird, nicht durch den Glauben allein. Ist nicht die Hure Rahab durch die Werke gerecht geworden, als sie die Boten Israels aufnahm und ließ sie auf einem anderen Weg hinaus? [Josua 2]. Denn wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot (Jak  2,14-26).

 

Die Sünden der Zunge:

Liebe Mitchristen, es bilde sich nicht jedermann ein, daß er ein Lehrer im Glauben ist, sondern bedenkt, daß wir Lehrer  ein strengeres Urteil empfangen werden. Denn wir machen viele Fehler. Wer aber auch beim Wort keinen Fehler macht, der ist ein vollkommener Mann und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten.

Siehe, die Pferde halten wir in Zäumen, daß sie uns gehorchen, und wir lenken ihren ganzen Leib. Siehe, die Schiffe, ob sie wohl so groß sind und von starken Winden getrieben werden, werden sie doch gelenkt mit einem kleinen Ruder, wo der hin will, der das Schiff regiert. So ist auch die Zunge ein kleines Glied und richtet große Dinge an. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen Wald zündet es an! Und die Zunge ist auch ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. So ist auch die Zunge unter unseren Gliedern und befleckt den ganzen Leib und zündet den ganzen Lebenskreis an und ist selbst von der Hölle entzündet.

Denn die Natur aller Tiere und der Vögel und der Schlangen und der Meerwunder wird gezähmt und ist gezähmt von der menschlichen Natur. Aber die Zunge kann kein Mensch zähmen, das unruhige Übel, voll tödlichen Giftes. Durch sie loben wir Gott, den Vater, und durch sie fluchen wir den Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind. Aus einem Mund geht Loben und Fluchen. Es soll, liebe Mitchristen, nicht so sein. Läßt eine Quelle aus einem Loch Süßes und Bitteres fließen? Kann auch ein Feigenbaum Ölbeeren oder ein Weinstock Feigen tragen? So kann auch eine Quelle nicht salziges und süßes Wasser geben (Jak 3,1-12).

 

Die Weisheit von oben und von unten:

 Wer ist weise und klug unter euch? Der erzeige mit seinem guten Wandel seine Werke in der Sanftmut und Weisheit. Habt ihr aber bitteren Neid und Zank in eurem Herzen, so rühmt euch nicht und lügt nicht gegen die Wahrheit. Das ist nicht die Weisheit, die von oben herab kommt, sondern sie ist irdisch, menschlich und teuflisch. Denn wo Neid und Zank ist, da ist Unordnung und allerlei böses Ding. Die Weisheit aber von oben her ist zuerst keusch, danach friedlich, gelinde, läßt sich etwas sagen, voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch, ohne Heuchelei. Die Frucht aber der Gerechtigkeit wird gesät im Frieden denen, die den Frieden halten (Jak 3,13-18),

 

Freundschaft mit der Welt ist Feindschaft mit Gott:

Woher kommen Streit und Krieg unter euch? Kommen sie nicht aus euren Lüsten, die in euren Gliedern streiten? Ihr seid begierig, und erlangt es damit nicht: Ihr mordet und neidet, und gewinnt damit nichts. Ihr streitet und kämpft. Ihr habt nichts, weil ihr nicht bittet. Ihr bittet und empfangt nicht, weil ihr übel bittet, weil ihr es mit euren Lüsten verzehren wollt. Ihr Abtrünnigen, wißt ihr nicht, daß die Freundschaft der Welt die Feindschaft gegen Gott ist? Wer der Freund der Welt sein will, der wird Gottes Feind sein.

 

 

Meint nicht, die Schrift sage umsonst: „Der Geist, den Gott in uns hat wohnen lassen, begehrt und eifert!“ Er gibt aber umso reichlicher Gnade. Darum sagt sie: „Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade!“ So seid nun Gott untertan. Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch. Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reiniget die Hände, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, ihr Wankelmütigen.

Werdet eures Elends inne und tragt Leid und weinet. Euer Lachen verkehre sich in Weinen und eure Freude in Traurigkeit. Demütiget euch vor dem Herrn, so wir er euch erhöhen. Redet euch untereinander nichts nach, liebe Mitchristen. Wer seinem Mitchristen etwas nachredet und richtet seinen Mitchristen, der verlästert das Gesetz und richtet das Gesetz. Richtest du aber das Gesetz, so bist du nicht ein Täter des Gesetzes, sondern ein Richter. Es gibt nur einen einzigen Gesetzgeber, der kann selig machen und verdammen. Wer bist du, der du einen andern richtest?  (Jak 4,1-13).

 

Der Christ vor der Zukunft:

Wohlan nun, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir gehen in die oder die Stadt und wollen ein Jahr da liegen und Handel treiben und gewinnen. Ihr wißt nicht, was morgen sein wird. Denn was ist euer Leben? Ein Dampf ist es, der eine kleine Zeit währt, danach aber verschwindet er.

Dafür solltet ihr sagen: Wenn der Herr will und wir leben, wollen wir dies und das tun

[Dies ist die berühmte „Bedingung des Jakobus“. In Briefen schreibt man manchmal, wenn man einen Plan mitteilt: „s.c.j. =  „sub conditione jacobi“ (unter der Bedingung des Jakobus). Mehrere der aktuellen Bibelübersetzungen formulieren hier „So Gott will, werden wir leben und dies und das tun“]. Nun aber rühmt ihr euch in eurem Übermut. All solches Rühmen ist böse. Wer nun weiß Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde (Jak 4,13-17).

 

Das Gericht über die Reichen:

Wohlan nun, ihr Reichen, weint und heult über euer Elend, das über euch kommen wird!

Euer Reichtum ist verfault, eure Kleider sind von Motten zerfressen. Euer Gold und Silber ist verrostet, und sein Rost wird gegen euch Zeugnis geben und wird euer Fleisch fressen wie ein Feuer. Ihr habt euch Schätze gesammelt am Ende der Tage. Siehe, der Lohn eurer Arbeiter, den ihr ihnen vorenthalten habt, der schreit, und das Rufen der Schnitter ist gekommen vor die Ohren des Herrn Zebaoth. Ihr habt wohlgelebt auf Erden und eure Lust gehabt und eure Herzen geweidet am Schlachttag. Ihr habt verurteilt den Gerechten und getötet, und er hat euch nicht widerstanden (Jak 5,1-6).

 

Geduldiges Ausharren:

So seid nun geduldig, liebe Mitchristen, bis zum Tag, an dem der Herr kommt. Siehe, ein Ackermann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und ist geduldig darüber, bis er empfange den Frühregen und den Spätregen. Seid ihr auch geduldig und stärket eure Herzen, denn der Herrn kommt bald. Seufzt nicht gegeneinander, liebe Mitchristen, damit ihr nicht verdammt werdet. Siehe, der Richter ist vor der Tür. Nehmt, meine lieben Mitchristen, zum Vorbild des Leidens und der Geduld die Propheten, die geredet haben im Namen des Herrn. Siehe, wir preisen selig, die erduldet haben. Von der Geduld Hiobs habt ihr gehört, und habt gesehen, wie es der Herr hinausgeführt hat, denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer.

Vor allen Dingen aber, meine Mitchristen, schwöret nicht, weder bei dem Himmel noch bei der Erde noch mit einem andern Eid. Es sei aber euer „Ja“ ein „Ja“ und „Nein“ sei „Nein“, damit ihr nicht unter das Gericht fallt (Jak 5,7-12).

 

Gebet für die Kranken

Leidet jemand unter euch, der bete. Ist jemand gutes Muts, der singe Psalmen. Ist jemand krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, daß sie über ihm beten und salben ihn mit Öl in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten. Und wenn er hat Sünden getan hat, werden sie ihm vergeben sein.

Bekennt einer dem andern seine Sünden und betet füreinander, daß ihr gesund werdet. Das Gebet des Gerechten vermag viel, wenn es ernsthaft ist.

Elia war ein schwacher Mensch wie wir. Und er betete ein Gebet, daß es nicht regnen sollte, und es regnete nicht auf Erden drei Jahre und sechs Monate. Und er betete noch einmal, und der Himmel gab den Regen, und die Erde brachte ihre Frucht. Liebe Mitchristen, so jemand unter euch abirren würde von der Wahrheit, und jemand bekehrte ihn, der soll wissen, daß, wer den Sünder bekehrt hat von dem Irrtum seines Weges, der wird dessen  Seele vom Tode erretten und wird bedecken eine Menge von Sünden (Jak 5,19-20).

 

 

 

Judasbrief

 

Judas, ein Diener Jesu Christi, ein Bruder aber des Jakobus, an die Berufenen, die geliebt sind in Gott und bewahrt in Jesus Christus. Gott gebe euch viel Barmherzigkeit und Frieden und Liebe!

Ihr Lieben, nachdem ich vorhatte, euch von unser aller Heil zu schreiben, hielt ich es für nötig, euch in meinem Brief zu ermahnen, daß ihr für den Glauben kämpft, der ein für allemal den Heiligen übergeben ist. Denn es haben sich einige Menschen eingeschlichen, für die schon längst das Urteil geschrieben ist: Sie sind Gottlose, mißbrauchen die Gnade unsres Gottes für ihre Lüste und verleugnen unsern einzigen Herrscher und Herrn Jesus Christus.

Ich will euch aber erinnern an etwas, das ihr dies ja schon wißt: Der Herr hat einerseits dem Volk aus Ägypten geholfen, aber das andere Mal brachte er die um, die nicht glaubten.

Auch die Gottesboten, die ihre himmlische Stellung nicht bewahrten, sondern verließen ihre himmlische Wohnung, hat er mit ewigen Banden in der Finsternis behalten für das Gericht des großen Tages.

Auch die Menschen in Sodom und Gomorra und den umliegenden Städte sind ein Beispiel und leiden die Pein des ewigen Feuers. Ihnen gleich sind auch diese Träumer, die ihr Fleisch beflecken, die Herrschaft aber verachten und die Majestäten lästern. Der Erzengel Michael aber, als er mit dem Teufel stritt und mit ihm redete über den Leichnam des Mose, hat es nicht gewagt, gegen ihn ein lästerliches Urteil zu fällen, sondern er sprach: Der Herr strafe dich!

Diese aber lästern alles, davon sie nichts wissen. Was sie aber von Natur kennen wie die unvernünftigen Tiere, daran verderben sie.

Weh ihnen! Denn sie gehen den Weg Kains und fallen in den Irrtum des Bileam um Gewinnes willen und kommen um in dem Aufruhr Korahs. Diese Schandtäter prassen bei euren Liebesmahlen ohne Scheu und weiden sich selbst.

Sie sind Wolken ohne Wasser, vom Wind umgetrieben, kahle, unfruchtbare Bäume, zweimal abgestorben und ausgewurzelt, wilde Wellen des Meeres, die ihre eigene Schande ausschäumen, unstete Sterne, denen das Dunkel der Finsternis in Ewigkeit bleibt. Von ihnen hat auch geweissagt Henoch, der siebte Mensch nach Adam, und gesprochen: „Siehe, der Herr kommt mit vielen tausend Heiligen, Gericht zu halten über alle und zu strafen alle Gottlosen wegen aller Werke ihres gottlosen Wandels, womit sie gottlos gewesen sind, und wegen all des Frechen, das die gottlosen Sünder gegen ihn geredet haben!“

Diese murren und hadern mit ihrem Geschick, aber leben dabei nach ihren Lüsten. Ihr Mund redet stolze Worte, aber um des Nutzens willen achten sie auf das Ansehen der Person. Ihr aber, meine Lieben, erinnert euch an die Worte, die zuvor gesagt sind von den Aposteln unsers Herrn Jesus Christus, als sie euch sagten, daß zu der letzten Zeit Spötter sein werden, die nach ihren eigenen gottlosen Lüsten ihr Leben führen. Diese sind es, die Spaltungen hervorrufen, irdisch gesinnte Menschen, die den Geist nicht haben.

Ihr aber, meine Lieben, erbaut euch auf euren allerheiligsten Glauben, betet im Geist Gottes und erhaltet euch in der Liebe Gottes, und wartet auf die Barmherzigkeit unsers Herrn Jesus Christus zum ewigen Leben. Und erbarmt euch über die, die zweifeln. Reißt sie aus dem Feuer und rettet sie. Der anderen erbarmt euch mit Furcht und haßt auch den Rock, der vom Fleisch befleckt ist.

Dem aber, der euch behüten kann vor dem Straucheln undunsträflich mit Freuden vor das Angesicht seiner Herrlichkeit stellen kann, dem Gott, unserm Heiland durch Jesus Christus, sei Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und zu aller Ewigkeit! Amen.

 

 

 

 

 

Katholische Briefe

 

1. Petrusbrief

 

[Die Forschung bezweifelt heute überwiegend, daß Petrus der Verfasser war, und zwar aus folgenden Gründen:

-  Der Stil des ersten Petrusbriefs ist Koine-Griechisch. Petrus selbst aber wird nicht allzu gut Griechisch gesprochen oder gar geschrieben haben.

-  Der Autor des ersten Petrusbriefs zitiert das Alte Testament zumeist nach der griechischen Übersetzung.

- Der Brief klingt zu wenig persönlich; auf die Jesusüberlieferung wird lediglich in traditioneller urchristlicher Sprache hingewiesen. Wenn Petrus den Brief geschrieben hätte, wäre zu erwarten, daß der Brief exklusive Kenntnisse eines Augenzeugen vermitteln würde.

- Es bestehen inhaltliche Verbindungen zwischen dem ersten Petrusbrief und den Paulusbriefen.

-  Der erste Vers setzt voraus, daß das Christentum in Kleinasien bereits in verschiedenen Gegenden Fuß gefaßt hat.

Einige katholische und evangelikale Theologen vermuten allerdings, daß Silvanus den Brief im Auftrag des Petrus geschrieben habe („Sekretärshypothese“). Bei Annahme der Echtheit entstand der Brief wahrscheinlich 63/64, bei Ablehnung der Echtheit schwanken die Angaben zwischen 80 und 120.

Der Brief ist offensichtlich an die Christen in der Zerstreuung in ganz Kleinasien gerichtet, nur die südlichen römischen Provinzen in Kleinasien werden nicht genannt. Einige Verse weisen auf Heidenchristen als Empfänger hin, eine aus Juden- und Heidenchristen gemischte Leserschaft wird deshalb aber nicht ausgeschlossen. Sie ist sogar wahrscheinlich, da es in Kleinasien viele Judenchristen gab].

 

Die lebendige Hoffnung der Christen

Petrus, ein Apostel Jesu Christi, an die Fremden in der Zerstreuung in Pontus, Galatien, Kappadozien, Asien und Bithynien, die erwählt sind nach der Bestimmung Gottes: Gott gebe euch viel Gnade und Frieden!

Gelobt sei Gott und der Vater unsers Herrn Jesu Christi, der uns nach seiner Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das behalten wird im Himmel, für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, daß sie offenbar werde zu der letzten Zeit.

Darüber freut euch, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in manchen Anfechtungen, damit euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde als das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewährt wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn nun offenbart wird Jesus Christus. Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb. Und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht, und freut euch mit herrlicher und unaussprechlicher Freude, die ihr das Ziel eures Glaubens erreicht, nämlich die Seligkeit der Seele.

Nach dieser Seligkeit haben gesucht und geforscht die Propheten, die von der Gnade geweissagt haben, die auf euch kommen sollte, und haben geforscht, worauf oder auf welche Zeit deutete der Geist Christi, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christus kommen sollten, und die Herrlichkeit danach. Ihnen ist es enthüllt, daß sie nicht sich selbst, sondern euch dienten mit dem, was euch nun verkündet ist durch die, die euch die frohe Botschaft verkündigt haben durch den Geist Gottes, der vom Himmel gesandt ist - was auch die Gottesboten zu schauen gelüstet (1.Petr 1,1-12).

 

Mahnung zu einem heiligen Leben

Darum legt einen Gürtel um die Lenden eures Gemüts, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird durch die Offenbarung Jesu Christi. Das tut als gehorsame Kinder, und bleibt nicht bei dem, was früher war, als ihr in Unwissenheit nach den Lüsten lebtet, sondern wie der, der euch berufen hat und heilig ist, seid auch ihr heilig in allem eurem Wandel.

 Und da ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person richtet nach dem Werk eines jeden, so führt euer Leben, solange ihr hier als Fremde lebt, mit Furcht, und wißt, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem eitlen Wandel nach der Weise der Väter, sondern durch das teure Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. Er wurde zwar zuvor auserwählt, ehe der Grund der Welt gelegt ward, aber offenbart ist er in den letzten Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubt an Gott, der ihn auferweckt hat von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, damit ihr Glauben und Hoffnung zu Gott haben möchtet.

Haltet rein eure Seelen im Gehorsam der Wahrheit zu ungefärbter Bruderliebe und habt euch untereinander herzlich lieb aus reinem Herzen, als die Wiedergeborenen, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da ewig bleibt.

So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle Nachrede. Seid begierig nach der vernünftigen reinen Milch wie die neugeborenen Kinder, damit ihr durch sie zunehmt zu eurem Heil, wenn ihr geschmeckt habt, daß der Herr freundlich ist, zu dem ihr gekommen seid als zu dem lebendigen Stein, der von Menschen verworfen ist, aber bei Gott ist er auserwählt und köstlich.

Und auch ihr, als die lebendigen Steine, baut euch zum geistlichem Haus und zur heiligen Priesterschaft, um geistliche Opfer zu opfern, die Gott angenehm sind durch Jesus Christus. Euch nun, die ihr glaubt, ist der Stein köstlich. Den Ungläubigen aber ist der Stein, den die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein geworden, ein Stein des Anstoßens und ein Fels des Ärgernisses. Denn sie stoßen sich an ihm, weil sie dem Wort nicht glauben, aber dazu sind sie ja auch bestimmt.

Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht. Ihr wart einst kein Volk, nun aber seid ihr Gottes Volk, und wenn ihr früher nicht in Gnaden wart, so seid nun aber in Gnaden (1. Petr 1,13 - 2,10).

 

Das Verhalten vor der Welt:

Liebe Mitchristen, ich ermahne euch als Fremdlinge und Pilger: Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, die gegen die Seele streiten, und führt einen guten Wandel unter den Andersgläubigen, damit die, die euch Böses nachreden, eure guten Werke sehen und Gott preisen, wenn er alles ans Licht bringt.

Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sei dem König, als dem Obersten, oder den Stadthaltern, die von ihm gesandt sind zur Strafe über die Übeltäter und zum Lob der Rechtschaffenen. Denn das ist der Wille Gottes, daß ihr mit gutenTaten den törichten Menschen das Maul stopft, als die Freien, und nicht, als hättet ihr die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit, sondern als die Diener Gottes. Tut Ehre jedermann, habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott, ehret den König!

Ihr Sklaven, seid untertan mit aller Furcht den Herren, nicht allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen. Denn das ist Gnade, wenn jemand vor Gott um des Gewissens willen das Übel erträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr wegen einer Missetat geschlagen werdet? Aber wenn ihr wegen guter Taten leidet und duldet, das ist Gnade bei Gott. Denn dazu seid ihr berufen, zumal auch Christus für euch gelitten hat und euch ein Vorbild gelassen hat, daß ihr sollt nachfolgen seinen Fußtapfen. Dieser hat keine Sünde getan hat, es ist auch kein Betrug in seinem Mund gefunden worden. Er hat nicht zurückgescholten, als er gescholten wurde, hat nicht gedroht, als er litt, sondern überließ alles dem, der recht richtet.

Er hat selbst an seinem Leib unsre Sünden hinaufgetragen auf das Holz des Kreuzes, damit wir -  der Sünde abgestorben - für die Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie die irrenden Schafe, nun aber seid ihr bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

Ebenso sollen die Frauen ihren Männern untertan sein, damit auch die, die nicht glauben an das Wort, durch das Verhaltend er Frauen ohne Wort gewonnen werden, wenn sie sehen, wie ihr in Reinheit und Gottesfurcht wandelt. Euer Schmuck soll nicht von außen sein mit Haarflechten und Goldschmuck oder Kleiderpracht, sondern der verborgene Mensch des Herzens im Schmuck des sanften und stillen Geistes. Das ist köstlich vor Gott. Desgleichen, ihr Männer, wohnt bei ihnen mit Vernunft und gebt dem weiblichen als dem schwächeren Werkzeug seine Ehre. Denn auch die Frauen sind Miterben der Gnade des Lebens, und eure Gebete dürfen nicht verhindert werden.

Endlich aber seid allesamt gleichgesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, freundlich. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, und wißt, daß ihr dazu berufen seid, den Segen zu erben.

Wer ist es, der euch schaden könnte, wenn ihr dem Guten nacheifert? Und wenn ihr auch leidet um der Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber nicht vor ihrem Trotzen und erschreckt nicht. Heiligt aber Gott den Herrn in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann, der von euch eine Begründung fordert für die Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmütigkeit und Gottesfurcht. Habt ein gutes Gewissen, damit die zuschanden werden, die euch als Übeltäter schlecht machen, weil sie euer gutes Leben in Christus geschmäht haben. Denn es ist besser - wenn es Gottes Wille ist - daß ihr wegen einer Wohltat leidet als wegen einer Übeltat (1. Petr 2,11 - 3,17, gekürzt).

 

Niederfahrt und Auffahrt Christi:

Auch Christus ist einmal für unsre Sünden gestorben, der Gerechte für die Ungerechten, damit er euch zu Gott führte. Er wurde getötet, was seinen Körper betrifft, aber er wurde lebendig gemacht im Geist. In diesem Geist ist er auch hingegangen und hat gepredigt den Geistern im Gefängnis, die damals nicht glaubten, als Gott noch Geduld hatte zu den Zeiten Noahs, als man die Arche ausrüstete, in der einige wenige - nämlich acht Menschen - gerettet wurden durchs Wasser hindurch.

Was jenen da widerfahren ist, das geschieht nun in der Taufe zu eurer Rettung. Denn in der Taufe wird nicht die Unreinigkeit am Fleisch abgetan, sondern wir bitten Gott, daß er uns ein gutes Gewissen schenke durch die Auferstehung Jesu Christi, der zur Rechten Gottes in den Himmel gefahren ist, und sind ihm untertan die Engel und die Gewaltigen und die Kräfte (1.Petr 3,18-22).

 

Leben und Leiden des Christen:

Weil nun Christus im Fleisch für uns gelitten hat, so wappnet euch auch mit demselben Sinn. Denn wer am Fleisch leidet, der hat aufgehört mit den Sünden, damit er in Zukunft nicht nach den Lüsten der Menschen lebe, sondern nach dem Willen Gottes. Denn es ist genug, daß ihr die vergangene Zeit des Lebens zugebracht habt nach der Art der Andersgläubigen, als ihr noch lebtet in Unzucht, Lüsten, Trunkenheit, Fresserei, Sauferei und greulichem Götzendienst.

Das befremdet sie dann zwar, daß ihr nicht mehr mit ihnen lauft in dasselbe wüste, unordentliche Wesen. Sie lästern, aber sie werden dem Rechenschaft geben müssen, der bereit ist, zu richten die Lebenden und die Toten. Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündet, damit sie zwar gerichtet werden nach der Weise der Menschen am Fleisch, aber nach Gottes Weise im Geist das Leben haben.

Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt untereinander eine brennende Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge. Seid gastfrei untereinander ohne Murren. Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes:

Wenn jemand redet, daß er es rede als Gottes Wort. Wenn jemand ein Amt hat, daß er es tue entsprechend dem Vermögen, das Gott gibt, damit in allen Dingen Gott gepriesen werde durch Jesus Christus. Dem sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

 

 

Ihr Lieben, wundert euch nicht über die Hitze, die euch begegnet, nicht befremden. Sie widerfährt euch, damit ihr versucht werdet. Das ist aber ganz normal. Freut vielmehr euch, daß ihr mit Christus leidet, damit ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben könnt.

Selig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet wegen des Namens Christi, denn der Geist Gottes ruht auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, aber bei euch ist er gepriesen. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder Übeltäter oder der in ein fremdes Amt greift. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht, sondern er ehre Gott mit diesem Namen.

Denn es ist Zeit, daß das Gericht anfange an dem Hause Gottes. Wenn aber zuerst an uns, was wird es für ein Ende werden mit denen, die der Botschaft Gottes nicht glauben? Und wenn der Gerechte kaum gerettet wird, wo will der Gottlose und Sünder erscheinen?  Darum: Die leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm als dem treuen Schöpfer ihre Seelen befehlen in guten Werken.

Die Ältesten unter euch ermahne ich als der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi: Weidet die Herde Christi, die euch befohlen ist nach Gottes Willen, nicht gezwungen, sondern willig, nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund, nicht als die über die Gemeinde herrschen, sondern werdet Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Oberhirte, die unverwelkliche Krone der Ehren empfangen. Ebenso ihr Jüngeren: Seid untertan den Ältesten. Allesamt aber seid untereinander untertan und haltet fest an der Demut.

Denn Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch. Seid nüchtern und wachet, denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest im Glauben, und wißt, daß die gleichen Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Ihm sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Durch euren treuen Mitchristen Silvanus habe ich euch ein wenig geschrieben, zu ermahnen und zu bezeugen, daß das die rechte Gnade Gottes ist, darin ihr steht. Es grüßen euch, die samt euch auserwählt sind in Babylon [gemeint ist wahrscheinlich Rom] und mein Sohn Markus. Grüßt euch untereinander mit dem Kuß der Liebe. Friede sei mit allen, die in Christus Jesus sind! Amen (1. Petr 4, - 5,14).

 

 

 

 

 

2. Petrusbrief

 

[In Theologie wird praktisch einhellig angenommen, daß der als Verfasser angegebene Symeon Petrus nicht der Verfasser ist. Die Hauptgründe dafür sind große stilistische Unterschiede zum ersten Petrusbrief, eine inhaltliche Abhängigkeit vom Judasbrief sowie die verzögerte Aufnahme des Briefes in die biblischen Schriften. Der Brief richtet sich an die gleichen Empfänger wie der erste Petrusbrief, also Christen in verschiedenen Gegenden von Kleinasien. Der Brief wird als eine der spätesten Schriften des Neuen Testaments angesehen und auf die erste oder sogar zweite Hälfte des zweiten Jahrhunderts datiert].

 

Wachstum der Erwählten

Simon Petrus, ein Diener und Apostel Jesu Christi, an alle, die mit uns denselben teuren Glauben überliefert bekamen in der Gerechtigkeit, die unser Gott gibt und der Heiland Jesus Christus: Gott gebe euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesu Christi, unsers Herrn! Alles, was zum Leben und göttlichen Wandel dient, hat uns seine göttliche Kraft geschenkt durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Kraft. Durch sie sind uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt, damit ihr dadurch Anteil erlangt an der göttlichen Natur, die ihr entronnen seid der verderblichen Lust in der Welt.

So wendet nun allen euren Fleiß daran und beweist in eurem Glauben Tugend und in der Tugend Erkenntnis  und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Gottesfurcht und in der Gottesfurcht brüderliche Liebe und in der brüderlichen Liebe die Liebe zu allen Menschen. Denn wenn das alles reichlich bei euch ist, werdet ihr nicht faul noch unfruchtbar sein in der Erkenntnis unsers Herrn Jesus Christus. Wer aber das nicht hat, der ist blind und tappt im Dunkeln und vergißt die Reinigung von seinen vorigen Sünden.

Darum, liebe Mitchristen, wendet umso mehr Fleiß an, eure Berufung und Erwählung festzumachen. Denn wenn ihr das tut, werdet ihr nicht straucheln, und dann wird euch reichlich gegeben werden der Eingang zu der ewigen Herrschaft unsers Herrn und Heilandes Jesus Christus.

Darum will ich es nicht unterlassen, euch allezeit daran zu erinnern, obwohl ihr es wißt und gestärkt seid in der Wahrheit. Ich achte es für recht, solange ich in dieser Hütte bin, euch zu erinnern und zu erwecken, denn ich weiß, daß ich meine Hütte bald verlassen muß, wie mir denn auch unser Herr Jesus Christus eröffnet hat. Ich will mich aber bemühen, daß ihr allezeit nach meinem Abscheiden dies im Gedächtnis halten könnt.

Denn wir sind nicht klugen Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und Zukunft unsers Herrn Jesus Christus. Vielmehr haben wir seine Herrlichkeit selber gesehen, als er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe!“ Und diese Stimme ist vom Himmel gekommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berg. Und wir haben desto fester das prophetische Wort, und ihr tut wohl, wenn ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint in einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.

[Hier wird angespielt auf die Erzählung von der „Verklärung Jesu auf einem Berg“ in Matthäus 17,5. Geht man von der bibelkritischen Voraussetzung aus, die kürzere Lesart sei die ursprünglichere, dann müßte man den zweiten Petrusbrief früher ansetzen als das Matthäusevangelium. Aus sprachlichen Gründen und auch wegen der großen Abhängigkeit des zweiten Petrusbriefs vom Matthäusevangelium an weiteren Stellen im Brief, muß davon ausgegangen werden, daß der Verfasser des zweiten Petrusbriefs das Matthäusevangelium vorliegen hatte. Dies jedoch ist mit Sicherheit nach dem Jahr 70 geschrieben. Der zweite Petrusbrief kann also nicht vom Apostel Petrus verfaßt worden sein].

Und das sollt ihr vor allem wissen, daß keine Weissagung in der Schrift geschieht aus eigener Auslegung. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben vom Geist Gottes haben Menschen im Namen Gottes geredet  (2. Petr 1,1-21).

 

 

 

Gericht über die Irrlehrer:

Es waren auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer im Glauben sein werden, die einführen werden verderbliche Sekten. Sie verleugnen den Herrn, der sie erkauft hat, und werden über sich selbst herbeiführen eine schnelle Verdammnis. Und viele werden nachfolgen ihrem zuchtlosen Leben. Wegen ihnen wird der Weg der Wahrheit verrufen werden. Und aus Habsucht werden sie mit erdichteten Worten an euch ihren Vorteil suchen.

Für sie steht das Urteil seit langem fest, und ihre Verdammnis schläft nicht. Denn Gott hat selbst die sündigen Gottesboten nicht verschont, sondern hat sie in finstere Höhlen hinabgestoßen und sie übergeben, daß sie zum Gericht behalten werden. Er hat nicht verschont die vorige Welt, sondern bewahrte allein Noah, den Prediger der Gerechtigkeit, mit sieben anderen und führte die Sintflut über die Welt der Gottlosen und hat die Städte Sodom und Gomorra zu Asche gemacht, umgekehrt und verdammt und damit ein Beispiel gesetzt den Gottlosen, die danach kommen würden. Und er hat errettet den gerechten Lot, dem die schändlichen Leute alles Leid taten mit ihrem unzüchtigen Leben. Denn der Gerechte unter ihnen mußte alles mit ansehen und hören und seine gerechte Seele von Tag zu Tage mit ihren ungerechten Werken quälen lassen.

Der Herr weiß die Frommen aus der Versuchung zu erretten, die Ungerechten aber zu behalten für den Tag des Gerichts, um sie zu peinigen, am meisten aber die, die leben nach dem Fleisch in der unreinen Lust, und die Herrschaft verachten: Frech und eigensinnig erzittern sie nicht, die Majestäten zu lästern, wo doch die Gottesboten,  die größere Stärke und Macht haben, kein lästerndes Urteil gegen sie fällen vor dem Herrn.

Aber sie sind wie die unvernünftigen Tiere, die von Natur dazu geboren sind, daß sie gefangen und geschlachtet werden. Sie lästern, was sie nicht kennen, und werden in ihrem verderblichen Wesen umkommen und auch den Lohn der Ungerechtigkeit noch verlieren. Ihre Freude ist Schlemmen am hellen Tag, sie sind schandbare Schandflecken und schwelgen in ihren Betrügereien, wenn sie mit euch prassen.

Sie haben Augen voll Ehebruch, werden die Sünde nicht satt, locken an sich die ungefestigten Seelen, haben ein Herz, das durchtrieben ist mit Habsucht, Kinder des Fluchs. Sie haben verlassen den richtigen Weg und gehen irre und folgen nach dem Wege Bileams, der den Lohn der Ungerechtigkeit liebte, der aber eine Strafe für seine Übertretung erhielt. Das stumme Lasttier redete mit Menschenstimme und wehrte der Torheit des Propheten.

Das sind Brunnen ohne Wasser und Wolken, die vom Windwirbel umhergetrieben werden. Ihr Teil ist die dunkelste Finsternis in Ewigkeit. Denn sie reden stolze Worte, hinter denen nichts ist, und reizen durch Unzucht zur fleischlichen Lust diejenigen, die recht entronnen waren denen, die im Irrtum wandeln, und verheißen ihnen Freiheit, obwohl sie selbst Sklaven des Verderbens sind. Denn von wem jemand überwunden worden ist, dessen Sklave ist er geworden.

Denn wenn sie durch die Erkenntnis des Herrn und Heilandes Jesus Christus entflohen sind dem Unrat der Welt, werden aber wieder von demselben betört und überwunden, dann ist es am Ende mit ihnen ärger geworden als zuvor. Denn es wäre ihnen besser, daß sie den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt hätten, als daß sie erkennen und sich abkehren von dem göttlichen Gebot, das ihnen gegeben ist.  Es ist ihnen widerfahren das wahre Sprichwort: „Der Hund frißt wieder, was er erbrochen hat!“ und: „Die Sau wälzt sich nach der Schwemme wieder im Kot!“ (2. Petr 2).

 

 

 

Die Wiederkunft Christi:

Dies ist der zweite Brief, den ich euch schreibe, ihr Lieben, in dem ich euch erinnere und erwecke euren reinen Sinn, daß ihr denkt an die Worte, die euch zuvor gesagt sind von den heiligen Propheten, und an unser Gebot, die wir sind Apostel des Herrn und Heilandes.

Wißt zuerst, daß in den letzten Tagen Spötter kommen werden, die nach ihren eigenen Lüsten leben, und sagen: „Wo bleibt die Verheißung seines Kommens? Denn nachdem die Väter gestorben sind, bleibt es alles, wie es von Anfang der Schöpfung gewesen ist!“

Sie wollen nicht wissen, daß der Himmel schon früher bestand durch Gottes Wort, dazu die Erde aus Wasser. Dennoch wurde damals die Welt von  der Sintflut verderbt.

So werden auch der heutige Himmel und die Erde werden durch sein Wort aufbewahrt, daß sie für das Feuer behalten werden auf den Tag des Gerichts und der Verdammnis der gottlosen Menschen.

Eins aber sei euch nicht verborgen, ihr Lieben, daß ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag. Der Herr verzögert nicht die Verheißung, wie es einige meinen. Sondern er hat Geduld mit uns und will nicht, daß jemand verloren werde, sondern daß jeder sein Leben ändere. Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb. Dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen, die Elemente werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke auf ihr werden verbrennen. Wenn  nun das alles so zergehen soll, wie müßt ihr da geschickt sein im heiligen Wandel und gottesfürchtigem Tun,

die ihr wartet und eilet zu der Ankunft des Tages des Herrn, an welchem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden! Wir aber warten auf einen neuen Himmels und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt (2. Petr 3,1-14).

 

Schlußmahnungen

Darum, meine Lieben, dieweil ihr darauf wartet, seid fleißig, daß ihr vor ihm unbefleckt und unsträflich im Frieden gefunden werdet. Und die Geduld unsers Herrn seht für eure Rettung an, wie auch unser lieber Mitchrist Paulus euch geschrieben hat, nach der Weisheit, die ihm gegeben ist, wie er auch in allen Briefen davon redet. In den Briefen sind einige Dinge schwer zu verstehen, die die Ungelehrigen und Ungefestigten verdrehen, wie sie es auch bei den andern Schriften, zu ihrer eigenen Verdammnis.

Ihr aber, meine Lieben, weil ihr das schon vorher wißt, so hütet euch, daß ihr nicht durch den Irrtum der ruchlosen Leute zusammen mit ihnen verführt werdet und entfallt eurem festen Stand. Wachst aber in der Gnade und Erkenntnis unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi. Dem sei Ehre nun und zu ewigen Zeiten! Amen (2. Petr 3,15-18).

 

 

1. Johannesbrief

 

[Der Brief ist wahrscheinlich Ende des ersten Jahrhunderts entstanden, spätestens aber bis zum Jahr 110. Er bespricht vor allem das Thema des rechten Glaubens und eines daraus zu entwickelnden Lebens, für das wiederum die Liebe ausschlaggebend sei. Die Rede vom Licht legt den johanneischen Ursprung nahe. Vielleicht gab es auch eine johanneische Schule und verschiedene Verfasser von Briefen und Evangelium.

Johannes wendet sich gegen die Gnosis“, eine damals weit verbreitete Weltanschauung, die ein starke Konkurrenz war für das Christentum. Johannes nimmt die Sprache der Gnosis teilweise auf, um Menschen für das Christentum zu gewinnen, die einen Hang nach dieser Lehre hatten.

Insgesamt wird der erste Johannesbrief aber als Mahnbrief gemeint gewesen sein, der sich gegen die Leugnung der Gottheit des Sohnes richtete: Er darf nicht Gott untergeordnet werden oder gar von einem Unterweltgott („Demiurg“) geschaffen sein. Vielleicht war hier die sogenannte Irrlehre des in Kleinasien tätigen Kerinth oder eines Ablegers gemeint, auch wenn die typischen kerinthischen Anschauungen fehlen].

 

Wandel im Licht:

Das was von Anfang war, das wir gehört haben, das wir gesehen haben mit unsern Augen, das wir beschaut haben und unsre Hände betastet haben, das verkünden wir euch, damit ihr mit uns Gemeinschaft habt, und unsre Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Das schreiben wir euch, damit unsre Freude vollkommen sei.

 Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkünden, daß Gott Licht ist und in ihm ist keine Finsternis.

Wenn wir sagen, daß wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Untugend. Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns  (1. Joh 1).

 

Christus der Versöhner:

Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündiget. Und auch wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, der gerecht ist: Jesus Christus ist die Versöhnung für unsre Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. aß wir ihn kennen, merken wir daran, daß wir seine Gebote halten.

Wer sagt: „Ich kenne ihn“ und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in dem ist keine Wahrheit. Wer aber sein Wort hält, in dem ist in der Tat die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, daß wir in ihm sind. Wer sagt, daß er in ihm bleibt, der soll auch leben, wie er gelebt hat (1.Joh 2,1-6).

 

Die Bruderliebe:

Mitchristen, ich schreibe euch nicht ein neues Gebot, sondern das alte Gebot, das ihr von Anfang gehabt habt. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr von Anfang gehört habt. Aber ich schreibe euch dennoch ein neues Gebot, das wahrhaftig ist bei ihm und bei euch. Denn die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint jetzt. Wer da sagt, er sei im Licht, und haßt seinen Bruder, der ist noch in der Finsternis. Wer seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht, und ist kein Ärgernis bei ihm. Wer aber seinen Bruder haßt, der ist in der Finsternis und lebt in der Finsternis und weiß nicht, wo er hin geht, denn die Finsternis hat seine Augen verblendet (1.Joh 2,7-11).

 

 

Absage an die Welt:

Ich schreibe euch Vätern, denn ihr kennt den, der von Anfang ist. Ich schreibe euch jungen Leuten, denn ihr seid stark, und das Wort Gottes bleibt bei euch und ihr habt den Bösen überwunden. Ich schreibe euch Kindern, denn ihr kennt den Vater und die Sünden sind euch vergeben durch seinen Namen.

Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebhat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist: des Fleisches Lust und der Augen Lust und hochmütiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt.  Die Welt vergeht mit ihrer Lust, wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit (1. Joh 2,12-17, am Anfang zusammengefaßt).

 

Scheidung von den falschen Christen:

Kinder, es ist die letzte Stunde! Ihr habt gehört, daß der Gegenchrist kommt. Deshalb sind nun viele Gegenchristen geworden. Daran erkennen wir, daß die letzte Stunde ist. Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben. Aber es sollte öffentlich werden, daß nicht alle von uns sind. Aber ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und wißt alles.

Ich habe euch nicht geschrieben, als wüßtet ihr die Wahrheit nicht, sondern ihr wißt sie und wißt, daß keine Lüge aus der Wahrheit kommt. Wer ist ein Lügner, wenn nicht der, der leugnet, daß Jesus der Christus sei? Das ist der Gegenchrist, der den Vater und den Sohn leugnet. Wer den Sohn leugnet, der hat auch den Vater nicht, wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater.

Was ihr nun gehört habt von Anfang, das bleibe bei euch. Wenn bei euch bleibt, was ihr von Anfang gehört habt, so werdet ihr auch bei dem Sohn und dem Vater bleiben. Und das ist die Verheißung, die er uns verheißen hat: das ewige Leben. Das habe ich euch geschrieben von denen, die euch verführen. Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt bei euch.

Ihr habt es nicht nötig, daß euch jemand lehre, sondern wie euch die Salbung alles lehrt, so ist es wahr und ist keine Lüge, und wie sie euch gelehrt hat, so bleibt bei ihm.

Und nun, Kinder, bleibt in ihm, damit wir Freude haben, wenn er offenbart wird, und nicht zu Schanden werden vor ihm, wenn er kommt. Wenn ihr wißt, daß er gerecht ist, so erkennt auch, daß von ihm geboren ist, wer recht tut (1. Joh 2,18-29).

 

Herrlichkeit der Gotteskindschaft:

Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater gezeigt, daß wir Gottes Kinder sollen heißen und es auch sind. Darum kennt euch die Welt nicht, denn sie kennt ihn nicht. Meine Lieben, wir sind nun Gottes Kinder. Aber es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, daß wir ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Ein jeder, der solche Hoffnung hat zu ihm, der reinigt sich, so wie er auch rein ist. Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht, und die Sünde ist das Unrecht. Und ihr wißt, daß er erschienen ist, damit er unsre Sünden wegnehme, und es ist keine Sünde in ihm. Wer in ihm bleibt, der sündigt nicht. Wer aber sündigt, der hat ihn nicht gesehen noch erkannt.

Kinder, laßt euch von niemand verführen! Wer recht tut, der ist gerecht, so wie er gerecht ist.

Wer Sünde tut, der ist vom Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre. Wer aus Gott geboren ist, der tut nicht Sünde, denn was er von Gott empfangen hat, das bleibt in ihm. Er kann nicht sündigen, denn er ist von Gott geboren.

Daran zeigt sich, wer die Kinder Gottes und wer die Kinder des Teufels sind. Denn das ist die Botschaft, die ihr gehört habt von Anfang, daß wir uns untereinander lieben sollen. Nicht wie Kain, der arg war und erwürgte seinen Bruder. Und warum erwürgte er ihn? Weil seine Werke böse waren, und die seines Bruders gerecht.

Wundert euch nicht, meine Mitchristen, wenn euch die Welt haßt. Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Menschen. Wer den Mitmenschen nicht liebt, der bleibt im Tod. Wer seinen Mitmenschen haßt, der ist ein Totschläger; und ihr wißt, daß ein Totschläger nicht das ewige bleibend Leben bei ihm hat. Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat. Und wir sollen auch das Leben für die Mitmenschen lassen. Wenn aber jemand dieser Welt Güter hat und sieht seinen Mitmenschen darben und schließt sein Herz vor ihm zu, wie bleibt die Liebe Gottes bei ihm?

Meine Kinder, laßt uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit. Wir erkennen, daß wir aus der Wahrheit sind, wenn uns unser Herz verdammt, daß dann Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge. Ihr Lieben, wenn uns unser Herz nicht verdammt, so haben wir eine Zuversicht gegenüber Gott, und was wir bitten, werden wir von ihm nehmen. Denn wir halten seine Gebote und tun, was ihm gefällt. Und das ist sein Gebot, daß wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesus Christus und lieben uns untereinander, wie er uns ein Gebot gegeben hat. Und wer seine Gebote hält, der bleibt in ihm und er in ihm. Wir erkennen an dem Geist, den er uns gegeben hat, daß er in uns bleibt, (1. Joh 3).

 

Der Geist der Wahrheit:

Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind, denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt. Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, daß Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist von Gott. Und jeder Geist, der nicht bekennt, daß Jesus Christus ist in das Fleisch gekommen, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Gegenchrists, von dem ihr habt gehört, daß er kommen werde, und er ist jetzt schon in der Welt. Kindler, ihr seid von Gott und habt jene überwunden, denn der in euch ist, ist größer, als der in der Welt ist. Sie sind von der Welt, darum reden sie von der Welt, und die Welt hört sie. Wir sind von Gott, und wer Gott erkennt, der hört uns. Wer nicht von Gott ist, der hört uns nicht. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums (1. Joh4, 1-6).

 

Gottesliebe und Bruderliebe:

Ihr Lieben, laßt uns untereinander liebhaben. Denn die Liebe ist von Gott, und wer liebhat, der ist von Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebhat, der kennt Gott nicht. Denn Gott ist Liebe. Daran ist erschienen die Liebe Gottes gegen uns, daß Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, daß wir durch ihn leben sollen. Das ist das Wesen der Liebe: Nicht, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden.

Hat uns Gott geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns und seine Liebe ist völlig in uns. Daran erkennen wir, daß wir in ihm bleiben und er in uns, daß er uns von seinem Geist gegeben hat. Und wir haben gesehen und bezeugen, daß der Vater den Sohn gesandt hat zum Heiland der Welt. Wer nun bekennt, daß Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe Gottes zu uns.

Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Darin ist die Liebe völlig bei uns, daß wir eine Zuversicht haben am Tage des Gerichts. Denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibt die Furcht aus. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht völlig in der Liebe. Laßt uns ihn lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. Wenn jemand spricht: „Ich liebe Gott“ und haßt seinen Mitmenschen, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht? Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe (1. Joh 4).

 

Die Kraft des Glaubens:

Wer da glaubt, daß Jesus sei der Christus, der ist von Gott geboren. Und wer liebt den, er ihn geboren hat, der liebt auch den, der von ihm geboren ist. Daran erkennen wir, daß wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten. Denn das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten. Und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was von Gott geboren ist, das überwindet die Welt. Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat (1. Joh 5,1-4)

 

Gottes Zeugnis von seinem Sohn:

Wer ist aber, der die Welt überwindet, wenn nicht, der da glaubt, daß Jesus Gottes Sohn ist?

Dieser ist es, der mit Wasser und Blut gekommen ist, Jesus Christus (nicht mit Wasser allein, sondern mit Wasser und Blut). Und der Geist ist es, der ihn bezeugt, denn der Geist ist die Wahrheit.  Denn es sind drei, die Zeugnis geben: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei stimmen überein.

[Zu den Versen 7 und 8 gibt es einige Zusätze, das sogenannte „Comma Johanneum“

(kursiv die Worte des Comma): „ Drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins. Und drei sind es, die Zeugnis geben auf Erden: der Geist, das Wasser und das Blut, und diese drei sind eins!“ Von vielen Auslegern wird vermutet, daß es sich hierbei um einen Zusatz handelt, der die Trinitätslehre in der Bibel deutlicher herausstellen soll. Dieser Zusatz findet sich in keiner lateinischen Handschrift vor dem 6. Jahrhundert und in keiner griechischen Handschrift vor dem 14. Jahrhundert. Im Jahre 1592 wurde das „Comma Johanneum“ in die offizielle Vulgata Ausgabe „Sixto-Clementina“ aufgenommen. Der Humanist Erasmus hat das „Comma“ ab der dritten Auflage in seine Bibelausgabe aufgenommen. Heute findet es sich nicht mehr in den katholischen und evangelischen Bibelausgaben im Urtext].

Wenn wir der Menschen Zeugnis annehmen, so ist Gottes Zeugnis größer. Denn Gottes Zeugnis ist das, das er Zeugnis gegeben hat von seinem Sohn. Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat solches Zeugnis in ihm. Wer Gott nicht glaubt, der macht ihn zum Lügner, denn er glaubt nicht dem Zeugnis, das Gott gegeben hat von seinem Sohn. Und das ist das Zeugnis, daß uns Gott das ewige Leben hat gegeben. Und solches Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben. Wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.

 

Vom Überwinden der Sünde:

Dies habe ich euch geschrieben, die ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wißt, daß ihr das ewige Leben habt, und daß ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes.

Und das ist die Zuversicht, die wir haben zu ihm, daß, wenn wir etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns. Und wenn wir wissen, daß er uns hört, was wir bitten, so wissen wir, daß wir erlangen, was wir von ihm erbeten haben.

Wenn  jemand seinen Mitchristen sündigen sieht bei einer nicht so großen Sünde, der mag Christus bitten. Er wird das Leben geben denen, die sündigen mit einer Sünde, die nicht zum Tode ist. Es gibt aber eine Sünde zum Tode. Da sage ich nicht, daß jemand bitten soll. Alle Untugend ist Sünde, aber einige Sünde ist nicht zum Tode. Wir wissen, daß, wer von Gott geboren ist, der sündigt nicht. Sondern wer von Gott geboren ist, den bewahrt er, und der Arge wird ihn nicht antasten.

Wir wissen, daß wir von Gott sind und die ganze Welt im Argen liegt. Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und hat uns einen Sinn dafür gegeben, daß wir erkennen den Wahrhaftigen; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. Kinder, hütet euch vor den falschen Göttern! Amen.

 

 

2.  Johannesbrief

 

[Der Brief wird von vielen Theologen heute entweder dem Presbyter Johannes, der von Papias erwähnt wird, oder einem anderen Schüler der johanneischen Schule zugeschrieben. Das Datum der Abfassung wird je nach theologischer Lehrmeinung bei 90 bis etwa 130 nCh angesetzt. Als Abfassungsort gilt Ephesus. Empfängerin ist die „auserwählte Herrin“, entweder eine reale Frau  oder eine symbolische Bezeichnung für die Gemeinde, an die sich der Briefschreiber richtet. Der Brief ist wie ein klassischer antiker Privatbrief aufgebaut, d.h. er besteht aus drei großen Teilen: der Einleitung, dem Briefkorpus und dem Briefschluß].

 

 Der Älteste an die auserwählten Herrin und ihren Kindern, die ich liebhabe in der Wahrheit, und nicht allein ich, sondern auch alle, die die Wahrheit erkannt haben, um der Wahrheit willen, die in uns bleibt und bei uns sein wird in Ewigkeit. Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und von dem Herrn Jesus Christus, dem Sohn des Vaters, in der Wahrheit und in der Liebe, sei mit euch! Ich bin erfreut, daß ich gefunden habe unter deinen Kindern solche, die in der Wahrheit wandeln, wie wir denn ein Gebot vom Vater empfangen haben. Und nun bitte ich dich, Herrin, daß wir uns untereinander lieben. Und das ist die Liebe, daß wir wandeln nach seinem Geboten. Das ist das Gebot, wie ihr gehört habt von Anfang an, daß ihr in der Liebe leben sollt.

 Denn viele Verführer sind in die Welt gekommen, die nicht bekennen Jesus Christus, daß er in das Fleisch gekommen ist. Das ist der Verführer und der Gegenchrist. Seht euch vor, daß wir nicht verlieren, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangen. Wer weitergeht und bleibt nicht in der Lehre Christi, der hat keinen Gott. Wer in der Lehre Christi bleibt, der hat beide, den Vater und den Sohn. Wenn jemand zu euch kommt und bringt diese Lehre nicht, den nehmt nicht mit ins Haus und grüßt ihn auch nicht. Denn wer ihn grüßt, der macht sich zum Teilhaber seiner bösen Werke. Ich hatte euch viel zu schreiben, aber ich wollte nicht mit Briefen und Tinte, sondern ich hoffe, zu euch zu kommen und mündlich mit euch zu reden, damit unsere Freude vollkommen sei. Es grüßen dich die Kinder deiner Schwester, der Auserwählten. Amen.

 

 

 

3.  Johannesbrief

 

[Der dritte Johannesbrief ist der kürzeste Brief im Neuen Testament. Er wird von vielen Theologen heute entweder dem Presbyter Johannes, der von Papias erwähnt wird, oder einem anderen Schüler der johanneischen Schule zugeschrieben. Das Datum der Abfassung wird je nach theologischer Lehrmeinung bei 90 bis etwa 130 nCh angesetzt. Als Abfassungsort gilt Ephesus. Der sonst übliche Gruß in der Einleitung fehlt. Der Empfänger ist ein Gaius, über den man im Neuen Testament sonst nichts Weiteres erfährt. Der Verfasser richtet die Bitte an Gaius, er solle die Wandermissionare auf ihrer Reise unterstützen. Dann wird Diotrephes erwähnt, ein Mitglied der Gemeinde, das die Autorität des Verfassers nicht anerkennt und den Missionaren jegliche Unterstützung verweigert. Am Schluß wird Demetrius eingeführt, der vom Verfasser sehr positiv beschrieben wird, der Brief könnte ein Empfehlungsbrief für ihn sein].

 

Der Älteste an Gajus, den ich liebhabe in der Wahrheit. Mein Lieber, ich wünsche in allen Stücken, daß es dir wohl gehe und du gesund seist, so wie es deiner Seele wohl geht. Ich bin aber sehr erfreut worden, da die Mitchristen kamen und Zeugnis gaben von deiner Wahrheit, wie denn du lebst in der Wahrheit.

Ich habe keine größere Freude als die, wenn ich höre, wie meine Kinder in der Wahrheit ihr Leben führen. Mein Lieber, du bis treu in dem, was du an den Mitchristen und Gästen tust,

die deine Liebe bezeugt haben vor der Gemeinde. Und du wirst wohl tun, wenn du sie weitergeleitest, wie es sich ziemt vor Gott. Denn um seines Namens willen sind sie ausgezogen und nehmen von den Andersgläubigen nichts. So sollen wir nun solche Männer aufnehmen, damit wir Gehilfen der Wahrheit werden.

Ich habe der Gemeinde geschrieben. Aber Diotrephes, der unter ihnen hochgehalten sein will, nimmt uns nicht auf. Darum, wenn ich komme, will ich ihn erinnern an seine Werke, die er tut. Denn er schwätzt mit bösen Worten gegen uns und läßt sich an dem nicht genügen. Er selbst nimmt die Mitchristen nicht auf und wehrt denen, die es tun wollen, und stößt sie aus der Gemeinde. Mein Lieber, folge nicht dem Bösen nach, sondern dem Guten. Wer Gutes tut, der ist von Gott, wer Böses tut, der sieht Gott nicht.

Demetrius hat Zeugnis von jedermann und von der Wahrheit selbst. Und wir geben auch Zeugnis, und du weißt, daß unser Zeugnis wahr ist. Ich hatte viel zu schreiben, aber ich will nicht mit der Tinte und der Feder an dich schreiben. Ich hoffe aber, dich bald zu sehen. Dann wollen wir mündlich miteinander reden. Friede sei mit dir! Es grüßen dich die Freunde. Grüße die Freunde mit Namen.

 

 

 

 

Die Offenbarung des Johannes

[Es gab zur Zeit Jesu und danach viele Bücher, die sich als „Offenbarung“ bezeichneten. Doch nur eines davon wurde in  die Bibel aufgenommen, weil es noch am ehesten christlichen Glauben widerspiegelte. Dennoch ist vieles an diesem letzten Buch der Bibel schwer verständlich und dunkel, in antike orientalische Sprache und Bilder eingepackt. Die Offenbarung war in der alten Kirche sehr umstritten, besonders in den östlichen Teilen des Römischen Reichs. Verschiedene Kirchenväter sprachen sich gegen die Aufnahme des Buches in den Kanon der Bibel aus und sprachen von einer Fälschung. Im Westen war die Ansicht über die Schrift positiver. Dennoch stritten sich Jahrhunderte lang die christlichen Theologen über die Gültigkeit der Offenbarung des Johannes. Sowohl ihr Charakter als Offenbarungsschrift als auch mehrere theologische Aussagen waren – und sind es bis heute – durchaus problematisch. Auch Martin Luther wußte mit ihr wenig anzufangen: „Mein Geist will sich in dies Buch nicht schicken.“ Heute wird die Offenbarung besonders von endzeitlichen Gruppierungen wie den Zeugen Jehovas und den Adventisten im Glaubensverständnis berücksichtigt.

Der Verfasser „Johannes“ gilt als frühchristlicher Prophet, der sich einer Gruppe von Propheten zugehörig weiß. Sprache und Gedankenwelt weisen auf eine Herkunft aus dem palästinensischen Judenchristentum, das nach der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 nach Kleinasien einwanderte. Im Text selbst beschreibt der Prophet, daß er auf der Insel Patmos vor Ephesus in Verbannung lebte. In der frühen Kirche galt,  daß dieser Johannes mit dem Apostel Johannes bzw. dem Autor des Johannesevangeliums identisch ist. Dagegen sprechen neben unabhängigen Datierungsgründen auch inhaltliche Unterschiede. Beispielsweise nennt der Johannes der Apokalypse „dreimal seinen Namen“, während es der Autor des Johannesevangeliums vermeidet, seinen Namen zu nennen

Die Offenbarung des Johannes ist vermutlich in der Regierungszeit Domitians (81–96) entstanden, vielleicht um 95. Nach der frühkirchlichen Überlieferung fällt der Aufenthalt auf Patmos in die Zeit von Domitian († 96). Hierzu paßt auch die politische Situation, die in der Offenbarung vorausgesetzt wird: Während Rom in der Apostelgeschichte noch als Staatsmacht erscheint, die Paulus dank seines römischen Bürgerrechtes bewahrt, ist Rom in der Offenbarung rein negativ besetzt („Hure Babylon“). Dies weist ebenfalls auf die Regierungszeit Domitians (81–96).

 

 Das Buch richtet sich in Briefform an sieben im Römischen Reich verfolgte oder stark bedrängte christliche Gemeinden in Kleinasien  im östlichen Hinterland von Ephesus, die von der Mission des Paulus von Tarsus theologisch geprägt waren. Die Seligpreisungen und der Buchabschluß sowie die Vollkommenheitssymbolik der Siebenzahl legen jedoch eine Ausweitung des Empfängerkreises nahe.

Das Buch will den göttlichen Heilsplan enthüllen und damit die Gemeindemitglieder ermutigen, den römischen Kaiserkult abzulehnen und auf die Wiederkunft Christi als Endrichter zu hoffen. Dabei griff der Autor auf die alttestamentliche Prophetie (vor allem die Propheten Jesaja und Ezechiel sowie das Buch Daniel) und ihre Bildersprache sowie die der frühjüdischen Apokalyptik zurück.

 

Prophetische Bildfolgen verdeutlichen einen Ablauf von Gottes Handeln in insgesamt 16. Bildern („Visionen“). Es wird eine antike Symbolik verwendet. Die folgenden Bezüge wären möglich:

* die 4 steht für eine kosmische Gesamtheit

* die 7 steht für Vollkommenheit. Entsprechend können auch die sieben Gemeinden als Stellvertreter der gesamten Christenheit verstanden werden

* die 12 ist auf die Zwölf Stämme Israels und die Zwölf Jünger Jesu beziehbar

* die 42 Monate, in denen das Tier Macht über die Erde besitzen soll, stellen die Hälfte eines siebenjährigen Sabbatjahreszyklus dar

* die 666 (auch teilweise 616) ist auf Kaiser Nero beziehbar

* der Drache steht für Satan

* das Tier aus dem Meer kann auf die „totalitäre römische Staatsmacht“ bezogen werden

* das Tier vom Land kann als „Personifizierung des politischen Propagandaapparats“ verstanden werden].

Einleitung:

Dies ist die Offenbarung Jesu Christi, die ihm Gott gegeben hat, seinen Dienern zu zeigen, was in Kürze geschehen soll. Und er hat sie durch seinen Boten zu seinem Diener Johannes gesandt und gedeutet. Dieser hat bezeugt das Wort Gottes und das Zeugnis von Jesus Christus, alles was er gesehen hat.  Selig ist, der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist, denn die Zeit ist nahe.

Johannes an die sieben Gemeinden in Asien: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt, und von den sieben Geistern, die da sind vor seinem Stuhl, und von Jesus Christus, der der treue Zeuge ist und der Erstgeborene von den Toten und der Herr über die Könige auf Erden! Er hat uns geliebt und gewaschen von den Sünden mit seinem Blut und hat uns zu Königen und Priestern gemacht vor Gott und seinem Vater. Ihm sei Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Siehe, er kommt mit den Wolken, und es werden ihn sehen alle Augen und die ihn durchbohrt haben, und werden wehklagen um seinetwillen alle Geschlechter auf der Erde. Ja, Amen.

Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige (Off 1,1-8).

 

1. Vision: Beauftragung

Ich, Johannes, der auch euer Mitchrist und Teilhaber an der Trübsal ist und an der Herrschaft und an der Geduld Jesu Christi, war auf der Insel Patmos, um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses von Jesus. Der Geist kam über mich am Sonntag: Ich hörte hinter mir eine große Stimme wie von einer Posaune, die sprach: „Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte. Und was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es zu den Gemeinden in Asien: nach Ephesus und Smyrna und Pergamon und Thyatira und Sardes und Philadelphia und Laodizea!“

Und ich wandte mich um, um nach der Stimme zu sehen, die mit mir redete. Und als ich mich umwandte sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter die sieben Leuchtern einen, der war einem Menschen gleich, der war angetan mit einem langen Gewand und hatte um die Brust einen goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle oder wie der Schnee, und seine Augen waren wie eine Feuerflamme und seine Füße wie Messing, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie ein großes Wasserrauschen. Und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete wie die helle Sonne [Schwert aus dem Mund = Wort Gottes].

Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie ein Toter, Und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel der Hölle und des Todes!“ Schreibe, was du gesehen hast, und was da ist, und was danach geschehen soll. Die sieben Sterne und die sieben goldenen Leuchter bedeuten: die sieben Sterne sind Vorsteher („Bote“) der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter  sind die sieben Gemeinden (Offb 1,9–20).

 

 

 

 

 

 

Die sieben Sendschreiben

Dem Leiter der Gemeinde in Ephesus schreibe: Das sagt, der da hält die sieben Sterne in seiner Rechten, der da wandelt mitten unter den sieben goldenen Leuchtern: Ich weiß von deinen Werke und deiner Arbeit und deiner Geduld und daß du die Bösen nicht ertragen kannst Du hast geprüft, die sagen, sie seien Apostel, und sind es nicht, und hast sie als Lügner entlarvt, und hast Geduld, und hast um meines Namens willen Last getragen und bist nicht müde geworden. Aber ich habe gegen dich, daß du die erste Liebe verläßt. Denke daran, wovon du abgefallen bist, und ändere dein Leben und tue die früheren Werke. Wenn aber nicht, werde ich über dich kommen und deinen Leuchter wegstoßen von seiner Stätte, wenn du nicht dein Leben änderst. Aber das hast du getan, als du die Werke der Nikolaiten gehaßt hast, die ich auch hasse. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der im Paradies Gottes ist.

 

Dem Leiter der Gemeinde in Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden. Ich weiß deine Trübsal und deine Armut und die Lästerung derjenigen, die sich als Juden bezeichnen, und sind es nicht, sondern sind des Satans Bethaus. Fürchte dich vor nichts, das du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr versucht werdet, und werdet zehn Tage Trübsal haben. Sei getrost bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tod.

 

Dem Leiter der Gemeinde in Pergamon schreibe: Das sagt, der das scharfe, und zweischneidige Schwert hat: Ich weiß, wo du wohnst, nämlich wo des Satans Thron ist. Aber du hältst an meinem Namen fest und hast den Glauben an mich nicht verleugnet auch in den Tagen, in denen mein treuer Zeuge Antipas bei euch getötet wurde. Aber ich habe doch etwas gegen dich, daß du unter dir Leute hast, die an der Lehre Bileams festhalten, der den Balak lehrte, die Kindern Israels zu verführen, daß sie Götzenopfer aßen und Unzucht trieben [4.Mose 31,16]. So gibt es bei dir auch Menschen, die an der Lehre der Nikolaiten festhalten: Das hasse ich. Ändere dein Leben. Wenn aber nicht, so werde ich bald über dich kommen und mit diesen streiten durch das Schwert meines Mundes. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem will zu essen geben von der verborgenen Götter­speise („Manna“) und will ihm geben einen weißen Stein und auf den Stein einen neuen Namen geschrieben, den niemand kennt, als der ihn empfängt.

 

Dem Leiter der Gemeinde in Thyatira schreibe: Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie Feuerflammen, und seine Füße sind wie goldenes Erz. Ich weiß von deinen Werken und von deiner Liebe und von deinem Glauben und von deinem Dienst und von deiner Geduld und daß deine letzten Werke mehr sind als die ersten. Aber ich habe gegen dich, daß du läßt das Weib Isebel duldest, die behauptet, sie sei eine Prophetin, und lehrt und verführt meine Diener, Unzucht zu treiben und Götzenopfer zu essen. Ich habe ihr Zeit gegeben, daß sie umkehren sollte von ihrer Unzucht, aber sie kehrt nicht um. Siehe, ich werfe sie auf ihr Bett, und die mit ihr die Ehe gebrochen haben, in große Trübsal, wenn sie nicht lassen von den Werken des Weibs. Und ihre Kinder will ich zu Tode schlagen. Und alle Gemeinden sollen erkennen, daß ich es bin, der die Nieren und Herzen erforscht. Und ich werde geben einem jeden unter euch nach euren Werken. Euch aber sage ich, den andern in Thyatira, die eine solche Lehre nicht haben und die nicht erkannt haben die Tiefen des Satans:

Ich will keine andere Last auf euch werfen. Doch was ihr habt, das haltet, bis ich komme. Wer überwindet und hält meine Werke bis ans Ende, dem will ich Macht geben über die Andersgläubigen. Er soll sie weiden mit einem eisernen Stab, und soll sie zerschmeißen wie die Gefäße eines Töpfers, wie auch ich es von meinem Vater empfangen habe. Und ich will ihm geben den Morgenstern. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

 

Dem Leiter der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt, der die sieben Geister Gottes hat und die sieben Sterne: Ich weiß von deinen Werken, denn du hast den Namen, daß du lebst, und bist tot. Werde wach und stärke das andere, das sterben will. Denn ich habe deine Werke nicht ausreichend gefunden vor Gott. So gedenke nun daran, was du empfangen und gehört hast, und halte es ein und ändere dein Leben. Wenn du nicht wachen wirst, werde ich wie ein Dieb über dich kommen, und du wirst nicht wissen, in welcher Stunde ich über dich kommen werde. Aber du hast Einige in Sardes, die ihre Kleider nicht besudelt haben: Sie werden mit mir wandeln in weißen Kleidern, denn sie sind es wert. Wer überwindet, der soll mit weißen Gewändern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Boten. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

 

Dem Leiter der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf: Ich weiß von deinen Werken. Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tür, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft, und hast mein Wort behalten und hast meinen Namen nicht verleugnet. Siehe, ich werde dir geben die aus dem Bethaus des Satanas, die sagen, sie seien Juden, und sind es nicht, sondern lügen. Siehe, ich will sie dazu bringen, daß sie kommen sollen und niederfallen zu deinen Füßen und erkennen, daß ich dich geliebt habe.  Weil du bewahrt hast das Wort von meiner Geduld, will ich auch dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, um zu versuchen, die auf der Erde wohnen. Siehe, ich komme bald. Halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme! Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen. Und will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und will auf ihn schreiben meinen neuen Namen. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

 

Dem Leiter der Gemeinde in Laodizea schreibe: Das sagt, der Amen heißt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes: Ich weiß von deinen Werken, daß du weder kalt noch warm bist. Ach, daß du kalt oder warm wärst! Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspucken aus meinem Mund. Du sprichst: Ich bin reich und habe gar satt und brauche nichts! Du weißt nicht, daß du bist elend und jämmerlich, arm, blind und bloß. Ich rate dir, daß du Gold von mir kaufst, das im Feuer gereinigt ist, damit du reich wirst. Ich rate dir, daß du weiße Kleider kaufst und sie anziehst, damit nicht die Schande deiner Blöße öffentlich werde. Und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst [Laodizea war berühmt für seine Augensalbe]. Die ich liebhabe, die strafe und züchtige ich. So mache dich auf und ändere dein Leben! Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir.

Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! (Off 2,1 – 3,22).

 

2. Vision: Der Thronsaal und das Buch mit sieben Siegeln:

Danach sah ich, wie eine Tür im Himmel aufgetan wurde. Und die erste Stimme, die ich gehört hatte mit mir reden wie eine Posaune, die sprach: Steig herauf, ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen soll. Alsbald kam der Geist über mich. Ich sah einen Thron im Himmel, und auf dem Thron saß einer. Dieser sah aus wie der Stein Jaspis und Sarder. Und ein Regenbogen war um den Thron, der sah aus wie ein Smaragd.

Um den Thron waren vierundzwanzig Throne. Und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste mit weißen Gewändern und goldene Kronen auf ihren Häuptern. Von dem Thron gingen Blitze, Donner und Stimmen aus. Sieben Fackeln mit Feuer brannten vor dem Thron, die bedeuten die sieben Geister Gottes. Und vor dem Thron war ein gläsernes Meer gleich dem Kristall, und mitten am Thron und um den Thron waren vier himmlische Gestalten, voller Augen vorn und hinten.

Die erste Gestalt war gleich einem Löwen, und die andere war gleich einem Kalb, die dritte hatte ein Gesicht wie ein Mensch, und die vierte Gestalt war gleich einem fliegenden Adler.

Und ein jede der vier Gestalten hatte sechs Flügel, und sie waren außenherum und inwendig voller Augen und hatten keine Ruhe Tag und Nacht und sprachen: „Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt!“

Und als die Gestalten gaben Preis und Ehre und Dank dem, der da auf dem Thron saß, fielen die vierundzwanzig Ältesten vor ihm nieder, und beteten den an, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und legten ihre Kronen nieder vor den Thron und sprachen: „Herr, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft, denn du hast alle Dinge geschaffen, und durch deinen Willen haben sie das Wesen und sind geschaffen!“

Und ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, das war inwendig und auswendig beschrieben und versiegelt mit sieben Siegeln. Und ich sah einen starken Gottesboten, der rief aus mit großer Stimme: „Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen?“  Aber niemand im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde konnte das Buch auftun und hineinsehen. Und ich weinte sehr, weil niemand als würdig gefunden wurde, das Buch aufzutun und zu lesen oder hineinzusehen.

Und einer von den Ältesten spricht zu mir: „Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe, der vom Geschlecht Judas ist. Er wird das Buch aufzutun und seine sieben Siegel brechen!“

Und ich sah, wie mitten zwischen dem Thron und den vier Gestalten und zwischen den Ältesten ein Lamm stand, wie wenn es erwürgt wäre. Es hatte sieben Hörner und sieben Augen (das sind die sieben Geister Gottes, die in alle Lande gesandt sind). Und es kam und nahm das Buch aus der Hand dessen, der auf dem Thron saß.

Und als das Lamm das Buch nahm, da fielen die vier Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm und jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk (das sind die Gebete der Heiligen) und sangen ein neues Lied und sprachen: „Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel. Denn du bist erwürgt und hast mit deinem Blut Menschen aus allen Geschlechtern und Sprachen und Völkern und Nationen für Gott gekauft, und hast sie unserm Gott zu Königen und Priestern gemacht, und wir werden herrschen auf Erden.

Und ich hörte eine Stimme vieler Gottesboten um den Thron und um die Gestalten und um die Ältesten her; und ihre Zahl war vieltausendmal tausend. Die sprachen mit großer Stimme: „Das Lamm, das erwürgt ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob!“

Und alle Lebewesen, die im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und im Meer, und alles, was darinnen ist, hörte ich sagen: „Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit!“ Und die vier Gestalten sprachen: „Amen!“ Und die vierundzwanzig Ältesten fielen nieder und beteten an den, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit (Offb 4 und 5).

 

3. Vision: Die ersten sechs Siegel

Ich sah, daß das Lamm eines der Siegel auftat. Und ich hörte eine der vier Gestalten sagen wie mit einer Donnerstimme: „Komm!“ Ich sah ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hatte einen Bogen. Ihm wurde eine Krone gegeben, und er zog aus sieghaft und  siegte.

Und als das Lamm das zweite Siegel auftat, hörte ich die andere Gestalt sagen: „Komm!“ Und es ging ein anderes Pferd heraus, das war feuerrot. Und dem Reiter wurde die Macht gegeben, den Frieden zu nehmen von der Erde und daß sie sich untereinander erwürgten, und es wurde ihm ein großes Schwert gegeben.

Als das Lamm das dritte Siegel auftat, hörte ich die dritte Gestalt sagen: „Komm!“ Und ich sah  ein schwarzes Pferd. Und der Reiter hatte eine Waage in seiner Hand. Und ich hörte eine Stimme unter den vier Gestalten sagen: „Ein Maß Weizen für ein Silberstück und drei Maß Gerste für ein Silberstück. Aber Öl und Wein taste nicht an!“

Als das Lamm das vierte Siegel auftat, hörte ich die Stimme der vierten Gestalt sagen: „Komm!“ Und ich sah ein totenblasses Pferd. Und der Reiter war der Tod, und die Hölle folgte ihm nach. Und ihnen wurde die Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit dem Schwert und Hunger und mit dem Tod und durch die wilden Tiere auf der Erde

Als das Lamm das fünfte Siegel auftat, sah ich unten am Altar die Seelen derer, die getötet waren um des Wortes Gottes und ihres Zeugnisses willen. Die schrieen mit großer Stimme und sprachen: „Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, wie lange richtest du nicht und rächest nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?“ Und einem jeden wurde ein weißes Kleid gegeben, und es wurde zu ihnen gesagt, daß sie noch eine kleine Zeit ruhen müßten, bis noch alle ihre Mitchristen dazukämen, die auch noch getötet sollten werden so wie sie.

Ich sah, wie das Lamm das sechste Siegel auftat, und siehe, da geschah ein großes Erdbeben, und die Sonne wurde dunkel wie ein schwarzer Sack, und der Mond wurde wie Blut, und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine Feigen abwirft, wenn er von großem Wind bewegt wird. Der Himmel entwich wie eine Buchrolle, die zusammengerollt wird. Und alle Berge und Inseln wurden bewegt von ihrer Stätte. Und die Könige der Erde und die Großen und die Obersten und die Reichen und die Gewaltigen und alle Sklaven und alle Freien verbargen sich in den Klüften und Felsen an den Bergen und sprachen zu den Bergen und Felsen: „Fallt über uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes! Denn es ist gekommen der große Tag seines Zorns, und wer kann bestehen?“ (Off 6,1-17).

 

 

 

 

4. Vision: Die Bewahrung der Gemeinde.

Danach sah ich vier Gottesboten stehen an den vier Ecken der Erde, die hielten die vier Winde der Erde, damit kein Wind über die Erde bliese noch über das Meer noch über irgendeinen Baum. Und ich sah einen anderen Boten von Osten her aufsteigen, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief mit großer Stimme zu den vier Gottesboten, denen es bestimmt war, der Erde und dem Meer Schaden zu tun, und er sprach: „Tut nicht Schaden der Erde noch dem Meer noch den Bäumen, bis wir versiegeln die Diener unsers Gottes an ihren Stirnen!“ Und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt wurden: hundertvierundvierzigtausend, die versiegelt waren aus allen Stämmen der Kinder Israel, jeweils zwölftausend aus jedem der zwölf Stämme Israels.

Danach sah ich eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Völkern und Sprachen, vor dem Thron stehend und vor dem Lamm, angezogen mit weißen Kleidern und Palmen in ihren Händen. Die schrieen mit großer Stimme und sprachen: „Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserm Gott, und dem Lamm!“ Und alle Boten standen um den Thron und um die Ältesten und um die vier Gestalten und fielen vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: „Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen!“

Einer der Ältesten antwortete  und sprach zu mir: „Wer sind diese, die mit den weißen Gewändern angezogen sind, und woher sind sie gekommen?“ Ich sprach zu ihm: „Herr, du weißt es!“ Er sprach zu mir: „Diese sind es, die gekommen sind aus großer Trübsal und haben ihre Gewänder gewaschen und haben ihre Gewänder hell gemacht im Blut des Lammes. Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel. Und der auf dem Thron sitzt, wird über ihnen wohnen. Sie wird nicht mehr hungern noch dürsten. Es wird auch keine Sonne oder eine Hitze auf sie fallen. Denn das Lamm mitten auf dem Thron wird sie weiden und leiten zu den lebendigen Wasserbrunnen, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen!“ (Off 7).

 

5. Vision Das siebte Siegel.

Als das Lamm das siebente Siegel auftat, wurde eine Stille, etwa eine halbe Stunde lang. Und ich sah die sieben Gottesboten vor Gott stehen und ihnen wurden sieben Posaunen gegeben. Und ein andrer Bote kam und trat an den Altar und hatte ein goldenes Räuchergefäß. Ihm wurde viel Räucherwerk gegeben, damit er es gäbe auf den goldenen Altar vor dem Thron. Und der Rauch des Räucherwerks stieg auf mit dem Gebet der Heiligen von der Hand des Boten vor Gott. Und der Bote nahm das Räuchergefäß und füllte es mit Feuer vom Altar und schüttete es auf die Erde. Und da geschahen Stimmen und Donner und Blitze und Erdbeben (Off 8,1-5).

 

6.Vision: Sechs Posaunen

Die sieben Boten mit den sieben Posaunen hatten sich gerüstet und fingen an. Der erste Bote posaunte: Da entstanden ein Hagel und Feuer, mit Blut vermengt, und fielen auf die Erde, und ein Drittel der Erde verbrannte und ein Drittel der Bäume verbrannte und alles grüne Gras verbrannte.

Und der andere Bote posaunte: Da fuhr etwas wie ein großer Berg mit Feuer brennend ins Meer, und ein Drittel des Meeres wurde zu Blut, und ein Drittel der Lebewesen im Meer starben, und ein Drittel der Schiffe ging zugrunde.

 

 

Und der dritte Bote posaunte: Da fiel ein großer Stern vom Himmel, der brannte wie eine Fackel und fiel auf ein Drittel der Wasserströme und über die Wasserbrunnen. Der Name des Sterns heißt „Wermut“. Und ein Drittel der Wasser wurde zu Wermut. Und viele Menschen starben von den Wassern, weil sie so bitter geworden waren.

Und der vierte Bote posaunte: Da ward geschlagen ein Drittel der Sonne und ein Drittel des Mondes und ein Drittel der Sterne, so daß ein Drittel verfinstert wurde und an einemDrittel des Tages das Licht nicht schien und in der Nacht desgleichen. Und ich sah und hörte einen Adler fliegen mitten durch den Himmel und sagen mit großer Stimme: „Weh, weh, weh denen, die auf der Erde wohnen, wegen der andern Posaunen der der drei Boten, die nun ihre Stimme erheben sollen!“

Und der fünfte Bote posaunte: Da sah ich einen Stern vom Himmel auf die Erde fallen. Ihm ward der Schlüssel zum Brunnen des Abgrunds gegeben. Er tat den Brunnen des Abgrunds auf. Da ging ein Rauch aus dem Brunnen auf wie ein Rauch eines großen Ofens, und es wurden verfinstert die Sonne und die Luft von dem Rauch des Brunnens. Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken auf die Erde, und ihnen ward Macht gegeben, wie die Skorpione auf Erden Macht haben. Es ward ihnen gesagt, daß sie nicht das Gras auf Erden beschädigen sollten noch ein Grünes noch einen Baum, sondern allein die Menschen, die nicht haben das Siegel Gottes an ihren Stirnen.

Und es wurde ihnen erlaubt, daß sie die Menschen nicht töteten, sondern sie fünf Monate lang quälten. Ihre Qual war wie eine Qual von einem Skorpion, wenn er einen Menschen sticht. In den Tagen werden die Menschen den Tod suchen, und nicht finden, sie werden begehren zu sterben, und der Tod wird vor ihnen fliehen. Und die Heuschrecken sind gleich den Pferden, die zum Kriege gerüstet sind: Auf ihrem Kopf sie es aus, als hätten sie goldene Kronen, und ihr Gesicht gleicht dem Gesicht der Menschen. Sie hatten Haare wie Frauenhaare, und ihre Zähne waren wie die der Löwen. Sie hatten Panzer wie eiserne Panzer, und das Rasseln ihrer Flügel war wie das Rasseln der Wagen vieler Pferde, die in den Krieg laufen. Sie hatten Schwänze gleich den Skorpionen, und es waren Stacheln. In ihren Schwänzen war ihre Macht, den Menschen fünf Monate lang Schaden zu tun. Sie hatten über sich einen König, den Teufel des Abgrunds, dessen Name heißt auf hebräisch „Abaddon“ und auf griechisch hat er den Namen „Apollyon“. Das erste Wehe ist dahin, aber es kommen noch zwei weitere Wehe dazu.

Und der sechste Bote posaunte, Und ich hörte eine Stimme aus den vier Ecken des goldenen Altars vor Gott, die sprach zu dem sechsten Boten, der die Posaune hatte: „Löse die vier Boten, die gebunden sind an dem großen Wasserstrom Euphrat. Da wurden die vier Boten los, die bereit waren für die Stunde und den Tag und den Monat und das Jahr, um ein Drittel der Menschen zu töten. Und die Zahl des reitenden Volks war vieltausendmal tausend.

Ich sah die Pferde und die Reiter. Sie hatten feurige und bläuliche und schwefelgelbe Panzer. Die Köpfe der Rosse waren wie die Häupter der Löwen, und aus ihrem Munde ging Feuer und Rauch und Schwefel. Von diesen drei Plagen wurde ein Drittel der Menschen getötet, von dem Feuer und Rauch und Schwefel, der aus ihrem Mund ging. Denn ihre Macht war in ihrem Mund und in ihren Schwänzen. Diese waren den Schlangen gleich und hatten Häupter, und mit diesen richteten sie Schaden an. Und die übrigen Leute, die nicht getötet wurden von diesen Plagen, bedauerten doch nicht die Werke ihrer Hände, daß sie nicht mehr anbeteten die Teufel und goldenen, silbernen, eisernen, steinernen und hölzernen Götzen, die weder sehen noch hören noch laufen können, und nahmen auch nicht die Sühne auf sich für ihre Morde, Zauberei, Unzucht und Dieberei (Offb 8,6 – 9,21)[Dies sind die sogenannten „Apokalyptischen Reiter, die Albrecht Dürer gemalt hat].

7. Vision: Der Seher empfängt ein Buch:

Ich sah einen andern starken Gottesboten vom Himmel herabkommen. Der war mit einer Wolke bekleidet, und hatte einen Regenbogen auf seinem Kopf und ein Gesicht wie die Sonne und Füße wie Feuersäulen. In seiner Hand hatte er ein Büchlein, das war aufgeschlagen. Und er setzte seinen rechten Fuß auf das Meer und den linken auf die Erde. Dann schrie er mit großer Stimme, wie ein Löwe brüllt. Und als er schrie, erhoben sieben Donner ihre Stimmen. Und als die sieben Donner geredet hatten, wollte ich sie aufschreiben. Da hörte ich aber eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: „Halte versiegelt, was die sieben Donner geredet haben, und schreibe es nicht!“

Der Bote, den ich auf dem Meer und der Erde stehen sah, hob seine rechte Hand zum Himmel und schwur bei dem, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, der den Himmel geschaffen hat und was in ihm ist, und die Erde und was in ihr ist, und das Meer und was in ihm ist, daß jetzt keine Zeit mehr sein soll, sondern in den Tagen der Stimme des siebenten Boten, wenn er posaunen wird, dann ist vollendet das Geheimnis Gottes, wie er es verkündet hat seinen Propheten.

Und ich hörte abermals eine Stimme vom Himmel mit mir reden und sagen: „Geh hin, nimm das offene Büchlein von der Hand des Boten, der auf dem Meer und der Erde steht!“ Ich ging hin zu dem Boten und sprach zu ihm: „Gib mir das Büchlein!“ Und er sprach zu mir: „Nimm es hin und verschling es! Es wird dir davon im Bauch grimmen, aber in deinem Mund wird es süß sein wie Honig!“

Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Boten und verschlang es, und es war süß in meinem Mund wie Honig. Aber als ich es gegessen hatte, bekam ich Bauchgrimmen. Er sprach zu mir: „Du mußt noch einmal weissagen von Völkern und Heiden und Sprachen und vielen Königen!“ (Off 10).

 

8. Vision: Vermessung des Tempels:

Dann wurde mir ein Rohr gegeben, einem Meßstab gleich. Der Bote sprach: „Steh auf und miß den Tempel Gottes und den Altar und die darin anbeten. Aber den Vorhof außerhalb des Tempels laß weg und miß ihn nicht, denn er ist den Andersgläubigen gegeben, die werden die heilige Stadt zertreten zweiundvierzig Monate!“

Und ich will meinen zwei Zeugen Vollmacht geben, zwölfhundertsechzig Tage zu weissagen, angezogen mit Trauerkleidern. Das sind die zwei Ölbäume und die Leuchter, die vor dem Herrn der Erde stehen. Und wenn ihnen jemand Schaden tun will, dann geht Feuer aus ihrem Mund und verzehrt ihre Feinde. Und wenn jemand ihnen Schaden tun will, der muß getötet werden. Diese haben die Macht, den Himmel zu verschließen, daß es nicht regne in den Tagen ihrer Weissagung. Sie haben Macht über das Wasser, es in Blut zu verwandeln, und die Erde mit allerlei Plage zu schlagen, so oft sie wollen.

Und wenn sie ihr Zeugnis beendet haben, dann wird das Tier aus dem Abgrund  mit ihnen einen Krieg führen und wird sie überwinden und wird sie töten. Ihre Leichen werden liegen auf der Gasse der großen Stadt, die heißt geistlich „Sodom und Ägypten“, wo auch der Herr gekreuzigt ist. Es werden einige von den Völkern Sprachen ihre Leichen drei und einen halben Tag sehen und werden nicht zulassen, daß ihre Leichen in Gräber gelegt werden. Und die auf der Erde wohnen, freuen sich über sie und sind guter Dinge und werden untereinander Geschenke senden, denn diese zwei Propheten quälten alle, die auf der Erde wohnten.

Und nach drei und einem halben Tag fuhr in sie der Geist des Lebens von Gott, und sie traten auf ihre Füße. Und eine große Furcht fiel über die, die sie sahen.  Und sie hörten eine große Stimme von Himmel zu ihnen sagen: „Steigt herauf!“

Sie stiegen auf in den Himmel in einer Wolke, und es sahen sie ihre Feinde. In derselben Stunde geschah ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel. Bei diesem Erdbeben wurden siebentausend Menschen getötet, und die andern erschraken und gaben dem Gott des Himmels die Ehre. Das zweite Wehe ist dahin, aber das dritte Wehe kommt schnell (Off 11,1-14).

 

9.Vision: Die siebte Posaune

Und der siebente Bote posaunte, und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen: „Es sind die Reiche der Welt unsers Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit!“ Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen saßen, fielen auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: „Wir danken dir, Herr, allmächtiger Gott, der du bist und der du warst, weil du deine große Kraft angenommen hast und herrschst. Die Völker sind zornig geworden. Da ist gekommen dein Zorn und die Zeit, die Toten, zu richten und zu geben den Lohn den Propheten und den Christen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und Großen, aber die zu verderben, die die Erde verderbt haben. Und der Tempel Gottes wurde aufgetan im Himmel, und die Lade seines Bundes wurde im Tempel gesehen. Und es geschahen Blitze und Donner und Erdbeben und ein großer Hagel (Off 11,15–19).

 

10. Vision: Die Frau und der Drache:

Und es erschien ein großes Zeichen im Himmel: Eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Kopf eine Krone mit zwölf goldenen Sternen. Sie war schwanger und schrie in Kindesnöten und hatte große Qual zur Geburt. Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel: Ein großer, roter Drache, der hatte sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Kronen. Sein Schwanz zog ein Drittel der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Und der Drache trat vor die Frau, die gebären sollte, um ihr Kind zu fressen, wenn sie es geboren hätte. Sie sie gebar einen Sohn, ein Junge, der alle Heiden weiden sollte mit eisernem Stab. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron. Aber die Frau entfloh in die Wüste, wo ihr von Gott einen Ort vorbereitet war, wo sie zwölfhundertundsechzig Tage ernährt werden sollte.

Da erhob sich ein Streit im Himmel: Michael und seine Helfer stritten gegen den Drachen, und der Drache stritt und seine Helfer. Aber sie siegten nicht und ihre Stätte wurde nicht mehr gefunden im Himmel. Da ward gestürzt der große Drache, die alte Schlange, die genannt wird der „Teufel“ und „Satan“, der die ganze Welt verführt. Er wurde auf die Erde geworfen, und seine Helfer wurden auch dahin geworfen.

Und ich hörte eine große Stimme im Himmel: „Nun gehört das Heil und die Kraft und die Herrschaft unserem Gott geworden und die Macht seinem Christus, weil der Ankläger unserer Mitchristen verworfen ist, der sie verklagte Tag und Nacht vor Gott. Sie haben ihn überwunden durch das Blut des Lammes und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt bis an den Tod. Darum freut euch, ihr Himmel und die darin wohnen! Weh denen, die auf Erden wohnen und auf dem Meer! Denn der Teufel kommt zu euch hinab und hat einen großen Zorn und weiß, daß er wenig Zeit hat!“

Als der Drache sah, daß er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, die den Jungen geboren hatte. Da wurden der Frau die zwei Flügel des großen Adlers gegeben, daß sie in die Wüste fliegen konnte an ihren Ort, wo sie ernährt werden sollte eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit, fern von dem Angesicht der Schlange. Aber die Schlange schoß aus ihrem Rachen nach der Frau ein Wasser wie einen Strom, um sie zu ersäufen.

 Aber die Erde half der Frau und tat ihren Mund auf und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Rachen schoß. Da wurde der Drache zornig über die Frau und ging hin, zu kämpfen gegen den übrigen ihrer Art, die Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu Christi (Offb 12)[Das Kapitel erinnert stark an das Schicksal Jesu].

 

11. Vision: Das Tier aus dem Meer

Ich trat an den Sand des Meeres und sah ein Tier aus dem Meer steigen, das hatte sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Köpfen lästerliche Namen. Das Tier war gleich einem Panther und seine Füße wie Bärenfüße und sein Rachen wie der Rachen eines Löwen. Und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Stuhl und große Macht. Und ich sah einen seiner Köpfe, als wäre er tödlich wund, aber seine tödliche Wunde wurde heil. Und die ganze Erde wunderte sich über das Tier. Und sie beteten den Drachen an, der dem Tier die Macht gab, und beteten das Tier an und sprachen: „Wer ist dem Tier gleich, und wer kann gegen es Krieg führen?“

Und es wurde ihm ein Maul gegeben, große Dinge und Lästerungen zu reden, und es wurde ihm gestattet, daß es mit ihm währte zweiundvierzig Monate lang. Es tat sein Maul auf zur Lästerung gegen Gott, zu lästern seinen Namen und sein Haus und die im Himmel wohnen.

Es wurde ihm erlaubt, mit den Christen zu kämpfen und sie zu überwinden. Es wurde ihm gegeben Macht über alle Geschlechter  und Völker und Sprachen und Nationen. Alle, die auf der Erde wohnen, beten es an, deren Namen von Anfang der Welt nicht geschrieben sind in dem Lebensbuch des Lammes. Hat jemand Ohren, der höre!

Wenn jemand andere in das Gefängnis führt, der wird selber in das Gefängnis gehen. Wenn jemand mit dem Schwert tötet, der muß mit dem Schwert getötet werden. Hier ist Geduld und Glaube der Heiligen [Das Tier aus dem Meer ist die Verkörperung des römischen Staats, der die Christen verfolgte].

Und ich sah ein zweites Tier aufsteigen aus der Erde. Das hatte zwei Hörner wie ein Lamm und redete wie ein Drache. Und es übt alle Macht aus wie das erste Tier vor ihm. Es macht, daß die Erde und die darauf wohnen, anbeten das erste Tier, dessen tödliche Wunde heil geworden war. Es tut große Zeichen und läßt Feuer vom Himmel fallen vor den Menschen. Es verführt, die auf Erden wohnen, durch die Zeichen, die ihm gegeben sind zu tun vor dem Tier. Es sagt denen, die auf  der Erde wohnen, daß sie ein Bild machen sollen dem Tier, das die Wunde vom Schwert hatte und lebendig geworden war.

Es wurde ihm die Macht gegeben, dem Bilde des Tiers auch Leben zu geben, daß das Bild des Tiers redete und machte, daß alle getötet werden, die nicht des Tiers Bild anbeteten. Es führt dazu, daß sie alle  - die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Sklaven -  sich ein Malzeichen machen an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn, daß niemand kaufen oder verkaufen kann, wenn er nicht das Malzeichen hat, nämlich den Namen des Tiers oder die Zahl seines Namens. Hier ist Weisheit! Wer Verstand hat, der überlege die Zahl des Tiers, denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig (Offb 13).

 

12. Vision Das Lamm und die Seinen:

Ich sah das Lamm stehen auf dem Berg Zion und mit ihm hundertvierundvierzigtausend, die hatten seinen Namen und den Namen seines Vaters geschrieben an ihre Stirn. Und ich hörte eine Stimme vom Himmel wie eines großen Wassers und wie eine Stimme eines großen Donners.

Und die Stimme, die ich hörte, war wie von Harfenspielern, die auf ihren Harfen spielen. Sie sangen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier Gestalten und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen außer den hundertvierundvierzigtausend, die erkauft sind von der Erde.

Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben – denn sie sind Jungfrauen – und folgen dem Lamm nach, wo es hin geht. Diese sind erkauft aus den Menschen zu Erstlingen für Gott und das Lamm. In ihrem Mund ist kein Falsch gefunden, sie sind unsträflich vor dem Thron Gottes.

Und ich sah einen Gottesboten mitten durch den Himmel fliegen, der hatte eine ewige Botschaft zu verkünden denen, die auf Erden wohnen, und allen Nationen und Geschlechtern und Sprachen und Völkern, und sprach mit großer Stimme: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre. Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen! Und betet den an, der Himmel und Erde und Meer und Wasserbrunnen gemacht hat!“

Und ein anderer Bote folgte nach, der sprach: „Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die große Stadt, denn sie hat mit dem Zorneswein der Unzucht getränkt alle Andersgläubigen!“

Und der dritte Bote folgte diesem nach und sprach mit großer Stimme: „Wenn jemand das Tier anbetet und sein Bild und nimmt sein Malzeichen an seine Stirn oder an seine Hand, der wird vom Wein des Zorns Gottes trinken, der unvermischt eingeschenkt ist in den Kelch seines Zornes, und wird gequält werden mit Feuer und Schwefel vor den heiligen Boten und vor dem Lamm. Der Rauch ihrer Qual wird aufsteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier und sein Bild angebetet haben, und wenn jemand das Malzeichen seines Namens angenommen hat!“

Hier ist Geduld der Heiligen! Hier sind, die die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus halten. Und ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: „Schreibe: Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit, denn ihre Werke folgen ihnen nach (Offb 14,1-13).

 

13.Vision: Der Beginn des Gerichts:

Ich sah eine weiße Wolke. Und auf der Wolke saß einer, der gleich war dem Gottessohn. Der hatte eine goldene Krone auf seinem Kopf und in seiner Hand eine scharfe Sichel. Und ein anderer Bote kam aus dem Tempel und rief mit großer Stimme zu dem, der auf der Wolke saß: „Erhebe deine Sichel und ernte, denn die Zeit zu ernten ist gekommen, denn die Ernte der Erde ist reif geworden!“ Und der auf der Wolke saß, schlug mit seiner Sichel an die Erde, und die Erde wurde geerntet.

Und ein anderer Bote ging aus dem Tempel, der hatte ein scharfes Winzermesser. Und ein anderer Bote ging aus vom Altar, der hatte Macht über das Feuer und rief mit großer Stimme dem zu, der das scharfe Messer hatte, und sprach: „Erhebe dein scharfes Messer und schneide die Trauben am Weinstock der Erde, denn seine Beeren sind reif!“ Und der Bote schlug sein Messer an die Erde und schnitt die Trauben der Erde und warf sie in die große Kelter des Zorns Gottes. Die Kelter wurde draußen vor der Stadt getreten, und das Blut ging von der Kelter bis an die Zäume der Pferde tausendsechshundert Feld Wegs weit

Ich sah ein anderes Zeichen im Himmel, das war groß und wundersam: Sieben Boten, die hatten die letzten sieben Plagen, denn mit diesen ist vollendet der Zorn Gottes. Ich sah etwas wie ein gläsernes Meer, mit Feuer vermengt. Und die den Sieg behalten hatten über das Tier und sein Bild und über die Zahl seines Namens, standen an dem gläsernen Meer und hatten Gottes Harfen und sangen das Lied des Mose und das Lied des Lammes.

 

Sie sprachen: „Groß und wundersam sind deine Werke, Herr, allmächtiger Gott! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du König der Völker! Wer sollte dich nicht fürchten, Herr und deinen Namen preisen? Denn du bist allein heilig. Denn alle Völker werden kommen und anbeten vor dir, denn deine Urteile sind öffentlich geworden!“ (Offb 14,14 - 15,4).

 

14. Vision: Die siebenSchalen:

Danach sah ich den Tempel aufgetan, die Stiftshütte im Himmel. Aus dem Tempel gingen die sieben Boten, die die sieben Plagen hatten, angetan mit reiner, heller Leinwand und an der Brust mit goldenen Gürteln. Und eine der vier Gestalten gab den sieben Boten sieben goldene Schalen voll Zorns Gottes, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und der Tempel wurde voll Rauch von der Herrlichkeit Gottes und von seiner Kraft. Und niemand konnte in den Tempel gehen, bis die sieben Plagen der sieben Boten vollendet wurden.

Und ich hörte eine große Stimme aus dem Tempel, die sprach zu den sieben Boten: „Geht hin und gießt die Schalen des Zorns Gottes auf die Erde aus! Der erste ging hin und goß seine Schale auf die Erde. Da entstand ein böses und arges Geschwür an den Menschen, die das Malzeichen des Tiers hatten und die sein Bild anbeteten.

Der zweite Bote goß seine Schale ins Meer aus. Da wurde es zu Blut wie das eines Toten und alle lebendigen Wesen starben in dem Meer.

Der dritte Bote goß seine Schale in die Wasserströme und in die Wasserbrunnen aus. Da wurden sie zu Blut. Und ich hörte den Boten der Wasser sagen: „Herr, du bist gerecht, der da ist und der da war, du Heiliger, weil du solches Urteil gesprochen hast, denn sie haben das Blut der Heiligen und Propheten vergossen. Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; denn sie sind es wert!“ Und ich hörte den Altar sagen: „Ja, Herr, allmächtiger Gott, deine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht!“

Der vierte Bote goß seine Schale in die Sonne aus. Da wurde ihr ermöglicht, die Menschen mit Feuer zu versengen. Und den Menschen wurde heiß von großer Hitze, und sie lästerten den Namen Gottes, der Macht hat über diese Plagen, und änderten nicht ihr Leben, um ihm die Ehre zu geben.

Der fünfte Bote goß seine Schale aus auf den Thron des Tiers. Da wurde sein Reich verfinstert, und sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerzen und lästerten Gott im Himmel wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre und bereuten ihre Werke nicht.

Der sechste Bote goß seine Schale aus auf den großen Wasserstrom Euphrat. Da vertrocknete das Wasser, damit bereitet würde der Weg den Königen aus dem Osten. Und ich sah aus dem Mund des Drachen und aus dem Mund des Tiers und aus dem Mund des falschen Propheten drei unreine Geister gehen, die sahen aus wie Frösche, denn es sind Teufelsgeister, die tun Zeichen und gehen aus zu den Königen der ganzen Welt, sie zu versammeln zum Streit für den zukünftigen Tag Gottes.

Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der wacht und behält seine Gewänder, damit er nicht nackt umhergehe und man nicht seine Blöße sehe. Und er hat sie versammelt an einen Ort, der heißt auf hebräisch „Harmagedon“ [Das ist der Berg von Megiddo, an dem zwei vernichtende Schlachten stattfanden].

Der siebente Bote goß seine Schale in die Luft aus. Da ging aus eine Stimme vom Himmel aus dem Thron, die sprach: „Es ist geschehen!“ Da wurden Stimmen und Donner und Blitze. Es geschah ein solches Erdbeben, wie es nicht gewesen ist, seit Menschen auf Erden gewesen sind. Und aus der großen Stadt wurden drei Teile, und die Städte der Andersgläubigen fielen. Und der großen Stadt Babylon wurde von Gott zugeteilt, ihr den Kelch mit dem Wein seines grimmigen Zorns zu geben.

Und alle Inseln entflohen, und keine Berge wurden mehrgefunden. Und ein großer Hagel, wie Zentnerstücke, fiel vom Himmel auf die Menschen. Aber die Menschen lästerten Gott wegen der die Plage des Hagels, denn seine Plage war sehr groß (Offb 15,5–16,21).

 

15. Vision: Die Hure Babylon und das Tier:

Es kam einer von den sieben Boten, die die sieben Schalen hatten, redete mit mir und sprach zu mir: „Komm, ich will dir zeigen das Gericht über die große Hure, die an vielen Wassern sitzt, mit der gehurt haben die Könige auf Erden; und die auf der Erde wohnen, sind trunken geworden von dem Wein ihrer Hurerei.

Er brachte mich im Geist in die Wüste. Und ich sah eine Frau auf einem scharlachfarbenen Tier sitzen, das war voll lästerlicher Namen und hatte sieben Köpfe und zehn Hörner. Die Frau war bekleidet mit Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und edlen Steinen und Perlen und hatte einen goldenen Becher in der Hand, voll Greuel und Unflat ihrer Unzucht, und an ihrer Stirn war ein Namen geschrieben, ein Geheimnis: „Das große Babylon, die Mutter der Hurerei und aller Greuel auf Erden.“

Und ich sah die Frau trunken vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu. Und ich wunderte mich sehr, da ich sie sah. Und der Bote spricht zu mir: „Warum verwunderst du dich? Ich will dir sagen das Geheimnis der Frau und des Tiers, das sie trägt und hat sieben Köpfe und zehn Hörner. Das Tier, das du gesehen hast, ist gewesen und ist nicht und wird wieder emporsteigen aus dem Abgrund und wird fahren in die Verdammnis, und es werden sich wundern, die auf Erden wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen vom Anfang der Welt an in dem Buch des Lebens, wenn sie sehen das Tier, daß es gewesen ist und nicht ist und wieder sein wird!“

 

Hier nun der Sinn des Geschauten:  Die sieben Häupter sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt, und sind sieben Könige. Fünf sind gefallen, und einer ist, und der andere ist noch nicht gekommen. Und wenn er kommt, muß er eine kleine Zeit bleiben. Das Tier, das gewesen und ist nicht, das ist der achte König und fährt in die Verdammnis. Die zehn Hörner, die du gesehen hast, das sind zehn Könige, die das Reich noch nicht empfangen haben. Aber wie Könige werden sie eine Stunde die Macht empfangen mit dem Tier. Diese haben einerlei Meinung und werden ihre Kraft und Macht geben dem Tier. Diese werden streiten mit dem Lamm, und das Lamm wird sie überwinden (denn es ist der Herr aller Herren und der König aller Könige) und mit ihm die Berufenen und Auserwählten und Gläubigen. Die Wasser, die du gesehen hast sind Völker und Scharen und Andersgläubige und Sprachen.

Die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden sie einsam und bloß machen und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen. Denn Gott hat es ihnen gegeben in ihr Herz, zu tun seinen Ratschluß und zu tun einerlei Ratschluß und zu geben ihr Reich dem Tier, bis vollendet werden die Worte Gottes. Die Frau, die du gesehen hast, ist die große Stadt, die das Reich hat über die Könige auf Erden (Offb 17).

 

16. Vision: Das Gericht über die große Stadt:

Danach sah ich einen andern Boten herniederfahren vom Himmel, der hatte eine große Macht, und die Erde wurde erleuchtet von seiner Klarheit. Und er schrie mit großer Stimme und sprach: „Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die große, und eine Behausung der Teufel geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und aller unreinen und verhaßten Vögel!“

Denn von dem Zorneswein ihrer Hurerei haben alle Andersgläubigen getrunken, und die Könige auf Erden haben mit ihr Unzucht getrieben, und die Kaufleute auf Erden sind reich geworden von ihrer großen Üppigkeit.

Und ich hörte eine andere Stimme vom Himmel, die sprach: „Geht aus von ihr, mein Volk, daß ihr nicht Anteil bekommt an ihren Sünden, damit ihr nicht empfangt etwas von ihren Plagen!“ Denn ihre Sünden reichen bis an den Himmel, und Gott denkt an ihren Frevel. Bezahlt  ihr, wie sie bezahlt hat, und vergeltet ihr zweifach nach ihren Werken. Und in welchen Kelch sie eingeschenkt hat, schenkt ihr zweifach ein. Wie viel sie sich herrlich gemacht und ihren Mutwillen getrieben hat, so viel schenkt ihr Qual und Leid ein! Denn sie spricht in ihrem Herzen: „Ich sitze als Königin und bin keine Witwe, und Leid werde ich nicht sehen!“

Darum werden ihre Plagen auf einen Tag kommen: Tod, Leid und Hunger; mit Feuer wird sie verbrannt werden, denn stark ist Gott der Herr, der sie richten wird. Und es werden sie beweinen und sie beklagen die Könige auf Erden, die mit ihr Unzucht und Frevel getrieben haben, wenn sie sehen werden den Rauch von ihrem Brand, und sie werden von ferne stehen vor Furcht ihrer Qual und sprechen: „Weh, weh, die große Stadt Babylon, die starke Stadt! In einer Stunde ist ihr Gericht gekommen!“

Die Kaufleute auf der Erde werden weinen und Leid tragen über sie, weil ihre Ware niemand mehr kaufen wird, Gold und Silber und Edelgestein und Perlen und köstliche Leinwand und Purpur und Seide und Scharlach und allerlei wohlriechendes Holz und allerlei Gefäße von Elfenbein und allerlei Gefäß von köstlichem Holz und von Erz und von Eisen und von Marmor, und Zimt und Räucherwerk und Salbe und Weihrauch und Wein und Öl und Semmelmehl und Weizen und Vieh und Schafe und Pferde und Wagen und Sklaven und Seelen der Menschen. Das Obst, daran deine Seele Lust hatte, ist von dir gewichen, und alles, was glänzend und herrlich war, ist von dir gewichen, und niemals mehr wirst du es finden.

Die Händler solcher Ware, die durch die Stadt reich geworden sind, werden von ferne stehen aus Furcht vor ihrer Qual, weinen und klagen und sagen: „Weh, weh, die große Stadt, die bekleidet war mit köstlicher Leinwand und Purpur und Scharlach und übergoldet war mit Gold und Edelstein und Perlen!“ Denn in einer Stunde ist verwüstet so ein Reichtum. Und alle Schiffsherren und alle Steuerleute, und Seefahrer, die auf dem Meer hantieren, standen von ferne und schrieen, als sie den Rauch von ihrem Brande sahen, und sprachen: „Wer ist gleich der großen Stadt?“

Und sie warfen Staub auf ihre Häupter und schrieen, weinten und klagten und sprachen: „Weh, weh, die große Stadt, in der von ihrer Üppigkeit alle reich geworden sind, die Schiffe im Meere hatten, von ihrer Ware!“ Denn in einer Stunde ist sie verwüstet. Freue dich über sie, Himmel und ihr Heiligen und Apostel und Propheten, denn Gott hat sie gerichtet um euretwillen!

Und ein starker Gottesbote hob einen großen Stein auf wie einen Mühlstein, warf ihn ins Meer und sprach: „So wird mit einem Sturm verworfen die große Stadt Babylon und nicht mehr gefunden werden!  Die Stimme der Sänger und Saitenspieler, Pfeifer und Posaunenbläser soll nicht mehr in dir gehört werden, und kein Handwerker soll mehr in dir gefunden werde, und die Stimme der Mühle soll nicht mehr in dir gehört werden, und das Licht der Lampe soll nicht mehr in dir leuchten, und die Stimme des Bräutigams und der Braut soll nicht mehr in dir gehört werden! Denn deine Kaufleute waren Fürsten auf Erden, aber durch deine Zauberei sind verführt worden alle Völker. Und das Blut der Propheten und der Heiligen und all derer, die auf Erden getötet wurden, ist in ihr gefunden worden (Offb 18).

 

 

 

Hymnisches Finale:

Danach hörte ich eine Stimme großer Scharen im Himmel, die sprachen: „Halleluja! Heil und Preis, Ehre und Kraft gehören Gott, unserm Herrn!“ Denn wahrhaftig und gerecht sind seine Gerichte, daß er die große Hure verurteilt hat, die die Erde mit ihrer Unzucht verderbte, und hat das Blut seiner Diener von ihrer Hand gefordert. Und sie sprachen zum zweitenmal: „Halleluja!“ Und ihr Rauch geht in Ewigkeit. Und die vierundzwanzig Ältesten und die vier Gestalten fielen nieder und beteten an Gott, der auf dem Thron saß, und sprachen: „Amen, Halleluja!“ Und eine Stimme ging aus von dem Thron: „Lobt unsern Gott, alle seine Diener und die ihn fürchten, beide, klein und groß!“

Und ich hörte so etwas wie die Stimme einer großen Schar und großer Wasser und starker Donner, die sprachen: „Halleluja! Denn der allmächtige Gott hat das Reich eingenommen. Laßt uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Braut hat sich vorbereitet!“

Die Braut durfte sich anziehen mit reiner und schöner Leinwand (Die köstliche Leinwand aber ist die Gerechtigkeit der Heiligen). Und er sprach zu mir: Schreibe: Selig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind!“ Er sprach zu mir: „Dies sind wahrhaftige Worte Gottes!“Und ich fiel vor ihn zu seinen Füßen, um ihn anzubeten. Er aber sprach zu mir: „Siehe zu, tu es nicht! Ich bin Diener wie du und wie deine Brüder, die das Zeugnis Jesu haben. Bete Gott an! (Das Zeugnis aber Jesu ist der Geist der Weissagung)(Off 19,1-10).

 

17.Vision: Christus der Sieger:

Ich sah den Himmel aufgetan und sah ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß „Treu und Wahrhaftig“, und er richtet und streitet mit Gerechtigkeit. Seine Augen sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Kopf viele Kronen. Und er hatte einen Namen geschrieben, den niemand wußte außer ihm selbst. Er war angetan mit einem Gewand, das mit Blut besprengt war; und sein Name heißt „das Wort Gottes“.

Ihm folgte nach das Heer im Himmel auf weißen Pferden, angetan mit weißer und reiner Leinwand. Aus seinem Mund ging ein scharfes Schwert, daß er damit die Andersgläubigen schlüge. Er wird sie regieren mit eisernem Stab. Und er tritt die Kelter voll vom Wein des grimmigen Zorns Gottes, des Allmächtigen. Er hat einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: „König aller Könige und Herr aller Herren“.

 Und ich sah einen Gottesboten in der Sonne stehen, der rief mit großer Stimme und sprach zu allen Vögeln, die unter dem Himmel fliegen: „Kommt und versammelt euch zu dem großen Mahl Gottes, daß ihr eßt das Fleisch der Könige und der Hauptleute und das Fleisch der Starken und der Pferde und de Reiter und das Fleisch aller Freien und Sklaven, der Kleinen und der Großen!

Ich sah das Tier und die Könige auf der Erde und ihre Heere versammelt, um Streit zu halten mit dem, der auf dem Pferd saß, und mit seinem Heer. Das Tier wurde gegriffen und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen tat vor ihm, durch die er verführte, die das Malzeichen des Tiers nahmen und die das Bild des Tiers anbeteten. Lebendig wurden diese beiden in die feurige Hölle geworfen, der mit Schwefel brannte. Die andern wurden erwürgt mit dem Schwert dessen, der auf dem Pferd saß, das aus seinem Munde ging; und alle Vögel wurden satt von ihrem Fleisch (Off 19, 11-21).

 

 

 

 

18. Vision: Das tausendjährige Reich:

Ich sah einen Gottesboten vom Himmel fahren, der hatte den Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand. Er griff den Drachen, den Teufel und Satan, und band ihn tausend Jahre und warf ihn in den Abgrund und verschloß ihn und machte sein Siegel oben drauf, daß er nicht mehr verführen sollte die Völker, bis vollendet würden tausend Jahre. Danach muß er los werden eine kleine Zeit.

Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und ihnen wurde die Vollmacht gegeben, das Gericht zu halten. Und ich sah die Seelen derer, die enthauptet sind wegen des Zeugnisses von Jesus und wegen des Wortes Gottes, und die nicht angebetet hatten das Tier noch sein Bild und nicht genommen hatten sein Malzeichen an ihre Stirn und auf ihre Hand, diese lebten und regierten mit Christus tausend Jahre.

Die andern Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis tausend Jahre vollendet wurden. Dies ist die erste Auferstehung. Glückselig zu preisen und heilig ist der, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der andere Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.

Wenn aber tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan los werden aus seinem Gefängnis

und wird ausgehen, zu verführen die Völker an den vier Enden der Erde, den Gog und Magog, um sie zu versammeln zum Streit, deren Zahl ist wie der Sand am Meer. Sie zogen herauf auf die Breite der Erde und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel Feuer von Gott aus dem Himmel und verzehrte sie. Und der Teufel, der sie verführte, wurde geworfen in die Hölle von Feuer und Schwefel, wo auch das Tier und der falsche Prophet waren. Und sie werden gequält werden Tag und Nacht von Ewigkeit zu Ewigkeit (Off 20,1-10).

 

19. Vision: Weltende und allgemeines Gericht.

Ich sah einen großen, weißen Thron und den, der darauf saß. Vor seinem Angesicht flohen die Erde und der Himmel und für sie wurde keine Stätte gefunden.  Ich sah die großen und kleinen Toten stehen vor Gott, und Bücher wurden aufgetan. Dann wurde ein anderes Buch aufgemacht, das ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern steht, nämlich nach ihren Werken. Und das Meer gab die Toten frei, die darin waren, und der Tod und die Hölle gaben die Toten frei, die darin waren. Sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und der Tod und sein Reich wurden geworfen in die feurige Hölle, das ist der andere Tod. Und wenn jemand nicht gefunden wurde, daß er geschrieben ist in dem Buch des Lebens, der wurde  geworfen in die feurige Hölle (Off 20, 11-15).

 

20. Vision: Die neue Welt Gottes.

Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel und die erste Erde verging, und das Meer ist nicht mehr. Ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabfahren, vorbereitet wie eine geschmückte Braut ihrem Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron, die sprach: „Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott, wird mit ihnen sein. Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen!“ Und der auf dem Stuhl saß, sprach: „Siehe, ich mache alles neu!“

Er spricht zu mir: „Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß!“ Und er sprach zu mir: „Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende.

 Ich will den Durstigen geben von dem Brunnen des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wird alles erben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. Die feigen Verleugner aber und Ungläubigen und Frevler und Totschläger und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und aller Lügner, werden in die Hölle kommen, die mit Feuer und Schwefel brennt. Das ist der andere Tod!“

Und es kam zu mir einer von den sieben Gottesboten, die die sieben Schalen voll der letzten sieben Plagen hatten, und redete mit mir und sprach: „Komm, ich will dir die Frau zeigen, die Braut des Lammes!“ Er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die große Stadt, das heilige Jerusalem, herniederfahren aus dem Himmel von Gott, die hatte die Herrlichkeit Gottes. Und ihr Licht war gleich dem alleredelsten Stein, einem hellen Jaspis, klar wie Kristall. Sie hatte eine große und hohe Mauer und hatte zwölf Tore und auf den Toren zwölf Gottesbote, und Namen waren darauf geschrieben, nämlich der zwölf Stämme des Volkes Israel. Im Osten drei Tore, im Norden drei Tore, im Süden drei Tore, im Westen drei Tore. Die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine und auf ihnen die Namen der zwölf Apostel des Lammes.

Und der mit mir redete, hatte einen Meßstab, ein goldenes Rohr, damit er die Stadt ausmessen sollte und ihre Tore und ihre Mauer. Die Stadt liegt viereckig, und ihre Länge ist so groß als die Breite. Und er maß die Stadt mit dem Rohr auf 1200 Meter. Die Länge und die Breite und die Höhe der Stadt sind gleich. Er maß ihre Mauer, 40 mal 12 Meter, nach Menschenmaß, das der Bote benutzte. Ihre Mauer war aus Jaspis und die Stadt aus reinem Gold gleich dem reinen Glas.

Die Grundsteine der Mauer um die Stadt waren geschmückt mit allerlei Edelgestein. Der erste Grundstein war ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd, der fünfte ein Sardonix, der sechste ein Sarder, der siebente ein Chrysolith, der achte ein Berryl, der neunte ein Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst. Die zwölf Tore waren zwölf Perlen, und jedes Tor war von einer einzigen Perle.

Die Gassen der Stadt waren reines Gold wie ein durchscheinendes Glas. Aber ich sah keinen Tempel darin, denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, und das Lamm. Die Stadt braucht keine Sonne und keinen Mond, die scheinen, denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm. Die Völker werden leben in ihrem Licht, und die Könige auf Erden werden ihre Herrlichkeit in sie bringen. Ihre Tore werden tagsüber nicht verschlossen, denn es wird keine Nacht sein. Man wird die Pracht und die Herrlichkeit der Völker in sie hineinbringen. Es wird kein Unreines hineingehen und nicht, wer Greuel begeht und Lügen verbreitet, sondern die geschrieben sind in dem Lebensbuch des Lammes.

Und er zeigte mir einen reinen Strom des lebendigen Wassers, klar wie ein Kristall, der aus geht von dem Thron Gottes und des Lammes. Auf beiden Seiten des Stroms mitten auf ihrer Gasse stand der Baum des Lebens, das trägt zwölfmal Früchte und bringt seine Früchte alle Monate; und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker.

Und es wird nichts mehr unter dem Bann sein. Und der Thron Gottes und des Lammes wird darin sein, und seine Diener werden ihm dienen und sehen sein Angesicht, und sein Name wird an ihren Stirnen sein. Es wird keine Nacht mehr sein, und sie werden weder eine Leuchte oder das Lichts der Sonne brauchen, denn Gott der Herr wird sie erleuchten, und sie werden regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit (Off 21,1 - 22,5).

 

 

Der Herr kommt:

Er sprach zu mir: Diese Worte sind gewiß und wahrhaftig. Der Herr, der Gott der Geister der Propheten, hat seinen Boten gesandt, zu zeigen seinen Dienern, was bald geschehen muß. Siehe, ich komme bald. Selig zu preisen ist, wer die Worte der Weissagung in diesem Buch. Einhält. Ich bin Johannes, der das alles gehört hat. Und als ich es gehört und gesehen hatte, fiel ich nieder, um anzubeten zu den Füßen des Gottesboten, der mir das alles zeigte. Aber er spricht zu mir: „Tu das nicht! Denn ich bin auch nur ein Mensch wie du und deine Brüder, wie die Propheten und die, die da halten die Worte dieses Buchs. Bete Gott an!“

Und er spricht zu mir: „Versiegele nicht die Worte der Weissagung in diesem Buch, denn die Zeit ist nahe! Wer böse ist, der sei auch in Zukunft böse, und wer unrein ist, der sei auch in Zukunft unrein- Wer aber wer fromm ist, der sei auch in Zukunft fromm, und wer heilig ist, der sei auch in Zukunft heilig. Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, zu geben einem jeden, wie seine Werke sind.

Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte. Selig zu preisen sind, die seine Gebote halten, damit sie Anteil haben an dem Baum des Lebens und durch die Tore in die Stadt hineingehen. Denn draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Unzüchtigen und die Totschläger und die Götzendiener und alle, die Lüge liebhaben und sie benutzen.

Ich, Jesus, habe gesandt meinen Boten, dies den Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und das Geschlechts David, der helle Morgenstern. Und der Geist und die Braut sprechen: „Komm!“ Und wer es hört, der spreche: „Komm!“ Und wen dürstet, der komme. Und wer will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.

Ich bezeuge allen, die die Worte der Weissagung in diesem Buch hören: „Wenn jemand hinzufügt, dem wird Gott die Plagen zufügen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buchs dieser Weissagung, den wird Gott wegnehmen vom Baum des Lebens und von der heiligen Stadt, von der in diesem Buch geschrieben steht. Es spricht, der dieses bezeugt: „Ja, ich komme bald. Amen, ja komm, Herr Jesu!“ Die Gnade unsers Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen (Off 22,6-21).